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Carduoideae

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Carduoideae
Datei:Berg-Flockenblume01.jpg

Berg-Flockenblume (Centaurea montana)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Wissenschaftlicher Name
Carduoideae
Sweet

Die Carduoideae bilden eine Unterfamilie innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Früher wurden die hier angeführten Gattungen zur Unterfamilie Centaurioideae gezählt und bildeten die Tribus Cynareae (Syn.: Cardueae). Nach neuen phylogenetischen Erkenntnissen bilden diese aber eine eigene Unterfamilie mit zwei zusätzlichen Tribus.

Neben einigen Distel-Gattungen wie zum Beispiel die der Kratzdisteln (Cirsium), werden auch Flockenblumen (Centaurea) (zu denen die bekannte Kornblume gehört) dazu gezählt.<ref>Vgl. auch „Kardobenedikte“ und Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 31 (Cardo „distel“).</ref> Selbst die Gattung der Kletten (Arctium) und die als Gemüse bekannte Artischocke gehören zur Unterfamilie Carduoideae. Die Färberdistel, auch Saflor genannt, findet vor allem im Orient Verwendung als Farb- und Ölpflanze und liefert das bekannte Distelöl.

Die etwa 83 Gattungen mit 2500 bis 2800 Arten sind fast weltweit verbreitet, jedoch hauptsächlich auf der Nordhalbkugel und hier vor allem in Eurasien und Nordafrika.

Beschreibung

Es sind meist einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Seltener sind es verholzende Pflanzen: Halbsträucher, Sträucher oder selten Bäume.

In körbchenförmigen Blütenständen sitzen die Blüten. Bei den Carduoideae sind, im Gegensatz zu den anderen Unterfamilien, nur Röhrenblüten vorhanden. Bei manchen Taxa sind die randlichen Röhrenblüten mehr oder weniger zygomorph und vergrößert.

Systematik

Datei:Dicoma anomala subsp anomala, Phalandingwe.jpg
Tribus Dicomeae: Blütenkorb von Dicoma anomala subsp. anomala
Datei:Oldenburgia grandis00.JPG
Tribus Oldenburgieae: Habitus von Oldenburgia grandis

Es gibt etwa 83 Gattungen mit bis zu 2800 Arten in der Unterfamilie Carduoideae. Die Unterfamilie wurde in bis zu zehn Tribus gegliedert, Arbeiten von J. L. Panero & V. A. Funk<ref name="Panero-Funk2008" /> zeigen, dass nur noch drei und zusätzlich eine vierte<ref name="Oldenburgieae2009" /> Tribus dazu gehören:

  • Tribus Cynareae <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. & DC. (Syn.: Cardueae <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass.): Sie ist in fünf Subtribus gegliedert und enthält etwa 72 Gattungen mit bis zu 2500 Arten und damit etwa 90 % der Arten der Unterfamilie.
  • Tribus Dicomeae <templatestyles src="Person/styles.css" />Panero & V.A.Funk: Sie enthält etwa sieben Gattungen in Afrika und Madagaskar:
    • Cloiselia <templatestyles src="Person/styles.css" />S.Moore: Die vier Arten kommen in Madagaskar vor.<ref name="Cloiselia2006" />
    • Dicoma <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass.: Sie enthält etwa 65 Arten im tropischen und südlichen Afrika sowie Madagaskar. Nur eine Art reicht auch bis zur arabischen Halbinsel und zum indischen Subkontinent.
    • Erythrocephalum <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth.: Die etwa zwölf Arten sind im tropischen Ost-, Zentralafrika und südlichen Afrika verbreitet.
    • Gladiopappus <templatestyles src="Person/styles.css" />Humbert: Sie enthält nur eine Art:
    • Macledium <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass.: Die etwa acht Arten sind im tropischen und südlichen Afrika verbreitet.
    • Pasaccardoa <templatestyles src="Person/styles.css" />Kuntze: Die etwa vier Arten sind im tropischen Afrika verbreitet.
    • Pleiotaxis <templatestyles src="Person/styles.css" />Steetz: Die etwa 26 Arten sind im tropischen Afrika verbreitet.
  • Tribus Tarchonantheae <templatestyles src="Person/styles.css" />Panero & V.A.Funk: Sie enthält drei Gattungen mit bis zu 17 Arten in Afrika und Madagaskar:
    • Brachylaena <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.: Die 14 bis 15 Arten sind auf Madagaskar und auf dem afrikanischen Festland verbreitet.
    • Tarchonanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.: Die nur zwei Arten sind in Afrika verbreitet.
  • Tribus Oldenburgieae <templatestyles src="Person/styles.css" />S.Ortiz: Sie enthält nur eine Gattung:<ref name="Oldenburgieae2009" />
    • Oldenburgia <templatestyles src="Person/styles.css" />Less.: Die nur vier Arten kommen nur in der Capensis vor. Es sind kleine Sträucher oder kleine Bäume.

Literatur

  • Jose L. Panero, Vicki A. Funk: Toward a phylogenetic subfamilial classification for the Compositae (Asteraceae). In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band 115, Nr. 4, 2002, S. 909–922, online.
  • Santiago Ortiz: Oldenburgieae, a new tribe of the African Mutisieae s.l. (Asteraceae). In: Compositae Newsletter. Band 47, 2009, ISSN 0284-8422, S. 1–3, PDF-Datei.
  • Vicki A. Funk, Alfonso Susanna, Tod F. Stuessy, Randall J. Bayer (Hrsg.): Systematics, Evolution and Biogeography of the Compositae. IAPT (International Association for Plant Taxonomy), Wien 2009, ISBN 978-3-9501754-3-1.

Weblinks

Commons: Carduoideae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Panero-Funk2008"> Jose L. Panero, Vicki A. Funk: The value of sampling anomalous taxa in phylogenetic studies: major clades of the Asteraceae revealed. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 47, Nr. 2, 2008, S. 757–782, doi:10.1016/j.ympev.2008.02.011, PDF-Datei. </ref> <ref name="Oldenburgieae2009"> Santiago Ortiz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Oldenburgieae, a new tribe of the African Mutisieae s.l. (Asteraceae) (Memento vom 3. März 2016 im Internet Archive; 2,01 MB). In: Compositae Newsletter. Band 47, 2009, ISSN 0284-8422, S. 1–3.</ref> <ref name="Cloiselia2006"> Santiago Ortiz: Systematics of Cloiselia (Asteraceae, Mutisieae s.l.), a Reinstated Madagascan Genus, In: Systematic Botany, Volume 31, Issue 2, 2006, S. 421–431: doi:10.1600/036364406777585892 </ref> </references>