Rollshausen (Lohra)
Rollshausen Gemeinde Lohra
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(309)&title=Rollshausen 50° 43′ N, 8° 36′ O
{{#coordinates:50,718888888889|8,6033333333333|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Rollshausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 225 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 5,01 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 309 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 62 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 35102 | |||||
| Vorwahl: | 06462 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Rollshausen ist ein Ortsteil der Großgemeinde Lohra im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort hat rund 300 Einwohner und liegt auf 225 m ü. NHN Höhe.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Rollshausen erfolgte im Zusammenhang mit der Adelsfamilie von Rolshausen 1256 im Urkundenbuch der Deutschordensballei Hessen als de Rolshusen.<ref name="lagis" /> 500 Meter nordwestlich des Ortes soll sich auf einer Kuppe deren Stammsitz, die Eselsburg befunden haben.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rollshausen mit weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zum 1. Juli 1974 der Großgemeinde Lohra angegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 10 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für die eingegliederten ehemaligen Gemeinden und die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 23 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Lohra, abgerufen im August 2021.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Rollshausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Lohra
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Fronhausen<ref name="Amt"> Die Zugehörigkeit des Amtes Fronhausen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Fronhausen
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen
- ab 1686: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Fronhausen<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Justizamt Fronhausen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Lohra
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Lohra
Gerichte seit 1821
Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Rollshausen zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)</ref> Mit Wirkung zum 1. Oktober 1902 wurden Rodenhausen, Seelbach, Rollshausen und Lohra vom Bezirk des Amtsgerichts Fronhausen abgetrennt und dem Amtsgericht Gladenbach zugeteilt.<ref>Gesetz, betreffend die Abänderung von Amtsgerichtsbezirken vom 22. Juni 1902 (PrGS 1902, S. 227–228)</ref> 1948 wurden die bisher zum Amtsgerichtsbezirk Gladenbach gehörenden Gemeinden Lohra, Rodenhausen, Rollshausen und Seelbach dem Amtsgerichtsbezirk Marburg zugeordnet.<ref>Otfried Keller: Die Gerichtsorganisation des Raumes Marburg im 19. und 20. Jahrhundert: ein Beitrag zur Rechtsgeschichte der "Landschaft an der Lahn". Presseamt der Stadt Marburg, 1982, ISBN 978-3-9800490-5-4, S. 54.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rollshausen 309 Einwohner. Darunter waren 6 (1,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 63 Einwohner unter 18 Jahren, 129 zwischen 18 und 49, 75 zwischen 50 und 64 und 45 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 129 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 96 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1502: | 8 Hausgesesse |
| • 1577: | 21 Hausgesesse |
| • 1630: | 17 Hausgesesse (12 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute, 3 Einläuftige). |
| • 1681: | 23 hausgesessene Mannschaften |
| • 1838: | Familien: 30 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisassen |
| Rollshausen: Einwohnerzahlen von 1745 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1745 | 75 | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 82 | |||
| 1840 | 109 | |||
| 1846 | 114 | |||
| 1852 | 112 | |||
| 1858 | 130 | |||
| 1864 | 125 | |||
| 1871 | 122 | |||
| 1875 | 137 | |||
| 1885 | 156 | |||
| 1895 | 153 | |||
| 1905 | 154 | |||
| 1910 | 168 | |||
| 1925 | 154 | |||
| 1939 | 188 | |||
| 1946 | 255 | |||
| 1950 | 248 | |||
| 1956 | 227 | |||
| 1961 | 226 | |||
| 1967 | 237 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 309 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | alle Einwohner evangelisch-lutherisch |
| • 1885: | 156 evangelische (= 100,00 %) |
| • 1961: | 209 evangelische (= 92,48 %), 15 katholische (= 6,64 %) Einwohner |
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1745: | Erwerbspersonen: ein Zimmermann, ein Maurer, ein Schmied. |
| • 1838: | Familien: 10 Ackerbau, 4 Gewerbe, 6 Tagelöhner. |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 53 Land- und Forstwirtschaft, 49 Produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 4 Dienstleistungen und Sonstiges |
Politik
Für Rollshausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Rollshausen.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat Rollshausen besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,77 %. Alle Kandidaten gehörten der „Dorfliste Rollshausen“ an.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen Rollshausen. In: Votemanager. Gemeinde Lohra, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Helmut Michel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher der Gemeinde Lohra. In: Webauftritt. Gemeinde Lohra, abgerufen im September 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Vereine
In Rollshausen besteht neben der Freiwilligen Feuerwehr auch die Trachtentanzgruppe „Die Wiedehöpfe“. In sportlicher Hinsicht ist der 1980 gegründete TC Grün-Weiß Rollshausen aktiv.
Bauwerke
In Rollshausen sind die Kirche aus dem 16. Jahrhundert und das hauptsächlich aus Fachwerkbauten bestehende Hofensemble in der Dorfmitte besonders sehenswert.
-
Kirche – Frontansicht
-
Kirche – Rückansicht mit Freifläche
-
Ortsansicht
Literatur
- Alfred Horst: Die Chronik von Lohra. 1970
- Karl Huth: Die Gemeinde Lohra und ihre 10 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. 1989
- Vorlage:HessBib
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Ortsteil Rollshausen In: Webauftritt der Gemeinde Lohra.
- Rollshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Dorfbuch Rollshausen In: Private Website zu Rollshausens.
- Rollshausen In: Lohra-Wiki.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Rollshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 30 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 112 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>
Altenvers | Damm | Kirchvers | Lohra | Nanz-Willershausen | Reimershausen | Rodenhausen | Rollshausen | Seelbach | Weipoltshausen