Zum Inhalt springen

Deferoxamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Mai 2026 um 07:31 Uhr durch imported>Orci (+weiterer Name).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Datei:Deferoxamin.svg
Allgemeines
Freiname Deferoxamin
Andere Namen
  • Desferrioxamin
  • N′-[5-(Acetyl-hydroxy-amino)pentyl]-N-{5-[3-(5-aminopentyl-hydroxy-carbamoyl)propanoylamino]pentyl}-N-hydroxy-butandiamid
  • Desferrioxamin B
Summenformel C25H48N6O8
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-738-5
ECHA-InfoCard 100.000.671
PubChem 2973
ChemSpider 2867
DrugBank DB00746
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

V03AC01

Wirkstoffklasse

Antidot

Wirkmechanismus

Chelatbildner

Eigenschaften
Molare Masse 560,68 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

140 °C<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Deferoxamin-Mesilat

keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Deferoxamin ist ein Arzneistoff, der aufgrund seiner hohen Affinität zu dreiwertigen Eisen-Ionen und seiner chelatbildenden Eigenschaft als Antidot bei Vergiftungen mit Eisen eingesetzt wird. Es wird von Novartis in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der übrigen EU als Deferoxaminmesilat unter dem Namen Desferal vertrieben.<ref>Rote Liste online, Stand: September 2009.</ref><ref name="AMK">AM-Komp. d. Schweiz, Stand: September 2009.</ref><ref name="AGES">AGES-PharmMed, Stand: September 2009.</ref>

Vorkommen

Deferoxamin kommt in der Natur als rötlicher Farbstoff im Actinobacterium Streptomyces pilosus vor.<ref>Rachel Codd, Tomas Richardson-Sanchez, Thomas J. Telfer, Michael P. Gotsbacher: Advances in the Chemical Biology of Desferrioxamine B. In: ACS Chemical Biology. Band 13, Nr. 1, 19. Januar 2018, S. 11–25, doi:10.1021/acschembio.7b00851.</ref>

Pharmakologische Eigenschaften

Deferoxamin ist eine höhermolekulare Verbindung mit drei Hydroxamsäuregruppen und besitzt eine hohe Affinität zu Eisen(III)-ionen. Es bindet das beim Hämoglobinabbau freiwerdende Eisen und bewirkt dessen renale Ausscheidung. Eisen-Mangelerscheinungen treten bei kurzfristiger Anwendung nicht auf.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Deferoxamin wird als parenteral appliziertes Medikament bei Eisenüberladung angewendet, u. a. bei Hämochromatose, sideroblastischer Anämie, sekundärer Hämosiderose nach Bluttransfusionen und akuter Eisenvergiftung.

Der Deferoxamin-Test dient zur Feststellung pathologischer Eisenablagerungen. Gleichzeitig kann ein pathologischer Deferoxamin-Test (Desferal-Test) ein Hinweis für das Vorliegen einer aluminiuminduzierten Osteopathie (low turnover-Osteopathie) sein.

Literatur

  • Pschyrembel. 256. Auflage.
  • Aktories, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 9. Auflage. Urban & Fischer, München / Jena 2005, ISBN 3-437-44490-5.
  • Herold: Innere Medizin. 2010, S. 619.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein