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Trifluormethanol

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Trifluormethanol, auch als Perfluormethanol bezeichnet, ist ein bei Raumtemperatur instabiles farbloses Gas.

Synthese

Wie alle primären und sekundären Perfluoralkohole eliminiert Trifluormethanol in einer endothermen Reaktion<ref name="schneider">Vorlage:Literatur</ref> Fluorwasserstoff und bildet dabei Carbonylfluorid.<ref name="seppelt" />

<math>\mathrm{CF_3OH \rightleftharpoons COF_2 + \ HF}\qquad \Delta H_R \approx +30\ \mathrm{kJ/mol}\,</math><ref name="schneider" />     (I)

Bei Temperaturen im Bereich von −120 °C kann Trifluormethanol aus Trifluormethylhypochlorit und Chlorwasserstoff gemäß der Reaktion

<math>\mathrm{CF_3OCl + \ HCl \longrightarrow CF_3OH + \ Cl_2}</math>      (II)

synthetisiert werden. In dieser Reaktion wird die Rekombination eines partiell positiv geladenen Chlor-Atoms (im Trifluormethoxychlorid) mit einem partiell negativ geladenen Chloratom (im Chlorwasserstoff) zu elementarem Chlor genutzt. Die unerwünschten Produkte, Edukte und Nebenprodukte Chlor, Chlorwasserstoff und Chlortrifluormethan können bei −110 °C durch Abpumpen entfernt werden. Das erhaltene Trifluormethanol hat einen Schmelzpunkt von −82 °C und einen berechneten Siedepunkt von ca. −20 °C. Der Siedepunkt liegt damit um etwa 85 Kelvin niedriger als der von Methanol. Dies lässt sich durch das Fehlen von intramolekularen H···F-Brückenbindungen erklären, die auch im Infrarot-Gasphasen-Spektrum nicht sichtbar sind.<ref name="seppelt" />

Eine einfachere Synthese nutzt die Reaktion (I), deren Gleichgewicht bei tieferen Temperaturen zum thermodynamisch bevorzugten Trifluormethanol verschoben werden kann. Wird das dabei gebildete Trifluormethanol mit Hilfe von Supersäuren, beispielsweise HSbF6 (Fluor-Antimonsäure), durch Protonierung abgefangen, so kann das Gleichgewicht weiter nach links, hin zum gewünschten Produkt, verschoben werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Ähnlich wie bei Reaktion (I) können Trifluormethanolate (CF3O) aus salzartigen Fluoriden (z. B. NaF) und Carbonylfluorid hergestellt werden. Wird das CF3O-Ion allerdings z. B. in wässriger Lösung von einer Säure verdrängt, so zerfällt das gebildete Trifluormethanol bei Raumtemperatur.

Vorkommen in den oberen Schichten der Atmosphäre

Während Trifluormethanol unter Normalbedingungen instabil ist, wird es in der Stratosphäre aus CF3·- und CF3O·-Radikalen durch Reaktion mit OF·- und F·-Radikalen erzeugt. Der Zerfall des dabei gebildeten Trifluormethanols ist bei den in der Atmosphäre vorherrschenden Bedingungen durch die hohe Aktivierungsenergie<ref name="schneider" /> der Reaktion vernachlässigbar.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die berechnete Lebensdauer von Trifluormethanol beträgt in Höhen unterhalb von 40 km mehrere Millionen Jahre.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Literatur

  • Vorlage:Literatur
  • J. I. G. Cadogan, P. H. Rodes: Dictionary of organic compounds. Chapman and Hall, CRC Press, 1996, S. 6204–6205. ISBN 0-412-54090-8.
  • R. D. Chambers: Fluorine in organic chemistry. CRC Press, 2004, S. 254. ISBN 1-4051-0787-1.
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Einzelnachweise

<references />