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Altenvers

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Altenvers
Gemeinde Lohra
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(567)&title=Altenvers 50° 43′ N, 8° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(567) 50° 42′ 36″ N, 8° 37′ 9″ O
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Höhe: 222 m ü. NHN
Fläche: 2,99 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 567 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" />
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35102
Vorwahl: 06426

Altenvers ist ein Ortsteil der Großgemeinde Lohra im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Er liegt auf etwa 222 m ü. NHN Höhe.

Geschichte

Datei:Kirche und Eiche Altenvers.jpg
Hufeisenkirche

Ortsgeschichte

Von der frühen Besiedlung des Ortsgebietes zeugen Überreste einer germanischen Siedlung aus der späten römischen Kaiserzeit, in der möglicherweise Metall verarbeitet wurde.

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Altenvers erfolgte unter dem Namen Ferse um das Jahr 1130. Das Mainzer St. Stephansstift bezieht in dieser Zeit Gefälle aus seinem dortigen Güterbesitz. Unklar ist bis heute, ob es sich bei Ferse um Altenvers oder um den Nachbarort Kirchvers handelt.<ref name="lagis" />

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Altenvers mit weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zum 1. Juli 1974 der Großgemeinde Lohra angegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 10 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für alle eingegliederten Gemeinden sowie die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 23 kB) § ?6. In: Webauftritt. Gemeinde Lohra, abgerufen im August 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Altenvers angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Altenvers zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D237~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref> Das Amtsgericht Fronhausen wurde 1943 geschlossen. Es wurde zunächst als Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg geführt und 1948 endgültig aufgelöst. Der Gerichtsbezirk wurde dem Amtsgericht Marburg zugeteilt.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Altenvers 567 Einwohner. Darunter waren 24 (4,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 102 Einwohner unter 18 Jahren, 256 zwischen 18 und 49, 129 zwischen 50 und 64 und 87 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 222 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 90 Paare mit Kindern sowie 21 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 156 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1502: 10 Hausgesesse
• 1577: 26 Hausgesesse
• 1630: 19 Hausgesesse (davon eine Witwe). ein dreispänniger, sieben zweispännige und acht einspännige Ackerleute, drei Einläuftige.
• 1681: 16 hausgesessene Mannschaften
• 1838: Familien: 20 nutzungsberechtigte, 3 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen
Altenvers: Einwohnerzahlen von 1745 bis 2011
Jahr  Einwohner
1745
  
95
1800
  
?
1834
  
134
1840
  
139
1846
  
137
1852
  
150
1858
  
164
1864
  
185
1871
  
173
1875
  
202
1885
  
208
1895
  
198
1905
  
199
1910
  
234
1925
  
259
1939
  
330
1946
  
447
1950
  
467
1956
  
443
1961
  
458
1967
  
473
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
567
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1861: 173 lutheranische Einwohner
• 1885: 208 evangelische (= 100,00 %) Einwohner
• 1961: 434 evangelische (= 94,76 %), 20 katholische (= 4,37 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1745: Erwerbspersonen: zwei Schmiede, ein Müller, ein Schneider, ein Schreiner, ein Wirt.
• 1838: Familien: 23 Ackerbau, 2 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 72 Land- und Forstwirtschaft, 147 Produzierendes Gewerbe, 15 Handel und Verkehr, 11 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für Altenvers besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Altenvers.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat Altenvers besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 51,90 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Altenvers“ an.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen Altenvers. In: Votemanager. Gemeinde Lohra, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Tina Will zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsvorsteher der Gemeinde Lohra. In: Webauftritt. Gemeinde Lohra, abgerufen im September 2023.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Größte Sehenswürdigkeit von Altenvers ist die romanische Historische Kirche Altenvers mit hufeisenförmiger Apsis.

Vereine

In Altenvers bereichern Vereine verschiedener Art das Dorfleben. Der 1930 gegründete VfB Altenvers hat neben einer Fußballabteilung, die in einer gemeinsamen Fußballspielgemeinschaft mit dem SV Kirchvers als SG Versbachtal am Spielbetrieb teilnimmt und die 2009 durch den TSV Weipoltshausen erweitert wurde, eine Gymnastikabteilung. Zudem gibt es die Freiwillige Feuerwehr, den Männergesangverein Concordia Altenvers sowie die Burschen- und Mädchenschaft Altenvers.

Literatur

  • Alfred Horst: Die Chronik von Lohra. 1970
  • Karl Huth: Die Gemeinde Lohra und ihre 10 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. 1989
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Altenvers (Lohra) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Altenvers, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 5. Januar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 30 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 112 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (Online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende