Alkestis
Alkestis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); auch Alkeste) ist in der griechischen Mythologie die Tochter des iolkischen Königs Pelias,<ref>Platon, Symposion 179 b</ref> Sohn des Poseidon, und seiner Gattin Anaxibia.<ref>Hyginus, Fabulae 51</ref> Alkestis verheiratete sich mit Admetos, dem König von Pherai.<ref>Hyginus, Fabulae 50; Bibliotheke des Apollodor 1,9,15,1</ref> Ihre Geschichte erzählt von grenzenloser, aufopfernder Gattenliebe.
Sage
Alkestis war die schönste der Töchter des Königs Pelias,<ref>Homer, Ilias 2,714–715</ref> weshalb viele Herrscher um sie freiten.<ref>Hyginus, Fabulae 50 und 51</ref> Ihr Vater aber ließ verkünden, dass nur der seine Tochter zur Frau bekomme, dem es gelinge, einen Eber und einen Löwen vor den Hochzeitswagen zu spannen.<ref>Hyginus, Fabulae 50 und 51; Bibliotheke des Apollodor 1,9,15,1</ref>
Das glückte Admetos mit Hilfe des Apollon. Dieser war einst von Zeus dazu gezwungen worden, Admetos’ Schafe und Rinder zu hüten, weil er aus Rache für den Mord des Zeus an seinem Sohn Asklepios die Kyklopen getötet hatte. Da Admetos ihn als Fremden freundlich aufgenommen hatte, half er schließlich bei der für einen Menschen undurchführbaren Aufgabe. So gewann Admetos Alkestis. Er versäumte es aber, der Artemis vor der Vermählung ein Opfer darzubringen. Beleidigt sandte die Göttin daraufhin Schlangen in das Hochzeitsgemach des Paares – zum Zeichen, dass Admetos bald sterben müsse. Doch Apollon konnte den Moiren, den Schicksalgöttinnen, das Versprechen abringen, dass Admetos leben werde, wenn jemand an seiner Stelle in den Tod gehe. Da sonst niemand hierzu bereit war, opferte sich Alkestis für ihn.<ref>Bibliotheke des Apollodor 1,9,15,2–3</ref>
Als kurz darauf Herakles bei Admetos zu Besuch weilte, bot er sich an, Alkestis als Dank für die bei ihm erfahrene Gastfreundschaft zu retten: Der Held versteckte sich neben dem Grab der frisch Verstorbenen, und als Thanatos erschien, um Alkestis abzuholen, bezwang er den Gott des Todes im Ringkampf<ref>In der Bibliotheke des Apollodor 1,9,15,3 kämpft er mit Hades selbst.</ref> und brachte sie heil zu ihrem Gatten zurück.<ref>Euripides, Alkestis 476–1163</ref>
Eine andere Version der Errettung Alkestis’ erzählt, dass Persephone, die Gattin des Hades, von der Opferbereitschaft der liebenden Alkestis so angetan war, dass sie der jungen Frau gestattete, zu ihrem Gatten zurückzukehren.<ref>Platon, Symposion 179 b–d; Bibliotheke des Apollodor 1,9,15,3; Lukian, Nekrikoi dialogoi 23,3</ref>
Alkestis hatte einen Sohn Eumelos, der am Trojanischen Krieg teilnahm,<ref>Homer, Ilias 2,713–715</ref> und eine Tochter Perimele.
Künstlerische Bearbeitungen
Dramen
- Phrynichos (6./5. Jh. v. Chr.): Alkestis (Tragödie)
- Euripides (480–406 v. Chr.): Alkestis, 438 v. Chr. (Tragödie)
- Vittorio Alfieri (1749–1803): Alceste seconda, 1798
- Mathilde Wesendonck (1828–1902): Alkestis, 1881
- Hugo von Hofmannsthal (1874–1929): Alkestis, 1911
- Thornton Wilder (1897–1975): The Alcestiad, 1955 (Uraufführung 1955 bei den Edinburgher Festspielen unter dem Titel A Life in the Sun); seit 1958 erweitert um das angehängte Satyrspiel The Drunken Sisters
- Franz Fühmann (1922–1984): Alkestis (Libretto), 1989
- Ted Hughes (1930–1998): Alcestis
Gedichte
- Alcestis Barcinonensis
- Rainer Maria Rilke (1875–1926): Alkestis, 1907
Gemälde
- Angelika Kauffmann (1741–1807): Tod der Alkestis, 1790 (vorarlberg museum, Bregenz)
- Friedrich Heinrich Füger (1751–1818): Alkestis opfert sich für Admet
- Frederic Leighton (1830–1896): Herakles ringt mit dem Tod um den Körper der Alkestis
Opern
- Jean-Baptiste Lully (1632–1687) Alceste (1674)
- Georg Caspar Schürmann (1672/73–1751): Die getreue Alceste (1719)
- Georg Friedrich Händel (1685–1759): Admeto (1727)
- Hermann Friedrich Raupach (1728–1778): Alceste (Альцеста, 1758)
- Christoph Willibald Gluck (1714–1787): Alceste (1767)
- Anton Schweitzer (1735–1787): Alceste (1773)
- Vladimir Genin (* 1958): Alkestis (2015)
- Louise Talma (Libretto: Thornton Wilder): The Alcestiad (1. März 1962 Uraufführung in Frankfurt/Main)<ref>Arnold Saltzman: IN Series Opera 2025 Review: The Alcestiad. In: OperaWire. 1. August 2025, abgerufen am 17. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Namensgebungen
In Wissenschaft und Kultur fand der Name Alkestis bzw. Alkeste folgenden Widerhall:
- Ein Asteroid trägt diesen Namen: (124) Alkeste.
- Die französische Black-Metal-Band Alcest hat sich nach Alkestis benannt.
Einzelnachweise
<references />
Siehe auch
Literatur
- Beatrix Borchard, Claudia Maurer Zenck (Hrsg.): Alkestis. Opfertod und Wiederkehr. Interpretationen (= Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft. Band 23). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2007, ISBN 978-3-631-56183-6.
- Richard Engelmann: Alkestis. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 233–235 (Digitalisat).
- Michael Grant, John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. 17. Auflage. dtv, München 2003, ISBN 3-423-32508-9.
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen. Band 2: Die Heroen-Geschichten. 14. Auflage. dtv, München 1994, ISBN 3-423-30031-0.
- Peter von Möllendorff: Alkestis und Admetos. In: Maria Moog-Grünewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 5). Metzler, Stuttgart/Weimar 2008, ISBN 978-3-476-02032-1, S. 53–61.
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. 17. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-55404-9.
- Georg Wentzel, Jakob Escher-Bürkli: Alkestis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 1513 f.
Weblinks
- Vorlage:Mythoskop
- Alkestis im: Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann