Hydraziniumsulfat
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Struktur von Hydraziniumsulfat | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Hydraziniumsulfat | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | N2H6SO4 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloser, kristalliner, geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 130,12 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
1,37 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
254 °C (unter Zersetzung)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
schlecht in Wasser (30 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten |
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Hydraziniumsulfat ist ein Salz des Hydrazins und der Schwefelsäure. Der farblose Stoff ist ein Zwischenprodukt bei der Reindarstellung von Hydrazin.
Gewinnung und Darstellung
Durch die Reaktion von Schwefelsäure mit Hydrazin
- <math>\mathrm{N_2H_4 \ + \ H_2SO_4 \longrightarrow \ N_2H_6SO_4}</math>
oder Hydrazinhydrat
- <math>\mathrm{N_2H_5OH \ + \ H_2SO_4 \longrightarrow \ N_2H_6SO_4 \ + \ H_2O}</math>
lässt sich das Sulfat darstellen.
Im Labormaßstab lässt sich das N2H6SO4 durch die Reaktion einer Harnstofflösung mit basifizierter NaOCl-Lösung und anschließender Ansäuerung mit Schwefelsäure darstellen:<ref>G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 468.</ref>
- <math>\mathrm{CO(NH_2)_2 \ + \ NaOCl \ + \ 2 \ NaOH \longrightarrow }</math>
- <math>\mathrm{N_2H_4 \ + \ NaCl \ + \ Na_2CO_3 \ + \ H_2O}</math>
- <math>\mathrm{N_2H_4 \ + \ H_2SO_4 \longrightarrow \ N_2H_6SO_4}</math>
Bei einer weiteren Laborsynthese wird eine Hydraziniumazidlösung mit Schwefelsäure umgesetzt, wobei das schwer lösliche Hydraziniumsulfat ausfällt.<ref name="Klapötke">Klapötke, T.M.; White, P.S.; Reaction of hydrazinium azide with sulfuric acid: The X-ray structure of [N2H6][SO4] in Polyhedron 15 (1996) 2579–2582, doi:10.1016/0277-5387(95)00527-7.</ref>
- <math>\mathrm{N_2H_5N_3 \ + \ H_2SO_4 \longrightarrow \ N_2H_6SO_4 \ + \ HN_3}</math>
Eigenschaften
Hydrazinsulfat bildet farblose Kristalle. Es ist in kaltem Wasser wesentlich schlechter löslich als in heißem, was bei der Laborsynthese von Hydrazin (N2H4) ausgenutzt wird, indem man das Hydrazin zur Reinigung als Sulfat auskristallisieren lässt und anschließend noch einmal umkristallisiert, um im weiteren Verlauf wieder das Hydrazin(hydrat) freizusetzen.
Das Salz kristallisiert in einem orthorhombischen Kristallgitter mit der Raumgruppe P212121 (Raumgruppen-Nr. 19).<ref name="Klapötke"/> In der festen Phase wurde eine N2H62+SO42−-Struktur nachgewiesen, die wegen einer wesentlich höheren Gitterenergie gegenüber einer N2H5+HSO4−-Struktur bevorzugt ist.<ref name="Klapötke"/> In wässriger Lösung erfolgt wegen des sehr niedrigen zweiten KB2-Wertes des Hydrazins eine sofortige Gleichgewichtseinstellung zu N2H5+- und HSO4−-Ionen.<ref name="Klapötke"/>
Bei 254 °C schmilzt das N2H6SO4, wobei es schon bei einer Temperatur von etwa 250 °C beginnt, sich zu zersetzen.<ref name="Merck" /> Beim Glühen des reinen Produkts bleibt kein Rückstand, was als Reinheitstest von Hydrazinsulfat benutzt werden kann.
Verwendung
Das Sulfat findet als Reduktionsmittel Verwendung in der Mineralanalyse und es dient als Trennungsreagenz bei der Herstellung von Polonium. Darüber hinaus benutzt man es zur Synthese von Aziden und Hydrazinhydrat.
Hydraziniumsulfat dient in der Dünnschichtchromatographie als Sprühreagenz zum Nachweis von Piperonal und Vanillin. Dazu werden 90 mL gesättigte wässrige Hydraziniumsulfat-Lösung mit 10 mL 4 mol/L Salzsäure versetzt. Nach dem Aufsprühen dieser Lösung und anschließendem Bedampfen mit Ammoniak erfolgt die Auswertung im UV-Licht.<ref>E. Merck AG (Hrsg.): Anfärbereagenzien für Dünnschicht- und Papier-Chromatographie. Darmstadt 1965, S. 27.</ref>
Sicherheitshinweise
Hydraziniumsulfat stellt ein kräftiges Reduktionsmittel dar und sollte daher nicht mit Oxidationsmitteln in Kontakt gebracht werden. Beim Menschen zeigten sich bei einer Gabe von 201 mg/kg Körpergewicht über einen Zeitraum von acht Tagen Schläfrigkeit, Übelkeit und Parästhesie.<ref name="canchemrep" /> Es ist die Gefahr der Sensibilisierung bei Hautkontakt möglich. Darüber hinaus ist Hydraziniumsulfat beim Menschen wahrscheinlich krebserzeugend.
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Krebserzeugender Stoff
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Ätzender Stoff
- Sensibilisierender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Sulfat
- Hydraziniumverbindung