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Ritterkanton Kocher

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Datei:Kantonkocher.JPG
Symbolische Darstellung für den Ritterkanton Kocher von 1721

Der Ritterkanton Kocher war einer der fünf Kantone des Schwäbischen Ritterkreises und somit Teil der Organisation der Reichsritterschaft im Heiligen Römischen Reich. Das Gebiet des Kantons befand sich im Wesentlichen zwischen dem Neckar und seinem östlichen Nebenfluss Kocher. Kanzleisitz des Kantons war seit 1605 die Reichsstadt Esslingen am Neckar.

Gliederung der Ritterkreise

Die freie Reichsritterschaft in Südwestdeutschland gliederte sich seit dem 16. Jahrhundert in einen rheinischen, fränkischen und schwäbischen Ritterkreis, der sich wiederum aus verschiedenen Kantonen zusammensetzte. Der Schwäbische Ritterkreis untergliederte sich in die Kantone Donau, Hegau-Allgäu-Bodensee, Neckar-Schwarzwald, Kocher und Kraichgau.

Direktoren und Ritterhauptleute des Kantons

Datei:Esslingen - Ritterbau - Facade.jpg
Ritterbau in Esslingen; Kanzleisitz des Ritterkantons Kocher, erbaut von 1722 bis 1725 während des Direktorats des Adam von Diemantstein

Die Entstehung des Direktoriums begann in den 1540er Jahren als sich an der Verwaltungsspitze des Kantons Kocher ein Ausschuss zu etablieren begann. Aus diesem Ausschuss entwickelte sich schließlich das Direktorium des Ritterkantons, dessen Mitglieder den Titel Ritterrat trugen. 1619 wurde erstmals der Begriff Direktor für die beiden damals dienstältesten Ritterräte Friedrich von Plieningen und Wolf Jakob Nothaft von Hohenberg verwendet. Erst ab 1622 tauchte der Begriff wieder auf, nun ausschließlich bezogen auf Friedrich von Plieningen. Ab 1625 wurde von Plieningen als Vorsitzender des Kantons dauerhaft als Direktor bezeichnet, weshalb er als erster Direktor des Kantons gilt. Ab 1751 mit der Wahl des Eberhard Maximilian vom Holtz wurde das Amt als Ritterhauptmann bezeichnet.

Die Wahl zum Direktor beziehungsweise Ritterhauptmann erfolgte im Plenarkonvent, das heißt der Versammlung aller Mitglieder des Ritterkantons.

Liste der Direktoren und Ritterhauptleute des Kantons Kocher

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*) 
J. E. Nothaft verstarb nach erfolgter Wahl, bevor er das Amt antreten konnte; das Amt blieb bis 1644 unbesetzt

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**) 
Nach dem Tod des G. F. von Holtz blieb das Amt sieben Jahre unbesetzt infolge eines Streits bzgl. der Konfessionsparität des Direktors

Sonstige Persönlichkeiten in der Organisation des Ritterkantons

Territorien des Ritterkantons

Datei:Kocher-Reichsritter-1790.png
Territorien des Ritterkantons im Jahr 1790, nicht dargestellt sind alienierte Herrschaften, Herrschaften, die dem Kanton nur teilweise angehörten sowie steuerfreie Güter.

Die nachfolgende Liste gibt den Stand des Jahres 1802 wieder und spiegelt damit die Endphase des Kantons kurz vor seiner Auflösung 1805 wider. 58 der 128 im Jahr 1802 inkorporierten Herrschaften waren alieniert, das heißt im Besitz nichtritterschaftlicher Herren, zumeist dem Herzogtum Württemberg, der Fürstpropstei Ellwangen oder der Grafschaft Oettingen. Die Folge waren Streitigkeiten ob die Güter weiterhin zum Kanton steuerten. So gab es mit Württemberg einen Vergleich von 1769, dass die alienierten Güter weiterhin zum Kanton Kocher steuerten.

Manche der Orte waren dem Kanton nur teilweise steuerbar, dies ist in der Liste jeweils vermerkt. In Klammern finden sich die Namen der reichsritterschaftlichen Familien und sonstigen Herren aus dem Jahre 1802.

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  • Abtsgemünd mit Wöllstein (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Adelmannsfelden (von Gültingen, von Harling, von Jungk)
  • Adelstetten (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Affalterried (von Woellwarth)
  • Aichelberg (von Holtz)
  • Alfdorf (von Holtz)
  • Aldingen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Altburg und Weltenschwan (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Amerdingen (Schenk von Stauffenberg)
  • Attenhofen (von Woellwarth)
  • Aufhausen (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Bächingen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Baiershofen (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Ballhausen und Zöschingen (von Syrgenstein)
  • Ballmertshofen (Fürst v. Thurn u. Taxis)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Bargau (Schwäbisch Gmünd)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Bartenbach und einzelne Höfe (von Preysing)
  • Bartholomä (von Holtz)
  • Beihingen (von Gemmingen)
  • Berg (von Wöllwarth)
  • Birenbach zum Teil (von Preysing)
  • Bittenfeld<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Bodelshofen (von Palm)
  • Böhmenkirch (von Rechberg)
  • Bönnigheim mit Cleebronn und halb Erligheim (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Bronnen (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Bromberg<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Buchenbach<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Degenfeld (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Dettingen <templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Diemantstein (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Donzdorf (von Rechberg)
  • Dorfmerkingen (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Dunstelkingen (Fürst v. Thurn u. Taxis)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Dürnau (von Degenfeld)
  • Ebersberg<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Eislingen (von Degenfeld)
  • Eschenbach zur Hälfte (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Essingen (von Degenfeld, von Woellwarth)
  • Eybach (von Degenfeld)
  • Fach (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Fachsenfeld mit Waiblingen (von Woellwarth)
  • Faurndau<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Filseck<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Freudental (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Gammelshausen (von Degenfeld)
  • Geradstetten zu einem Drittel (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Göggingen zum Teil, (von Lang)
  • Gotthart (von Degenfeld)
  • Großaspach zur Hälfte (Sturmfeder)
  • Haunsheim (von Racknitz)
  • Harteneck<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Helfenberg (von Bouwinghausen, von Gaisberg)
  • Heuchlingen (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Heutingsheim<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Hochaltingen (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Hochberg (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Hofen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Hohenrechberg mit Rechberg (von Rechberg)
  • Hohenstadt (von Adelmann)
  • Hohenstein (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Holzhausen (von Holtz)
  • Höpfigheim (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Horkheim<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Horn (von Beroldingen)
  • Hürnheim (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Hüttlingen, Herrschaft Niederalfingen (von Fugger)
  • Jebenhausen (von Liebenstein)
  • Katzenstein (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Kleinbottwar mit Schaubeck (von Kniestedt)
  • Kirchen (Zwiefalten)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Krummwälden zu zwei Dritteln (von Bubenhofen, von Rechberg)
  • Laubach mit Leinroden (von Woellwarth)
  • Lauterburg mit Hohenroden (von Woellwarth)
  • Lautern zu einem Drittel (von Woellwarth)
  • Leinzell (von Lang)
  • Lichtenberg<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Liebenstein mit Kaltenwesten und Ottmarsheim (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Lindach (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Magolsheim zu zwei Dritteln (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Marktbissingen (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Matzenbach (von Senfft)
  • Mühlhausen an der Enz (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Mühlhausen am Neckar (von Palm)
  • Neidlingen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Nenningen (von Rechberg)
  • Neubronn (von Gemmingen, von Werneck)
  • Oberböbingen zum Teil (von Woellwarth)
  • Oberschöntal (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Oberstenfeld (Stift Oberstenfeld)
  • Oberwälden zum Teil (von Rechberg)
  • Oeffingen (Augsburger Domkapitel)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Oggenhausen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Oppenweiler (Sturmfeder)
  • Oßweil zu einem Drittel (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Ottenbach (von Bubenhofen, von Rechberg)
  • Pappenheim (von Pappenheim)
  • Plüderhausen (von Holtz)
  • Ramsenstrut (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Rechberghausen (von Degenfeld)
  • Rechenberg (von Berlichingen)
  • Reichenbach (von Rechberg)
  • Reichenbach zum Teil (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Reichertshofe (von Adelmann)
  • Rodamsdörfle zur Hälfte (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Rühlingstetten (von Tannhausen)
  • Salach (von Degenfeld)
  • Schanbach zur Hälfte (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Schlat zur Hälfte (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Schlehingen mit Leinweiler (von Adelmann)
  • Schnittlingen (von Rechberg)
  • Schnait<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Schozach (Sturmfeder)
  • Schwenningen (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Steinbach (von Palm)
  • Straßdorf zur Hälfte (von Rechberg)
  • Süssen – Kleinsüssen mit Ramsberg (von Bubenhofen, von Preysing)
  • Talheim (Deutscher Orden)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Tannhausen (von Tannhausen)
  • Treffelhausen (von Rechberg)
  • Treppach zum Teil (von Woellwarth)
  • Trochtelfingen (Nördlingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Unterböbingen zum Teil (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Unterdeufstetten (nichtritterschaftlicher Adel)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Unterwaldstetten (Ellwangen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Utzmemmingen (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Utzwingen (Oettingen)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Waldenstein<templatestyles src="FN/styles.css" /> steuerfrei
  • Wangen (von Degenfeld)
  • Wäschenbeuren (von Freyberg, von Thurn-Valsassina und Taxis)
  • Weißenstein (von Rechberg)
  • Wildenstein mit Neustädtlein und Rötlein (von Hofer)
  • Winzerhausen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert
  • Winzingen (von Bubenhofen)
  • Wißgoldingen (von Holtz)
  • Zazenhausen (Württemberg)<templatestyles src="FN/styles.css" /> alieniert

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steuerfrei 
Dem Kanton waren mehrere Schlossgüter inkorporiert, die jedoch von Steuern befreit waren

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alieniert 
Alienierte Herrschaften, d. h. Herrschaften deren Herren nicht dem Ritterstand angehörten

Adelsfamilien im Kanton Kocher

Viele der immatrikulierten Herrschaften durchliefen mehrfache Besitzerwechsel, dadurch waren im Laufe der Zeit 183 Familien Mitglied im Kanton. Nur zehn Familien waren von Anfang an bis zur Auflösung Mitglied, dies waren die Adelmann von Adelmannsfelden, Degenfeld, Freyberg, Liebenstein, Pappenheim, Rechberg, Sturmfeder von Oppenweiler, Thannhausen, Weiler und Woellwarth. Neun weitere Familien waren immer noch länger als 200 Jahre Mitglied. Dies waren die Berlichingen, Bubenhofen, Fugger, Kaltental, Neuhausen, Schenk von Stauffenberg, Schertlin von Burtenbach, Senft von Sulburg und Welden. Diesen Familien, die als Element der Konstanz im Kanton betrachtet werden, steht eine Vielzahl an Familien gegenüber, die nur für kurze Zeit Mitglied waren. Phasen besonders großer Fluktuation waren einerseits die Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, andererseits das beginnende 18. Jahrhundert als sich Familien des Dienstadels in die Rittergüter des Kantons einkauften, dort oft aber nur wenige Generationen halten konnten.

Dem Ritterkanton Kocher gehörten folgende Familien an:

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Siehe auch

Literatur

  • Thomas Schulz: Der Kanton Kocher der Schwäbischen Reichsritterschaft 1542–1805. Entstehung, Geschichte, Verfassung und Mitgliederstruktur eines korporativen Adelsverbandes im System des alten Reiches. (Esslinger Studien, Band 47). Stadtarchiv Esslingen, Esslingen 1986. (Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 1985). Karte und Verzeichnis der Rittergüter im Internet Archive.

Weblinks

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