Zum Inhalt springen

Herman Simm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. Januar 2026 um 00:23 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Herman Simm (* 29. Mai 1947 in Suure-Jaani) ist ein ehemaliger estnischer Regierungsbeamter. Er wurde wegen Spionage gegen die NATO im Februar 2009 zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Leben

Von 2001 bis 2006 leitete er die Sicherheitsabteilung des estnischen Verteidigungsministeriums und hatte so Zugang zu geheimen Dokumenten und zu dem Verschlüsselungssystem Elcrodat, das bei der Nachrichtenübermittlung innerhalb der NATO eingesetzt wird. Ab 2006 arbeitete er als Berater im Innenministerium. Am 21. September 2008 wurde er unter dem Verdacht verhaftet, geheime Informationen an Russland weitergegeben zu haben, für dessen Geheimdienst SWR Simm gearbeitet haben soll.<ref>Top-Spion der Russen kassierte auch beim BND. In: Der Spiegel. Nr. 51, 2008 (online).</ref><ref>Dicker Fisch: Ein estnischer Regierungsbeamter hat offenbar jahrelang intimste Geheimnisse von Nato und EU an Russland verraten. In: Der Spiegel. Nr. 47, 2008 (online).</ref>

Simm wurde 1995 von Waleri Senzo angeworben, der für die Einheit 33949 des SWR arbeitete. 1999 wurde Senzo des Landes verwiesen, weil der Agentenführer sein Visum nicht verlängerte und sich ohne Visum in Estland aufhielt. Ab diesem Zeitpunkt bis zu seiner Verhaftung 2008 wurde Herman von Sergei Nikolayevitch Yakovlev geführt. Yakovlev traf sich mit Herman Simm in verschiedenen Ländern.<ref>ANNUAL REVIEW 2008. (pdf) SECURITY POLICE OF THE REPUBLIC OF ESTONIA, S. 15, abgerufen am 2. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Andres Einmann: Veitmani agendijuht Valeri Zentsov oli Herman Simmi värbaja. In: Postimes. 30. Oktober 2013, abgerufen am 2. April 2023 (estnisch).</ref>

Während dieser Zeit diente sich Simm auch erfolgreich dem deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) an. Dort wurde der estnische Beamten mehrere Jahre lang als vertrauliche Quelle geführt, der Doppelagent sollte ausgerechnet über russische Aktivitäten im Baltikum sowie kriminelle Strukturen berichten. Noch offen ist, ob Simm dem BND dabei in russischem Auftrag Falschinformationen unterschob.<ref>Top-Spion der Russen kassierte auch beim BND. In: Der Spiegel. Nr. 51, 2008 (online).</ref>

Am 25. Februar 2009 bekannte sich Simm vor dem Landgericht Harju schuldig. Er wurde zu zwölfeinhalb Jahren Haft sowie zur Zahlung von umgerechnet 1,28 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt.<ref>A spy scandal in Estonia: How many more? The Economist, 26. Februar 2009.</ref> Am 23. Dezember 2019 wurde er vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen.<ref>Convicted traitor Herman Simm released early from prison err.ee, 23. Dezember 2019.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein