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Pastorius wurde am 1. Dezember 1951 geboren als Sohn des Schlagzeugers und Sängers John Francis Pastorius II. und dessen Frau Stephanie.<ref name="jaco_faq"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />jpastorius.net: FAQ (Memento vom 5. Oktober 2015 im Internet Archive)</ref> Er war ein Nachfahre von Franz Daniel Pastorius.<ref>Pat Jordan: Who Killed Jaco Pastorius? Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. August 2013; abgerufen am 9. April 2026.</ref> 1959 zog seine Familie nach Oakland Park im US-Bundesstaat Florida.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 22.</ref> Dort besuchte er später die Northeast High School, auf der er seine Leidenschaft für Sportarten wie Baseball, Basketball und Football entdeckte. Auch seine musikalische Karriere begann hier. Pastorius spielte in jungen Jahren Schlagzeug in mehreren Bands.<ref name="jaco_bio"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biografie auf einer Fanseite (Memento vom 7. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
1964 erlitt er beim Football eine Handgelenksverletzung, die ihm das Schlagzeugspielen erschwerte. 1966 schloss er sich, als er noch auf der High School war, der Soul-Cover-Band Las Olas Brass an. Als sich ein erfahrener Schlagzeuger der Band vorstellte und gleichzeitig der Bassist die Band verließ,<ref name="jp">The Life of Jaco | Jaco Pastorius. Abgerufen am 3. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wechselte er mit 15 Jahren zum E-Bass.<ref>Jaco Pastorius. In: guitarmasterclass.net. Abgerufen am 3. Juli 2019.</ref>
Musikalische Karriere
Erste Jahre
1969 spielte Pastorius in dem Trio Woodchuck mit Organist Billy Burke und Schlagzeuger Bob Herzog.<ref name="Bill Milkowski 2006">Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 32.</ref> Zu dieser Zeit nannte Pastorius Jerry Jemmott als maßgeblichen Einfluss, dessen Funk-Basslinien er in seinen eigenen Stil einbezog.<ref name="Bill Milkowski 2006" />
Als Mitglied der Hausband im Bachelors III Club in Fort Lauderdale kam es zur musikalischen Begegnung mit Paul Bley und Pat Metheny. 1974 veröffentlichte er das Album Pastorius/Metheny/Ditmas/Bley mit Bley, Metheny und Bruce Ditmas, das später auch unter dem Titel Jaco veröffentlicht wurde.<ref>Jaco – Jaco Pastorius | Songs, Reviews, Credits | AllMusic. Abgerufen am 30. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit der Jazzrock-Band Blood, Sweat & Tears spielte er von Ende 1975 bis Anfang 1976.
Anfang 1975 stellte sich Pastorius in Miami nach einem Konzert der Gruppe Weather Report bei deren Leader Joe Zawinul mit dem Satz vor:
„My name is John Francis Pastorius III, and I'm the greatest electric bass player in the world.“
– <templatestyles src="Person/styles.css" />Jaco Pastorius<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 71.</ref><ref>Jaco Pastorius "The Lost Tapes Documentary" #JACO PASTORIUS. Abgerufen am 29. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach einer spontanen Abwehrreaktion bat Zawinul ihn um ein Demoband. Nachdem Alphonso Johnson im Januar 1976 Weather Report verlassen hatte, wurde Pastorius im April 1976 während der Aufnahmen zum Album Black Market Mitglied der Gruppe.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 73.</ref> Er gehörte ihr bis 1981 an und war mit ihr sehr erfolgreich.<ref name="bock">Reinhard Bock's Jaco Pastorius Page / Biographischer Abriss. Abgerufen am 9. April 2026.</ref> Die „Jaco-Jahre“ (unter dem Titel The Jaco Years erschien 1998 auch eine Weather-Report-Compilation<ref>This Is Jazz, Vol. 40: The Jaco Years – Weather Report | Songs, Reviews, Credits. Abgerufen am 7. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) gelten als die Hochphase der Gruppe.<ref>Gunther Baumann: Zawinul. Ein Leben aus Jazz. Residenz Verlag, Salzburg 2002, S. 129.</ref> Auf den Alben Black Market (1976) und Heavy Weather (1977; mit dem Klassiker Birdland) „wurde eine künstlerische Geschlossenheit gefunden, wie sie auf späteren Alben kaum noch zu hören war.“<ref>W. Kampmann: Reclams Jazzlexikon. Stuttgart 2005, S. 545.</ref> 1978 kam statt Alex Acuña der Schlagzeuger Peter Erskine zur Gruppe, der besser mit Pastorius harmonierte.
„Jede Band braucht eine Antriebskraft, einen Motor. Und in dieser Band war Jaco der Motor.“
– <templatestyles src="Person/styles.css" />Joe Zawinul<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 81.</ref>
Am 11. Juli 1981 spielte Pastorius sein letztes Konzert mit Weather Report.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />threeviews.com: 1981 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Solo 1982–1984, Drogen und psychische Erkrankung
1981 nahm Pastorius sein zweites Soloalbum Word of Mouth auf und stellte dann seine gleichnamige Big Band Word of Mouth mit Peter Erskine am Schlagzeug zusammen. Weil für diese 1982 Konzerttermine gebucht waren, wollte Pastorius, dass Weather Report 1982 als Live-Band pausiert.<ref name="S130">Baumann: Zawinul, Ein Leben aus Jazz. S. 130–132.</ref> Als in dieser Situation Weather Report vertraglich zu einer Tournee gezwungen wurde, nutzte Zawinul die Gelegenheit, den durch Alkoholprobleme unzuverlässig gewordenen Pastorius durch den Bassisten Victor Bailey zu ersetzen.<ref name="S130" /> Um 1980 hatte der Drogenkonsum von Pastorius begonnen, der sich zunächst auf Alkohol und Kokain beschränkte, später aber steigerte.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S.n 93, 118.</ref>
1982 tourte Pastorius mit seiner Big Band Word of Mouth. Bei der Japan-Tour wurden zunehmend bizarre Geschichten über Pastorius berichtet: Er malte sein Gesicht schwarz an und warf seinen Bass an der Bucht von Hiroshima ins Meer.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 120.</ref> Bei einer Party stürzte er von einem Balkon und brach sich den Arm.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 131.</ref> 1982 wurde bei ihm eine Bipolare Störung diagnostiziert.
„Jaco … wollte aber ohne Medikamente auskommen. In seinen hellen Phasen konnte er begeistern, doch die dunklen Phasen wurden häufiger und, verstärkt durch Alkohol und Kokain, auch intensiver.“
– <templatestyles src="Person/styles.css" />Joe Zawinul<ref>Baumann: Zawinul, Ein Leben aus Jazz. S. 132.</ref>
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Im Mai 1983 erschien er auf der Titelseite der Guitar World,<ref>Photo Gallery: Guitar World Magazine Covers Through the Years — 1983 | Guitar World. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2012; abgerufen am 9. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> im August 1984 auf der Titelseite des Guitar Player.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 148.</ref>
1985 spielte er in New York regelmäßig mit Mike Stern im seinerzeit wichtigen Jazzclub 55 Grand; beide konsumierten ständig Kokain.<ref>For Mike Stern’s 61st Birthday, a 2003 Downbeat Feature. In: Today Is The Question: Ted Panken on Music, Politics and the Arts. 10. Januar 2014, abgerufen am 9. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mitte 1985 verlor er seine Wohnung in New York und war von da an obdachlos. Er hauste in den West Fourth Street Courts, nahe dem Washington Square Park.<ref name="faz">Rezension: Sachbuch: Der Furchtlose. ISSN0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. August 2019]).</ref><ref>Jaco basketball and bass. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2019; abgerufen am 12. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))., Foto von Anthony Kiedis</ref><ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 165.</ref>
Im Sommer 1985 wurde sein Interview- und Lehrvideo Modern Electric Bass aufgezeichnet. Am Anfang des Videos wurde er vom Bassisten Jerry Jemmott interviewt. Auf die Frage, was er zu seiner Rolle als richtungsweisender Bassist sage, antwortete Pastorius: „Gebt mir einen Gig.“<ref>Gimme A Gig – Jaco Pastorius (1985). Abgerufen am 18. August 2019.</ref><ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 166.</ref> Am Ende des Videos gab es eine Jam-Session mit Pastorius, John Scofield und Kenwood Dennard.<ref>Jaco Pastorius And John Scofield – The Chicken (Studio). Abgerufen am 15. August 2019.</ref>
Im Frühjahr 1986 gab er Konzerte in Europa, mit Hiram Bullock, Kenwood Dennard und dem zwanzigjährigen Biréli Lagrène; drei Konzerte wurden aufgezeichnet.<ref>Jaco Pastorius Albums and Discography. Abgerufen am 30. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Aus dieser Zeit ein Jahr vor seinem Tod erschien posthum 1995 eine Kompilation seiner Soloparts aus verschiedenen Konzerten Honestly: Solo Live, über das Kritiker Thom Jurek schrieb:
„Es ist schön zu wissen, dass es eine historische Aufnahme seines Werts als Solo-Instrumentalist und Improvisator gibt. Er war eindeutig die Messlatte – musikalisch, technisch und emotional – und ist es wahrscheinlich immer noch.“
– <templatestyles src="Person/styles.css" />Thom Jurek<ref>Honestly: Solo Live – Jaco Pastorius | Release Info. Abgerufen am 24. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Juli 1986 wurde er in das Bellevue Hospital eingewiesen, wo er sieben Wochen blieb.<ref name="gb" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Manic Depression, Lithium, Tegretol (Memento vom 8. März 2016 im Internet Archive)</ref> Im Sommer 1986 hatte er fast alle seine sozialen Kontakte verloren und befand sich in einer Abwärtsspirale aus Alkohol und anderen Drogen.<ref>Man and Myth. Abgerufen am 12. August 2019.</ref> Im Dezember 1986 ging er zurück ins wärmere Fort Lauderdale, wo er ebenfalls obdachlos war.<ref name="gb" />
Nachdem er zuvor von einem Santana-Konzert verwiesen worden war, weil er versucht hatte, auf die Bühne zu gelangen, randalierte Pastorius betrunken vor dem Midnight Bottle Club in Wilton Manors, weil ihm dort der Eintritt verwehrt wurde. Pastorius wurde daraufhin am 12. September 1987 morgens um 4:20 Uhr vom kampfsporterfahrenen Clubmanager zusammengeschlagen,<ref name="StantonS">Scott Stanton: The Tombstone Tourist. New York: Pocket Books, 2003, ISBN 0-7434-6330-7, S. 195.</ref> am Ende fiel Pastorius mit dem Hinterkopf auf den Beton.<ref>Bill Milkowski: Jaco. The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995/Backbeat Books 2006, ISBN 0-87930-859-1, S. 208.</ref> Der Clubmanager sagte aus, dass er den Bassisten für einen aggressiven Drogenabhängigen gehalten habe.
Nach neun Tagen im Koma starb Jaco Pastorius im Alter von 35 Jahren am 21. September 1987 um 22:00 Uhr an den Folgen seiner Verletzungen.<ref name="bock" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biografie auf der Website von Warner Music (Memento vom 12. Juni 2010 im Internet Archive)</ref>
Ehen und Kinder
Im August 1970 wurde Tracy Lee seine Frau,<ref>Tracy and Jaco; High School Times... | Musicians in 2019. Abgerufen am 17. August 2019.</ref> aus dieser Ehe stammten die Kinder Mary<ref>Mary Pastorius. Abgerufen am 19. Dezember 2022.</ref> (* 1970) und John (* 1973). Die Ehe wurde 1979 geschieden.<ref name="jp" />
Pastorius nutzte meistens den Steg-Tonabnehmer seines mit zwei Tonabnehmern ausgestatteten Basses,<ref name=":0">Isabella Venutti: Gear Rundown: Jaco Pastorius. In: Mixdown Magazine. 10. September 2024, abgerufen am 22. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>How to get the Jaco Pastorius Portrait of Tracy sound – eBass. 30. Oktober 2017, abgerufen am 22. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bei dem der Klang höhenbetonter und perkussiver klingt;<ref name=":1">Platzierung und Sounds. Abgerufen am 22. März 2026.</ref> auch die Anschlagsposition der rechten Hand war beim Steg-Tonabnehmer.<ref name=":1" />
Pastorius hat die Rolle des E-Basses durch seinen prägnanten Klang und sein virtuoses wie melodiöses solistisches Spiel entscheidend verändert.<ref>Jaco Pastorius: 20 Years Later. In: NPR.org. (npr.org [abgerufen am 30. Dezember 2021]).</ref> Seine rhythmisch präzise Spielweise mit schnellen Läufen unter Einbeziehung von Flageoletttönen in allen Lagen des Griffbretts setzte völlig neue Maßstäbe vor allem beim Spiel auf dem bundlosen Bass (Fretless Bass). Beispiele für seine revolutionäre Basstechnik ist seine zum Großteil aus Flageoletttönen bestehende Eigenkomposition Portrait of Tracy von seinem 1976 erschienenen Debüt-Album Jaco Pastorius, Donna Lee – wohl eine der virtuosesten Coverversionen dieses Jazzstandards<ref>Grammy Award Nominees 1977 – Grammy Award Winners. Abgerufen am 30. Dezember 2021.</ref> – ebenfalls vom Debütalbum oder Joe Zawinuls Kompositionen A Remark You Made und Birdland (beide erschienen auf dem 1977 veröffentlichten Album Heavy Weather von Weather Report).
„In ‚A Remark You Made‘ lässt der besondere Ton des Basses die Melodie singen. Ich bin ein Komponist, der mit dem Klangbild arbeitet. … Als ich Jacos Klang hörte, fing ich an, ein Lied, basierend auf ihm und dem Saxophon und meinem kleinen Jive zu schreiben. … Niemand hatte einen besseren, saubereren Klang.“
– <templatestyles src="Person/styles.css" />Joe Zawinul<ref>Josef Woodard: Joe Zawinul: The Dialects of Jazz, Down Beat April 1988, S. 16–19.</ref>
Viele Bassisten, zum Beispiel Marcus Miller oder Victor Bailey, wurden von Pastorius geprägt. Marcus Miller komponierte das Stück Mr. Pastorius, das er mit Miles Davis einspielte.<ref>Miles davis & Marcus miller – mr pastorius. Abgerufen am 12. August 2019.</ref><ref>Marcus Miller on Jaco | Jaco Pastorius. Abgerufen am 12. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Einfluss auf nachfolgende E-Bassisten ist nur mit dem von Jimi Hendrix auf E-Gitarristen oder dem von Charlie Parker auf nachfolgende Saxofonisten vergleichbar.<ref>Robert Fischer: Anything goes. In: All that Jazz. Die Geschichte einer Musik. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Reclam-Verlag., Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-020413-9, S.415.</ref>
Viele Bassisten unterstreichen die Bedeutung von Pastorius:
„Alles änderte sich mit ihm. Er zerfetzte, was vorher gewesen war. Er hat einfach die Regeln dessen verändert, was auf dem Bass möglich ist.“
„Das waren keine einfachen Töne. Sie hatten Gefühl, sie hatten Bedeutung, und sie hatten Charakter. So was kann man nicht lernen – Jaco konnte einfach das spielen, was er im Herzen hatte.“
„Jaco Pastorius war aber sicher der hellste Stern am Himmel der Musikerpersönlichkeiten, die ich getroffen habe, ob am Bass oder an anderen Instrumenten. Er sorgte dafür, dass unser Zusammenspiel immer eine angenehme Herausforderung war. Er war ein guter Freund. Und sein angeborenes Gefühl für Time, genau wie seine rhythmischen Fähigkeiten, waren so klar und artikuliert, wie man es sich nur vorstellen kann. Die Tatsache, dass Jaco früher als Schlagzeuger angefangen hatte und ein eifriger wie kluger Zuhörer war, verlieh ihm ein Rhythmusverständnis, das nur wenige Bassisten jemals haben werden. Jaco zählte Frank Sinatra genau wie Bernard Purdie zu seinen Einflüssen; Johann Sebastian Bach und Igor Strawinski waren für seine Ausbildung genauso wichtig wie die Bassisten Jerry Jemmott, Chuck Rainey, Ron Carter und James Jamerson. … Er konnte brettharte Rhythmen spielen oder den Bass lyrisch singen lassen. Wie er Sechzehntelnoten spielte, war unvergleichlich. … Sein karibischer Rhythmus auf dem Bass bestand aus Drum Patterns für die Conga, die er auf den Bass übertrug, durchsetzt von poetischen Melodielinien, die auf rätselhafte Weise nie den Groove unterbrachen.“
– <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter Erskine<ref>Peter Erskine: No Beethoven: Autobiografie und Chronik von Weather Report. Alfred Music Publishing 2014, S. 100 f, ISBN 978-3943638912.</ref>
„Jaco Pastorius ist mein Held. Er war der erste Bassist, der erste, der mich inspiriert hat selber Bass zu spielen. Ich habe so großen Respekt für seine Musik und bewundere wie er gespielt hat.“
Für sein Solo-Album Jaco Pastorius erhielt er 1977 zwei Grammy-Nominierungen. Eine für das ganze Album in der Kategorie Beste Jazz-Darbietung einer Gruppe (Best Jazz Instrumental Performance (Group)), die andere in der Kategorie Beste Jazz-Darbietung eines Solisten (instrumental) (Best Jazz Instrumental Performance (Soloist)) für seine Interpretation des Jazzklassikers Donna Lee.<ref name="solo_grammy"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grammy-Nominierung 1977 (Memento vom 13. Dezember 2011 im Internet Archive)</ref> 1978 wurde er erneut als Bester Jazz-Solist für seine Leistung auf dem Weather-Report-Album Heavy Weather nominiert.<ref name="heavy_weather"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Heavy Weather“ auf der offiziellen Jaco Pasotius Homepage (Memento vom 5. März 2007 im Internet Archive)</ref>
1980 gewann er gemeinsam mit Weather Report einen Grammy für das Live-Album 8:30 in der Kategorie Beste Jazz-Fusion-Darbietung.<ref>8:30 - Weather Report | Album | AllMusic. Abgerufen am 22. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In der jährlichen Umfrage des Down Beat gewann Pastorius vielfach in der Kategorie Elektrischer Bass, von 1978 bis 1981 der Kritiker und Leser, von 1982 bis 1984 der Leser. 1988 wurde Pastorius von den Lesern des Down Beat als einziger E-Bassist unter sieben Bassisten in die Jazz Hall of Fame gewählt.<ref>DownBeat Archives. Abgerufen am 24. März 2022.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />DownBeat Hall of Fame. (Memento vom 6. März 2012 im Internet Archive)</ref>
Am 1. Dezember 2008, an dem Pastorius seinen 57. Geburtstag gefeiert hätte, wurde ein Park in seiner Heimatstadt Oakland Park in „Jaco Pastorius Park“ umbenannt.<ref>Jaco Pastorius Park. Abgerufen am 19. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seinen bekanntesten Bass, einen Fender Jazz Bass von 1962, der mit einem schmalen Hals versehen war, nannte Pastorius „bass of doom“ (deutsch: Schicksals-Bass). Er hatte die Bundstäbchen entfernt und die Schlitze mit Spachtelmasse gefüllt; nun spielte er bundlos (fretless).<ref name=":0" />
Mit seinem Instrument schuf Pastorius einen „unvergleichlich musikalischen Ton, der sich blitzschnell ändern konnte von einem tiefen, langen Grollen in ein helles Jubilieren.“<ref name="Steinfeld">Thomas Steinfeld: Der Bass des Schicksals. 17. Mai 2010, abgerufen am 9. April 2026.</ref>
Während eines Deutschland-Aufenthalts im Jahr 1986 und den Aufnahmen zum Album Broadway Blues<ref>Jaco Pastorius. Abgerufen am 24. Juli 2019.</ref> spielte Pastorius ein Instrument des deutschen Herstellers Framus, das heute im Museum des Unternehmens in Markneukirchen zu sehen ist.<ref>Jaco Pastorius. Abgerufen am 3. Juni 2021.</ref> Pastorius spielte auch bundierte Bässe, beispielsweise einen Jazz Bass aus dem Jahre 1960, den er für 90 Dollar in Florida gekauft hatte.<ref name="jaco_faq" />
Verstärker
Pastorius benutzte für seine Auftritte zwei Acoustic-360-Verstärker aus dem Jahr 1968 mit je 200 Watt und 18-Zoll-Lautsprechern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jacos Equipment (Memento vom 10. März 2016 im Internet Archive)</ref> Zu den Einstellungen am Verstärker sagte er dem Guitar Player Magazin:
“I usually put the bass setting all the way up and the treble about midway up, depending on the condition of strings. The older your strings are, the more treble you have to have, because the fidelity of the string really starts losing it after a while.”
„Normalerweise drehe ich den Bass-Regler voll und die Höhen ungefähr zur Hälfte auf, je nachdem, in welcher Verfassung die Saiten sind. Je älter die Saiten sind, desto mehr Höhen muss man haben, weil sich die Klangtreue der Saiten nach einiger Zeit wirklich verliert.“
Für Studioaufnahmen benutzte er keine Verstärker, sondern schloss seinen E-Bass direkt an das Mischpult des Toningenieurs an.<ref name="jaco_faq" />
Sonstiges
Er benutzte Rotosound-Swing-Bass-Saiten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />questions by Cork Green (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref> Außerdem verwendete er eine markenlose Fuzzbox, ein Effektpedal, mit dem ein verzerrter, krachender Klang erzeugt werden kann. Auf Konzerten benutzte er häufig die Delay-Funktion des Pedals, mit der er bestimmte Teile der Bassline in Endlosschleife abspielen ließ, um darüber zu improvisieren. Er schloss ein MXR-Digital-Delay-Effektgerät an einen der beiden Verstärker an, um ein Vibrato zu erzeugen. Er selbst sagte, es klinge beinahe wie ein Flanger.<ref name="jaco_faq" />
Diskografie
Literatur
Bill Milkowski: The Extraordinary and Tragic Life of Jaco Pastorius. Miller Freeman Books, San Francisco 1995, ISBN 0-87930-859-1.
Gunther Baumann: Zawinul. Ein Leben aus Jazz. Residenz Verlag, Salzburg 2002, ISBN 3-7017-1291-3, Kap. 25: Jaco Pastorius. «Der beste Bassist, den wir je hatten», S. 129–133.
Uri Gonzalez: What Does Donna Lee Mean? An Analysis of the Construction of Meaning in Music. Uppsala Universitet 2004, (PDF diva-portal.org).
Peter Erskine: No Beethoven: Autobiografie und Chronik von Weather Report. Alfred Music Publishing 2014, ISBN 978-3-943638-91-2.
Werkausgaben
Jaco Pastorius Greatest Jazz Fusion Bass Player Bass: Noten für Bass-Gitarre. Hal Leonard Europe 2002, ISBN 978-0-634-01768-1.
Jon Liebman: Play Like Jaco Pastorius: The Ultimate Bass Lesson. Hal Leonard 2016, ISBN 978-1-4803-9245-8.
Lexikalische Einträge
Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley: Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zur Jazzmusik. 1700 Künstler und Bands von den Anfängen bis heute. Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, ISBN 3-476-01584-X. (S. 500–501)
Leonard Feather, Ira Gitler: The Biographical Encyclopedia of Jazz. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-532000-X. (S. 517)
Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 2: M–Z. (= rororo-Sachbuch. Band 16513). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16513-9.
Dokumentarfilm
Jaco, Dokumentarfilm, USA 2014, Regie: Stephen Kijak, Paul Marchand<ref>Stephen Kijak, Paul Marchand: Jaco. Passion Pictures, Slang East/West, Toy District Films, 3. Dezember 2016, abgerufen am 30. Dezember 2021.</ref>