Clemens Hellsberg
Clemens Hellsberg (* 28. März 1952 in Linz) ist ein österreichischer Violinist, Mitglied der Wiener Philharmoniker und von 1997 bis 2014 deren Vorstand.
Leben
Clemens Hellsberg wurde als Sohn des Lehrerehepaares Eugen und Noberta Hellsberg geboren. Ersten Violinunterricht erhielt er im Alter von vier Jahren, später zudem Klavierunterricht. Die Matura legte er 1970 am Wiener Schottengymnasiums ab.<ref name=":0">Clemens Hellsberg auf der Website der Wiener Philharmoniker, archiviert vom Original im Internet Archive am 15. März 2017</ref> Anschließend leistete er 1970/71 Präsenzdienst beim Bundesheer.<ref name=":0" /> Es folgte das Violinstudium bei Eduard Melkus an der Musikhochschule Wien sowie bei Alfred Staar (Mitglied der Wiener Philharmoniker).<ref name=":0" /><ref>Abschied Clemens Hellsberg. In: Wiener Philharmoniker. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> Gleichzeitig absolvierte er Studien der Musikwissenschaft und Alten Geschichte an der Universität Wien, wo er 1980 mit einer Dissertation über Ignaz Schuppanzigh zum Dr. phil. promoviert wurde.<ref name=":0" /><ref>Die Wiener Philharmoniker und ihre NS-Vergangenheit – Erste Wiener Klavierschule. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>
Im Jahr 1976 wurde Hellsberg Mitglied des Orchesters der Wiener Staatsoper – zunächst in der Gruppe der zweiten Violinen, ab 1978 als Primgeiger. Im Jahr 1980 wurde er Mitglied der Wiener Philharmoniker. Zugleich war er Leiter des historischen Archivs der Wiener Philharmoniker und von 1997 bis 2014 war er als Nachfolger von Werner Resel deren Vorstand.<ref name=":0" /><ref name=":1">Vita Clemens Hellsberg. In: Camerata Prima Wien. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> 2016 trat er in den Ruhestand.<ref name=":1" />
Bekanntheit erlangte Hellsberg auch durch sein 1992 erschienenes Buch Demokratie der Könige. Die Geschichte der Wiener Philharmoniker. Österreichs Grüne kritisierten die Publikation wegen offenkundiger Auslassungen zur nationalsozialistischen Vergangenheit der Wiener Philharmoniker.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Vergangenheit klingt nach (2. Juli 2013) ( vom 27. Mai 2019 im Internet Archive). Abgerufen am 17. Oktober 2017</ref>
Seit 1974 ist Hellsberg Mitglied der katholischen Studentenverbindung KÖStV Rudolfina Wien im ÖCV.<ref>Gesamtverzeichnis des ÖCV 2004, IV - 198.</ref>
Publikationen
- Demokratie der Könige. Die Geschichte der Wiener Philharmoniker. Musikverlag Schott, Mainz 1992, ISBN 3-7957-0236-4.
- Philharmonische Begegnungen: Die Welt der Wiener Philharmoniker als Mosaik. Band 1. Braumüller Verlag, Wien 2015, ISBN 978-3-99100-161-4.
- Philharmonische Begegnungen: Die Welt der Wiener Philharmoniker als Mosaik. Band 2. Braumüller Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-99100-188-1.
- Eine glückhafte Symbiose. Die Wiener Philharmoniker und die Salzburger Festspiele. Residenz-Verlag, Salzburg 2017, ISBN 978-3-7017-3432-0.
- mit Josef Metzger: Schröcksnadel. Seifert Verlag, Wien 2021, ISBN 978-3-904123-52-5.
Ehrungen
- 1999: Komtur des Päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregors des Großen<ref>AAS 91 (1999), n. 11, p. 1099.</ref>
- 2002: Berufstitel Professor
- 2011: Ehrenzeichen des Landes Salzburg<ref>Salzburger Festspiele: Untrennbar verbunden: Salzburger Festspiele und Wiener Philharmoniker, vom 9. August 2011. Abgerufen am 15. November 2016</ref>
- 2012: Marietta und Friedrich Torberg-Medaille der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
- 2013: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
- 2014: Orden der Aufgehenden Sonne, 3. Klasse<ref>Botschafter Taketoshi überreichte Prof. Dr. Hellsberg einen Orden. In: Japanische Botschaft in Österreich. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref><ref>2013 Autumn Conferment of Decorations on Foreign Nationals, Internetseite des japanischen Außenministeriums (englisch)</ref>
- 2014: Verdienstorden Pro Merito Melitensi<ref>Hoher Verdienstorden für Prof. Dr. Clemens Hellsberg. In: Souveräner Malteserorden. 24. März 2014, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>
- 2015: Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres<ref>Überreichung der Insignen eines Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres an Clemens Hellsberg. Artikel vom 1. Juli 2015, abgerufen am 9. August 2015.</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Clemens Hellsberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Interview mit Clemens Hellsberg
- Clemens Hellsberg auf der Website der Wiener Philharmoniker, archiviert vom Original im Internet Archive am 15. März 2017
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hellsberg, Clemens |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Dirigent und Violinist |
| GEBURTSDATUM | 28. März 1952 |
| GEBURTSORT | Linz |
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- Klassischer Geiger
- Mitglied der Wiener Philharmoniker
- Träger des Gregoriusordens (Komtur)
- Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien
- Träger der Marietta und Friedrich Torberg-Medaille
- Träger des Ordens der Aufgehenden Sonne (Kommandeur)
- Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Ritter)
- Träger des Verdienstordens Pro Merito Melitensi (Großoffizier)
- Professor (Berufstitelträger)
- Absolvent der Universität Wien
- Österreicher
- Geboren 1952
- Mann
- Korporierter im CV