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Peter Freund (Physiker)

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Peter George Oliver Freund (* 7. September 1936 in Timișoara, Rumänien; häufig als P. G. O. Freund; † 6. März 2018 in Chicago<ref>Louise Lerner: Peter Freund, particle physicist and fiction writer, 1936-2018. University of Chicago, 13. März 2018, abgerufen am 14. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war ein US-amerikanischer theoretischer Physiker.

Leben

Freund studierte in seiner Heimatstadt an der Polytechnischen Universität Temeswar, mit dem Diplom-Abschluss 1958. Nachdem er in Rumänien als Student bei Demonstrationen in der Folge des Ungarn Aufstands im November 1956 von der Geheimpolizei Securitate beinahe auf der Straße exekutiert wurde, verließ er 1959 Rumänien und ging an die Universität Wien, wo er 1960 mit der Arbeit „Zum Problem der Struktur der Elementarteilchen“ bei Walter Thirring promoviert wurde. Danach war er Assistent von Thirring und ging dann an die Universität Genf. Ab 1963 war er an der University of Chicago, wo er 1965 Assistant Professor wurde und später Professor am Enrico Fermi Institut war. Zuletzt war er dort Professor Emeritus. 1964 war er am Institute for Advanced Study.

Freund war Fellow der American Physical Society. Er war Ehrendoktor der West-Universität Temeswar,<ref>Obituary Peter G. O. Freund. (pdf) Research Center in Theoretical Physics, West University of Timisoara, 2018, abgerufen am 23. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der Polytechnischen Universität von Timișoara<ref>Doctor Honoris Causa – Peter George Oliver Freund. Fundatia Politehnica Timisoara, 14. Oktober 2014, abgerufen am 23. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Ehrenmitglied der Rumänischen Akademie der Technischen Wissenschaften (ASTR).<ref>Freund, Peter George Oliver (1936-2018) Membru de onoare al ASTR. (pdf) Academia de Ştiinţe Tehnice din România - Filiala Timişoara, März 2018, abgerufen am 23. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er war auch als Autor von Kurzgeschichten hervorgetreten, veröffentlicht in seinem Buch „West of West End“ (2008) und auch im Online-Literatur-Journal „Exquisite Corpse“. Mit seinem in Rumänien gebliebenen Freund, dem Schriftsteller Radu Ciobanu, schrieb er das Buch „Dialog über den Atlantik“, erschienen in rumänischer Sprache 2006, das ihre unterschiedlichen Schicksale widerspiegelt. In „A Passion for Discovery“ gab er biographische Skizzen von Physikern und Mathematikern.

Er war seit 1963 mit einer Psychiaterin verheiratet und hat zwei Töchter. Auf Betreiben von Thirring erhielt er 1961 die österreichische Staatsbürgerschaft, nahm aber nach der Waldheim-Affäre die US-Staatsbürgerschaft an.

Werk

Freund war einer der Pioniere des dualen Modells, aus dem die Stringtheorie entstand. Genauer entdeckte er mit Haim Harari 1968 eine Erweiterung des ursprünglichen dualen Modells, das in deren späterer Interpretation als Stringtheorie geschlossenen Strings entspricht.<ref>Freund, Physical Review Letters, Bd. 20, 1968, S. 235</ref> Ab Mitte der 1970er Jahre untersuchte er Kaluza-Klein-Theorien und Kompaktifizierungsmechanismen für die Extra-Dimensionen, teilweise mit seinem Studenten Yong Min Cho,<ref> Cho, Freund, Physical Review D, Bd. 12, 1975, S. 1711</ref> und wandte diese Theorien in der Kosmologie an<ref>Freund „Kaluza Klein Cosmologies“, Nuclear Physics B, Bd. 209, 1982, S. 1</ref>. In Zusammenhang mit seinem Studenten Mark Rubin fand er z. B. spezielle Lösungen der elfdimensionalen Supergravitation aus Produkten kompakter Einstein-Mannigfaltigkeiten<ref>Riemannsche Mannigfaltigkeiten, in denen der Ricci-Tensor proportional zum metrischen Tensor ist, z. B. Vakuum-Lösungen der Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie</ref> mit Anti-de-Sitter Räumen negativer Krümmung (jeweils vier- und siebendimensional).<ref>Freund, Rubin „Dynamics of Dimensional Reduction“, Physics Letters B 97, 1980, S. 233</ref>

Er untersuchte auch zahlentheoretische String-Versionen, p-adische Strings<ref> Freund, Mark Olson, Physics Letters B, Bd. 199, 1987, S. 186</ref> und adelische Strings<ref>Freund, Edward Witten, Physics Letters B, Bd. 199, 1987, S. 191</ref>, die als Modellversionen zum Test von Vermutungen über die mathematische Struktur von Stringtheorien dienen.<ref>Übersichtsartikel L. Brekke, Freund „p-adic Numbers in Physics“, Physics Report, Bd. 233, 1993, S. 1</ref>

Mit dem Chicagoer Mathematiker Irving Kaplansky klassifizierte er einfache Supersymmetrien<ref>Freund, Kaplansky Journal of Mathematical Physics Bd. 17, 1976, S. 228</ref> und fand mathematische Verbindungen von Supersymmetrien zu Räumen negativer Krümmung (wie Anti-De-Sitter-Räumen).

1985 entdeckte er einen Zusammenhang zwischen bosonischen Strings, die nur in 26 Dimensionen existieren, und Superstrings, die in 10 Dimensionen existieren, was für die Formulierung der heterotischen Strings wichtig wurde<ref>Freund „Superstrings from 26 Dimensions?“, Physics Letters B, Bd. 151, 1985, S. 387</ref>.

Peter Freund machte in den 1960er Jahren konkrete Vorhersagen für das Verhalten der Wirkungsquerschnitte in den Streuprozessen von Hadronen, die als Freund-Relationen bekannt sind<ref>Freund, Physical Review Letters, Bd. 15, 1965, S. 929</ref>. Mit seinem Studenten Jim Feigenbaum untersuchte er auch das Skalen-Verhalten von Aktienmärkten vor Börsencrashs.<ref>International Journal Modern Physics B, Bd. 10, 1996, S. 3737</ref>

Literatur

  • Peter Freund: A passion for discovery. World Scientific, Singapore 2007, ISBN 978-981-270-646-1.
  • Thomas Appelquist, Alan Chodos, Peter George Oliver Freund: Modern Kaluza Klein Theories. Addison-Wesley, Menlo Park 1987, ISBN 978-020-109-829-7.
  • Peter G. O. Freund: Introduction to supersymmetry. Cambridge Univ. Press, Cambridge 1986, ISBN 0-521-26880-X.
  • Getta Neumann: Auf den Spuren des jüdischen Temeswar: mehr als ein Stadtführer. Schiller Verlag, Bonn 2021, ISBN 978-3-946954-92-7, S. 177.

Weblinks

Verweise

<references />

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