Karl Lagerfeld
Karl Otto Lagerfeld (* 10. September 1933 in Hamburg;<ref name="geburtsanzeige">Geburtsanzeige in: Hamburger Nachrichten vom 12. September 1933. Online</ref> † 19. Februar 2019 in Neuilly-sur-Seine bei Paris<ref>Karl Lagerfeld ist tot. In: ORF.at. 19. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.</ref><ref>Anke Schipp: Modeschöpfer Karl Lagerfeld gestorben. In: faz.net. 19. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.</ref>) war ein deutscher Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner.
Er begann seine Laufbahn in der französischen Modewelt Mitte der 1950er Jahre in Paris, wo er bei Balmain, Patou, Chloé und anderen Modefirmen beschäftigt war. Seit 1965,<ref>Karl Lagerfeld and Fendi youtube.com, 21. Februar 2019</ref> anderen Quellen zufolge seit 1964,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld. Modemethode. ( vom 7. August 2018 im Internet Archive) Bei: kultur-online.de, 7. September 2015</ref> war er als Damenmode-Designer bei Fendi in Rom unter Vertrag.
Mode unter seinem eigenen Namen kreierte Lagerfeld für Damen und Herren mit Unterbrechungen seit 1974.<ref>Karl Lagerfeld hat Geburtstag: Wie gut kennen Sie seine Sprüche? Bei: Spiegel online, 10. September 2015.</ref><ref>Karl Lagerfeld – Klotzen statt Kleckern. Bei: brigitte.de, 10. September 2008.</ref><ref>Modedesigner-Lexikon: Karl Lagerfeld. Bei: fuersie.de, abgerufen am 19. August 2016.</ref> Seit 1983 war er Kreativdirektor und Chefdesigner beim französischen Modehaus Chanel, dessen Revival in den 1980er Jahren und anschließender Aufstieg zu einem internationalen Milliardenkonzern zu großen Teilen Lagerfeld zugeschrieben wird.
Darüber hinaus war er bekannt für zahlreiche Kooperationsprojekte in den Bereichen Mode, Werbung, Design, Fotografie und Kunst. Lagerfeld wurde aufgrund seines über 60 Jahre währenden Schaffens und seines stilbildenden Einflusses auf die internationale Modewelt von der Presse bisweilen als „Kaiser Karl“<ref>Kaiser Karl und sein Hofstaat. Bei: faz.net, 24. November 2011.</ref><ref>Der Ausverkauf des Kaiser Karl. Bei: welt.de, 6. September 2008.</ref><ref>Kaiser Karl: Behind the Mask. Bei: vanityfair.com, Februar 1992</ref> oder als „Modezar“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Modezar Karl Lagerfeld eröffnet eigene Ausstellung in Essen. ( des Vorlage:IconExternal vom 24. September 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Bei: focus.de, 15. Februar 2014</ref><ref>Karl Lagerfeld – Modezar und Kunstfigur. Bei: swr.de, 27. März 2015</ref><ref>Modezar Karl Lagerfeld lockt Stars nach Salzburg. Bei: krone.at, 26. November 2014</ref> bezeichnet. Zu seinen persönlichen Markenzeichen gehörten ein weiß gepuderter Zopf, ein hochstehender Vatermörder sowie dunkle Sonnenbrillen; bis Anfang der 2000er Jahre trat er auch mit einem Handfächer in der Öffentlichkeit auf.<ref>Karl Lagerfeld – „Ich bin doch kein Inder“. Bei: Süddeutsche Zeitung, 9. Dezember 2008</ref>
Leben
Eltern und Verwandte
Karl Otto Lagerfeld wuchs als Sohn des Hamburger Kondensmilch-Fabrikanten (Glücksklee-Milch GmbH) Otto Lagerfeld (1881–1967)<ref>Paul Sahner: Karl. mvg verlag, München 2009, S. 15. (PDF, 0,1 MB)</ref> und dessen Frau Elisabeth Bahlmann (1897–1978)<ref>Tilman Allert: Gruß aus der Küche: Soziologie der kleinen Dinge. via Google Books, 2017</ref> in wohlhabenden Verhältnissen auf. Geheiratet haben seine Eltern 1930. Einer seiner Großväter war Karl Bahlmann. Lagerfeld hatte eine 1931 geborene Schwester,<ref>"Mir wurde als Kind gesagt, ich wäre dumm." t-online.de, 7. September 2009.</ref> die ab 1957 in den USA lebte und Ende 2015 starb,<ref>Karl Lagerfeld – Seine Schwester ist tot – und das schon seit 2 Jahren! bunte.de, 31. August 2017.</ref><ref>Lagerfelds vergessene Schwester: «Ich denke schon oft an ihn». ksta.de, 10. Juli 2013</ref> sowie eine Halbschwester aus der ersten Ehe seines Vaters.<ref>Dat weer Kalli. faz.net, 4. September 2008.</ref>
Geburtsjahr
Karl Lagerfeld wurde laut Geburtsanzeige seiner Eltern in den Hamburger Nachrichten am 10. September 1933 geboren.<ref name="geburtsanzeige"/>
Als Geburtsjahr gab Lagerfeld öffentlich lange Zeit 1938 an, später 1935.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld dans A la Bonne Heure! ( vom 16. September 2012 im Internet Archive)</ref><ref>Karl Lagerfeld révèle son âge pour la première fois., abgerufen am 25. Juli 2014.</ref> Die Bild am Sonntag veröffentlichte 2008 Auszüge des kirchlichen Taufregisters Hamburg sowie Kommentare seiner Lehrerin und eines Klassenkameraden,<ref>Der Modedesigner und seine Geburtstags-Mogelei: Der große Karl macht sich ein klein wenig jünger. Bild.de, 10. September 2008.</ref> die als sein Geburtsjahr 1933 angaben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. ORF, 6. September 2008</ref> Am 10. September 2008 ließ Lagerfeld sich gleichwohl zum „70. Geburtstag“ gratulieren. Entsprechendes war bereits im Jahr 2003 zu seinem „65.“ geschehen. Einige Medien übernahmen die Angaben des Modeschöpfers ungeprüft, andere nicht, sodass sich biografische Angaben zur Person Lagerfelds oft widersprechen.
Am 7. Juli 2013 meldete die Welt am Sonntag, das wahre Geburtsdatum von Lagerfeld sei der 10. September 1933. Die Information stützt sich auf ein Buch der Hobby-Historiker Maike und Ronald Holst aus dem Hamburger Stadtteil Blankenese. Sie fanden bei Recherchen zu ihrem Buch Blankeneser Frauen eine Karte mit einer Geburtsanzeige, in der „Otto Lagerfeld und Frau Elisabeth, geb. Bahlmann“ die Geburt ihres Sohnes bekanntgeben. An der Karte ist mit einem blauen Seidenschleifchen ein kleines Kärtchen befestigt. Auf diesem steht: „Karl Otto“ und darunter „Sonntag, 10. September 1933“.<ref>Der große Karl wird doch schon 80. Welt am Sonntag, 7. Juli 2013.</ref> Der Stern bezog sich am 30. November 2017 auf das Taufregister der Gemeinde Hamburg-Winterhude, das ebenfalls besagt, dass Lagerfeld am 10. September 1933 geboren wurde.<ref>In: Stern 49 vom 30. November 2017, S. 84.</ref> Das Standesamt der Gemeinde Neuilly-sur-Seine (Frankreich) bewahrt die Sterbeurkunde<ref>« Femme Actuelle » [1] und « TMZ » https://www.tmz.com/2019/03/16/karl-lagerfeld-death-certificate-french-legion-honor-designer/</ref> (Nr. 2019/171) Lagerfelds mit Geburtsdatum „10. September 1933 in Hamburg (Deutschland)“.
Kindheit und Jugend
Lagerfelds Patenonkel war Conrad Ramstedt.<ref>Westfälische Nachrichten: Weltberühmter Chirurg. Patenonkel von Karl Lagerfeld. 1. Februar 2017.</ref> Das Ehepaar Otto und Elisabeth Lagerfeld erwarb 1934 das fast 500 Hektar große Gut Bissenmoor bei Bad Bramstedt.<ref>Kaiser Karl: Behind the Mask. Vanity Fair, Februar 1992, S. 4.</ref> Die Familie siedelte dorthin um, kehrte jedoch 1939 nach Hamburg zurück. Als 1944 während des Zweiten Weltkriegs weite Teile Hamburgs durch Bombardierungen verwüstet wurden, ließen sich die Eheleute Lagerfeld mit ihren Kindern erneut in Bad Bramstedt nieder. Karl Lagerfeld besuchte dort mehrere Jahre die Jürgen-Fuhlendorf-Schule, bevor die Familie ihren Wohnsitz 1949 abermals nach Hamburg verlegte. Seinen Schulbesuch setzte Lagerfeld für zwei Jahre an der Bismarckschule fort.
Ende August 1952 zog Lagerfeld, der bereits gut Französisch sprach, nach Paris.<ref>„Ich kann machen, was ich will, wann ich will“ welt.de, 19. Februar 2019</ref><ref>Karl Lagerfeld: „Alles kam mir verwahrlost vor“ focus.de, 22. Januar 2013</ref> Sein Vater hatte ein Büro in der Stadt<ref>Karl Lagerfeld and Baz Luhrmann: in conversation from Vogue Australia’s December 2003 issue vogue.com.au, 20. Februar 2019</ref> und dessen Mitarbeiter kümmerten sich um den jungen Lagerfeld. Untergebracht war er in einem Wohnheim für Minderjährige in der Rue Sorbonne.<ref>Als Karl Lagerfeld ein letztes Mal nach Hause kam stern.de, 17. Dezember 2017</ref> Der ursprüngliche Plan war es, nach einiger Zeit nach Deutschland zurückzukehren und das Abitur abzulegen. Lagerfeld besuchte zunächst das Lycée Montaigne im Quartier Latin und schließlich eine private Zeichenschule.<ref>Karl Lagerfeld Dies in Paris wwd.com, 19. Februar 2019</ref> Langsam kam Lagerfeld in Paris an. Unter anderem lernte er den deutschen Journalisten Peter Bermbach kennen, der seit Mitte der 50er-Jahre oft in der Stadt war und seit 1960 dort lebte. Die beiden verstanden sich sofort und wurden Freunde.<ref>Cathrin Wißmann: Nachgezeichnet. Hrsg.: Stern. 24. Juli 2025, S. 95.</ref>
1954 erreichte er beim Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats in Paris für den Entwurf eines Mantels den ersten Platz und absolvierte anschließend eine Lehre als Schneider bei Pierre Balmain. Nach dreieinhalb Jahren verließ er das Haus Balmain, um Anfang 1958 zu Jean Patou zu wechseln. Schließlich arbeitete er als freier Mode-Illustrator.
1967 bis 1987
1967 stellte ihn die damalige Chloé-Geschäftsführerin Rosemarie Le Gallais (1937 als Rosemarie Lehmacher in Lüdenscheid geboren und in Plettenberg (Sauerland) aufgewachsen; † 9. Dezember 2021) ein. Sie arbeitete bis 1987 eng mit Lagerfeld zusammen; er nannte sie „meine rechte und linke Hand“.<ref> Alfons Kaiser: Sie war Lagerfelds „rechte und linke Hand“. (faz.net vom 2. Januar 2022)</ref>
Späterer Wohnort und Vorlieben
Lagerfeld lebte und arbeitete überwiegend in Paris. Lange Jahre bewohnte er hier einen Flügel<ref>Karl Lagerfeld vivait rue de l'Université. In: Admagazine.fr. 29. August 2023, abgerufen am 19. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> im Hôtel Pozzo di Borgo, einem historischen Stadtpalais in der Rue de l’Université 51 im 7. Arrondissement.<ref>Karl Lagerfeld – so lebte der Modedesigner im Hôtel Pozzo di Borgo. In: AD-Magazin. 19. Februar 2023, abgerufen am 27. März 2024.</ref> Im Jahr 2007 bezog Lagerfeld nach umfangreicher Renovierung ein Appartement am Quai Voltaire 17, gegenüber dem Museum Louvre sowie dem Jardin des Tuileries. Der Wohnraum umfasste rund 260 m², welche der Architekt Jacques de Cormont gestaltet hatte. Lagerfeld unterhielt zu Lebzeiten zudem Wohnungen und Häuser in Monte Carlo, Biarritz, Rom, Vermont und New York City. Er erwarb 1991 die Villa Jako in Hamburg-Blankenese, die er 1998 wieder verkaufte.<ref>Zehn Millionen Euro für Lagerfelds Elbblick. manager-magazin.de, 26. Januar 2010</ref><ref>Karl Lagerfeld gibt Alstervillen Glanz. Die Welt, abgerufen am 4. April 2011.</ref><ref>stern.de: Problem-Immobilie: Darum will keiner die Hamburger Villa von Karl Lagerfeld</ref>
Das Schloss in der Bretagne, Château de Penhoët, das Lagerfeld seiner Mutter, die dort auch beigesetzt wurde,<ref>Der große Karl wird doch schon 80. welt.de, 7. Juli 2013.</ref> nach dem Tod des Vaters 1967 gekauft hatte, verkaufte er im Jahr 2000.<ref>Le cas DSK s'aggrave. lexpress.fr, 26. Oktober 2000</ref><ref>Profile in Style: Karl Lagerfeld. nytimes.com, 4. Dezember 2008.</ref><ref>Ingeborg Harms: Der Sonnenkönig, den Deutschland nie hatte, FAZ, 10. September 2008.</ref> Seit dem Tod seines Lebenspartners Jacques de Bascher 1989 lebte Lagerfeld nach eigenen Angaben am liebsten allein.<ref>DasErste.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Interview mit Reinhold Beckmann ( vom 21. Februar 2006 im Internet Archive), 27. Juni 2005</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld "Ich hasse Male Models". ( vom 21. September 2011 im Internet Archive) max.de, abgerufen am 8. September 2010.</ref><ref>Karl Lagerfeld wider die Enthüllung. Die Welt, 11. April 2007.</ref><ref>Karl Lagerfeld, Boy Prince of Fashion. nymag.com (engl.), 6. Februar 2006.</ref>
Lagerfeld galt als sehr disziplinierter Workaholic mit einer guten Allgemeinbildung.<ref>Paul Sahner: Karl Lagerfeld und die Angst vor dem Dahinsiechen. Die Welt, 17. August 2009, Interview.</ref> Seine Privatbibliothek soll ca. 300.000 Bücher umfasst haben.<ref>Inga Griese: Karl Lagerfeld – Das sind die 8 Lieblingsbücher des Chanel-Designers. Die Welt, 27. November 2018 (welt.de [abgerufen am 14. September 2019]).</ref><ref>Uwe Ebbinghaus: Büchersammler Lagerfeld: Ich suche auch Sachen, die ich nicht suche. 25. Januar 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 14. September 2019]).</ref><ref>"Ich bin ein Papierfresser". Die Welt, 26. April 2002 (welt.de [abgerufen am 14. September 2019]).</ref> 1999 eröffnete Lagerfeld in Paris den Buchladen 7L (benannt nach dessen Adresse 7, rue de Lille). Im Jahr 2000 rief er zusammen mit dem Göttinger Verleger Gerhard Steidl, mit dem er seit 1993 unter anderem für Chanel zusammengearbeitet hatte, den Imprint-Verlag Edition 7L ins Leben. 2010 gründete Lagerfeld zusammen mit Steidl den Imprint-Verlag L.S.D. (Lagerfeld.Steidl.Druckerei.Verlag) für überwiegend deutschsprachige Bücher und wurde Programmchef dieses Verlages.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Steidl und Lagerfeld rufen LSD-Verlag ins Leben. ( vom 2. Januar 2014 im Internet Archive) Börsenblatt, abgerufen am 25. Juli 2014.</ref><ref>https://steidl.de/Verlag-0508192541.html</ref>
In ewiger Liebe,
dein Team“
Tod
Laut ursprünglichen Berichten französischer Medien litt Lagerfeld an Bauchspeicheldrüsenkrebs.<ref>Dagmar Haas-Pilwat: Au revoir Monsieur Karl. In: Rheinische Post, 20. Februar 2019, S. R-HEU1.</ref> Nach Aussage einer deutschen Zeitschrift starb er an Prostatakrebs, was von seinem langjährigen Assistenten bestätigt wurde.<ref>Designer litt an Prostatakrebs – Assistent von Karl Lagerfeld nennt in Interview erstmals wahre Todesursache. www.focus.de: , 29. Dezember 2019. Zuletzt abgerufen am 29. Dezember 2019.</ref><ref>Vor einem Jahr gestorben: Todesursache von Karl Lagerfeld geklärt: Woran starb "King Karl"?, www.abendzeitung-muenchen.de, 18. Februar 2020</ref> Er wurde am 18. Februar 2019 ins Amerikanische Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine eingeliefert und starb dort am Tag darauf im Alter von 85 Jahren.<ref>Scarlett Conlon, Angelique Chrisafis: Karl Lagerfeld, Chanel fashion designer, dies aged 85. In: Guardian.com, abgerufen am 19. Februar 2019.</ref>
Noch am selben Tag ernannte der Chanel-Konzern Lagerfelds langjährige „rechte und linke Hand“ Virginie Viard zu seiner Nachfolgerin als Kreativchefin. Sein Leichnam wurde am 22. Februar 2019 in Nanterre im Beisein von unter anderem Prinzessin Caroline von Monaco, ihrer Tochter Charlotte Casiraghi, Bernard Arnault und Virginie Viard eingeäschert. Auf Wunsch Lagerfelds fand keine große öffentliche Trauerfeier statt.<ref>Modezar Karl Lagerfeld ohne große Zeremonie eingeäschert. In: Morgenpost.de, abgerufen am 24. Februar 2019.</ref>
Im April 2018 hatte er in einem Interview gesagt, er lehne eine Beerdigung ab und wünsche sich, dass ein Teil seiner Asche zusammen mit der Asche seiner Mutter verstreut werde, während der andere Teil seiner Asche (wie er 2017 sagte) mit der seines 1989 verstorbenen Lebensgefährten Jacques de Bascher, die an einem geheimen Ort aufbewahrt sei, vereint werden solle.<ref>Eléanor Douet: Karl Lagerfeld va être incinéré ce vendredi 22 février à Nanterre. In: RTL.fr, abgerufen am 24. Februar 2019.</ref> Lagerfelds Asche wurde am 22. Februar 2019 in Nanterre beigesetzt.<ref>Karl Lagerfeld im engsten Kreis beigesetzt. In: br.de. Abgerufen am 24. Juni 2019.</ref><ref>Karl Lagerfeld a été incinéré, le cadeau très onéreux d'Amal et George Clooney à Meghan Markle: toute l'actu du 22 février. In: closermag.fr. Abgerufen am 24. Juni 2019.</ref>
Persönlicher Stil
Lagerfelds Markenzeichen war neben einem Haarzopf (einem ungeflochtenen Pferdeschwanz) eine dunkle Sonnenbrille, die einen Sehfehler korrigierte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Merkmal des Modezaren – Lagerfeld tönt seinen Zopf noch weißer ( vom 16. September 2010 im Internet Archive). Rheinische Post, 11. August 2010.</ref><ref>Karl Lagerfeld: Der Zopf – sein Markenzeichen. Gala, 11. August 2010.</ref> Bis Anfang der 2000er-Jahre und vor allem während der 1980er- und 1990er-Jahre war der Designer bei öffentlichen Auftritten zudem mit einem Handfächer zu sehen.<ref>Karl Lagerfeld – Der Zopf soll ab. Der Spiegel, 15. Dezember 1999.</ref><ref>karl lagerfeld: Stress? Ich kenne nur Strass! Freundin, September 2008.</ref> Nach eigener Aussage diente der Fächer hauptsächlich zur Abwehr von Zigarettenrauch und als Schutz gegen Paparazzi.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />International Man Of Mystery. ( des Vorlage:IconExternal vom 26. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. chicagotribunecom, 23. Oktober 1998.</ref> Seine eigene Kleidung besorgte sich Lagerfeld damals vorwiegend bei japanischen Designern wie Matsuda, Comme des Garçons oder Yohji Yamamoto.<ref>Karl Lagerfeld – „Ich bin doch kein Inder“. zeit.de, 9. Dezember 2008.</ref><ref>I lost weight to be a good clotheshorse. telegraph.co.uk, 25. Februar 2004</ref><ref>Karl Lagerfeld, Boy Prince of Fashion. nymag.com, 6. Februar 2006.</ref> Ab Mitte der 2000er-Jahre präsentierte er sich gerne in halboffenen Autofahrer-Handschuhen, hohem Hemdkragen, Silberschmuck der Marke Chrome Hearts und engen Hosen.<ref>Der Sonnenkönig, den Deutschland nie hatte. FAZ, 10. September 2008.</ref><ref>Lagerfeld über den modernen Mann. Die Welt, 10. April 2007.</ref><ref>Designer-ABC: Lagerfeld, Karl. FAZ, abgerufen am 7. Juni 2012.</ref>
Nachlass-Versteigerung
2022 wurde bei Sotheby’s in Köln der Nachlass von Karl Lagerfeld für 4,2 Millionen Euro versteigert. Zusammen mit den vorhergehenden Versteigerungen 2021 in Monaco und Paris belief sich der Erlös auf 22,5 Millionen Euro. Zur Auktion kamen unter anderem seine fingerlosen Handschuhe, ein Karl-Lagerfeld-Teddybär und ein Porträt mit seiner Katze Choupette.
Die meisten Objekte stammten aus seiner Villa im französischen Louveciennes bei Versailles. Das Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert (Petit Pavillon du Château de Voisins)<ref name=AD>www.ad-magazin.de: Karl Lagerfeld besaß einige Häuser – das ist seine letzte Villa, die sich der Modedesigner einrichtete (10. September 2024)</ref> war vor allem mit Möbeln und Werbeplakaten aus seiner Heimat ausgestattet. Ein besonderer Schwerpunkt war dabei deutsche Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, darunter auch eine bedeutende Sammlung deutscher Werbeplakate.<ref>Karl-Lagerfeld-Auktion in Köln erzielte 4,2 Millionen Euro In: freizeit.at, 9. Mai 2022, abgerufen am gleichen Tag.</ref> Im März 2024 wurde seine Wohnung in Paris für zehn Millionen Euro per Kerzenauktion versteigert.<ref>https://www.spiegel.de/kultur/paris-dieses-apartment-von-karl-lagerfeld-wird-gleich-versteigert-a-bba9eed3-b3c4-4014-8dc0-b761c3f4e160</ref><ref>Wohnen wie Karl Lagerfeld? Das war einem Bieter zehn Millionen Euro wert. In: WELT Online. 27. März 2024, abgerufen am 27. März 2024.</ref> Im Juli 2025 wurde seine Villa in Louveciennes ebenfalls per Kerzenauktion versteigert. Sie erzielte 4,685 Millionen Euro.<ref>En images : à Louveciennes, la propriété de Karl Lagerfeld vendue aux enchères ce 1er juillet pour 4,685 millions d’euros lefigaro.fr, 2. Juli 2025, abgerufen am 7. Juli 2025 (französisch)</ref>
Kreative Denkweise
Barock und Bildung – und Rokoko
Es gibt zwei bedeutende Stränge von Lagerfelds Denkweise, die als Barock und Bildung bezeichnet werden können. So war für Lagerfeld die Bedeutung der barocken Allegorie und Falten (vgl. Gilles Deleuze: Die Falte. Leibniz und der Barock. 8. Auflage. Suhrkamp Verlag, 2020) und der Selbstbildung mit der Aneignung neuer kultureller Erkenntnisse die Quelle von Lagerfelds Modehistorismus und Zukunftsorientierung.<ref>Michael A. Langkjær (2021) 'Baroque and Bildung in the Creative Practice and Personal Style of Karl Lagerfeld – Towards a Biographical Reinstatement of the Individual Designer', Fashion Theory, 25:5, 633-661, DOI:10.1080/1362704X.2019.1646558</ref> Abgesehen von den vielen Rokoko-Zugehörigkeiten von Lagerfelds Modedesign, persönlichem Stil und Innendekoration beschwor Lagerfeld das Rokoko auch in seiner Kunstfotografie herauf, wie zum Beispiel in seinen von Daphnis und Chloé inspirierten Fotoserien.<ref>Langkjær, Michael A. (2015). Feuerbach’s Muses – Lagerfeld’s Models: Hamburger Kunsthalle, Hamburg. 21. Februar – 15. Juni 2014. Curated by Hubertus Gaßner and Luisa Pauline Fink. Catwalk: The Journal of Fashion, Beauty and Style. 4 (1): 83–91 – via Researchgate.net.</ref>
Karriere
Anfänge in Paris
Am 14. Dezember 1954<ref>Karl Lagerfeld: Life in pictures vogue.in, 19. Februar 2019</ref> nahm Lagerfeld in Paris den noch heute existierenden International Woolmark Prize<ref>International Woolmark Prize, woolmarkprize.com, abgerufen am 13. März 2019</ref> des Internationalen Wollsekretariats IWS (1997 in The Woolmark Company umbenannt) in der Kategorie „Mantel“ entgegen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />International Woolmark Prize ( vom 19. August 2016 im Internet Archive), woolmark.com, abgerufen am 19. August 2016</ref> Die Organisation hatte in Paris mit einer Anzeigenkampagne Amateure aufgerufen, ihre Modeentwürfe einzusenden.<ref>Karl Lagerfeld reveals he blew all of his Woolmark Prize money in 1954 buro247.com, 28. April 2015</ref> Der damals für das Haus Dior arbeitende Yves Saint Laurent gewann im selben Wettbewerb den Preis in der Kategorie „Abendkleid“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />International Woolmark Prize: History. ( vom 26. November 2015 im Internet Archive)</ref> Lagerfeld bekam daraufhin eine Stelle als Assistent bei Pierre Balmain, der neben Hubert de Givenchy Juror des Wettbewerbs gewesen war. Während seiner Zeit bei Balmain absolvierte er eine Schneiderlehre<ref>Karl Lagerfeld, elle.de, abgerufen am 19. August 2016</ref><ref>Karl Lagerfeld – Informationen und Hintergründe, welt.de, abgerufen am 19. August 2016</ref> und der Entwurf seines preisgekrönten Wollmantels ging bei Balmain in Produktion.
1958 wechselte Lagerfeld zu Jean Patou und war dort von 1958 bis 1963 Künstlerischer Direktor. Seine erste Kollektion präsentierte er im Juli 1958 unter dem Namen Roland Karl. Nach Ablauf seines Exklusivvertrags bei Patou war Lagerfeld freiberuflich für Modefirmen wie Mario Valentino, Krizia und die Discounter-Kette Monoprix<ref name="forher"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld - Biografie ( vom 11. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> tätig. 1964 begann er ein Kunststudium in Paris, das er nach drei Jahren aufgab. Aus der anfänglichen Freundschaft zwischen Lagerfeld und Saint Laurent entwickelte sich über die Jahre Rivalität.<ref>Lagerfeld züngelt gegen Joop, Gaultier und Saint-Laurent, Der Spiegel, 18. Mai 2001</ref><ref>Rivalität der Schillernden, taz, 15. Januar 2007</ref>
1960/70er: Chloé, Fendi etc.
1963 wechselte Lagerfeld als künstlerischer Direktor zu Chloé, entwickelte dort bis 1978<ref>KARL LAGERFELD Porträt eines Mode-Genies</ref> Kollektionen und verließ das Unternehmen nach Unstimmigkeiten mit den Eigentümern. In den 1960er-Jahren experimentierte er in seiner Mode mit Elementen des Art déco.<ref>Stoffe machen neue Mode, zeit.de, 13. Juni 1969</ref> Auch privat war er Anhänger des Art déco; er häufte über die Jahre eine immense Sammlung an Einrichtungsgegenständen dieser Epoche an.<ref>Personalien – Karl Lagerfeld, spiegel.de, 17. November 1975</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lagerfeld versteigert Art-Déco-Sammlung ( vom 16. Januar 2005 im Internet Archive), netzeitung.de, 7. März 2003</ref> Weltweite Anerkennung brachte ihm 1972 die Deco-Kollektion bei Chloé ein, die aus Schwarz-Weiß-Drucken mit geschicktem, asymmetrischem Schnitt bestand.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld – Das Lebenswerk des Jahrhundertgenies im Überblick ( vom 25. August 2012 im Internet Archive), brigitte.de, 26. Januar 2009</ref> Seit 1964/65 entwarf Lagerfeld für das italienische Pelz- und Modeunternehmen Fendi, das heute vollständig zum Luxusgüterhersteller LVMH gehört. Er entwarf für Fendi das weltweit bekannte umgekehrte FF-Logo (das sog. „Doppel-F“-Symbol bzw. „Zucca“-Logo) und ließ sich es schützen.<ref name="petra-Karl_Lag">Klambt Style-Verlag Gmbh & Co. Kg: Karl Lagerfeld gestorben – ein Porträt. In: petra.de. 5. Dezember 2013, abgerufen am 14. Mai 2020.</ref> Parallel dazu nahm er weiterhin Designaufträge für andere Unternehmen an,<ref>K wie Karl, Der Spiegel 47/1972 vom 12. November 1972.</ref> wie etwa für die damals von dem texanischen Milliardär Evan Richards von Rom aus auf den amerikanischen Markt gebrachte Modemarke Tiziano Roma.<ref>Ein Amerikaner in Paris, in: Karl. Sahner, Paul. MVG-Verlag. 2008</ref> Aus diesen Zeiten rührt die Freundschaft Lagerfelds mit seinem Modeschöpfer-Kollegen Valentino Garavani.<ref>Valentino – Ciao Bello!, gq-magazin.de, abgerufen am 29. August 2012</ref>
1974 gründete Lagerfeld in Deutschland unter dem Namen Karl Lagerfeld Impression sein erstes eigenes Unternehmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld ( vom 25. Januar 2012 im Internet Archive), Deluxe Label</ref> In den Jahren 1978–1983 war er selbstständig für verschiedene Unternehmen tätig, auch wieder für das Haus Chloé, wo ihm 1983 Guy Paulin nachfolgte; sein Vertrag mit Chloé lief jedoch weiter.<ref>Chloé mit neuem Design sowie Und was macht Karl Lagerfeld? In: Die Pelzwirtschaft 5–6, Berlin, 29. Juni 1984, S. 60.</ref>
1980er: Chanel und Professur
Ende 1982 stellte der Eigentümer von Chanel, Alain Wertheimer, Lagerfeld als Designer der Haute-Couture-Kollektion an. Die Umsätze des traditionsreichen Modehauses hatten nach dem Tod von Coco Chanel (1883 – 1971) stark nachgelassen, und Wertheimer wagte mit einem Designer, der zuvor noch keine Haute-Couture-Mode verantwortet hatte, einen unkonventionellen Neustart. Lagerfeld nahm die Stelle an, obwohl ihm sein Umfeld davon abgeraten hatte. In der Folge wurde er Chefdesigner der Chanel-Kollektion und der Prêt-à-Porter-Sparte. Lagerfelds erste Chanel-Kollektion wurde am 5. Februar 1983 präsentiert. Er verhalf der damals etwas angestaubten Modemarke für ältere Damen durch moderne, bisweilen unkonventionelle Interpretationen des Erbes von Coco Chanel wieder zu ihrem alten Glanz und trug durch den Ausbau der Kollektionen maßgeblich dazu bei, dass Chanel heute auch bei jungen Frauen zu den tonangebenden Top-Marken in der hochpreisigen Damenmode zählt. Kritiker bemängeln bisweilen, dass Lagerfeld – wenngleich mit immensem finanziellen Erfolg für das Haus Chanel – lediglich die Ideen von Coco Chanel zeitgemäß umsetzte, statt die Marke mit etwas Eigenem zu bereichern.<ref>Robin Givhan: Is Chanel Designer Karl Lagerfeld Spread Too Thin? newsweek.com, 30. Januar 2012.</ref> Von 1992 bis 1997 war Lagerfeld auch wieder für Chloé als Chefdesigner tätig, bis er dort von Stella McCartney abgelöst wurde.
Von 1980 bis 1984 war Lagerfeld als erster Modeschöpfer in einer bis heute fortgeführten Reihe Gastprofessor der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien; seine Nachfolgerin war Jil Sander.
1990er: eigene Modemarke
1984 hatte Lagerfeld mit dem französischen Textilhersteller Bidermann sein eigenes Label Karl Lagerfeld gegründet, das für extravagante Strickmode bekannt wurde, allerdings nicht profitabel war. 1987 kaufte der französische Luxusgüterkonzern Cora-Revillon die Rechte der Marke, der 1992 seinerseits von Dunhill aufgekauft wurde und nach einer Fusion mit Cartier in der Vendome-Gruppe (dem späteren Richemont-Konzern) aufging. Vendome liquidierte die Marke Lagerfeld nach schlechten Umsätzen sowie hohen Verlusten und gab die Markenrechte 1997 an Lagerfeld zurück. Dieser startete 1998 unter dem Namen Lagerfeld Gallery und zunächst einer kleinen, selbst kreierten Damenkollektion neu. Mit Hilfe von Andrée Putman wurden Lagerfeld-Gallery-Boutiquen in Paris (40, Rue de Seine) und Monaco eröffnet, in denen Lagerfelds exklusive Mode neben ausgewählten Artikeln von Fendi sowie Bücher und Fotografien verkauft wurden. Die Damenkollektionen wurden ab 1999 bei den Modenschauen in Paris präsentiert. Für Damen gab es ab 2002 unter dem Namen Lagerfeld Gallery by Diesel zudem eine Kooperation mit dem italienischen Jeanshersteller Diesel.<ref>Fall 2002 Ready-to-Wear – Lagerfeld Gallery, style.com, 8. März 2002</ref> Bis Mitte der 2000er-Jahre existierte von der Marke Lagerfeld Gallery auch Männermode,<ref>Lagerfeld soll Weltmarke werden, welt.de, 14. Dezember 2004</ref> die ebenso in Paris vorgeführt wurde.
Bereits 1988 war die Zweitlinie KL by Karl Lagerfeld zusammen mit der Steilmann-Gruppe lanciert worden, die die Zusammenarbeit allerdings 1995 einstellte. 1996 begann Lagerfeld eine Kooperation mit Quelle und bot die Damenkollektion KL by Karl Lagerfeld bis 1999 im Quellekatalog an. 1999 ging die Lizenz für die Lagerfeld-Damenkollektion an die Miltenberger FD Fashion Design, die bereits seit 1989 die weltweite Lizenz (außer für Japan und die USA) für die Herrenkollektion hielt.
Models und Musen
Lagerfeld gilt als der Entdecker des ehemaligen Top-Models Claudia Schiffer, seiner zeitweiligen Muse, die 1993 in einem von Lagerfeld mit Koranversen bestickten Mieder auf einer Modenschau einen Skandal provozierte. Davor war Inès de la Fressange seine Muse gewesen, doch die Zusammenarbeit endete 1989. Zu Lagerfelds zahlreichen anderen Musen gehören die männlichen Models Brad Kroenig<ref>Brad Kroenig.</ref> und Baptiste Giabiconi<ref>Baptiste Giabiconi, der Toyboy von Karl Lagerfeld.</ref> sowie die weiblichen Models Toni Garrn,<ref>Toni Garrn – vom Fanfest auf den Otto-Titel.</ref> Freja Beha Erichsen,<ref>Karl Lagerfeld hat eine dänische Muse.</ref> Lara Stone<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schön, Schöner, Baptiste! ( vom 28. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> und Daria Werbowy, weiterhin die Sängerinnen Beth Ditto und Florence Welch.<ref>Florence Welch ist Lagerfelds neue Muse.</ref>
Zusammenarbeit mit H&M
Im November 2004 erregte Lagerfeld Aufsehen durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Discount-Modefilialisten Hennes & Mauritz (H&M), für den er eine kostengünstige Modekollektion mit 20 Artikeln für Damen und zehn für Herren sowie ein Parfüm namens Liquid Karl entwarf.<ref>Lagerfeld bei H&M: Catchen am Kleiderständer, Der Spiegel, 12. November 2004</ref><ref>Massenhysterie um Designer-Schnäppchen, Stern, 12. November 2004</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />«Liquid Karl»: Lagerfeld für H&M vorgestellt ( vom 20. September 2011 im Internet Archive), netzeitung.de, 20. September 2004</ref><ref>Lagerfeld-Aktion von H&M, Der Spiegel, 14. November 2004</ref><ref>Karl Lagerfeld and H&M, hm.com (engl.), 21. Juni 2004</ref> Lagerfeld war H&Ms erster Design-Kooperationspartner, ihm folgten unter anderem Stella McCartney (2005), Viktor & Rolf (2006), Roberto Cavalli (2007), Comme des Garçons (2008), Matthew Williamson (2009), Jimmy Choo (2009), Lanvin (2010), Versace (2011), Marni (2012).
Tommy Hilfiger
2005 kaufte der US-Modekonzern Tommy Hilfiger die Marke Lagerfeld inklusive aller Lizenzen für 27,5 Mio. $. Die hochpreisige Pariser Kollektion Lagerfeld Gallery für Damen wurde umbenannt in Lagerfeld Collection und ab 2006 durch zwei jüngere, preiswertere Labels – Karl Lagerfeld für Damen sowie KL Lagerfeld für Herren – komplementiert, die sich am Stil der New Yorker Modeszene orientieren. Die Lagerfeld-Gallery-Mode für Herren wurde eingestellt. Lagerfeld Collection wurde von Lagerfeld selbst in Paris entworfen; um die Marke Karl Lagerfeld kümmerte sich ein Hilfiger-Designteam in New York. Die Kollektionen wurden auf den Modenschauen in New York gezeigt. Mitte 2006 beschloss die Tommy Hilfiger Corp., selbst erst Ende 2005 vom britischen Finanzinvestor Apax Partners aufgekauft,<ref>„Tommy Hilfiger wird für 1,6 Mrd. Dollar von Apax Partners übernommen“ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive ), finanzen.net, 23. Dezember 2005</ref> die Lagerfeld-Kollektionen in den USA nicht mehr zu vertreiben und die Zweitlinie Karl Lagerfeld für Damen einzustellen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„US: Hilfiger to drop Karl Lagerfeld’s US line“ ( vom 27. September 2007 im Internet Archive), just-style.com (engl.), 12. Juni 2006</ref> Die Lagerfeld-Gallery-Boutiquen in Paris und Monaco wurden geschlossen. Die Hauptkollektion Lagerfeld Collection wurde schließlich umbenannt in Karl Lagerfeld und bei den Modenschauen in Paris gezeigt. 2007 wurde die Fertigung der Hauptkollektion Karl Lagerfeld an das italienische Unternehmen Vaprio Stile vergeben. Im selben Jahr lancierte Tommy Hilfiger die Brückenkollektion K Karl Lagerfeld für Damen und Herren für den europäischen Markt und Kanada, die mit Beschluss von 2009 zum Frühjahr 2010 wieder eingestellt wurde.<ref>Tommy Hilfiger stellt K Karl Lagerfeld vorerst ein. In: Textilwirtschaft online. 22. Dezember 2009, abgerufen am 14. Januar 2010.</ref> Die Lizenz-Herrenkollektion, immer noch von FD Fashion Design gefertigt, hieß seither schlicht LAGERFELD.
Im März 2010 wurde die Marke Tommy Hilfiger von Apax Partners an Phillips-Van Heusen (PVH), einen amerikanischen Bekleidungshersteller, zu dem u. a. die Marke Calvin Klein gehört, verkauft. Die Marke Karl Lagerfeld war nicht Teil dieses Verkaufs und blieb im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Apax Partners.<ref>„Hilfiger: Karl Lagerfeld bleibt bei Apax“, TextilWirtschaft, 17. März 2010</ref>
Karl Lagerfeld B.V.
Im September 2010 sagte Lagerfeld die für den 3. Oktober während der Pariser Schauen geplante Modenschau seines Labels Karl Lagerfeld ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld … hat die Show für sein Label bei der Prêt-à-porter Paris abgesagt ( vom 11. September 2010 im Internet Archive), Deutsche Vogue, 8. September 2010</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lagerfeld cancels show ( vom 10. September 2010 im Internet Archive), vogue.co.uk, 7. September 2010</ref> Die Damen-Modenschau im März 2010 in Paris (Saison Herbst/Winter 2010/11) war damit die vorerst letzte des Lagerfeld-Labels. Er wolle die Zeit stattdessen nutzen, um sich auf die Entwicklung einer neuen – vorwiegend, aber nicht ausschließlich für Damen konzipierten – Marke namens Karl zu konzentrieren, die im niedrigpreisigeren 'Masstige'-Segment (Kunstwort aus 'Masse' und 'Prestige', quasi 'Prestige für die Massen') angesiedelt sein werde.<ref>Lagerfeld führt neue Linie Karl im Januar ein, textilwirtschaft.de, 24. Oktober 2011</ref><ref>Karl Lagerfeld mit neuer Marke, handelsblatt.com, 24. Oktober 2011</ref> Dazu wurde in Amsterdam unter der Regie von Apax Partners die Karl Lagerfeld B.V. gegründet. Die Karl-Damenmode, ursprünglich für Herbst/Winter 2011 geplant, wurde ab Ende Januar 2012 zunächst nur online, dann auch im Einzelhandel verkauft.<ref>„masstige“ – Lagerfeld will auch „Massenmode“ machen, Der Standard, 8. September 2010</ref> Der Launch der Herrenmode des Labels Karl begann mit der Herbst-Kollektion 2012 und ergänzt die weiterhin von FD Fashion Design entworfene LAGERFELD-Herrenlinie.<ref>Karl Lagerfeld – Der Kaiser für alle, faz.net, 26. Januar 2012</ref> In London und Saint Tropez wurden im Sommer 2012 Pop-up-Ladengeschäfte der Marke Karl eröffnet. Zudem kam in Lizenz-Zusammenarbeit mit Ittierre ab Herbst/Winter 2012 eine höherpreisige Hauptkollektion namens Karl Lagerfeld Paris für Damen und Herren auf den Markt, die nicht nur online, sondern auch in Ladengeschäften verkauft wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />F/S und H/W Karl Lagerfeld Paris: DOB und HAKA von Ittierre ( vom 21. Mai 2014 im Internet Archive), textilwirtschaft.de, 25. Oktober 2011</ref> Die Zusammenarbeit mit Ittierre endete Mitte 2013. Folglich wurde das Portfolio auf die Marken Karl Lagerfeld (Damen und Herren) sowie Lagerfeld (Herren) beschränkt. Im Februar 2013 eröffnete das erste Karl-Ladengeschäft in Paris.
Im April 2014 kaufte PVH von Apax Partners eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen Karl Lagerfeld.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PVH Corp. Announces Minority Investment in Karl Lagerfeld ( vom 26. Dezember 2015 im Internet Archive), pvh.com, 8. April 2014</ref> 2014 und 2015 brachte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Interparfums drei neue Parfüms jeweils für Damen und Herren auf den Markt: Karl Lagerfeld, Paradise Bay und Private Klub. Ende 2015 existierten in Europa ca. ein Dutzend eigene und drei von Partnern betriebene Lagerfeld-Ladengeschäfte, darunter Standorte in Paris, London, Berlin (3×), Düsseldorf, München (2×), Amsterdam, Antwerpen und Kopenhagen. Darüber hinaus gibt es Verkaufsflächen in größeren Kaufhäusern wie Printemps oder Galeries Lafayette. Weitere Boutiquen stehen in Russland, Saudi-Arabien, Katar und China.
2015 wurde eine Kinderkollektion unter dem Namen Karl Lagerfeld Kids aufgelegt.<ref>Get Your Hands on Karl Lagerfeld’s Kids Collection Now instyle.com, 9. November 2015</ref> Mitte 2015 wurde ein Joint Venture mit der US-amerikanischen G-III Apparel Group und deren Tochtergesellschaft AM Retail Group zur Erschließung des nordamerikanischen Marktes vereinbart.<ref>Karl Lagerfeld Paris amretailgroup.com, abgerufen am 22. Juni 2018</ref> Für die USA wurden die separaten Karl Lagerfeld Paris Lizenz-Kollektionen für Damen und Herren aufgelegt. 2016 wurde mit dem USA-Geschäft ein Umsatz von 50 Millionen Dollar erwirtschaftet.<ref>So lebt und arbeitet das mächtigste Liebespaar des deutschen Modezirkus manager-magazin.de, 28. Dezember 2017</ref> Im April 2018 eröffnete ein Lagerfeld-Flagshipstore in SoHo (Manhattan); weitere Geschäfte in den USA sind geplant.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />KARL HAS ARRIVED IN NEW YORK CITY! ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Juni 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. karl.com, 16. April 2018</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Retail Openings: Karl Lagerfeld Paris Unveils SoHo Flagship ( vom 23. Juni 2018 im Internet Archive) accessoriesmagazine.com, 13. April 2018</ref> G-III Apparel Group unterhält in den USA zudem einen eigenen Lagerfeld-Onlineshop und acht Lagerfeld-Outlets. Ein separater Onlineshop für Europa und den Rest der Welt (inklusive USA) mit Damen- und Herrenmode sowie -Accessoires wird seit 2015 in Zusammenarbeit mit der Yoox Net-a-Porter Group unterhalten. Im Herbst 2016 vergab Lagerfeld für 2017 eine Schuhlizenz an den britischen Schuhhersteller Overland Shoes Ltd.<ref>Karl Lagerfeld vergibt Schuhlizenz neu schuhmarkt-news.de, 3. September 2016</ref> Im Frühjahr 2017 entwarf der Illustrator und Künstler Steven Wilson<ref>STEVENWILSONSTUDIO. Abgerufen am 24. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> eine Mode- und Accessoires-Kollektion für Karl Lagerfeld.<ref>Kunst trifft auf Mode: Steven Wilson entwirft für Karl Lagerfeld vogue.de, 3. April 2017</ref> Im Mai 2017 lancierte Lagerfeld in Zusammenarbeit mit Swarovski eine Schmuckkollektion für Damen.<ref>Karl Lagerfeld und Swarovski launchen Fashion Jewellery Collection vogue.de, 5. Mai 2017</ref> Mitte 2017 leitete das Unternehmen Karl Lagerfeld B.V. die Expansion auf dem deutschsprachigen Markt ein.<ref>Expansion im großen Stil: Lagerfeld nimmt die Heimat ins Visier fashionunited.de, 29. Juni 2017</ref> Anfang 2018 wurden die Herrenkollektionen Karl Lagerfeld und LAGERFELD zu einer Kollektion zusammengefasst.<ref>Karl Lagerfeld stellt Menswear neu auf fashionnetwork.com, 10. Januar 2018</ref>
2011 wurde Pier Paolo Righi, ein ehemaliger Reusch-Manager und Nike-Europachef, CEO und Präsident der Karl Lagerfeld B.V. mit Sitz in Amsterdam. Der Umsatz des Unternehmens wurde für das Jahr 2014 auf über 100 Millionen Euro geschätzt. Zu Nachfolgern von Karl Lagerfeld als Chefdesigner und Kreativchefs der Marke Karl Lagerfeld wurden der Design-Direktor der Marke Hun Kim und Carine Roitfeld, die frühere Herausgeberin der französischen „Vogue“, ernannt.<ref>Marke Karl Lagerfeld gibt Nachfolger bekannt. In: DiePresse.com. 21. Februar 2019, abgerufen am 9. August 2019.</ref>
Kollektionen
Von Karl Lagerfeld jährlich kreierte Mode-Kollektionen (Stand 2017):
| Karl Lagerfeld (vier Kollektionen pro Jahr) | Chanel (acht Kollektionen) | Fendi (zwei Kollektionen) |
|---|---|---|
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Die wichtigsten Modefirmen, für die Karl Lagerfeld als Designer tätig war:
- 1955–1958: Pierre Balmain
- 1958–1963: Jean Patou
- 1963–1978 (1983), 1992–1997: Chloé
- 1965–2019: Fendi
- 1974–2019: Karl Lagerfeld (Karl Lagerfeld Impression, KL by Karl Lagerfeld, Lagerfeld Gallery, Lagerfeld, Karl Lagerfeld etc.)
- 1982–2019: Chanel
- 2004: Hennes & Mauritz (H&M)
Kollaborationen und Projekte
In den 1980er Jahren gab es eine Fernsehserie über Modegeschichte. Lagerfeld erläuterte Mode im Wandel der Zeit anhand von Zeichnungen, die er vor laufender Kamera ausführte (zum Beispiel Unterschiede der Mode in Deutschland von 1610 zu 1620). Für Madonna entwarf Lagerfeld die Bühnenoutfits ihrer Re-Invention World Tour im Jahr 2004. 2005/2006 war Lagerfeld für Kylie Minogue tätig.<ref name="forher" />
2008 kreierte Lagerfeld einen Steiff-Teddybären im typischen Lagerfeld-Outfit, der in den USA für 1500 $ verkauft wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Steiff Karl Lagerfeld Bear ( vom 12. August 2010 im Internet Archive), neimanmarcus.com, September 2008.</ref> Im Anfang 2008 vorgestellten Videospiel Grand Theft Auto IV ist Lagerfelds Stimme als Radiomoderator des fiktiven Senders K109 zu hören.<ref>Grand Theft Auto IV – So toll ist das neue Spiel, welt.de, 29. April 2008</ref><ref>Rock Star Games: Grand Theft Auto IV – K109 The Studio, rockstargames.com, abgerufen am 3. November 2010.</ref> Ab Mitte 2008 war Lagerfeld in das Design einer ganzen Insel namens Isla Moda samt Wohnungen, Hotels und Geschäften vor der Küste Dubais nahe The World involviert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Isla Moda: Karl Lagerfeld designt Mode-Insel vor Dubai ( vom 17. Oktober 2010 im Internet Archive), mode.de, 15. Oktober 2010</ref><ref>Isla Moda: Chanel designer Karl Lagerfeld creates very first fashion island, Daily Mail (engl.), 15. Oktober 2010.</ref> Das Projekt war bis Ende 2010 nicht verwirklicht worden, und Lagerfeld zog sich als Designer zurück.<ref>Karl Lagerfeld and Oppenheim design Isla Moda in Dubai, designscene.net (engl.), 12. Oktober 2010.</ref>
Der italienisch-amerikanische Spielzeughersteller tokidoki produzierte Ende 2009 eine Lagerfeld nachempfundene, 25 cm große Spielzeugfigur in einer Stückzahl von 1000 Exemplaren, die für je € 129 verkauft wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />K Karl Lagerfeld kooperiert mit Tokidoki ( vom 13. Dezember 2010 im Internet Archive), deluxe-label.de, abgerufen am 3. November 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />tokidoki x K Karl Lagerfeld ( vom 19. Juli 2011 im Internet Archive), tokidoki.it, 25. September 2009</ref><ref>Großer Karl ganz klein, fantastic.welt.de, 29. September 2009.</ref>
Ende 2009 kollaborierte Lagerfeld mit dem französischen Helm-Hersteller Les Ateliers Ruby und entwarf einige Motorradhelm-Modelle und einen Seiden-Schal.<ref>Motorradhelm von Ruby & Karl Lagerfeld, fantastic.welt.de, 30. November 2009</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sonderedition von Karl Lagerfeld für Ruby ( des Vorlage:IconExternal vom 14. Dezember 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., modepilot.de, 25. November 2009.</ref>
Für Coca-Cola entwarf Lagerfeld Anfang 2010 eine Flasche der Sorte Coca-Cola Light, die in limitierter Stückzahl für 3,50 Euro erhältlich war.<ref>Karl Lagerfeld entwirft Coca Cola Light Flasche, lifestyle.excite.cde, 2. April 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lagerfeld Light ( vom 14. August 2010 im Internet Archive), vogue.de, 6. April 2010.</ref> Im Juni 2010 betätigte sich Karl Lagerfeld im Satiremagazin Eulenspiegel als Karikaturist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Karikatur aus Feder von Karl Lagerfeld erscheint im «Eulenspiegel»“ ( vom 13. Januar 2012 im Internet Archive), ddp, 9. Juni 2010.</ref> Mitte 2010 nahm Lagerfeld für einen Tag die Position des Chefredakteurs der französischen Tageszeitung Libération ein und gestaltete dafür einige Karikaturen.<ref>Lagerfeld übernimmt Libération, Der Spiegel, 22. Juni 2010</ref><ref>So liebevoll nimmt Lagerfeld Merkel auf den Arm. BILD, 23. Juni 2010.</ref> In Deutschland gestaltete Karl Lagerfeld die Ausgabe der Wochenzeitung Welt am Sonntag vom 1. Dezember 2013 mit eigenen Fotos, Texten und Farbillustrationen.
Für die Herbst-/Winter-Saison 2010 präsentierte der Schmuckhersteller Swarovski von Karl Lagerfeld für Atelier Swarovski entworfene Armreife, Halsketten und Broschen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld designt für Swarovski ( vom 1. November 2010 im Internet Archive), mode.net, 27. Oktober 2010</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New Collection Atelier Swarovski ( vom 23. Oktober 2010 im Internet Archive), swarovski.com, Oktober 2010</ref> sowie das Diadem für die Debütantinnen des Wiener Opernballs 2017.
Der italienische Schuhhersteller Hogan, der zur Tod’s-Gruppe um Diego della Valle gehört, präsentierte im Oktober 2010 eine einmalige Design-Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld über sechs Entwürfe in den Bereichen Schuhe, Kleidung und Accessoires für Damen für die Saison Frühjahr 2011.<ref>Karl Lagerfeld entwirft DOB für Hogan. Textilwirtschaft, 3. September 2010.</ref><ref>Lagerfeld to help Tod’s with its Hogan brand. The New York Times (engl.), 18. März 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hogan by Karl Lagerfeld. ( vom 21. Oktober 2010 im Internet Archive) vogue.de, 5. Oktober 2010</ref> 2011 wurde die Zusammenarbeit mit Lagerfeld für eine Herbst/Winter-Kollektion bei Hogan erneuert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hogan by Karl Lagerfeld ( vom 9. August 2011 im Internet Archive), abgerufen am 25. Juli 2014.</ref>
Ab 31. August 2011 wurde in den USA im Rahmen einer Kooperation mit der amerikanischen Kaufhauskette Macy’s für deren IMPULSE-Designerkollektionen einmalig von Karl Lagerfeld als limitierte „capsule collection“ entworfene Damenmode im niedrigen Preissegment angeboten.<ref>Coco Rocha schwärmt von 'Macy’s'-Kollektion. nachrichten.ch, 18. August 2011</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld: Macy’s kooperiert mit dem Stardesigner ( vom 20. März 2011 im Internet Archive), mode.net, 1. Dezember 2010</ref><ref>Karl Lagerfeld Doing Macy’s Capsule Collection, wwd.com, 24. November 2010.</ref>
2015 entwarf Lagerfeld unter dem Namen Karl Lagerfeld Sport City eine 18-teilige Damenkollektion für den deutschen Onlinehändler Zalando.<ref>Ekclusive Kooperation: Karl Lagerfeld designt für Zalando elle.de, 8. Juni 2015</ref> Im Frühjahr 2017 arbeitete er mit dem französischen Textilhersteller Vilebrequin zusammen und präsentierte eine Bademodenkollektion.<ref>Vilebrequin x Karl Lagerfeld vilebrequin.com, 23. Mai 2017</ref> 2017 wurde bekannt, dass Lagerfeld mit dem australischen Kosmetikhersteller ModelCo 2018 eine limitierte Beauty-Serie herausbringen wollte.<ref>Neue Beauty-Linie: Karl Lagerfeld kooperiert mit DIESEM Make-up-Brand. In: GRAZIA Deutschland. (grazia-magazin.de [abgerufen am 6. März 2018]).</ref> Im Herbst 2018 arbeitete er für Puma, einen der weltweit größten Sportartikelhersteller.<ref>Neue Kollektion von Karl Lagerfeld x Puma. GQ-Magazin, 12. Oktober 2018. Zuletzt abgerufen am 17. Oktober 2018.</ref>
Parfüm
Im Jahr 1975 kreierte Lagerfeld zusammen mit Chloé das Parfüm Chloé for Woman, das für seinen blumigen Duft bekannt ist. In Zusammenarbeit mit Fabergé, ab 1989 Unilever und ab 2005 Coty, entwickelte er im Laufe der Zeit verschiedene weitere Parfüms unter seinem Namen: 1978 brachte er das Herrenparfüm Lagerfeld auf den Markt, 1982 folgte KL (Damen) und 1986 KL Homme (eingestellt). 1990 kam das Herrenparfüm Lagerfeld Photo heraus, 1994 das Damenparfüm Sun Moon Stars. Es folgten 1997 Jako (Herren) sowie Lagerfeld Femme (2000) und Lagerfeld Man (2002). 2004 entwarf er speziell für H&M das Parfüm Liquid Karl. 2008 wurde die Kapsule-Unisex-Kollektion lanciert (Woody, Light und Floriental).
Das Unternehmen Karl Lagerfeld B.V. stellte 2014 zwei neue Parfüms vor, die schlicht die Namen Karl Lagerfeld (Damen) und Karl Lagerfeld Pour Homme (Herren) tragen. Sie waren ein neuer Versuch, auf dem Markt der Parfüms wieder Fuß zu fassen, nachdem die letzten Produkte aufgrund geringer Verkaufszahlen nicht überzeugen konnten.<ref>Karl Lagerfeld: Bei Mundgeruch hört der Spaß auf auf gala.de</ref> 2015 brachte Lagerfeld in Zusammenarbeit mit Interparfums, Inc. zwei weitere Parfüms jeweils für Damen und Herren auf den Markt: Paradise Bay und Private Klub. 2016 präsentierte er das Parfüm Ocean View, jeweils für Damen und Herren. 2017 folgten Fleur de Pécher für Damen und Bois de Vétiver für Herren. Im Frühjahr 2018 kamen das Damenparfüm Fleur de Mûrier und das Herrenparfüm Bois de Yuzu hinzu. Diese vier Parfüms fasst das Haus Lagerfeld in der Kollektion Les parfums matières zusammen.
Kostümbildnerei
Lagerfeld war wiederholt als Kostümbildner für Theater und Oper tätig, etwa 1978 in Genua (Der grüne Kakadu/Komtesse Mizzi von Arthur Schnitzler, Regie Luca Ronconi); 1980 am Wiener Burgtheater (Komödie der Verführung von Arthur Schnitzler, Regie Horst Zankl, Bühnenbild Hans Hollein) sowie beim Maggio Musicale in Florenz (Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach, Regie Ronconi); 1982 an der Mailänder Scala (Les Troyens von Hector Berlioz, Regie Ronconi, Bühnenbild Ezio Frigerio); 1991 bei den Salzburger Festspielen (Der Schwierige von Hugo von Hofmannsthal, Regie Jürgen Flimm, Bühnenbild Erich Wonder; diese Produktion wurde später vom Wiener Burgtheater übernommen).
Betätigung in der Fotografie
Neben der Mode und der Kostümbildnerei entdeckte Lagerfeld 1987 die Fotografie als neues Betätigungsfeld. 1993 begann eine enge Zusammenarbeit mit dem Verleger Gerhard Steidl.<ref>https://steidl.de/Kuenstler/Karl-Lagerfeld-0912274851.html?SID=nAXDmXj6370c</ref> Lagerfeld betrachtete Steidl als „besten Drucker der Welt.“<ref>https://charlierose.com/videos/18250</ref> Bis zu seinem Tod veröffentlichte Lagerfeld zahlreiche Fotobücher im Steidl Verlag.<ref>https://steidl.de/SRP-0611314849.html?s=karl+lagerfeld&chunk=4</ref> 2012 zeichnete die Stiftung Buchkunst sein Buch The Little Black Jacket als eines der schönsten deutschen Bücher aus.<ref>Die schönsten deutschen Bücher 2012 / Gestalterische Glanzlichter. In: boersenblatt.net. 30. Mai 2012, abgerufen am 14. Mai 2020.</ref> Lagerfeld besaß eine der weltweit größten Fotobuchsammlungen.<ref>Christiane Gehner, Der Spiegel: Lesezeichen: Buchkunst als Handwerk – Der Spiegel – Kultur. Abgerufen am 18. Juli 2020.</ref> 1996 erhielt er für seine Arbeiten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.<ref>„Kulturpreis der DGPh“, DGPh</ref> Vom 11. November 2006 bis 18. Februar 2007 wurden 350 Fotografien und Multimedia-Installationen Lagerfelds in der Berliner Galerie C/O Berlin ausgestellt. Unter dem Titel One Man Shown zeigten sie alle das US-amerikanische Fotomodell Brad Kroenig, das der Designer entdeckt und gefördert hatte. Die klassischen Schwarzweiß-Porträts, die in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren entstanden und sowohl Modeaufnahmen als auch Aktfotografien einschlossen, waren beim Publikum erfolgreich. Die Kritik reagierte verhalten und teilweise ablehnend auf die fotografischen Studien Lagerfelds. Während das Magazin Der Spiegel die Gleichförmigkeit der Bilder anprangerte und attestierte, dass der Modeschöpfer auch Langeweile perfekt verkaufen könne,<ref>vgl. „Das Model und der Silberfuchs“, Spiegel online, 25. November 2006</ref> kritisierte der US-amerikanische Star-Fotograf David LaChapelle Lagerfeld als „Dilettanten“, der der Geschichte der Fotografie nichts Neues hinzuzufügen hätte.<ref>vgl. Hildebrandt, Hans Georg: Harte Kritik an Lagerfeld. In: SonntagsZeitung. 10. Dezember 2006, S. 95.</ref> Lagerfeld war u. a für die Werbekampagne der Champagnermarke Dom Pérignon verantwortlich und arbeitete dabei wieder mit Claudia Schiffer zusammen. Für den Volkswagen-Konzern inszenierte er die Werbung für das Phaeton-Modell und ist ebenfalls im Werbefilm für eine Sonderedition des Golf zu sehen. Für die Märzausgabe 2011 des deutschen Playboy fotografierte er Natalia Wörner. In einer modernisierten Fotostory des antiken Mythos von Daphne und Chloe nach dem griechischen Dichter Longus inszenierte er die beiden Models Baptiste Giabiconi und Bianca Balti vor der Naturkulisse Südfrankreichs. Der Bildband Moderne Mythologie aus dem Jahr 2013 zeigt Lagerfelds Vorstellung des idyllischen Lebens in monumentalen Schwarzweiß-Fotografien, angelehnt an die klassische Textquelle.
Lagerfeld experimentierte mit alten fotografischen Mitteln – mit Silbergelatine oder mit der Daguerreotypie auf kleinen Metallplatten. Seine Fotografie zeichnet sich aus durch das Artifizielle, die Illusion des Malerischen und die Überwindung der Banalität der gewöhnlichen Welt. Psychologische oder biografische Erforschung seiner Objekte interessieren ihn nicht. In der Verherrlichung der Oberfläche und der Darstellung der Bilderwelt der Reklame ist sein Werk mit Andy Warhol vergleichbar. 2020 war seine erste große Retrospektive in Halle zu sehen.<ref>Süddeutsche Zeitung: Chemie und Mechanik. Abgerufen am 18. Juli 2020.</ref>
Programmchef des Steidl Verlagsimprints L.S.D.
Neben seinen Fotobüchern war Lagerfeld dem Steidl Verlag auch ab 2010 als Programmchef des Imprints L.S.D. (Lagerfeld. Steidl. Druckerei. Verlag) verbunden, in dem der „Vielleser“ eine Auswahl deutschsprachiger Bücher, vor allem Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen zur Veröffentlichung vorgeschlagen hatte, die seine „vielseitigen Interessen“ – Literatur, Biografie, Mode, Kunst, Ästhetik, Musik – spiegelten.<ref>L.S.D., online unter steidl.de</ref> Bei einigen dieser im Steidl Verlag gedruckten Titel war er auch als Illustrator oder/und als Herausgeber aufgetreten.
Werke
- Umschlagvignette für Valeska Gert: Die Bettlerbar von New York. arani-Verlagsgesellschaft, Berlin-Grunewald 1950 (2. Aufl. im Selbstverlag o.O.u.J., ca. 1958; 3. Auflage: L.S.D. im Steidl Verlag, Göttingen 2012, ISBN 978-3-86930-368-0)
- Des Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen. Illustrationen von Lagerfeld. Verlag Coppenrath, Münster 1992, ISBN 3-88547-791-2
- off the record. Steidl Verlag, Göttingen 1994, ISBN 3-88243-338-8
- Visions and a Decision von Karl Lagerfeld und Amanda Harlech. Steidl Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-86521-546-8
- Metamorphoses of an American. Steidl Verlag, Göttingen 2008, ISBN 978-3-86521-522-2
- I'm Drinking Stars. Dom Pérignon. A History of Champagne. Steidl Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-86521-750-9.
- Numéro Couture. Von Karl Lagerfeld und Babeth Djian. Steidl Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-95829-057-0
- In the Rooms of Her Own. Chanel’s 1932 Jewellery Collection. Photos von Karl Lagerfeld. Steidl Verlag, Göttingen 2017, ISBN 978-3-95829-121-8
Ausstellungen
- Karl Lagerfeld, Apolda, 23. April 2005 – 12. Juni 2005
- One Man Shown, C/O Berlin, 11. November 2006 – 18. Februar 2007
- Konkret Abstrakt Gesehen, Langen Foundation, Neuss, 18. November 2007 – 4. Mai 2008
- Versailles à l’ombre du soleil, Paris, 11. Juni – 7. September 2008
- The Little Black Jacket, Berlin, Potsdamer Platz, 23. November – 14. Dezember 2012<ref>Karl Lagerfeld und die kleine Schwarze von Chanel. Abgerufen am 17. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Feuerbachs Musen – Lagerfeld Models, Kunsthalle Hamburg, 21. Februar – 14. Juni 2014<ref>Michaek A. Langkjær; Feuerbach’s Muses – Lagerfeld’s Models: Hamburger Kunsthalle, Hamburg. 21 February – 15 June 2014. Curated by Hubertus Gaßner and Luisa Pauline Fink. In: Catwalk. The Journal of Fashion, Beauty and Style. Band 4, Nr. 1, 2015, S. 83–91.</ref>
- Parallele Gegensätze. Fotografie-Buchkunst-Mode, Museum Folkwang Essen, 15. Februar – 11. Mai 2014<ref>Mitteilung zur Ausstellung, abgerufen am 23. September 2014.</ref>
- Karl Lagerfeld. Modemethode. Bundeskunsthalle, Bonn, 28. März – 13. September 2015.
- Karl Lagerfeld – Visions, Ernst-Barlach-Museum Wedel, 15. September 2019 – 24. Februar 2020
- Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), 8. März – 23. August 2020
Privates und Sonstiges
mit der bolivianischen Modedesignerin Monica Moss
- Im Jahr 2000 unterzog sich Lagerfeld einer strengen Diät, durch die er nach eigenen Angaben innerhalb von dreizehn Monaten 42 Kilo abnahm. Er behauptete, dass dies nicht aus gesundheitlichen Gründen geschehen war, sondern um Kleidung aus der Dior-Kollektion des Designers Hedi Slimane tragen zu können, für die er Konfektionsgröße 46 benötige.<ref> Boulevard Bio vom 18. Dezember 2001. </ref> Später fasste er dies unter dem Titel 3D-Diät in einem Buch zusammen, das er 2004 gemeinsam mit seinem Arzt Jean-Claude Houdret herausbrachte.
- Im Januar 2007 scheiterte Lagerfeld vor einem Pariser Gericht mit seiner Klage gegen The Beautiful Fall,<ref>Isabelle Graw: „Rivalität der Schillernden“, taz, 15. Januar 2007, Besprechung von The Beautiful Fall.</ref> ein Buch aus der Modewelt, geschrieben von der Autorin Alicia Drake. Der Vorsitzende Richter konnte im Unterschied zu Lagerfeld keinen Angriff auf dessen Privatsphäre feststellen, da das Buch in Frankreich nicht verlegt wurde. Danach soll Lagerfeld alle englischen Ausgaben in Paris aufkaufen lassen haben, um sie aus dem Verkehr zu ziehen.<ref>Anna-Maria Wallner: Karl der Große regiert (in) Paris. In: Die Presse. 8. Oktober 2007, abgerufen am 10. März 2023.</ref>
- Im April 2008 wurde beim Donaufestival in Krems an der Donau (Österreich) als Auftragswerk das Musical Lagerhouse uraufgeführt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„H.A.P.P.Y – Lagerhouse. Das schlechteste Musical der Welt – jetzt aber wirklich!“ ( vom 26. Mai 2008 im Internet Archive) Donaufestival, April 2008, archiviert von Internet Archive.</ref>
- Im Panoptikum Hamburg steht seit 2012 eine Wachsfigur von ihm.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Lagerfeld als Wachsfigur im Hamburger Panoptikum ( vom 10. Juni 2012 im Internet Archive)</ref>
- Lagerfeld wird das Zitat zugeschrieben: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“<ref>Zitate von Karl Lagerfeld: Über Jogginghosen und Heidi Klum. In: Die Zeit. 19. Februar 2019, abgerufen am 3. Juni 2021.</ref> Dieser Satz stammt aus einem Artikel im Magazin Grazia im Sommer 2012.<ref>B.Z.; Merk-Satz: „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ / Karl Lagerfeld (*1933), Modeschöpfer, 5. Juli 2012; Stuttgarter Zeitung: „Der tägliche Spiegel“, 6. Juli 2012.</ref><ref>Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Kolumne „Sehr persönlich“: Vize-Europameister bei den Spielerfrauen. Abgerufen am 3. Juni 2021.</ref> Er wurde in einem Artikel über Lagerfelds Auftritt bei Wetten, dass..? mit Markus Lanz wiederholt.<ref>Markus Lanz' Einstand bei „Wetten, dass..?“ 8. Oktober 2012, abgerufen am 3. Juni 2021.</ref> In der Sendung fällt der Satz jedoch nicht. Auf die Frage von Lanz, ob er Jogginganzüge trage, antwortet Lagerfeld: „Nein […], weil man das nicht kontrollieren kann.“ Er erklärt, dass er nur enge Hosen trage, mit denen er Gewichtszunahmen genauso kontrollieren könne wie mit einer Waage.<ref>ZDF Wetten, dass..? 2012 komplette Show aus Düsseldorf mit Markus Lanz vom 06.10.12 in HD. Abgerufen am 3. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Mit einem Privatvermögen von etwa 350 Millionen Euro zählte Lagerfeld zu den 500 reichsten Deutschen.<ref>Das sind die reichsten Deutschen 2013, abgerufen am 25. Juli 2014</ref>
- Lagerfeld war viele Jahre sehr eng mit Prinzessin Caroline von Monaco befreundet.<ref>Karl Lagerfeld: "Caroline ist eine sehr, sehr gute Freundin", vip.de, Mai 2011</ref>
- Seine Hauskatze Choupette (* 2011) verfügt über einen von Lagerfeld autorisierten Twitter-Account und war im Juli 2013 zusammen mit Linda Evangelista auf dem Cover der deutschen Vogue zu sehen. Im Winter 2013 kam eine nach Choupette benannte Accessoire-Kollektion auf den Markt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Choupette-Kollektion von Karl Lagerfeld ( vom 1. Oktober 2017 im Internet Archive), Vogue.de, 28. Oktober 2013</ref>
- Sein ehemaliges Anwesen "Manoir du Mée", welches Lagerfeld bis 1998 bewohnt und auch als Szenerie für Foto-Shootings genutzt hat, steht seit April 2026 für 2,7 Millionen Euro zum Verkauf.<ref>Lianne Kolirin: Mansion once belonging to Karl Lagerfeld is up for sale — and it’s cheaper than you might expect. 31. März 2026, abgerufen am 4. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kontroversen
- Lagerfeld geriet immer wieder in die Kritik, weil er sehr dünne bis dürre Models bevorzugte und für seine Kollektionen engagierte. Er sprach sich gegen ein Laufstegverbot für sehr dünne Models aus.<ref>Karl bleibt stur: Chanel-Mode für spindeldürre Frauen. In: news.ch. 23. Januar 2007, abgerufen am 14. Januar 2010.</ref>
- Ebenfalls für negative Schlagzeilen sorgte 2004 eine Bemerkung zu einer Kollektion für die Modekette H&M. Das Unternehmen bot die Kleidung auch in größeren Varianten an, worauf Lagerfeld sagte: „Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute. Das war die ursprüngliche Idee.“<ref>Lagerfeld verärgert über H&M. In: netzeitung. 17. November 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. November 2004; abgerufen am 15. Januar 2010.</ref>
- Im November 2017 sorgte Lagerfeld für Empörung, nachdem er im französischen Fernsehen muslimische Flüchtlinge als die „schlimmsten Feinde der Juden“ bezeichnet hatte.<ref name="faz-15290646">AFP: Karl Lagerfeld empört mit Aussage zu Flüchtlingen. In: FAZ.net. 13. November 2017, abgerufen am 13. Oktober 2018.</ref><ref name="SPON-1177796">TV-Eklat: Karl Lagerfeld nennt Flüchtlinge "Feinde" der Juden. In: Spiegel Online. 13. November 2017, abgerufen am 13. Oktober 2018.</ref><ref>Mehr als ein schönes Kleid, Die Tagespost, 16. November 2017</ref>
- Im Mai 2018 sagte Lagerfeld dem französischen Wochenmagazin Le Point, er „hasse“ Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik: „Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen“.<ref>Karl Lagerfeld nennt Flüchtlinge "Feinde" der Juden, Spiegel Online, 13. November 2017.</ref> Mit ihrer Entscheidung, „eine Million Zuwanderer“ in Deutschland aufzunehmen, habe sie der AfD bei den Wahlen 2017 den Weg in den Bundestag geebnet. Nun säßen „100 dieser Neonazis im Parlament“, da Merkel die deutsche Geschichte „vergessen“ habe. „Wenn das so weitergeht, gebe ich die deutsche Staatsangehörigkeit auf.“<ref>Karl Lagerfeld "hasst" die Bundeskanzlerin. In: Spiegel Online vom 10. Mai 2018.</ref>
Auszeichnungen
- 1985: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- 1989: Bambi
- 1993: Lucky Strike Designer Award der Raymond-Loewy-Stiftung
- 1996: Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie
- 2005: Bambi
- 2008: Elle Fashion Star Award – Kategorie Platinum für sein Lebenswerk
- 2010: Kommandeur der französischen Ehrenlegion<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Französischer Verdienstorden für Karl Lagerfeld. ( vom 6. Juni 2010 im Internet Archive) In: Rheinische Post. 4. Juni 2010</ref>
- 2015: Outstanding Achievement Award des British Fashion Council<ref>Karl Lagerfeld wins 2015 Outstanding Achievement Award britishfashioncouncil.co.uk, 3. November 2015</ref>
- 2017: Médaille Grand Vermeil der Stadt Paris<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Höchste Auszeichnung der Stadt: Paris ehrt Karl Lagerfeld mit der Médaille Grand Vermeil ( vom 21. August 2017 im Internet Archive) stuttgarter-nachrichten.de, 4. Juli 2017</ref><ref>Chanel huldigt Paris – Paris huldigt Lagerfeld augsburger-allgemeine.de, 4. Juli 2017</ref>
- 2019 wurde die Springspinnenart Jotus karllagerfeldi nach ihm benannt. Die Färbung erinnerte die Forscher an Lagerfelds simplifizierten Stil.<ref>Eine Spinne namens Karl Lagerfeld ScineXX vom 2. Juli 2019.</ref>
- 2024: Karl-Lagerfeld-Promenade in Hamburg
- 2025: Karl-Lagerfeld-Straße in Bad Bramstedt<ref>Frank Knittermeier: Bad Bramstedt ehrt Karl Lagerfeld und Margot Friedländer. In: Hamburger Abendblatt. 25. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025.</ref>
Karl-Lagerfeld-Preis
Im Jahr 2019 wurde erstmals der Karl-Lagerfeld-Preis vergeben, mit dem der französische Konzern LVMH Nachwuchsdesigner würdigt. Das Preisgeld beläuft sich auf 150.000 Euro. Zudem erhält der Gewinner ein einjähriges Praxistraining bei LVMH, etwa im Bereich Vermarktung. 2019 gewann der israelische Modeschöpfer Hed Mayner.<ref>Lagerfeld-Preis für israelischen Modeschöpfer. In: Israelnetz.de. 8. Oktober 2019, abgerufen am 17. Oktober 2019.</ref>
Literatur
- Literatur von und über Karl Lagerfeld im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Alicia Drake: The Beautiful Fall. Fashion, Genius and Glorious Excess in 1970's Paris. Bloomsbury Publishing, London 2006, ISBN 0-7475-7037-X; Back Bay Books, New York 2007, ISBN 978-0-316-00185-4 (beschreibt die Beziehung zwischen Lagerfeld und Yves Saint Laurent vor allem in den 1970er Jahren).
- Arnaud Maillard: Karl Lagerfeld und ich – 15 Jahre an der Seite des Modezaren. Heyne, München 2009, ISBN 978-3-453-60121-5.
- Gero von Boehm: Karl Lagerfeld. 30. Juli 2005. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 459–468.
- „König der Maßlosigkeit“ wird ungefähr 80….Vor wenigen Jahren datierte der Mode-Maestro [Karl Lagerfeld] das Ereignis [seine Geburt] auf 1935. RNZ (Rhein-Neckar-Zeitung) (Tageszeitung) 10. September 2015, S. 15.
- Paul Sahner, Katharina Pfannkuch: Karl. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. mvg, München 2019, ISBN 978-3-86882-870-2.
- Baptiste Giabiconi: Karl et moi, Paris, Robert Laffont, 2020, ISBN 978-2-221-24689-4.
- Alfons Kaiser: Karl Lagerfeld. Ein Deutscher in Paris. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75630-6.
- Rainer Zitelmann: Karl Lagerfeld. 2020. Die Marke „Ich“, in: Rainer Zitelmann, Die Kunst berühmt zu werden. Genies der Selbstvermarktung von Albert Einstein bis Kim Kardashian. FinanzBuch Verlag, München 2020, ISBN 978-3-95972-350-3.
- Patrick Mauriès, Jean-Christophe Napias: Im Hause Lagerfeld – Einblicke in die Domizile Karl Lagerfelds. Prestel Verlag, München 2023, ISBN 978-3-7913-8010-0.
- William Middleton: Paradise Now. Das außergewöhnliche Leben des Karl Lagerfeld. Steidl Verlag, Göttingen 2024, ISBN 978-3-96999-262-3.
- Alfons Kaiser und Simon Schwartz: Lagerfeld: Graphic Novel. Verlag C. H. Beck, 2025, ISBN 978-3-406-83772-2.
Dokumentarfilme
Chronologisch absteigend:
- Karl – der Mann hinter der Maske. Dokumentation über Karl Lagerfeld, Regie: Gero von Boehm, (1 h, 0 min) gesendet bei 3SAT am 24. Mai 2025.<ref>Gero von Boehm: Karl – der Mann hinter der Maske. 3Sat, 2023, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref>
- Becoming Karl Lagerfeld: Miniserie, 6 Folgen, Frankreich 2024.
- Karl Lagerfeld – Eine deutsche Legende. ZDF-History, Dokureihe: 45 Minuten, Deutschland 2020. (ZDF am 16. Februar 2020)<ref>Karl Lagerfeld – Eine deutsche Legende</ref>
- Karl Lagerfeld. Eine Legende. Buch und Regie: Christian Jakob, 53 Minuten, Deutschland 2019. (Arte am 9. Februar 2020; Arte Mediathek bis 30. Juli 2023)
- 7 days out, Dokumentarserie auf Netflix 2018, Folge 1: Reportage über Lagerfeld als Creative Director der Chanel Haute Couture Fashion Show 2018. Regie: Andrew Rossi<ref>Karl Lagerfeld Is Taking Us Into the World of Chanel in a New Netflix Docuseries. In: Elle vom 1. Dezember 2018.</ref>
- Karl Lagerfeld: Lebens-Skizzen. Porträt, Frankreich, 2012, 55 Min., Buch und Regie: Loïc Prigent, Produktion: arte France, Erstsendung: 2. März 2013 bei arte<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inhaltsangabe ( vom 5. März 2013 im Internet Archive), mit Video-Ausschnitten, arte</ref>
- Fendi … vor der Show. Dokumentarfilm, Frankreich, 2009, 52 Min., Buch und Regie: Loïc Prigent, Produktion: arte France, Sundance Channel, Deralf, Story Box Press, Erstsendung: 14. Januar 2010 bei arte<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inhaltsangabe ( vom 24. Juni 2013 im Internet Archive), Video-Ausschnitt, arte</ref>
- Lagerfeld Confidential. Dokumentation, Frankreich, 2007, 88 Min., Buch und Regie: Rodolphe Marconi, Produktion: Grégory Bernard
- Ein Kleid von Chanel. Reportage, Deutschland, 2006, 30 Min., Buch und Regie: Rita Knobel-Ulrich, Produktion: ZDF, Reihe: ZDF.reportage, Erstsendung: 12. Februar 2006<ref>Inhaltsangabe, 3sat</ref>
- Im Hause Chanel. (Originaltitel: Signé Chanel.) Doku-Soap in fünf Teilen, Frankreich, 2005, 130 Min., Regie: Loïc Prigent<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Im Hause Chanel. ( vom 16. April 2010 im Internet Archive) auf: arte. 22. März 2005</ref><ref>Patrick Sabatier: Karl Lagerfeld, Signé Chanel ARTE auf YouTube, 23. Februar 2019, abgerufen am 25. Februar 2024 (fashvids.com, 26. Mai 2007; Laufzeit: 52:29 min).</ref>
- Karl Lagerfeld – Mode als Religion, VOX<ref>VOX, Reportage</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Karl Lagerfeld im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Karl Lagerfeld in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Karl Lagerfeld im Katalog der Kunstbibliothek Köln
- Offizieller Internetauftritt der Modemarke Karl Lagerfeld
- USA-Internetauftritt der Modemarke Karl Lagerfeld Paris
- Karl Lagerfelds Fotografisches Werk im Steidl Verlag
- „Das Leben als Laufsteg“, Nachruf und kommentierte Fotostrecke, Spiegel Online, 19. Februar 2019
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Ich diskutiere nicht“ ( vom 6. Juni 2007 im Internet Archive), Karl Lagerfeld im Interview bei Vanity Fair, 7. Mai 2007
- „Der Sonnenkönig, den Deutschland nie hatte“, FAZ, 10. September 2008, mit Bilderstrecke und weiteren Artikeln
- Mein Karl, Peter Bermbach, FAZ.net, 31. März 2011
- Karl Lagerfeld in Bad Bramstedt
- „Es fängt mit mir an und hört mit mir auf“, Nachruf von Barbara Kostolnik, Deutschlandfunk, 19. Februar 2019
Einzelnachweise
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lagerfeld, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Lagerfeld, Karl Otto (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Modeschöpfer, Designer und Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 10. September 1933 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 19. Februar 2019 |
| STERBEORT | Neuilly-sur-Seine |
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- Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur)
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Person (Hamburg)
- Deutscher
- Geboren 1933
- Gestorben 2019
- Mann