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Denops albofasciatus

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Denops albofasciatus
Datei:Denops albofasciatus bl3.jpg

Denops albofasciatus

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Buntkäfer (Cleridae)
Unterfamilie: Tillinae
Gattung: Denops
Art: Denops albofasciatus
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Denops
Fischer von Waldheim, 1829
Wissenschaftlicher Name der Art
Denops albofasciatus
(Charpentier, 1825)

Denops albofasciatus ist ein Käfer aus der Familie der Buntkäfer (Cleridae). Die seltene Art ernährt sich von im Holz lebenden Insekten. Sie ist auffallend gefärbt und besitzt einen australischen Doppelgänger, der gelegentlich nach Europa eingeschleppt wird.<ref name="FE alb"/>

Der Artname albofasciatus (lat. albofasciātus = weiß gebändert) weist auf den auffallenden weißen Querstreifen auf den Flügeldecken hin.<ref name="NameArt"/> Der Gattungsname Denops (von altgr. δεινός, deinós, schrecklich und οπς ōps, Aussehen) spielt auf die großen Oberkiefer an.<ref name="NameGattung"/> Die Art wurde erstmals 1825 von Charpentier beschrieben und in die Gattung Tillus gestellt. Die Gattung Denops wurde erst 1829 definiert. Denops albofasciatus ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet. Die früher unterschiedene Denops longicollis (nun als Synonym betrachtet) lebt auf den Kanarischen Inseln.<ref name="Biolib"/><ref name="FE Den"/>

Körpermerkmale

Der Körper ist gestreckt und zylindrisch. Er erreicht eine Länge von sechs bis zehn Millimetern. Der Vorderkörper ist lang abstehend behaart.

Der Kopf ist auffallend breit, breiter als der Halsschild und ebenso breit wie die Flügeldecken. Er ist fein körnig skulptiert. Die Augen sitzen weit vorn am Kopf. Die Fühler sind elfgliedrig, die ersten vier Glieder sind zylindrisch bis leicht kegelförmig, die folgenden flach gedrückt und auf der Innenseite gesägt. Die Oberlippe (Labrum) ist vorne leicht ausgerandet. Die Oberkiefer (Mandibeln) sind kräftig, mit scharf gekrümmter Spitze und zwei Zähnen auf der Innenseite. Die Kiefertaster sind viergliedrig, die Lippentaster dreigliedrig. Beide sind fadenförmig mit walzigen Gliedern, das Endglied ist nicht beilförmig.

Der Halsschild ist länger als breit und kurz hinter dem Vorderrand leicht und vor dem Hinterrand stark verengt. Er besitzt eine ungerandete Seitenkante, Oberseits ist er leicht gerunzelt. Er ist wie der Kopf rostrot.

Die Flügeldecken lassen die letzten zwei bis drei Hinterleibsabschnitte unbedeckt. Obwohl sie fein behaart sind, erscheinen sie glänzend, Punktreihen fehlen. Die Grundfarbe ist schwarz. An den Schultern sind sie undeutlich rötlich. Eine breite, scharf begrenzte gelblichweiße Binde verläuft etwa auf halber Höhe quer über die Flügeldecken.

Auf der Körperunterseite sind einige für die taxonomische Zuordnung wichtige Merkmale sichtbar. Am Hinterleib sind sechs Segmente erkennbar. Die Vorderhüften sind genähert, die Hinterhüften breit getrennt. Die Vorderhüfthöhlen sind auf der Innen- und Außenseite vollständig geschlossen, aber hinten offen. Die Beine sind nicht besonders kräftig. Die braunen Tarsen sind lang und deutlich fünfgliedrig, das Basalglied ist nicht kürzer als das zweite Glied. Die ersten vier Glieder sind auf der Unterseite lappenartig erweitert. Die Klauen sind am Innenrand zweizähnig.

Der Käfer besitzt einen in Australien und Neuseeland heimischen Doppelgänger, der durch den weltweiten Warenumschlag auch gelegentlich in Europa auftritt. Eine sichere Unterscheidung beider Arten ist aufgrund der Schläfenlänge möglich. Sie ist bei Denops albofasciatus länger als der Augendurchmesser, beim Doppelgänger Paratillus carus jedoch kürzer.<ref name="Paratillus"/>

Lebensweise

Die wärmeliebende Art wird als „Altholzbesiedler“ und als „landschaftsökologisch relevante Art“ eingestuft.<ref name="Gilden"/> In Mitteleuropa wird sie hauptsächlich an sonnenexponierten Waldrändern und in Weinbergen gefunden. Larve und adultes Tier leben räuberisch<ref name="Bild"/> von anderen Insekten und Insektenlarven, hauptsächlich von Bohrkäfern. Dieses Verhalten wird besonders in Nutzpflanzenkulturen von Feigen, Olivenbäumen, Pistazien, Johannisbrotbäumen und Wein gern gesehen.<ref name="Cordoba"/><ref name="Mueller"/><ref name="Madrid"/> Die Larven ernähren sich von den Larven von Bohrkäfern, wie etwa von Xylopertha retusa. Vermutlich ist das Nahrungsspektrum größer, es werden auch Bockkäfer und Prachtkäfer genannt.<ref name="Bockkäfer"/><ref name="Madrid" />

Verbreitung

Die Art ist in Südeuropa und Nordafrika heimisch, aber selten. In Mitteleuropa ist sie sehr selten, sie kann aber von Südwesteuropa bis ins Rheingebiet und von Südosteuropa nach Österreich und Bayern einstrahlen. In Mitteleuropa wurde sie an Eichen und Weinreben, jeweils mit Befall von Xylopertha retusa gefunden, im Mittelmeergebiet findet man sie auch im Holz von anderen Nutzpflanzen.

Systematik

Traditionell wurden in der Gattung Denops zwei Arten unterschieden, bis 1985 gezeigt werden konnte, dass Denops longicollis in Wirklichkeit ein Synonym von Denops albofasciatus ist. Beide unterscheiden sich nur in geringfügigen Farbvariationen.<ref name="Winkler"/>

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="FE alb">Denops albofasciatus bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple</ref> <ref name="FE Den">Denops bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple</ref> <ref name="NameArt">Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Art)</ref> <ref name="NameGattung">Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Gattung)</ref> <ref name="Biolib">Denops bei BioLib</ref> <ref name="Paratillus">Lionel Desbordes: Paratillus carus (Newman) dans le Puy-de-Dome. In: Arvensis 20, 2005, S. 35–36 (Zeitschrift der Association entomologique d’Auvergne)</ref> <ref name="Gilden"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nr. 335, Einstufung als Altholzbesiedler (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (MS Excel; 217 kB)</ref> <ref name="Bild">Käfer mit Beute</ref> <ref name="Cordoba">Jerómino NAVARRO, Antonio LUNA y Antonio LLINARES: Nuevos datos de clériodos (COLEOPTERA:CLERIDAE) para Córdoba y Sevilla. In: Boletín de la SAE No 9, 2003, p. 9–18, ISSN 1578-1666</ref> <ref name="Mueller">E Mueller: Ein neuer Rebschaedling in unseren Weinbergen?. In: Die Winzer-Zeitschrift 2 (3) 24, 1987</ref> <ref name="Madrid">P.Bahillo de la Puebla y J.I.López-Colón: Los Cleridos de la Comunidad de Madrid. In: Graellsia, 62 (número extrordinario), 2006, p. 403–418</ref> <ref name="Bockkäfer">Denops albofasciatus aus Feige, die vom Bockkäfer Trichoferus fasciculatus befallen war</ref> <ref name="Winkler">Josef R. Winkler (1985): The genus Denops Fisch., 1829 – species identity substantiation and synonymy, morphology, variability, type-species (Coleoptera: Cleridae). Deutsche Entomologische Zeitschrift 32: 101–108.</ref> </references>

Literatur

Weblinks