Spechthausen
Spechthausen Stadt Eberswalde
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(224)&title=Spechthausen 52° 49′ N, 13° 47′ O
{{#coordinates:52,810833333333|13,776666666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Spechthausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 28 (25–40) m | |||||
| Fläche: | 35,01 km² | |||||
| Einwohner: | 224 (30. Nov. 2022)<ref>Stadt Eberswalde Bürgeramt Ortsteilstatistik 30.11.2022. (PDF) Stadt Eberswalde, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 6 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 27. September 1998 | |||||
| Eingemeindet nach: | Melchow | |||||
| Postleitzahl: | 16225 | |||||
| Vorwahl: | 03334 | |||||
Lage von Spechthausen in Brandenburg
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Spechthausen ist ein Ortsteil der Stadt Eberswalde im Landkreis Barnim in Brandenburg, Deutschland. Er liegt am Zusammenfluss von Nonnenfließ und Schwärze südwestlich des Eberswalder Stadtzentrums. Der Ort ist vollständig von Wald umgeben. Nordwestlich führt die Bahnstrecke Berlin–Szczecin vorbei, einen Bahnhof gibt es nicht, ehemals gab es eine Blockstelle. Spechthausen liegt an der Landesstraße L200 zwischen Eberswalde und Melchow. Ortsvorsteher ist Matthias Stiebe.
Geschichte
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Die Werksiedlung Spechthausen entstand 1708 in unmittelbarer Nähe eines künstlich angestauten Mühlteiches. Grundlage der Siedlung war ein Eisenhammer mit Schmelzofen, den der Kupferschmiedemeister Johann Georg Specht bauen ließ. Auf dessen Namen geht die Ortsbezeichnung Spechthausen zurück.<ref>Schmidt, Rudolf: Geschichte der Stadt Eberswalde, Band 1, S. 219</ref> Im Eberswalder Museum ist eine aufwendig gestaltete Kupferschmiedeinnungslade des märkischen Kupferschmiedegewerks aus dem Jahre 1663 ausgestellt. Diese stammt von dem aus Berlin stammenden Christoph Puchert, der als Hammermeister auf dem Spechthausener Kupferhammer arbeitete.<ref>Kupferhammer / online (Aufgerufen am 8. Februar 2023.)</ref> Der Eisenhammer wurde bereits 1724 durch eine Mahl- und Schneidemühle ersetzt.
Auf Anregung Friedrichs II. erfolgte der Umbau der Spechthausener Mühle zur Papierfabrik.<ref>Friese, Karin: Papierfabriken im Finowtal. Eberswalde 2000, S. 173 ff.</ref> Die nötige Konzession des Königs erhielt Jean Dubois 1781.<ref>Landeshauptarchiv Brandenburg: Brandenburgische Archive (Seite 2 ff) (PDF-Datei; 1,18 MB)</ref> Zunächst wurden ab 1799 Banknoten und Wertpapiere hergestellt. Das handgeschöpfte Büttenpapier mit dem Specht im Wasserzeichen wurde bis 1956 in Spechthausen produziert.
Im Jahr 1840 gelang dem Papierfabrikanten Karl Emil Ebart (1811–1898), Sohn von Johann Wilhelm Ebart (1781–1822), in seiner Papiermühle<ref>Hendrik Maßmann: Papierfabrik Spechthausen. In: Industriegeschichte Brandenburgs. brandenburgikon.net, abgerufen am 5. Februar 2025.</ref> geschmeidige leicht anzuwendende und feuersichere Steinpappe herzustellen.<ref>August Meitzen: Der Boden und die landwirthschaftlichen Verhältnisse des preussischen Staates nach dem Gebietsumfange vor 1866 Band 2. Wiegandt & Hempel, Berlin 1869, S. 148 (google.de).</ref>
Die Papierfabrik stellte von 1874 bis 1945 das Papier für die Reichskassenscheine und fast alle Banknoten sowie Wert- und Kreditbriefe, Aktien, Schecks und andere Wertpapiere für das Deutsche Reich her. Auch das Papier für die falschen Pfundnoten, die während der Aktion Bernhard im Zweiten Weltkrieg vom Sicherheitsdienst (SD) zur Destabilisierung der britischen Währung über London abgeworfen wurden, stammte aus Spechthausen. Drucktechnisch wurde dieser Staatsauftrag im KZ Sachsenhausen realisiert.<ref>Landeshauptarchiv Brandenburg: Brandenburgische Archive (PDF-Datei; 1,18 MB)</ref><ref>British Association of Paper Historians: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Exeter Papers, Studies in British Paper History ( vom 21. November 2008 im Internet Archive)</ref> Ab 1956 wurde die Produktion in Spechthausen in eine bereits bestehende Papierfabrik in Wolfswinkel, damals ein Stadtteil von Finow, verlegt. Das Spechthausener Gelände wurde Lager der NVA.
Zwischen 1931 und 1945 war Spechthausen an das Netz der Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn (EFE) angeschlossen.
Ab dem 27. September 1998 gehörte Spechthausen zunächst zur Gemeinde Melchow<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998</ref> und damit zum Amt Biesenthal-Barnim. Nach dreieinhalbjährigen Verhandlungen kam es am 1. Januar 2006 zur Stadt Eberswalde.<ref>Märkische Oderzeitung: Eberswalde heißt seinen neuen Ortsteil willkommen. In: Märkische Oderzeitung. 3. Januar 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Dezember 2016.</ref>
Verkehr, Wirtschaft und Kultur
Durch den Ort führt die Landesstraße 200, die Anschluss an das Eberswalder Stadtzentrum sowie in Richtung Bernau und Berlin bietet. Die Buslinie 919 der Barnimer Busgesellschaft mbH fährt mehrmals täglich sowohl in die südlichen Nachbarorte Melchow, Biesenthal und Grüntal sowie in das Stadtzentrum und zum ÖPNV-Knotenpunkt am Eberswalder Hauptbahnhof mit direkten Anschlüssen in die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie nach Polen.
Im Ort gibt es mehrere Gewerbebetriebe, darunter einen Bauhof, eine KfZ-Werkstatt, einen Bürosystemehandel, ein Ingenieurbüro sowie ein Restaurant. Die Wälder der Umgebung unterliegen teilweise der privaten forstwirtschaftlichen Nutzung. Zudem sind sie Teil eines geplanten regionalen Forschungsprojektes zur Wirkung des Klimawandels.
Spechthausen verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr und den Sportverein SV Waldhof mit dem Abteilungen Fußball (Saison 2008/09 in der ersten Kreisklasse) und Volleyball (zurzeit noch im Freizeitbereich).
Sehenswürdigkeiten
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. In unmittelbarer Nähe des Orts befinden sich naturnahe bzw. renaturierte Wälder. Spechthausen hat Anteil am Naturschutzgebiet Nonnenfließ-Schwärzetal<ref>Landesregierung Brandenburg: Verordnung über das Naturschutzgebiet „Nonnenfließ-Schwärzetal“</ref> sowie am Landschaftsschutzgebiet Barnimer Heide.<ref>Landesregierung Brandenburg: Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Barnimer Heide“</ref> Eingebettet ist der Ort in den Naturpark Barnim.
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Hermann Zahr (1895–1974), Landrat des Landkreises Tübingen (SPD)<ref>Sannwald, Wolfgang: Zahr, Hermann. In: Wolfram Angerbauer (Red.): Die Amtsvorsteher der Oberämter, Bezirksämter und Landratsämter in Baden-Württemberg 1810 bis 1972. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Kreisarchive beim Landkreistag Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1996, ISBN 3-8062-1213-9, S. 595–596.</ref>
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
<references />