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Kratombaum

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Kratombaum
Datei:Mitragyna speciosa111.JPG

Junger Kratombaum

Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Cinchonoideae
Tribus: Naucleeae
Gattung: Mitragyna
Art: Kratombaum
Wissenschaftlicher Name
Mitragyna speciosa
Korth.

Der Kratombaum (Mitragyna speciosa; Thai: กระท่อม Kratom), auch Roter Sentolbaum, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mitragyna in der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie stammt aus Malesien.

Die geernteten Laubblätter werden frisch oder getrocknet sowohl als Rauschmittel als auch in der Pharmazie als Arzneidroge verwendet; die Blätter werden Kratom, Biak, Gra-tom, Biak-Biak, Katawn, Krton, Mabog oder Mambog genannt. Hauptalkaloide der Laubblätter sind die psychoaktiven Substanzen Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin<ref name="emcdda">Kratom (Mitragyna speciosa) bei Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, abgerufen am 10. Juli 2013.</ref>, die nur in dieser Art nachgewiesen wurden.

Beschreibung

Datei:Mitragyna speciosa (Korth.) Havil.jpg
Illustration
Datei:Kratom leaves.jpg
Laubblätter und Blütenstände
Datei:Mitragyna speciosa 0zz.jpg
Junges Exemplar im Gewächshaus

Vegetative Merkmale

Der Kratombaum wächst als halbimmergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 25 Metern. Die Borke ist grau-braun und im Alter dick sowie leicht furchig.

Die gegenständig angeordneten, leicht ledrigen bis papierigen Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattstiele weisen eine Länge von 2 bis 5 Zentimetern auf. Die grüne, einfache, spitze bis bespitzte und ganzrandige, fast kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 8,5 bis 14 Zentimetern und einer Breite von 5 bis 10 Zentimetern eiförmig bis elliptisch oder verkehrt-eiförmig.<ref name="bpi" /> Die Blattbasis ist gestutzt bis spitz oder leicht herzförmig. Die Nervatur ist gefiedert mit bogigen Seitenadern und ist oberseits eingeprägt und unterseits erhaben. Es sind größere Nebenblätter vorhanden.

Vorlage:Hinweisbaustein

Generative Merkmale

Endständig auf Blütenstandsschäften befinden sich die bei einem Durchmesser von 1 bis 1,3 Zentimetern relativ kleinen, kugeligen Blütenstände. Über den relativ kleinen Deckblättern befinden sich die sitzenden Blüten.

Die bis etwa 6 Millimeter langen, trichterförmigen, zwittrigen, vier- oder fünfzähligen Blüten mit doppelter Blütenhülle sind anfänglich cremefarben, gelblich-weiß bis später gelb bis orange. Der kleine, becherförmige Kelch ist gestutzt mit minimalen Lappen. Die Krone ist trichterförmig verwachsen mit einer innen haarigen, bis etwa 5 Millimeter langen Kronröhre und freien, länglichen, kleineren und spitzen, bis 3 Millimeter langen Kronlappen. Die sehr kurzen Staubblätter sind am oberen Rand der Kronröhre angeheftet. Der unterständige Fruchtknoten ist zweikammerig. Der lange und vorstehende Griffel endet in einer kegelförmigen Narbe. Es ist ein Diskus vorhanden.

Die rundlichen und braunen, holzigen, höckrigen Fruchtverbände sind 2 bis 3 Zentimeter groß und enthalten viele relativ kleine Kapselfrüchte. Die 7 bis 9 Millimeter lange, kahle und rippige Kapselfrucht öffnet sich septizid und besitzt am oberen Ende oft Kelch- und Diskusreste. Sie enthält viele, relativ kleine Samen. Die schmalen, spindelförmigen Samen sind an beiden Enden kurz geflügelt.<ref name="bpi" /><ref>Mitragyna bei Homepage Ch. Puff, Univ. Wien.</ref>

Vorkommen

Den Kratombaum findet man in Thailand sowie von der nördlichen Malaiischen Halbinsel bis Borneo und Neuguinea.<ref name="WCSP" /> Er wächst in Tieflandwäldern und in morastigen Gebieten.<ref name="bpi" /><ref name="NorAini" />

Taxonomie

Der Kratombaum wurde 1841 von Pieter Willem Korthals in Verhandelingen over de Naturlijke Geschiedenis der Nederlandsche Overzeesche Bezittingen . . . Botanie Tafel 35 als Mitragyna speciosa erstbeschrieben. Synonyme sind Stephegyne speciosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Korth.) Korth., Nauclea luzoniensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Blanco und Nauclea speciosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Korth.) Miq.

Datei:Kratom leafes.jpg
Vorder- und Rückseite von Kratomblättern

Inhaltsstoffe und Wirkung

Mitragynin stellt mit bis zu 66 % der Gesamtalkaloide den Hauptbestandteil in den reifen Blättern dar. Das Indolalkaloid interagiert hauptsächlich mit den μ- und δ-Opioidrezeptoren, zeigt dabei jedoch wenig Rezeptor-Affinität.<ref>András Váradi, Gina F. Marrone, Travis C. Palmer, Ankita Narayan, Márton R. Szabó: Mitragynine/Corynantheidine Pseudoindoxyls As Opioid Analgesics with Mu Agonism and Delta Antagonism, Which Do Not Recruit β-Arrestin-2. In: Journal of Medicinal Chemistry. Band 59, Nr. 18, 2016, ISSN 0022-2623, S. 8381–8397, doi:10.1021/acs.jmedchem.6b00748, PMID 27556704, PMC 5344672 (freier Volltext).</ref>

Der Wirkstoff 7-Hydroxymitragynin, der ungefähr 2 %<ref name="Hassan_et_al">Zurina Hassan, Mustapha Muzaimi, Visweswaran Navaratnam, Nurul H. M. Yusoff, Farah W. Suhaimi: From Kratom to mitragynine and its derivatives: Physiological and behavioural effects related to use, abuse, and addiction. In: Neuroscience & Biobehavioral Reviews. Band 37, Nr. 2, 1. Februar 2013, ISSN 0149-7634, S. 138–151, doi:10.1016/j.neubiorev.2012.11.012 (researchgate.net [abgerufen am 18. Januar 2020]).</ref> im Alkaloidauszug ausmacht, wirkt als Agonist am µ-Opioidrezeptor und hat eine starke analgetische Wirkung. Die Reduzierung der Wahrnehmung von Schmerzen wurde im Tierversuch bestätigt mit dem Ergebnis, dass die antinozizeptive Wirkung des Alkaloids 7-Hydroxymitragynin um das Dreizehnfache stärker war als Morphin.<ref name="Matsumoto" /> Das reine Alkaloid Mitragynin führt zur Steigerung der Erregbarkeit des cranio-sacralen (Schädel-Kreuzbein) und des sympathischen Teils des autonomen Nervensystems, ferner zur Steigerung der Erregbarkeit der Medulla oblongata und der motorischen Zentren des ZNS.<ref name="NorAini" /> Zudem wurde im Versuch mit Ratten bestätigt, dass Kratom bei Durchfall einen positiven Effekt auf den Magen-Darm-Trakt hat.<ref name="Chittrakarn" />

Bei chronischem Gebrauch von Kratom können Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Hyperpigmentation auftreten, zudem kann sich in manchen Fällen eine psychische und körperliche Abhängigkeit analog zu Opioiden entwickeln.<ref>Florian Lautenschlager, Manfred Weiss, Sigrun Feuerer, Norbert Wodarz: Kratom – eine kurze Übersicht für die Schmerzmedizin. In: Der Schmerz. Band 36, Nr. 2, April 2022, ISSN 0932-433X, S. 128–134, doi:10.1007/s00482-021-00588-9, PMID 34533652, PMC 8447806 (freier Volltext) – (springer.com [abgerufen am 2. November 2024]).</ref><ref>Kratom: Drogenprofil. In: EUROPEAN UNION DRUGS AGENCY. Abgerufen am 2. November 2024.</ref><ref>Kratom (Mitragyna speciosa). In: drugcom. Abgerufen am 2. November 2024.</ref><ref>Jack E. Henningfield, Daniel W. Wang, Marilyn A. Huestis: Kratom Abuse Potential 2021: An Updated Eight Factor Analysis. In: Frontiers in Pharmacology. Band 12, 28. Januar 2022, ISSN 1663-9812, doi:10.3389/fphar.2021.775073, PMID 35197848, PMC 8860177 (freier Volltext) – (frontiersin.org [abgerufen am 2. November 2024]).</ref> Typische körperliche Entzugssyndrome sind Muskelkrämpfe, Schmerzen, Schlafschwierigkeiten, wässrige Augen und Nase, Hitzeanfälle, Fieber, verminderter Appetit und Durchfall. Typische psychische Entzugssyndrome sind Unruhe, Anspannung, Wut, Trauer und Nervosität.<ref name="PMID24698080">D. Singh, C. P. Müller, B. K. Vicknasingam: Kratom (Mitragyna speciosa) dependence, withdrawal symptoms and craving in regular users. In: Drug and alcohol dependence. Band 139, Juni 2014, S. 132–137, doi:10.1016/j.drugalcdep.2014.03.017, PMID 24698080.</ref><ref name="PMID26640804">E. Cinosi, G. Martinotti, P. Simonato et al.: Following "the Roots" of Kratom (Mitragyna speciosa): The Evolution of an Enhancer from a Traditional Use to Increase Work and Productivity in Southeast Asia to a Recreational Psychoactive Drug in Western Countries. In: BioMed research international. Band 2015, 2015, ID 968786, doi:10.1155/2015/968786, PMID 26640804, PMC 4657101 (freier Volltext) (Review).</ref> Es ist mindestens ein Fall bekannt, bei dem nach mehrwöchiger Kratomeinnahme eine intrahepatische Cholestase auftrat.<ref name="Kapp" /> Es wird auch über weitere Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Zittern berichtet. Zudem häufen sich Berichte von Konsumenten über das Auftreten von Hörstörungen – insbesondere Tinnitus – in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Kratomkonsum, was auf eine mögliche ototoxische Wirkung hindeutet.<ref>Kratom tinnitus warning - Reddit. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2022;.</ref><ref>Is kratom-enhanced/induced tinnitus permanent? - Reddit. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Oktober 2023;.</ref> Wissenschaftliche Untersuchungen hierzu existieren bislang jedoch nicht. In Deutschland ist bisher ein Todesfall im Rahmen einer Monointoxikation dokumentiert, in den USA wurde für den Zeitraum Juli bis Dezember 2017 von mehr als 90 Todesfällen berichtet<ref>Tobias Huter, Carolin Edler, Benjamin Ondruschka, Stefanie Iwersen-Bergmann, Ann Sophie Schröder: Kratom – Nahrungsergänzungsmittel oder tödliche Droge? In: Rechtsmedizin. 6. März 2024, ISSN 0937-9819, doi:10.1007/s00194-024-00685-w (springer.com [abgerufen am 24. Mai 2024]).</ref>. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist nach einer ersten Sichtung der wissenschaftlichen Daten darauf hin, dass der Kratom-Konsum gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben kann. So wurden in Fallberichten unter anderem neurologische Effekte, wie Schwindel, Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Halluzinationen, kardiovaskuläre Effekte wie Herzklopfen oder Herzrasen, Atemstörungen sowie Leber- und Nierenschädigungen beschrieben.<ref>Kratom-Zubereitungen: Einnahme kann Gesundheitsbeschwerden hervorrufen. 4. September 2025, abgerufen am 11. September 2025.</ref>

Es gibt mehrere Verarbeitungsweisen für die Blätter des Kratombaums, die verschieden gereifte Blätter und Fermentation verwenden. Diese sind gängigerweise als „weiß“, „rot“ und „grün“, seltener auch „gelb“ bekannt. Diese resultieren in unterschiedlicher Zusammensetzung der enthaltenen Alkaloide. Der Gehalt an Mitragynin ist abhängig vom Anbauort und der Saison.<ref name="dea" /> Während weißes Kratom eher aktivierend wirken soll, so wird rotem Kratom eine eher sedierende Wirkung nachgesagt. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass geringe Dosen eher aktivierend und euphorisierend und höhere Dosen sedierend wirken. Da es erwartungsgemäß in der Natur aber viele unterschiedliche Varietäten gibt und der Gehalt der Alkaloide auch von diversen Standortfaktoren und klimatischen Einflüssen abhängt, ist dies nur als eine grobe Einteilung anzusehen. Diesbezügliche Studien existieren noch nicht.

Konsum

Bereits die Urbevölkerung des malaiischen Raumes nutzten Kratom als Heil- und Genussmittel.<ref>Somsmorn Chittrakarn, Pimpimol Penjamras, Niwat Keawpradub: Quantitative analysis of mitragynine, codeine, caffeine, chlorpheniramine and phenylephrine in a kratom (Mitragyna speciosa Korth.) cocktail using high-performance liquid chromatography. In: Forensic Science International. Band 217, Nr. 1, 10. April 2012, ISSN 0379-0738, S. 81–86, doi:10.1016/j.forsciint.2011.10.027 (sciencedirect.com [abgerufen am 12. Januar 2020]).</ref> Der Name Kratom leitet sich vermutlich aus dem Begriff Kadamb ab, der auf dem indischen Subkontinent als Bezeichnung für die ebenfalls als heilige geltende Nutzpflanze Mitragyna parvifolia dient.<ref>Robert B. Raffa: The Botany of Mitragyna speciosa (Korth.) Havil. and Related Species. 29. Oktober 2014, abgerufen am 12. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Nachtsch">Dirk Netter: Kratom: Ethnobotanik, Anwendung, Kultur. Nachtschatten, Solothurn 2019, ISBN 978-3-03788-576-5.</ref> Insbesondere die malaiischen und muslimischen Minderheiten in den thailändischen Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani nutzen Kratom als traditionelles Genussmittel.<ref name="Nachtsch" />

Traditionell werden die frischen Kratomblätter in Teehäusern und Cafés gekaut. Der Konsum ist in der Regel in ein soziales Setting eingebunden, das einem Kaffeekränzchen nicht unähnlich ist.<ref name="Nachtsch" />

Auch die Zubereitung als Aufguss ist überliefert. Traditionell wird das teeähnliche Getränk mit frischen Blättern zubereitet, die Verwendung von Fruchtsäften oder Süßungsmitteln<ref name="Hassan_et_al" /> variiert regional und scheint hauptsächlich kulinarische Gründe zu haben. Erst ab dem 20. Jahrhundert wurde die Verwendung von getrocknetem Pflanzenmaterial üblich. Die Wirkung des bitteren Getränkes wird in der Literatur als anregend beschrieben.<ref name="Nachtsch" />

Die Verwendung eines rauchbaren Extraktes wird in der historischen Literatur beschrieben<ref>L. Wray: Biak: An opium substitute. In: Journal of the Federated Malay States Museums. Band 53, 1907.</ref>, scheint jedoch heutzutage nicht mehr üblich zu sein. Die Wirkung von gerauchtem Pflanzenmaterial ist umstritten, vermutlich ist damit allenfalls eine eher subtile Wirkung zu erzielen.<ref>Christian Rätsch: Lexikon der Zauberpflanzen aus ethnologischer Sicht. VMA-Verlag, 1992, ISBN 3-928127-07-1.</ref>

Seit einiger Zeit sind Zubereitungen der Pflanze auch in Ländern Europas oder den USA erhältlich. Sie werden zumeist über den Online-Handel vertrieben, teils auf Internetseiten, auf denen auch Nahrungsergänzungsmittel beworben werden.

Rechtsstatus

Deutschland

Kratom ist in Deutschland nicht im Betäubungsmittelgesetz aufgeführt. Lange Zeit war hingegen umstritten, ob es unter das Arzneimittelgesetz fällt. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom 11. September 2015<ref>OLG Köln, Beschl. v. 11.09.2015 – 1 RVs 131</ref> handelt es sich bei Kratom jedoch nicht um ein Arzneimittel. Daher sind Handel, Besitz und Konsum nach derzeitiger Rechtslage erlaubt.

Österreich

In Österreich unterliegt Kratom nicht dem Suchtmittelgesetz.<ref name="SMG Österreich" />

Schweiz

In der Schweiz unterliegen die Wirkstoffe Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin seit Oktober 2017 dem Verzeichnis a (kontrollierte Substanzen, die allen Kontrollmassnahmen unterstellt sind) des Betäubungsmittelgesetzes, womit Kratom illegal ist.<ref>Verordnung des EDI über die Verzeichnisse der Betäubungsmittel, psychotropen Stoffe, Vorläuferstoffe und Hilfschemikalien (Betäubungsmittelverzeichnisverordnung, BetmVV-EDI) - Änderung vom 18. August 2017. Abgerufen am 4. Juli 2019.</ref>

Weitere EU-Staaten

In Dänemark, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Italien und Schweden zählt Kratom zu den gesetzlich kontrollierten Substanzen.<ref name="emcdda" /> In Frankreich ist es seit 2020 verboten, Kratom zu kaufen oder zu besitzen.<ref>La France interdit l'achat et la détention de kratom, une plante psychotrope In: L’Express. 8. Januar 2020.</ref> Im Jahr 2025 wurde Kratom in Tschechien durch ein Gesetz als „psychomodulierende Substanz“, eine neue Kategorie legaler Drogen, eingestuft. Durch diese Einstufung ist der Verkauf an Minderjährige verboten, der jedoch zuvor auch schon verboten war. Außerdem ist der Verkauf an Verkaufsautomaten verboten.<ref>Tomáš Karlík: Kratom se mění na regulovanou látku. Vědci popisují jeho pozitiva i negativa. Česká televize, 4. September 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Gesetz trat am 12. November 2025 in Kraft.<ref>Markéta Kachlíková: Verkauf von Kratom wird in Tschechien reguliert. In: Radio Praha International. Český rozhlas, 11. November 2025, abgerufen am 12. November 2025.</ref>

Thailand

Seit Ende August 2021 ist Kratom in Thailand wieder legal. 1.038 Gefangene, die wegen des Handels oder des Konsums von Kratom inhaftiert waren, wurden freigelassen. Noch nicht abgeschlossene Verfahren gegen weitere 10.000 Personen wurden eingestellt.<ref name="df-kratom">Thailand legalisiert Kratom. DER FARANG, 25. August 2021, abgerufen am 23. November 2024.</ref> Zuvor hatte im Februar 2021 ein Gesetz, das Kratom wieder legalisiert, den thailändischen Senat passiert.<ref name="bp-kratom">Senate passes bill removing kratom from narcotics list. In: Bangkok Post. 23. Februar 2021 (bangkokpost.com [abgerufen am 23. November 2024]).</ref> Privathaushalte dürfen für den Eigenbedarf bis zu drei Kratom-Bäume anbauen. Sie brauchen dazu aber die Genehmigung des Ortsvorstands. Gewerbliche Kratom-Bauern brauchen eine behördliche Genehmigung.

Die Diskussion über die Legalisierung hatte auf Initiative des Gesundheitsministers und weiterer Ministerien bereits 2013 begonnen. Nach politischen Protesten im Dezember 2013 geriet dieses Thema aber zunächst wieder in den Hintergrund. Das thailändische Gesundheitsministerium sah damals vielfältigen Nutzen durch Kratom, so z. B. beim Drogenentzug von Yaba (Methamphetamin) oder auch Heroin; des Weiteren wurden beim medizinischen Einsatz Kostenersparnisse im Vergleich zu teuren synthetischen starken Opioiden errechnet, die meist importiert werden müssen. Außerdem stufte man das Suchtpotenzial als nicht gegeben bis sehr gering ein.<ref name="coconuts-bbk" />

Der Anbau des Kratombaums war in Thailand zuvor (1943) verboten worden; vorhandene Pflanzen mussten gefällt werden.<ref name="Suwanlert" /> Das Verbot gründete auf dem Umgehen der Opiumsteuern, die zu dem Zeitpunkt erhöht wurden. Aufgrund steigender Kosten wechselten viele Opiumkonsumenten auf Kratom. Der Eintritt Thailands in den Pazifikkrieg 1942 erforderte höhere Steuereinkommen, und deshalb wurde Kratom verboten, um den Wettbewerb im Opioidgeschäft zu unterdrücken.<ref name="thaikrat" />

Malaysia, Myanmar und Australien

Besitz und Konsum von Kratom ist in Malaysia und Myanmar verboten.<ref name="dea" /> In Australien ist Kratom in Schedule 9 (Prohibited Substance) klassifiziert.<ref name="dea" /><ref name="tga" />

Vereinigte Staaten von Amerika

Mit Stand von Dezember 2022 war Kratom in Alabama, Arkansas, Indiana, Rhode Island, Vermont und Wisconsin sowie in der US-Armee illegal. In zwölf weiteren Bundesstaaten existieren Altersbeschränkungen (ab 18 bzw. 21 Jahren) für den Kratomerwerb.<ref>KRATOM: SUMMARY OF STATE LAWS. LEGISLATIVE ANALYSIS AND PUBLIC POLICY ASSOCIATION, Dezember 2022, abgerufen am 30. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Pieter Willem Korthals: Verhandelingen over de natuurlijke geschiedenis der Nederlandsche overzeesche bezittingen. 1839–1842, Band 2, S. 160 f, Tab. 35, online auf biodiversitylibrary.org.
  • V. Meireles, T. Rosado et al.: Mitragyna speciosa: Clinical, Toxicological Aspects and Analysis in Biological and Non-Biological Samples. In: Medicines. Band 6, Nummer 1, März 2019, S. 35, doi:10.3390/medicines6010035, PMID 30836609, PMC 6473843 (freier Volltext) (Review).
  • Dirk Netter: Kratom: Ethnobotanik, Anwendung, Kultur. Nachtschatten Verlag, Solothurn 2019, ISBN 978-3-03788-576-5.
  • Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. 8. Auflage, AT-Verlag, Aarau 2007, ISBN 978-3-03800-352-6.
  • Leveret Pale: Kratom – Alles über die einzigartige Mitragyna Speciosa. ISBN 978-3-7412-0839-3.
  • Kratom: FDA warnt nach Todesfällen vor opioidhaltiger Pflanze auf aerzteblatt.de, 16. November 2017.
  • D. M. Papsun, A. Chan-Hosokawa, L. Friederich, J. Brower, K. Graf, B. Logan: The trouble with kratom: analytical and interpretative issues involving mitragynine. In: Journal of Analytical Toxicology. Band 43, 2019, S. 615–629.

Weblinks

Commons: Kratombaum (Mitragyna speciosa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS: 1-216203. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Vorlage:WCSP </ref> <ref name="thaikrat"> Kratom in Thailand: Decriminalization and Community Control? Proposal by the Thai Office of the Narcotics Control Board (PDF; 979 kB). </ref> <ref name="NorAini"> Nor Aini Saidin: Cytotoxicity of extract of Malaysian Mitragyna Speciosa Korth and its dominant Alkaloid Mitragynine. Dissertation, Imperial College London, 2008, online bei scribd.com. </ref> <ref name="bpi"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Philippine Department of Agriculture – Bureau of Plant Industry: Eintrag Mambog (englisch) (Memento vom 24. Juni 2013 im Internet Archive). </ref> <ref name="Suwanlert"> Sangun Suwanlert: A study of kratom eaters in Thailand. online bei United Nations Office On Drugs and Crime (UNODC) (englisch, abgerufen am 28. Juli 2010). </ref> <ref name="dea"> The Drug Enforcement Administration, Office of Forensic Sciences: Microgram Bulletin. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF) (Memento vom 30. August 2010 im Internet Archive) </ref> <ref name="tga"> National Drugs and Poisons Schedule Committee: Edited Minutes of Meeting 39 - October 2003. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF) (Memento vom 3. März 2011 im Internet Archive) </ref> <ref name="Matsumoto"> K. Matsumoto, S. Horie, H. Takayama et al.: Antinociception, tolerance and withdrawal symptoms induced by 7-hydroxymitragynine, an alkaloid from the Thai medicinal herb Mitragyna speciosa. </ref> <ref name="Chittrakarn"> S. Chittrakarn, K. Sawangjaroen, S. Prasettho, B. Janchawee, N. Keawpradub: Inhibitory effects of kratom leaf extract (Mitragyna speciosa Korth.) on the rat gastrointestinal tract. In: Journal of ethnopharmacology. Band 116, Nummer 1, Februar 2008, S. 173–178, doi:10.1016/j.jep.2007.11.032, PMID 18191353. </ref> <ref name="Kapp"> F. G. Kapp, H. H. Maurer, V. Auwärter, M. Winkelmann, M. Hermanns-Clausen: Intrahepatic cholestasis following abuse of powdered kratom (Mitragyna speciosa). In: Journal of medical toxicology: official journal of the American College of Medical Toxicology. Band 7, Nummer 3, 2011, S. 227–231, doi:10.1007/s13181-011-0155-5, PMID 21528385, PMC 3550198 (freier Volltext). </ref> <ref name="coconuts-bbk"> Coconuts Bangkok: Government considering legalizing Kratom. 29. August 2013, online bei Coconuts Bangkok. </ref> <ref name="SMG Österreich"> Rechtsinformationssystem des Bundes RIS; Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Suchtmittelgesetz, Fassung vom 14. Juli 2019. online. </ref> </references>

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