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LyondellBasell

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LyondellBasell Industries N.V.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo of LyondellBasell (2023).svg
Rechtsform Naamloze vennootschap
ISIN NL0009434992
Gründung 1. Januar 2008
Sitz Rotterdam, NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande
Leitung Peter Vanacker (CEO)<ref name="CEO">Unternehmenswebseite. Abgerufen am 15. Juni 2022.</ref>
Mitarbeiterzahl 19.300<ref name="ar2022">Geschäftsbericht 2022. (PDF) Abgerufen am 1. Juni 2023.</ref>
Umsatz 50,4 Mrd. USD<ref name="ar2022" />
Branche Chemie
Website www.lyondellbasell.com
Stand: 2021

Die LyondellBasell Industries ist nach Umsatz das sechstgrößte Chemieunternehmen der Welt (Stand 2024).<ref>Claudia Rinck: Die 10 größten Chemieunternehmen der Welt. In: Chemie-Technik. Hüthig Verlag, 8. November 2023, abgerufen am 24. Dezember 2023.</ref> Es ist der weltweit drittgrößte Produzent von Polyolefinen (Weltmarktführer in Polypropylen und Polypropylen-Compounds, führender Anbieter von Polyethylen<ref>Steve Ariel: What are LyondellBasell's Global Rankings? In: Market Realist. 20. November 2020, abgerufen am 11. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) und Katalysatoren sowie eines der weltweit führenden Unternehmen bei der Entwicklung und der Lizenzierung von Polypropylen- und Polyethylenprozessen. Das Unternehmen mit Sitz in Rotterdam und weiteren Verwaltungszentralen in Houston, Hongkong und London betreibt außerdem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.<ref>LyondellBasell Around the World. In: lyb.com. Offizielle Homepage der LyondellBasell, abgerufen am 11. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fuels & Refining (Memento vom 28. April 2015 im Internet Archive).</ref> Die Aktien des Unternehmens werden an der New York Stock Exchange unter dem Tickersymbol LYB<ref>Listings Directory for NYSE Stocks. In: NYSE.com. NYSE, abgerufen am 18. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> gehandelt und sind im S&P 500 enthalten. Im Toxic 100 Index 2023 ist das Unternehmen der größte Wasser- und Luftverschmutzer in den USA. 2021 wurde LyondellBasell zum vierten Mal in Folge in die Rangliste des US-Wirtschaftsmagazins Fortune der meistgeschätzten Unternehmen der Welt aufgenommen.<ref>World’s Most Admired Companies:LyondellBasell. In: Fortune.com. Fortune Media IP Limited, 1. Februar 2021, abgerufen am 22. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Begriff

Datei:Logo Lyondellbasell.svg
Das alte Firmenlogo bis Ende 2023

Der Name LyondellBasell entstand durch die Fusion der beiden Unternehmen Lyondell und Basell zum 1. Januar 2008. Er wird ohne Bindestrich zusammengeschrieben, wobei das „B“ von Basell ebenfalls groß geschrieben wird.

Geschichte

Am 27. August 1953 gründeten die BASF und die Shell ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Polyethylen, die Rheinische Olefinwerke GmbH (ROW).<ref>Werner Abelshauser: Die BASF: eine Unternehmensgeschichte. C.H.Beck, 2002, ISBN 978-3-406-49526-7, S. 444 (763 S.).</ref> Der Vertrieb der Produkte erfolgte unter jeweils eigenen Markennamen der beiden Inhaber.

Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer Neuordnung des Kunststoffgeschäftes zahlreicher Unternehmen.

Es entstanden folgende Unternehmen:

1997: Elenac GmbH mit Sitz in Kehl und Straßburg zur Produktion und Vertrieb von Polyethylen als Joint Venture von BASF und Shell.<ref>Elenac - what's that? In: ICIS.com. ICIS, 19. Januar 1998, abgerufen am 18. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darin vereint wurden unter anderem die Rheinische Olefinwerke in Wesseling sowie PE-Pilotanlagen und PE-Forschung der BASF in Ludwigshafen.

1997: Targor GmbH mit Sitz in Mainz zur Produktion und Vertrieb von Polypropylen als Joint Venture von BASF und Hostalen PP (Hoechst).<ref>Die Kommission genehmigt die Gründung von TARGOR, einem Gemeinschaftsunternehmens zwischen HOECHST und BASF für Polypropylen. In: EC.Europa.eu. Europäische Kommission, 19. Juni 1997, abgerufen am 18. März 2021.</ref> Darin vereint wurden die Produktions- und Forschungsaktivitäten beider Unternehmen, u. a. der Chemiepark Knapsack der ehemaligen Hoechst.

1998: Die Elenac GmbH übernimmt die Hostalen GmbH, eine Tochtergesellschaft der ehemaligen Hoechst AG.<ref>Richard Higgs: ELENAC RAISES STAKE IN PE, BUYING HOSTALEN. In: plasticsnews.com/. Plastics News, 27. Juli 1998, abgerufen am 18. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Produktionsstandorte sind u. a. in Frankfurt, Knapsack und Münchsmünster. In Frankfurt ist auch die Polyethylen-Forschung der ehemaligen Hoechst AG beheimatet.

1. Oktober 2000: Elenac, Targor und Montell (PP-Aktivitäten der Shell) werden in der Basell Polyolefine GmbH als Joint Venture von BASF und Shell vereinigt.<ref>Shell and BASF Unite Elenac, Montell & Targor. In: ICIS.com. ICIS, 13. Dezember 1999, abgerufen am 18. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dabei kamen Werke der ehemaligen Montell aus Ferrara (Italien) und Berre-l’Étang (Frankreich) hinzu. In Ferrara gibt es ein großes Forschungszentrum, das mittlerweile die gesamte PP-Forschung beheimatet.

Durch die Fusionen der letzten Jahre gab es zahlreiche Überschneidungen der Tätigkeitsfelder. So gab es zum Beispiel jeweils Forschungseinrichtungen für Polyethylen in Ludwigshafen und Frankfurt. Im Jahre 2004 wurde der Standort Ludwigshafen komplett aufgegeben und Teile der Forschung nach Frankfurt verlagert.

Am 5. Mai 2005 verkündeten BASF und Shell den Abschluss einer Vereinbarung, Basell an ein Konsortium angeführt von den in den USA ansässigen Unternehmen „Access Industries“ und „The Chatterjee Group“ zu veräußern. Letztere zog sich jedoch später aus den Verhandlungen zurück.

Am 1. August 2005 verkündeten BASF und Shell Chemicals den Abschluss des Verkaufs von Basell an Nell Acquisition S.à r.l., eine Tochtergesellschaft von Access Industries, New York/USA.<ref>BASF / Shell – Basell-Verkauf abgeschlossen. In: .plastverarbeiter.de. Plastverarbeiter, abgerufen am 18. März 2021.</ref> Der Verkaufspreis beträgt inklusive Verbindlichkeiten 4,4 Milliarden Euro Unternehmenssitz von Basell blieb unverändert Hoofddorp in den Niederlanden.

Das Unternehmen ist im Vertrieb in mehr als 120 Ländern aktiv und betreibt zusammen mit seinen Joint Ventures Produktionsstandorte in 21 Ländern weltweit. Insgesamt waren 6.600 Mitarbeiter für Basell tätig, etwa 5.200 davon in Europa und rund 1.000 in Nordamerika.

Im Jahr 2004 erzielte Basell einen Umsatz von 6,7 Mrd. Euro der im Jahr 2006 auf knapp 11 Mrd. Euro anstieg.<ref>Basell: 2006 war neues Rekordjahr. In: Kunststoffweb.de. KI - Kunststoff Information, Bad Homburg, 23. März 2007, abgerufen am 30. März 2021.</ref>

Im Juli 2007 kündigte Basell die Übernahme des US-Wettbewerbers Lyondell Chemical für 19 Mrd. US-Dollar an.<ref name="Manager Magazin">Lyondell Basell: Chemieriese erwägt Flucht in Insolvenz. manager-magazin.de</ref> Ende November 2007 stimmten die Anteilseigner von Lyondell der Übernahme durch Basell zu. Lyondell ist in den Jahren zuvor durch Fusion der ehemaligen Unternehmen Millennium Chemical und Equistar entstanden.<ref>Alexander H. Tullo: Lyondell To Merge With Millennium. In: Chemical & Engineering News. 5. April 2004, abgerufen am 18. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das neue Unternehmen trägt den Namen LyondellBasell-Industries und ist der drittgrößte Chemiekonzern weltweit (nach BASF und DOW Chemical Company). Beide Unternehmen zusammen erzielten 2006 einen Jahresumsatz von 34 Milliarden US-Dollar und beschäftigten weltweit 15.000 Mitarbeiter.<ref>Basell übernimmt Lyondell. In: plastverarbeiter.de. Hüthig GmbH, abgerufen am 30. März 2021.</ref> Volker Trautz wird der Chief Executive Officer des fusionierten Unternehmens.<ref>Volker Trautz: Basell und Lyondell fusionieren zu Lyondellbasell. In: chemanager-online.com. Wiley-VCH GmbH, 5. November 2021, abgerufen am 5. Januar 2022.</ref>

Es gehörte zur Access Industries Beteiligungsgesellschaft des US-Milliardärs Leonard Blavatnik.<ref name="Manager Magazin" />

Im Dezember 2007 gab LyondellBasell den Zukauf von Solvay Engineered Polymers bekannt, einem damals 100-prozentigen Tochterunternehmen der Solvay, das als führender Anbieter von Polypropylen-Compounds in der Nordamerikanischen Freihandelszone gilt. Das Unternehmen erzielte 2006 einen Umsatz von 200 Millionen Euro.

Aufgrund von Schulden in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar beantragte das Unternehmen Anfang Januar 2009 Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts.<ref>Lyondell-Basell: Auf die Gläubiger kommen hohe Verluste zu. In: FAZ, 7. Januar 2009</ref>

Am 20. Mai 2009 löst Jim Gallogly Volker Trautz an der Spitze des Unternehmens ab.<ref>LyondellBasell ernennt Jim Gallogly zum CEO. In: Chemie.de. 20. Mai 2009, abgerufen am 5. Januar 2022.</ref>

Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens am 30. April 2010<ref>LyondellBasell: Ende April Ausgang aus Chapter 11. In: Kunststoff Web. KI - Kunststoffinformation, Bad Homburg, 28. April 2010, abgerufen am 9. April 2021.</ref> erhielt LyondellBasell im selben Jahr die Zulassung an der New York Stock Exchange und die Aktien des Unternehmens wurden am 14. Oktober 2010 zum ersten Mal öffentlich gehandelt.<ref>LyondellBasell: Zulassung an der New Yorker Börse. In: Kunststoff Web. KI - Kunststoffinformation, Bad Homburg, 12. Oktober 2010, abgerufen am 9. April 2021.</ref>

Bob Patel, der bereits das Olefine- und Polymergeschäft für LyondellBasell in Europa, Asien und International geleitet hat, wurde am 15. Januar 2015 zum neuen CEO des Unternehmens ernannt und folgt auf Jim Gallogly, der in den Ruhestand geht.<ref>LyondellBasell: Bhavesh „Bob“ Patel wird neuer CEO. In: KunststoffWeb. KunststoffWeb GmbH, 22. Dezember 2014, abgerufen am 5. Januar 2022.</ref>

Am 14. März 2018 gab LyondellBasell bekannt, dass es zusammen mit Suez jeweils 50 Prozent an Quality Circular Polymers (QCP), einem Premium-Kunststoffrecycling-Unternehmen in Sittard-Geleen, Niederlande übernommen hatte.<ref>LyondellBasell und SUEZ starten gemeinsames Kunststoff-Recycling-Unternehmen. In: www.bvse.de. Fachverband Kunststoffrecycling, 15. März 2018, abgerufen am 20. April 2021.</ref> Am 7. Dezember 2020 gaben beide Unternehmen bekannt, das sie das Kunststoffrecycling-Unternehmens Tivaco mit Sitz in Blandain, Belgien, übernommen haben.<ref>LyondellBasell + Suez: JV QCP übernimmt belgischen Kunststoffrecycler Tivaco. In: Plasticker. 8. Dezember 2020, abgerufen am 11. August 2021.</ref> LyondellBasell übernahm am 3. Mai 2023 alle Anteile an QCP.<ref>Stefan Lang: Lyondell-Basell übernimmt von Veolia Anteile an Recycler QCP. In: EUWID Recycling und Entsorgung. 3. Mai 2023, abgerufen am 1. Mai 2023.</ref>

Am 15. Februar 2018 kündigt LyondellBasell die Übernahme des Werkstoffspezialisten A. Schulman an,<ref>LyondellBasell: Übernahme von A.Schulman. In: www.kiweb.de. Kunststoff Information, Bad Homburg, 16. Februar 2018, abgerufen am 20. April 2021.</ref> die am 21. August 2018 vollzogen wurde.<ref>LyondellBasell: A.Schulman-Akquisition vollzogen. In: www.kiweb.de. Kunststoff Information, Bad Homburg, 24. August 2018, abgerufen am 20. April 2021.</ref>

Peter Vanacker wurde am 15. Dezember 2021 zum neuen CEO von LyondellBasell ernannt und trat die Stelle am 23. Mai 2022 an.<ref>Peter Vanacker tritt CEO-Amt zum 23. Mai 2022 an. In: KunststoffWeb. Kunststoff-Information, 4. April 2022, abgerufen am 15. Juni 2022.</ref> In der Zwischenzeit führte Kenneth Lane kommissarisch das Unternehmen.<ref>LyondellBasell: Vanacker ersetzt Bob Patel an der Konzernspitze. In: KunststoffWeb.de. Kunststoffweb GmbH, 15. Dezember 2021, abgerufen am 5. Januar 2022.</ref>

Am 11. Oktober 2022 unterzeichnete das Unternehmen zusammen mit 23 Oaks Investment eine Vereinbarung zur Gründung von Source One Plastics, einem Joint Venture, das in Eicklingen eine energieeffiziente, fortschrittliche Sortier- und Recyclinganlage für Kunststoffabfälle bauen wird.<ref>Lyondell Basell beteiligt sich an Joint Venture und plant Bau einer chemischen Recyclinganlage. In: Process. Vogel Verlag, 12. Oktober 2022, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref>

Produktion

Datei:Wesseling Germany LyondellBasell-00.jpg
Werkstor LyondellBasell am Standort Wesseling

Vorlage:Hinweisbaustein

In Europa sind hauptsächlich Unternehmen der ehemaligen Basell beheimatet, die rechtlich eigenständige Unternehmen sind. Die deutschen Aktivitäten sind größtenteils in der Basell Polyolefine GmbH gebündelt. Größter Produktionsstandort der Basell Polyolefine GmbH ist das Werk Wesseling bei Köln mit 1861 Mitarbeitern (Stand 4. November 2025).

Weitere Standorte in Deutschland sind im Industriepark Höchst in Frankfurt mit 303 Mitarbeitern (Stand 4. November 2025), sowie in Seevetal, Kerpen, Ludwigshafen, Hürth-Knapsack, Münchsmünster und Bayreuth.<ref>LyondellBasell around the world. In: Offizielle Homepage der LyondellBasell. Abgerufen am 11. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Unfall Münchsmünster

Vorlage:Hinweisbaustein Eine Anlage zur Polyethylenherstellung in Münchsmünster bei Ingolstadt wurde am 10. Dezember 2005 durch eine Explosion und einen tagelang anhaltenden Großbrand vollkommen zerstört. Ein Feuerwehrmann kam bei diesem Unglück ums Leben. 75 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz, doch wurden sie an anderen Basell-Standorten weiterbeschäftigt. Die Produktion des Werkstoffes Hostalen (ein Handelsname der Basell für HDPE, hochdichtes Polyethylen) aus Münchsmünster, wurde vom Standort Frankfurt übernommen. Dazu wurde eine Anlage weiter betrieben, die ursprünglich Ende 2005 außer Betrieb gehen sollte. Dort arbeiteten auch viele der Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz durch den Brand verloren haben.

Basell gab Anfang August 2006 bekannt, dass in Münchsmünster wieder eine HDPE-Anlage errichtet werden soll. Seit Mitte 2010 wird dort eine hochmoderne Anlage nach dem Hostalen-ACP-Prozess mit ca. 60 Arbeitsplätzen betrieben, die jährlich ca. 320 Kilotonnen HDPE produzieren kann.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 49′ 59″ N, 6° 58′ 1,1″ O

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