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Burg Grodno

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Burg Grodno
Datei:Grodno Castle-overwiev.jpg
Burg Grodno, Ansicht von Südwesten

Burg Grodno, Ansicht von Südwesten

Alternativname(n) Kynsburg
Staat Polen
Ort Zagórze Śląskie
Entstehungszeit 1300
Burgentyp Gipfelburg
Erhaltungszustand Ruine
Geographische Lage 50° 45′ N, 16° 25′ OKoordinaten: 50° 44′ 59,4″ N, 16° 24′ 39,3″ O
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Höhenlage 485 m n.p.m.

Die Burg Grodno (deutsch: Kynsburg) nordöstlich des Dorfes Zagórze Śląskie (Kynau-dt. w. Fichtendorf)<ref>Heinrich Adamy: Die schlesischen Ortsnamen, ihre Entstehung und Bedeutung. Ein Bild aus der Vorzeit. 2. Auflage, Verlag Priebatsch, Breslau 1888, S. 54 (google.de).</ref> gehört zum Powiat Wałbrzyski (Waldenburg) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt auf einer schmalen Fläche auf einem Felsvorsprung und ist in Süd und Ost von einer tiefen Schlucht der Bystrzyca (Weistritz) umgeben. Die Burg besteht aus einem sogenannten Unteren Schloss und einem Oberen Schloss. Zum Burgbezirk gehörten die Ortschaften Kynau, Dittmannsdorf, Reußendorf, Seifersdorf, Hausdorf, Tannhausen, Jauernig und Schenkendorf.

Geschichte

Die Kynsburg wurde Ende des 13. Jahrhunderts vom Schweidnitzer Herzog Bolko I. zur Sicherung der Grenze gegenüber Böhmen errichtet. Sie war zunächst herzogliches Lehen, das dem Burggrafen Kilian von Haugwitz gehörte. Ihm folgten die Burggrafen Peczko Eycke und Schoff. Nach der Heirat der Prinzessin Anna von Schweidnitz mit dem böhmischen König und späteren Kaiser Karl IV. verlor die Burg ihre strategische Bedeutung.

Datei:Kynau Kynsburg Sammlung Duncker.jpg
Kynsburg um 1860, Sammlung Alexander Duncker.

1368 fiel die Kynsburg zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz an Böhmen und wurde als königlicher Pfandbesitz von den königlichen Landeshauptleuten verwaltet. Das waren unter anderem die Herren Reibnitz, von Mühlbach und Czettritz. Herrmann von Czettritz († 1454) sympathisierte mit den Hussiten und konnte deshalb deren Übergriffe verhindern. 1535 gelangte die Burg an die Grafen Hochberg (Hoberg; Hohberg) auf Fürstenstein, ab 1567 war sie im Besitz der Herren Logau. 1596–1601 eignete sie Fürst Michael von der Walachei und ab 1607 Johann Georg von Hohenzollern-Sigmaringen, der auf der Kynsburg wohnte, sie jedoch wegen der Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg verließ. Dessen Nachkommen bzw. eine Stammlinie der brandenburgischen Familie von Rochow, besaßen die Kynsburg bis 1679, deren Wappen die Burg zierte.<ref>Julius Ebert: Das Riesengebirge, Iser- und Lausitzer nebst Glatzer- und Waldenburger Gebirge, Breslau und das Zobtengebirge. Praktisches Handbuch. In: Grieben`s Reise-Bibliothek. Band 18, 11. Auflage, Verlag Albert Goldschmidt, Berlin 1888, S. 206 (google.de).</ref> Die Wappen, etwa nach 1641/1642, waren dem Freiherr Moritz August von Rochow und seiner Frau Anna Catharina von Hohenzollern zuzuordnen.<ref>August Zemplin: Beschreibung und Geschichte der Burg Kynsberg im Schlesierthale des Fürstenthums Schweidnitz bis zum Jahre 1823. 2. Auflage, Verlag der Kunst- und Buchhandlung J. D. Gruson und Co., Breslau 26. Oktober 1826, S. 16 (google.de).</ref> Nach einem Blitzschlag 1686 erhielt der Bergfried einen achteckigen Aufsatz. 1689 zerstörte ein Brand weite Teile der Burg.

Nach zahlreichen Besitzerwechseln folgten 1754 die Herren von Liers, die ihren Wohnsitz 1774 nach Dittmannsdorf verlegten, wodurch die Burg danach unbewohnt war. 1789 stürzte der Südflügel teilweise ein. 1819 wurden die Burg und der zugehörige Burgbezirk zwangsversteigert. Um die Burg vor dem Abbruch zu bewahren, erwarb sie 1823 der Breslauer Altertumsforscher Johann Gustav Gottlieb Büsching. Nach dessen Tod 1829 und weiteren Besitzerwechseln gelangte die Burg 1855 zusammen mit dem Burgbezirk an die Herren von und zu Senftleben. Sie veranlassten 1868 Sanierungs- und Konservierungsmaßnahmen sowie die Rekonstruktion der Sgraffiti durch den Dekorationsmaler Emil Noellner.

1903–1904 wurde ein Museum eingerichtet, 1929–1945 erfolgten Modernisierungsmaßnahmen.

Nach dem Übergang an Polen 1945 wurde die Kynsburg in Zamek Chojny, später Zamek Grodno umbenannt. Zahlreiche Ausstellungsstücke und wertvolle Möbel wurden nachfolgend zerstört. 1964 wurden die Dächer neu gedeckt und ein Jahr später wiederum ein Museum eingerichtet.

Literatur

Weblinks

Commons: Burg Grodno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />