Trifluormethanol
| Strukturformel | |||||||||||||
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| Strukturformel von Trifluormethanol | |||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Trifluormethanol | ||||||||||||
| Andere Namen |
Perfluormethanol | ||||||||||||
| Summenformel | CHF3O | ||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloses, instabiles Gas<ref name="seppelt" /> | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 86,01 g·mol−1 | ||||||||||||
| Aggregatzustand |
gasförmig | ||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−82 °C<ref name="seppelt">Konrad Seppelt: Trifluormethanol, CF3OH. In: Angewandte Chemie. Band 89, Nr. 5, 1977, S. 325, doi:10.1002/ange.19770890509.</ref> | ||||||||||||
| Siedepunkt |
−20 °C (extrapoliert)<ref name="seppelt" /> | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Trifluormethanol, auch als Perfluormethanol bezeichnet, ist ein bei Raumtemperatur instabiles farbloses Gas.
Synthese
Wie alle primären und sekundären Perfluoralkohole eliminiert Trifluormethanol in einer endothermen Reaktion<ref name="schneider">William F. Schneider, Timothy J. Wallington, Robert E. Huie: Energetics and Mechanism of Decomposition of CF3OH. In: The Journal of Physical Chemistry. Band 100, Nr. 15, 1996, S. 6097–6103, doi:10.1021/jp952703m.</ref> Fluorwasserstoff und bildet dabei Carbonylfluorid.<ref name="seppelt" />
- <math>\mathrm{CF_3OH \rightleftharpoons COF_2 + \ HF}\qquad \Delta H_R \approx +30\ \mathrm{kJ/mol}\,</math><ref name="schneider" /> (I)
Bei Temperaturen im Bereich von −120 °C kann Trifluormethanol aus Trifluormethylhypochlorit und Chlorwasserstoff gemäß der Reaktion
- <math>\mathrm{CF_3OCl + \ HCl \longrightarrow CF_3OH + \ Cl_2}</math> (II)
synthetisiert werden. In dieser Reaktion wird die Rekombination eines partiell positiv geladenen Chlor-Atoms (im Trifluormethoxychlorid) mit einem partiell negativ geladenen Chloratom (im Chlorwasserstoff) zu elementarem Chlor genutzt. Die unerwünschten Produkte, Edukte und Nebenprodukte Chlor, Chlorwasserstoff und Chlortrifluormethan können bei −110 °C durch Abpumpen entfernt werden. Das erhaltene Trifluormethanol hat einen Schmelzpunkt von −82 °C und einen berechneten Siedepunkt von ca. −20 °C. Der Siedepunkt liegt damit um etwa 85 Kelvin niedriger als der von Methanol. Dies lässt sich durch das Fehlen von intramolekularen H···F-Brückenbindungen erklären, die auch im Infrarot-Gasphasen-Spektrum nicht sichtbar sind.<ref name="seppelt" />
Eine einfachere Synthese nutzt die Reaktion (I), deren Gleichgewicht bei tieferen Temperaturen zum thermodynamisch bevorzugten Trifluormethanol verschoben werden kann. Wird das dabei gebildete Trifluormethanol mit Hilfe von Supersäuren, beispielsweise HSbF6 (Fluor-Antimonsäure), durch Protonierung abgefangen, so kann das Gleichgewicht weiter nach links, hin zum gewünschten Produkt, verschoben werden.<ref>Karl O. Christe, Joachim Hegge, Berthold Hoge, Ralf Haiges: Convenient Access to Trifluoromethanol. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 46, Nr. 32, 2007, S. 6155–6158, doi:10.1002/anie.200701823.</ref>
Ähnlich wie bei Reaktion (I) können Trifluormethanolate (CF3O−) aus salzartigen Fluoriden (z. B. NaF) und Carbonylfluorid hergestellt werden. Wird das CF3O−-Ion allerdings z. B. in wässriger Lösung von einer Säure verdrängt, so zerfällt das gebildete Trifluormethanol bei Raumtemperatur.
Vorkommen in den oberen Schichten der Atmosphäre
Während Trifluormethanol unter Normalbedingungen instabil ist, wird es in der Stratosphäre aus CF3·- und CF3O·-Radikalen durch Reaktion mit OF·- und F·-Radikalen erzeugt. Der Zerfall des dabei gebildeten Trifluormethanols ist bei den in der Atmosphäre vorherrschenden Bedingungen durch die hohe Aktivierungsenergie<ref name="schneider" /> der Reaktion vernachlässigbar.<ref>Katarzyna Brudnik, Jerzy T Jodkowski, Emil Ratajczak: Kinetics of the formation reactions of trifluoromethanol and trifluoromethyl hypohalites in the gas phase. In: Journal of Molecular Structure. Band 656, Nr. 1–3, 2003, S. 333–339, doi:10.1016/S0022-2860(03)00347-8.</ref> Die berechnete Lebensdauer von Trifluormethanol beträgt in Höhen unterhalb von 40 km mehrere Millionen Jahre.<ref>W. F. Schneider, T. J. Wallington, K. Minschwaner, E. A. Stahlberg: Atmospheric Chemistry of CF3OH: Is Photolysis Important? In: Environmental Science & Technology. Band 29, Nr. 1, 1995, S. 247–250, doi:10.1021/es00001a031.</ref><ref>Timothy J. Wallington, William F. Schneider: The Stratospheric Fate of CF3OH. In: Environmental Science & Technology. Band 28, Nr. 6, 1994, S. 1198–1200, doi:10.1021/es00055a036.</ref>
Literatur
- Gerhard Kloeter, Konrad Seppelt: Trifluoromethanol (CF3OH) and trifluoromethylamine (CF3NH2). In: Journal of the American Chemical Society. Band 101, Nr. 2, 1979, S. 347–349, doi:10.1021/ja00496a012.
- J. I. G. Cadogan, P. H. Rodes: Dictionary of organic compounds. Chapman and Hall, CRC Press, 1996, S. 6204–6205. ISBN 0-412-54090-8.
- R. D. Chambers: Fluorine in organic chemistry. CRC Press, 2004, S. 254. ISBN 1-4051-0787-1.
- William E. Doering, Rubén D. Parra, X.C. Zeng: Cooperativity effects in cyclic trifluoromethanol trimer: an ab initio study. In: Journal of Molecular Structure: THEOCHEM. Band 431, Nr. 1–2, 1998, S. 119–126, doi:10.1016/S0166-1280(97)00429-6.
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Wikipedia:Keine GHS-Gefahrstoffkennzeichnung verfügbar
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Trifluormethylverbindung
- Methanol