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EduCamp

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Datei:EduCamp2008 Ilmenau-Foyer.jpg
Teilnehmer des EduCamps 2008 #1 an der TU Ilmenau (hier zwischen zwei Sessions, beim Meinungsaustausch und Aktualisieren des Sessionsplans).

Ein EduCamp ist eine offene Tagung, auf der hauptsächlich medienpädagogische Fragen sowie generell auch Formen und Methoden des Lehrens und Lernens behandelt werden. Inhaltlicher Schwerpunkt ist dabei zumeist der Einsatz von Medien – vor allem von Neuen Medien – im Bildungskontext an Schulen und Hochschulen sowie im Unternehmensumfeld.

Wie beim Barcamp werden Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selbst entwickelt, wobei dieses Prinzip einer sich weitgehend selbstorganisierenden und kostenlosen „Mitmach-Konferenz“ beim EduCamp durch etablierte Konferenzmethoden wie der Podiumsdiskussion und dem Open Space ergänzt werden.

Geschichte

Im Jahr 2007 entwickelte und erprobte Diego Leal, Forscher am kolumbianischen Bildungsministerium (Ministerio de Educación Nacional), in Kolumbien ein Unkonferenzformat namens EduCamp ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)Bildungs-Tagung“), das durch Workshops im Open-Space-Stil gekennzeichnet war.<ref>Diego Leal: EduCamp Colombia, Oktober 2008. (Spanisch; Online verfügbar), abgerufen am 17. März 2011.</ref><ref name="S._26">Thomas Bernhardt, Steffen Büffel, Marcel Kirchner: Bildung am „Lagerfeuer“. In: Hannah Dürnberger, Sandra Hofhues, Thomas Sporer: Offene Bildungsinitiativen. Waxmann Verlag, Münster u. a. 2011, ISBN 978-3-8309-2457-9, S. 26 (Online frei verfügbar).</ref>

Die Idee des EduCamps fand als Web-2.0-Initiative rasch Nachahmer in verschiedenen Ländern, wie unter anderem in der Ukraine, in Kanada und Malaysia. In Kolumbien wurde Ende 2008 eine zweite Workshop-Reihe mit insgesamt sieben Stationen veranstaltet, weitere EduCamp-Workshops folgten dort 2009 und 2010.

Im deutschsprachigen Raum wurde der EduCamp-Ansatz im Jahr 2007 vom deutschen Medienwissenschaftler Steffen Büffel aufgegriffen und im Nachgang eines Online Round Tables (ORT) gemeinsam mit den Medienwissenschaftlern Thomas Bernhardt und Marcel Kirchner konkretisiert. In Anlehnung an das BarCamp-Format entwickelten sie ein deutschsprachiges EduCamp-Format, das dann im Jahr 2008 umgesetzt wurde.<ref name="S._26" /> Das erste EduCamp im deutschsprachigen Raum fand im April 2008 an der Technischen Universität im thüringischen Ilmenau statt. Es folgten weitere EduCamps in verschiedenen deutschen Städten sowie im österreichischen Graz. Im Mai 2011 wurde mit dem EduCamp e.V. ein gemeinnütziger Verein zur Organisation der EduCamps gegründet.<ref>EduCamp e.V., abgerufen am 26. September 2024.</ref>

Kriterien von deutschsprachigen EduCamps

Ziele und Teilnehmende

Ziel eines (deutschsprachigen) EduCamps ist es, im Bildungsbereich tätige Menschen zusammenzubringen, die sich in einer „Mitmach-Konferenz“<ref name="welt.de-1713742">Constantin Gillies: Die Mitmach-Konferenz. Die Welt, 23. Februar 2008, abgerufen am 17. März 2011.</ref> aktiv und kritisch mit innovativen Formen, Formaten, Technologien, Strategien etc. des mediengestützten Lernens auseinandersetzen, um sich so über dessen Zukunft austauschen zu können.<ref name="educamp-info"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Über das EduCamp (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/educamp.mixxt.de. Auf: Website der EduCamp-Community bei der Online-Plattform www.mixxt.de; abgerufen am 17. März 2011.</ref><ref name="S._25–40">Vergleiche: Thomas Bernhardt, Steffen Büffel, Marcel Kirchner: Bildung am „Lagerfeuer“. In: Hannah Dürnberger, Sandra Hofhues, Thomas Sporer: Offene Bildungsinitiativen. Waxmann Verlag, Münster u. a. 2011, ISBN 978-3-8309-2457-9, S. 25–40 (Online frei verfügbar).</ref>

Zum angesprochenen Personenkreis gehören Experten und Lehrende im Schul- und Hochschulbereich, Vertreter von Unternehmen und Agenturen, sowie interessierte Schüler und Studierende.<ref name="educamp-info" /><ref name="S._25–40" /> Da EduCamps in der Regel am Wochenende stattfinden, wird großer Wert auf Kinderfreundlichkeit gelegt.<ref>Guido Brombach: Der Wahnsinn – So viele Kinder gab es auf einem EduCamp noch nie. 2. Oktober 2018, abgerufen am 26. September 2024</ref> Schrittweise etablierte sich hierbei auch, dass Kinder selbst aktiv Sessions anbieten.<ref name="jmm">Jöran Muuß-Merholz: Barcamps & Co: Peer-to-Peer-Methoden für Fortbildungen (1. Auflage). Beltz, ISBN 978-3-407-36699-3, S. 109f (Online frei verfügbar).</ref>

Ablauf

Datei:EduCamp2011 Bremen-01a.jpg
Sessionsplan (Grid) beim EduCamp 2011 #7 an der Universität Bremen.

Wie beim BarCamp-Konzept ist jeder Teilnehmer eines (deutschsprachigen) EduCamps dazu aufgefordert, ein eigenes Thema einzubringen, über das er referieren oder diskutieren möchte. Dies kann während des EduCamps durch Vorträge, Workshops, Diskussionsrunden und andere Methoden des wissenschaftlichen Austausches realisiert werden.<ref name="educamp-info" /><ref name="S._25–40" />

Der genaue Ablaufplan des EduCamps ergibt sich aus der Themenwahl vor Ort; lediglich ein Motto steht bereits fest und Themenvorschläge können im Vorhinein diskutiert werden. In der Eröffnungsrunde des EduCamps stellen sich zunächst alle Teilnehmer anhand von drei Schlagwörtern selbst vor. Anschließend erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr Thema, zu dem sie eine sogenannte Session („Diskussionsrunde“) anbieten möchten, zu präsentieren. Wenn das Thema mindestens eine kleine Gruppe an Interessenten findet, kann der Referent sein Thema in den vorher definierten Sessionsplan eintragen. Diese „Stundenpläne“, die sogenannten Grids, ordnen die einzelnen Sessionsangebote festgelegten Zeiten und Räumlichkeiten zu.<ref name="educamp-info" /><ref name="S._25–40" />

Inhalte

Im Blickfeld eines (deutschsprachigen) EduCamps steht stets das Thema „Lehren und Lernen 2.0“, insbesondere das E-Learning und Corporate Learning, aber auch Lehren und Lernen allgemein im Fokus auf Neue Medien. Hierbei konzentrieren sich die Inhalte vorrangig auf den Einsatz von Social Software wie Blogs, Podcasts oder auch Wikis im Bildungskontext und dies sowohl an Schulen und Hochschulen als auch im Unternehmensumfeld.<ref name="educamp-info" /><ref name="S._25–40" /> Da nach dem Prinzip eines BarCamps die Inhalte von den Interessen der Teilnehmenden abhängen, sind trotz der hohen Affinität zum E-Learning jedoch auch andere Themen aus dem Bildungsbereich möglich.

Bisherige EduCamps (Auswahl)

International

Datei:EduCamp Colombia 2008-01a.jpg
Kleingruppen-Workshops beim EduCamp Colombia 2008 in Bucaramanga, Kolumbien.

Im deutschsprachigen Raum

Datei:EduCamp2008 Ilmenau-01.jpg
Session beim EduCamp 2008 #1 an der TU Ilmenau, hier mit Live-Zuschaltung von Stephen Downes aus Kanada.
Datei:EduCamp2011 Bremen-02.jpg
Session einer mittelgroßen Gruppe beim EduCamp 2011 #7 an der Universität Bremen (in einer offenen Raumsituation, wie beim Open-Space-Format).

Resultierende Projekte

Aus den Arbeitsansätzen und -ergebnissen der bisherigen EduCamps im deutschsprachigen Raum entwickelten sich unter anderem folgende Projekte:

Ähnliche Veranstaltungen

Literatur

  • Hannah Dürnberger, Sandra Hofhues, Thomas Sporer: Offene Bildungsinitiativen von Studierenden. Lernen im Hochschulstudium als kreative Wissensarbeit. In: Medien in der Wissenschaft. Nr. 50. Waxmann, Münster 2011, ISBN 978-3-8309-2457-9, S. 11, 25–39, 47, 57–66, 191–193, urn:nbn:de:0111-pedocs-118017.
  • Seiler Schiedt, Eva [Hrsg.], Rutishauser, Manuel [Hrsg.], Mandel, Schewa [Hrsg.]: Digitale Medien für Lehre und Forschung. pedocs, Münster; New York; München; Berlin 2010, ISBN 978-3-8309-2385-5 (pedocs.de [abgerufen am 29. September 2022]).
  • Martin Ebner, Mandy Schiefner (Hrsg.): Looking toward the future of technology-enhanced education. Ubiquitous learning and the digital native. Idea Group Reference, Hershey (Pennsylvania/USA) 2009 (Premier Reference Source), ISBN 978-1-61520-678-0, S. 192–204. (englisch)

Weblinks

Commons: EduCamps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />