Henryk Kowalczyk
Henryk Kowalczyk (* 15. Juli 1956 in Żabianka) ist ein polnischer Politiker (ZChN, AWS, PiS). Er gehört seit 2005 dem Sejm in der V., VI., VII., VIII., IX. und X. Wahlperiode an. Von 2021 bis 2023 war er Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Morawiecki II.
Leben und Beruf
Kowalczyk schloss 1979 das Studium an der Fakultät für Mathematik der Universität Warschau mit dem Mastergrad ab und arbeitete in den Jahren 1979 bis 1990 als Mathematiklehrer in der Landwirtschaftsschule in Golądkowo. Er gehörte der Akcja Katolicka im Bistum Płock und war Stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrats in den Jahren 1999 bis 2003. Seit 2017 ist er Vorsitzender des Nationalrats der Wspólnota Polska.<ref>„Wybory Prezesa Stowarzyszenia »Wspólnota Polska«“ auf wspolnota-polska.bialystok.pl, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Sein jüngerer Bruder Leszek war ebenfalls Sejm-Abgeordneter.
Politik
Kowalczyk war in den Jahren 1980 bis 1981 Vorsitzender der Betriebskommission der oppositionellen Gewerkschaft Solidarność in der Landwirtschaftsschule von Golądkowo und leitete von 1989 bis 1992 das Bürgerkomitee „Solidarność“ der Gemeinde Winnica. Zwischen 1990 und 1998 sowie von 1999 bis 2005 übte Kowalczyk das Amt des Vogtes (Wójt) der Gemeinde Winnica aus. Von 1992 bis 2003 war er Mitglied der Zjednoczenie Chrześcijańsko-Narodowe (ZChN). Bei der Parlamentswahl 1993 trat er für die ZChN im Rahmen des Wahlbündnisses Katolicki Komitet Wyborczy „Ojczyzna“ an, das mit 6,4 % der gültigen Stimmen jedoch an der für Wahlbündnisse geltenden Sperrklausel von 8 % scheiterte.<ref>Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 610.</ref> Bei der Parlamentswahl 1997 kandidierte er auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność (AWS), an dem sich die ZChN beteiligt hatte, wurde aber nicht gewählt.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Vom 19. Februar bis zum 31. Dezember 1998 war er der letzte Woiwode der Woiwodschaft Ciechanów. In den Jahren 1999 bis 2002 saß er im Sejmik der neugebildeten Woiwodschaft Masowien. Dabei wurde er für die ZChN auf der Liste des Wahlbündnisses AWS gewählt. Seit 2005 ist er Mitglied der Prawo i Sprawiedliwość (PiS). Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er für den Wahlkreis Siedlce über die Liste der PiS in den Sejm gewählt.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> Vom 7. Juni 2006 bis zum 16. November 2007 war er Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Bevollmächtigter der Regierung für die Gestaltung des Landwirtschaftssystems im Kabinett Kaczyński. Bei den Parlamentswahlen 2007,<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> 2011<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> und 2015<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> wurde er jeweils wiedergewählt.
Am 16. November 2015 wurde er im Kabinett Szydło zum Leiter des ständigen Ausschusses des Ministerrates ernannt und nach dem Amtsabtritt von Dawid Jackiewicz interimistisch Minister für Staatsvermögen, wobei er für den Auflösungsprozess der Behörde zuständig war. Er wurde nach dem Tod von Jan Szyszko im Oktober 2019 zum Umweltminister im Kabinett Morawiecki I ernannt. Bei der Parlamentswahl 2019 wurde er erneut wiedergewählt.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> Im September 2020 wurden ihm wegen Verstosses gegen die Fraktionsdisziplin, er hatte gegen die Änderung des Tierschutzgesetzes gestimmt, vorübergend die Mitgliedschaftsrechte in der PiS entzogen.<ref>„Jarosław Kaczyński zdecydował o zawieszeniu 15 posłów partii“ auf wiadomosci.onet.pl, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> Die Suspendierung lief im November 2020 aus.<ref>„PiS zdecydowało o przywróceniu w prawach członka partii 13 z 15 zawieszonych posłów. Wśród nich nie ma Ardanowskiego i Kołakowskiego“ auf wpolityce.pl, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Im Kabinett Morawiecki II wurde er im Oktober 2021 Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und einer der Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Nach Bauernprotesten gegen gefallene Getreidepreise in Polen, ausgelöst durch Logistikprobleme beim Weitertransport von aus der Ukraine importiertem Getreide in andere EU-Länder, trat er Anfang April 2023 als Landwirtschaftsminister zurück.<ref>dpa: Polens Landwirtschaftsminister tritt zurück. In: FAZ.net. 5. April 2023, abgerufen am 28. Januar 2024.</ref> Nachfolger wurde Robert Telus.<ref>https://www.polskieradio.pl/395/7784/Artykul/3147217,poland-appoints-new-agriculture-minister</ref> Bei der Parlamentswahl 2023 errang er zum sechsten Mal ein Mandat.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref> Nach dem Machtverlust der PiS übernahm er im Dezember 2023 das Amt des Schatzmeisters der Partei.<ref>„Oświadczenie Jarosława Kaczyńskiego. Poinformował o zmianach w partii“ auf wiadomosci.wp.pl, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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Beata Szydło | Andrzej Adamczyk | Witold Bańka | Mariusz Błaszczak | Piotr Gliński | Jarosław Gowin | Marek Gróbarczyk | Krzysztof Jurgiel | Mariusz Kamiński | Beata Kempa | Henryk Kowalczyk | Antoni Macierewicz | Mateusz Morawiecki | Konstanty Radziwiłł | Elżbieta Rafalska | Anna Streżyńska | Jan Szyszko | Krzysztof Tchórzewski | Witold Waszczykowski | Elżbieta Witek | Anna Zalewska | Zbigniew Ziobro
Dawid Jackiewicz (2015–2016) | Paweł Szałamacha (2015–2016)
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Mateusz Morawiecki | Andrzej Adamczyk | Jan Ardanowski (seit 2018) | Witold Bańka | Mariusz Błaszczak | Bożena Borys-Szopa (seit 2019) | Jacek Czaputowicz (seit 2018) | Michał Dworczyk (seit 2019) | Jadwiga Emilewicz (seit 2018) | Piotr Gliński | Jarosław Gowin | Marek Gróbarczyk | Mariusz Kamiński | Henryk Kowalczyk | Jerzy Kwieciński (seit 2018) | Dariusz Piontkowski (seit 2019) | Jacek Sasin (seit 2019) | Łukasz Szumowski (seit 2018) | Krzysztof Tchórzewski | Michał Woś (seit 2019) | Marek Zagórski (seit 2018) | Zbigniew Ziobro
Marian Banaś (2019) | Joachim Brudziński (2018–2019) | Teresa Czerwińska (2018–2019) | Krzysztof Jurgiel (2017–2018) | Beata Kempa (2017–2019) | Antoni Macierewicz (2017–2018) | Konstanty Radziwiłł (2017–2018) | Elżbieta Rafalska (2017–2019) | Anna Streżyńska (2017–2018) | Beata Szydło (2017–2019) | Jan Szyszko (2017–2018) | Witold Waszczykowski (2017–2018) | Elżbieta Witek (2017 und 2019) | Anna Zalewska (2017–2019)
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kowalczyk, Henryk |
| KURZBESCHREIBUNG | polnischer Politiker, Mitglied des Sejm |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1956 |
| GEBURTSORT | Żabianka, Polen |
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