Lenderscheid
Lenderscheid Gemeinde Frielendorf
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(422)&title=Lenderscheid 50° 58′ N, 9° 22′ O
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dim=10000 | globe= | name=Lenderscheid | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 330 m | |||||
| Fläche: | 4,05 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 422 (31. Dez. 2018)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Internetauftritt. Gemeinde Frielendorf, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. März 2021.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 104 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 34621 | |||||
| Vorwahl: | 05684 | |||||
Lenderscheid ist ein Ortsteil der Gemeinde Frielendorf im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geschichte
Der Ort ist unter Geschichtsfreunden bekannt als Schlagplatz für Quarzit-Werkzeuge aus der Zeit des Paläolithikums bis zum Neolithikum.
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Lenderscheid erfolgte unter dem Namen Lenterscheit im Jahr 1179. Lenderscheid gehörte, wie viele weitere Ansiedlungen dieser Region, im 12. Jahrhundert als Wirtschaftshof zum Prämonstratenserstift Spieskappel.<ref name="lagis" /> Prägend wurde später der Einfluss der Familien von Gilsa und Baumbach, die Hof und Dorf nacheinander zu Lehen übernahmen.<ref>Ortsteile. Gemeinde Frielendorf, abgerufen im April 2023.</ref>
Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen schloss sich am 15. September 1968 Lenderscheid mit Lanertshausen zur neuen Gemeinde Lenderscheid zusammen. Zum 1. Juli 1970 wurde die Gemeinde Siebertshausen auf freiwilliger Basis nach Lenderscheid eingemeindet.<ref>Eingliederung der Gemeinden Siedertshausen in die Gemeinde Lenderscheid, Landkreis Ziegenhain vom 26. Juni 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 28, S. 1406, Punkt 1359 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,7 MB]).</ref> Lenderscheid wurde am 31. Dezember 1971, ebenfalls freiwillig, in die Gemeinde Frielendorf eingegliedert.<ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Frielendorf wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 91 kB) § 4. In: Webauftritt. Gemeinde Frielendorf, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. April 2023; abgerufen im März 2023. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Lenderscheid 432 Einwohner. Darunter waren 6 (1,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 78 Einwohner unter 18 Jahren, 165 zwischen 18 und 49, 105 zwischen 50 und 64 und 84 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 180 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 66 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 39 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 120 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1585: | 42 Hausgesesse |
| • 1681: | 28 Hausgesesse, 5 Ausschuss (zusammen mit Großropperhausen) |
| • 1783: | 64 Haushalte, 309 Menschen |
| Lenderscheid: Einwohnerzahlen von 1783 bis 2017 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1783 | 309 | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 415 | |||
| 1840 | 447 | |||
| 1846 | 406 | |||
| 1852 | 393 | |||
| 1858 | 354 | |||
| 1864 | 358 | |||
| 1871 | 340 | |||
| 1875 | 322 | |||
| 1885 | 344 | |||
| 1895 | 342 | |||
| 1905 | 335 | |||
| 1910 | 341 | |||
| 1925 | 349 | |||
| 1939 | 334 | |||
| 1946 | 530 | |||
| 1950 | 488 | |||
| 1956 | 429 | |||
| 1961 | 418 | |||
| 1967 | 442 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 432 | |||
| 2017 | 452 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Frielendorf<ref name="DF" />, Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Erwerbstätigkeit
| • 1783: | zwei Schmiede, ein Schneider, ein Leineweber, zwei Maurer, drei Branntweinschenken, ein Müller, ein Schreiner, ein Brauer, ein Schuhmacher, ein Musikant, ein Handelsjude, ein Lohnschäfer, ein Tagelöhner. |
| • 1838 | Familien: 323 Ackerbau, 14 Gewerbe, 36 Tagelöhner |
| • 1961 | Erwerbspersonen: 107 Land- und Forstwirtschaft, 67 produzierendes Gewerbe, 15 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungen und Sonstiges |
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | 393 evangelisch-reformierte, ein evangelisch-lutherischer, zwei katholische Einwohner. |
| • 1885: | 343 evangelische (= 100 %) Einwohner |
| • 1961: | 376 evangelische (= 89,95 %), 40 katholische (= 9,47 %) Einwohner |
Religion
Die beiden evangelisch-reformierten Gemeinden Lenderscheid und Großropperhausen bilden ein Kirchspiel.<ref>Willkommen in der Kirchengemeinde Großropperhausen - Lenderscheid. Evangelischer Kirchenkreis Ziegenhain, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2015; abgerufen am 13. Oktober 2013.</ref> Zur Kirchengemeinde Lenderscheid gehören auch die beiden Ortsteile Lanertshausen und Siebertshausen.
Politik
Für Lenderscheid besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lenderscheid) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Lenderscheid 61,4 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Wir für Lenderscheid“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Lenderscheid. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jürgen Wettlaufer zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Lenderscheid. In: Webauftritt. SPD Frielendorf, abgerufen im Mai 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Die evangelische Kirche wurde in den Jahren 1735 bis 1740 im barocken Baustil mit einem Mansarddach und einem zweistufigen, oktogonalen Dachreiter errichtet. Die Kanzel stammt aus der Bauzeit der Kirche. Das Gestühl im Langhaus und auf den Emporen wurde in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erneuert. Der Orgelprospekt stammt aus dem Jahr 1787 und befindet sich zentral über der dreiseitig umlaufenden Empore. Man betritt die Kirche durch das Portal im Westen, ein weiteres Portal an der Nordseite ist zugemauert. Auf der Südostseite führt ein Treppenzugang zur mit deren Wappen geschmückten Patronatsloge der Familie von Baumbach. Im Glockenstuhl befinden sich drei, auf 1965 datierte Glocken. Sie haben die Töne d", f" und g" und wurden gemeinsam mit den vier Großropperhäuser Glocken von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn gegossen.
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche befindet sich das Herrenhaus des heute nicht mehr bewirtschafteten ehemals baumbachschen Hofguts.
Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Lenderscheid.
Vereine und Gruppen
- Burschenschaft (Kirmesburschen)
- Damensingkreis
- Freiwillige Feuerwehr
- Heimat- und Verkehrsverein
- Jagdgenossenschaft
- Posaunenchor
- Sportverein 1974 Grün/Weiß Lenderscheid
- Dartverein "Schäle Fittche"
Regelmäßige Veranstaltungen
Öffentliche Einrichtungen
- Kindergarten
- Fußballplatz
- Hessenhaus
Persönlichkeiten
- Wilhelm Ludwig I. von Baumbach zu Lenderscheid (1710–1769), Begründer der Linie Lenderscheid der Familie von Baumbach
- Wilhelm Ludwig von Baumbach zu Lenderscheid (1741–1808), Kurhessischer Staatsminister, Abgeordneter der Reichsstände des Königreichs Westphalen
- Friedrich von Baumbach (1777–1851), kurhessischer Generalleutnant
- Ludwig von Baumbach-Lenderscheid (1779–1861), kurhessischer Oberstleutnant und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung
- Wilhelm von Baumbach (1799–1879), Kammerherr und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung
- Kurt Lotz (1912–2005), ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Brown, Boveri und Cie. AG (BBC), später der Volkswagenwerk AG und des WWF (World Wild Fund for Nature) in Deutschland
Literatur
- Heribert Heidenreich: Die Quarzitschlagplätze bei Lenderscheid, Gemeinde Frielendorf, Schwalm-Eder Kreis: Rohstoffzentrum eines Siedlungsraumes vom Paläolithikum bis zum Neolithikum. In: Philipps-Universität Marburg (Hrsg.): Kleine Schriften aus dem Vorgeschichtlichen Seminar Marburg. Band 45. Marburg 1996, doi:10.17192/eb2015.0203.
- Rudolf Grahmann: Das Paläolithikum von Ziegenhain und von Lenderscheid (Bez. Kassel). In: E&G – Quaternary Science Journal, Vol. 2, No. 1, 1952, S. 45–50
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Lenderscheid. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Ortsteile In: Webauftritt der Gemeinde Frielendorf.
- Lenderscheid, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references> <ref name="lagis">Lenderscheid, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 32 und 88, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
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