P-6-Klasse
Ägyptisches Projekt-183-Boot, um 1967
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P-6-Klasse war die spätere NATO-Bezeichnung des Projekts 183. Sie war eine Klasse von Torpedobooten aus sowjetischer Produktion, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt und in großer Stückzahl gebaut wurde.
Entwicklung
1947 begannen die Planungen eines modernen Torpedoschnellbootes für die sowjetische Marine. Die Entwicklung stützte sich dabei auf Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Insbesondere Erfahrungen mit den im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes gelieferten britischen MTB´s und US-amerikanischen PT-Boats von Vosper, Elco und Higgins fanden Eingang in die Konstruktion, deren Planung 1949 abgeschlossen waren.
Technik
Rumpf und Antrieb
Die 25,5 m langen und 6,18 m breiten Boote hatten einen Holzrumpf, der mit zwei Lagen Brettern diagonal beplankt war. Nur die kleine Brücke war zum Schutz der Mannschaft mit 7 mm starken Metallplatten umschlossen. Als Antrieb dienten vier Schiffsdieselmotoren vom Typ M-50F. Später kam bei Versuchsbooten auch ein CODAG-Antrieb zum Einsatz.
Bewaffnung
Hauptbewaffnung der Boote waren zwei 533-mm-Torpedorohre, die mit 3° Winkel zur Mittellinie fest eingebaut waren. Es wurde also mit dem ganzen Boot gezielt. Zur Luftabwehr dienten je ein doppelläufiges 25-mm-Geschütz vom Typ 2M-3 auf der Back und eines auf dem Achterschiff. Das Buggeschütz stand dabei nicht über dem Kiel, sondern war nach Backbord versetzt.
Zusätzlich konnte das Boot wahlweise acht Wasserbomben vom Typ BB-1, sechs Seeminen vom Typ KB-3 oder acht Seeminen vom Typ AMD-500 (18 anstelle der Torpedos) mitführen. Versionen mit vier Torpedorohren oder Anti-Schiff-Lenkwaffen wurden ebenso hergestellt.
Einsätze
Das Torpedoboot der DDR-Volksmarine mit der Nummer 844 und dem Namen Wilhelm Bänsch lief am 31. August 1968 von Darßer Ort aus, um die fälschlicherweise in dem Seegebiet vermutete Fregatte Karlsruhe der Bundesmarine zu beschatten. Bei dichtem Nebel geriet das Boot in der Kadetrinne vor die schwedische Eisenbahnfähre Drottningen, wurde gerammt und sank. Sieben Seeleute der Volksmarine starben.<ref>Das Ende des „Prager Frühlings“. Aus der Chronik des Chefs der Volksmarine, Heinz-Ludger Borgert, PDF Bundesarchiv</ref>
Varianten
- 183-A: Hülle mit Arktilit (Plastik) beschichtet (ein Boot)
- 183-T: (P-8-Klasse) Test eines CODAG-Antriebs mit zusätzlicher Gasturbine (4000 PS). Die Maximalgeschwindigkeit lag bei etwa 50 kn
- 183-TK: (P-10-Klasse) Serienversion mit CODAG-Antrieb (25 Boote)
- 183-U: Version mit vier Torpedorohren und neuem Dieselmotor. Die Verdrängung stieg auf 92 t
- 183-TU: Entwurf einer Version mit vier Torpedorohren und COGAG-Antrieb
- 183-T2: Entwurf einer Version mit vier Torpedorohren und einem zusätzlichen 25-mm-Geschütz
- 183-Z: Ferngesteuerte Version zur Zieldarstellung
- 183-SCH: Stabsversion, nähere Angaben sind nicht verfügbar
- 183-S: Prototyp eines Raketenschnellbootes
- 183-R: weltweit erstes in Serie gebautes Raketenschnellboot, siehe Komar-Klasse
- 199: (MO-VI-Klasse), U-Jagd-Boote mit Sonar
- 183-JA2:, 183-JA3 Entwürfe mit neuen leichten Dieselmotoren vom Typ M-503
Lizenzbauten
Mehr oder weniger modifizierte Boote des Projekts 183 wurden in mehreren Ländern gebaut, so beispielsweise in Polen (Projekt 664), China und Nordkorea.
Derzeitiger Status
Es sind keine Schnellboote dieses Types mehr im Einsatz, allerdings waren 2004 in Nordkorea noch Raketenschnellboote des Projekts 183-R im Einsatz. Ein Boot des polnischen Projekts 664 befindet sich im Museum Weißer Adler in Skarżysko-Kamienna.
Belege und Verweise
Bemerkungen
<references group="A" />
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- А.Е. Тарас: Торпедой — пли! История малых торпедных кораблей. (etwa: A.E. Taras: Torpedo – Los! Die Geschichte der kleinen Torpedoboote.), Харвест, 1999, ISBN 985-433-419-8 (russisch).
- Jane’s Fighting Ships 2004–2005. Jane’s Information Group, ISBN 0-7106-2623-1 (englisch).
- Conway’s All the World’s Fighting Ships 1947–1995. S. 416f (englisch).
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Проект 183 – P-6 class auf atrinaflot.narod.ru ( vom 13. November 2011 im Internet Archive) (russisch)
- Schiffliste Projekt 183 auf russian-ships.info (englisch)
- P-6 Class Torpedo Boat auf globalsecurity.org (englisch)
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
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Fregatten: 42 Kola-Klasse | 50 Riga-Klasse | 159 Petya-Klasse | 35 Mirka-Klasse | 1159 Koni-Klasse | 1135 Kriwak-Klasse | 1154 Neustraschimy-Klasse | 11356 Admiral Grigorowitsch-Klasse | 11661 Gepard-Klasse | 22350 Admiral Gorschkow-Klasse
Zerstörer: 30bis Skoryy-Klasse | 41 Neustraschimy-Klasse | 56 Kotlin-Klasse | 56-M Kildin-Klasse | 57A Kanin-Klasse | 61 Kaschin-Klasse | 61MP Kaschin-Mod-Klasse | 956 Sowremenny-Klasse | 1155 Udaloy-Klasse
Kreuzer: 68 Tschapajew-Klasse | 68bis Swerdlow-Klasse | 58 Kynda-Klasse | 1134 Kresta-I-Klasse | 1134A Kresta-II-Klasse | 1134B Kara-Klasse | 1164 Slawa-Klasse | 1144 Kirow-Klasse
Flugzeug- und Hubschrauberträger: 1123 Moskwa-Klasse | 1143 Kiew-Klasse | 1143.5 Admiral Kusnezow-Klasse | 1143.7 Uljanowsk-Klasse