Ole Scheeren
Ole Scheeren (* 1971<ref>Harald Braun: Wolkenkratzer der Zukunft. In: Stern, Nr. 18, 5. Mai 2008.</ref> in Karlsruhe) ist ein deutscher Architekt. Seit März 2010 führt er sein eigenes Architekturbüro Büro Ole Scheeren<ref>Büro Ole Scheeren: Büro Ole Scheeren. Abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> mit Niederlassungen in London, New York, Peking und Hongkong<ref>Anna Winston: OMA partner quits to set up new practice. In: archinect.com, 3. März 2010.</ref> sowie seit Ende 2015 in Berlin-Moabit und Bangkok.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Büro Ole Scheeren expandiert mit Studios in Berlin und Bangkok ( vom 24. März 2016 im Internet Archive). Pressemitteilung Büro Ole Scheeren vom 2. November 2015 [PDF; 518 kB].</ref><ref>Büro Ole Scheeren: Büro Ole Scheeren. Abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Leben und Werk
Ole Scheeren ist der Sohn des Architekten Dieter Scheeren, der an der Hochschule RheinMain als Professor für Architektur und Bauingenieurwesen tätig war.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prof. Dipl.-Ing. Dieter Scheeren. ( vom 23. Januar 2015 im Internet Archive) In: Hochschule RheinMain, Wiesbaden, Stand: 23. Januar 2015.</ref> Bereits mit 14 Jahren arbeitete er im Büro seines Vaters mit. Er entwarf Möbel und schloss mit 21 Jahren sein erstes Architekturprojekt ab.<ref name="Wahrzeichen">Oliver Sefrin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ole Scheeren baut ein Wahrzeichen für Bejing. ( vom 24. Juni 2008 im Internet Archive) In: magazine-deutschland.de, 17. September 2007.</ref> Als Zwanzigjähriger reiste er mit dem Rucksack durch das ländliche China. Er lebte dort in armen, einfachen Verhältnissen mit den Einheimischen<ref name="Moll">Sebastian Moll: Herr der Türme. In: Spiegel Online. 15. November 2009, Interview, mit Video, 1:29 Min.</ref> und verbrachte dort drei Monate vor Beginn seines Studiums.<ref name="businesspunk01-2013">Ruth Fend: Der Beau vom Bau. In: Business Punk. G+J Wirtschaftsmedien, Hamburg Januar 2013, S. 62–67. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikelanfang. ( vom 2. April 2015 im Internet Archive)</ref> Scheeren studierte in Karlsruhe, Lausanne und London. Hier wurde er an der Architectural Association School of Architecture (AA) für seine Abschlussarbeit mit der RIBA Silver Medal ausgezeichnet.
Nach Projekterfahrungen in Deutschland, New York und London begann Ole Scheeren 1995 seine Arbeit im niederländischen Architekturbüro Office for Metropolitan Architecture (OMA) in Rotterdam. 2002 wurde er Partner und als Direktor des Büros verantwortlich für das gesamte Asiengeschäft. Eines seiner bekanntesten Bauwerke aus der seiner Zeit bei OMA ist das China Central Television Headquarters, die neue Zentrale des staatlichen chinesischen Fernsehsenders China Central Television (CCTV) in Peking. Im März 2010 verließ Scheeren OMA und machte sich selbständig.
Als Leiter von OMA Bejing war er federführend bei Design und Realisierung einiger Neubauten des Chinesischen Staatsfernsehens CCTV (China Central Television) und TVCC (Television Cultural Centre) in Peking sowie des 2018 vollendeten Maha Nakhon<ref>Ole Scheeren completes pixelated MahaNakhon tower in Bangkok. 26. November 2018, abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, eines die Stadt überragenden, 314 m hohen Turms in Bangkok, und bei The Interlace, einer großflächigen Wohnanlage in Singapur mit 1040 Apartments in 31 Gebäudeblöcken (in hexagonaler Anordnung und übereinander gestapelt).<ref>Amy Frearson: The Interlace by OMA and Ole Scheeren nears completion. In: Dezeen. 14. Oktober 2013, abgerufen am 15. Februar 2014.</ref><ref>Dieter Bartetzko: Der Turmherr aus Karlsruhe. In: FAZ, 8. Dezember 2014, S. 11.</ref>
Weitere Projekte waren die gewonnenen Wettbewerbe für das Taipei Performing Arts Centre in Taiwan und das neue Stadtzentrum von Shenzhen in China. Zuvor zeichnete Ole Scheeren unter anderem verantwortlich für die Realisierung der Prada Epicenter Flagship Stores in New York (2001) und Los Angeles (2004). Wegen seiner Hochhäuser wird er auch scherzhaft „Herr der Türme“ genannt,<ref name="Moll" /><ref>Dieter Bartetzko: Der Zauberlehrling ist nun der Meister. In: FAZ, 19. Juli 2011 und als PDF-Datei.</ref> eine Bezeichnung, die er wie alle anderen Namen als „Etiketten“ ablehnt.<ref>Lothar Gorris und Ulrike Knöfel: „Ich werfe Türme um.“. In: Der Spiegel, Nr. 11, 7. März 2015, Interview.</ref>
2011 gewann sein Büro die Ausschreibung für ein Auktionshaus (Guardian Art Center) nahe der Verbotenen Stadt in Peking.<ref>Guardian Art Center. In: Büro Ole Scheeren. aufgerufen am 5. Dezember 2015.</ref> Hinter einer betont zurückhaltenden Außenfassade, welche die Ziegelsteinstruktur der angrenzenden Hutong-Häuser aufnimmt, befinden sich unterirdische, holzgetäfelte Auktionssäle, ein Innenhof mit einer chinesischen Gartenlandschaft, eine beliebig unterteilbare Halle für Ausstellungen sowie ein Hotel in den oberen Etagen.<ref>Tobias Timm: Ole Scheeren: Die Große Halle der Kunst. In: Die Zeit, Nr. 46, 26. November 2015.</ref>
2018 wurde die Zwillingstürme DUO in Singapur fertiggestellt. Die beiden Türme sind so gestaltet, dass in deren Mitte kreisförmige öffentliche Räume entstehen.<ref>Büro Ole Scheeren Finishes DUO Twin Towers in Singapore | 2018-03-06 | Architectural Record. Abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr 2015 beauftragte der Immobilienentwickler BOSA Ole Scheeren mit dem Bau eines Wohnhauses names „Fifteen Fifteen by Ole Scheeren“ in Vancouver.<ref>Ole Scheeren's Fifteen Fifteen skyscraper in Vancouver moves forward. 22. Oktober 2021, abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, plant Ole Scheeren außerdem das Hochhauskomplex „Empire City“. Es wird Wohnungen, ein Hotel und eine Aussichtsplattform enthalten.<ref>"Empire City" von Ole Scheeren in Vietnam: Grünes Luftschloss. In: Der Spiegel. 21. November 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 1. November 2023]).</ref> In Shenzhen baut er aktuell für das chinesische Telekommunikationsunternehmen ZTE die Firmenzentrale in Form einer „Welle“.<ref>Wirtschaftswoche: Telekom-Riese: Deutscher Architekt baut „Welle“ als Zentrale für ZTE in China. 2. September 2020, abgerufen am 1. November 2023.</ref> Das Projekt mit dem Namen „Shenzhen Wave“ befindet sich aktuell im Bau. Außerdem im Bau befinden sich das Hotelresort „Sanya Horizons“ auf der Insel Hainan in China und das Luxus-Boutique Hotel „Abacan Resort“ auf der Insel Mactan, auf den Philippinen.<ref>Jove Moya: Abaca Resort: Büro Ole Scheeren's Latest Project Is A Nature-Inspired Hotel In Cebu. Abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Entwurf von „Sanya Horzions“ vereint zwei Hotels in einem Bauwerk, so dass das restliche Gelände als natürliche Landschaft erhalten bleibt.<ref>Ole Scheeren designs hotels with "hanging gardens" for Sanya. 11. März 2022, abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Neben seiner Tätigkeit als Architekt hat Scheeren Ausstellungen konzipiert wie Cities on the Move in der Londoner Hayward Gallery und ist in Sammlungen wie der des Museum of Modern Art in New York vertreten. Im Dezember 2022 eröffnete im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe außerdem die monografische Ausstellung ole scheeren : spaces of life, die dem Architekten gewidmet ist.<ref>ole scheeren : spaces of life | 10.12.2022 - 00:00 bis 04.06.2023 - 00:00 | ZKM. Abgerufen am 1. November 2023.</ref>
Scheeren lebte seit 2004 in Peking und war von 2007 bis 2012<ref>Rowan Moore: The Sky’s the Limit. In: American Vogue, September 2013.</ref> mit der Schauspielerin Maggie Cheung liiert.<ref>Louis Lewitan: Architekt Ole Scheeren: „China hat mich grundlegend verändert.“. In: ZEITmagazin, Nr. 47, 23. November 2011, Interview.
Sandra Leong: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />East-West attraction. ( vom 30. Dezember 2007 im Internet Archive) In: The Star (Malaysia). 30. Oktober 2007.</ref>
Auszeichnungen
- 2023: CTBUH «10 Year Award» für The Interlace<ref>Ole Scheeren gewinnt wichtigen Preis in Singapur. In: FAZ.NET. 19. Oktober 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 1. November 2023]).</ref>
- 2021: Urban Habitat Award für DUO in Singapur<ref>Büro Ole Scheeren wins the CTBUH Urban Habitat Award 2021 with DUO Twin Towers. 14. Juni 2021, abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2019: CTBUH Award of Excellence für MahaNakhon<ref name=":0" />
- 2018: CTBUH Award of Excellence für DUO<ref name=":0">Büro Ole Scheeren: Büro Ole Scheeren. Abgerufen am 1. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2015: World Building of the Year für The Interlace <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />World Building of the Year winner: The Interlace / Singapore / OMA / Ole Scheeren. ( vom 20. Dezember 2015 im Internet Archive) In: World Architecture Festival. 4. November 2015, aufgerufen am 5. Dezember 2015.
Ole Scheeren's "vertical village" named World Building of the Year 2015. In: Dezeen. 6. November 2015.</ref> - 2014: Urban Habitat Award für seinen Wohnkomplex The Interlace in Singapur (erstmals 2014 verliehen)<ref>Andreas Landwehr (dpa): Deutscher Architekt ausgezeichnet: Das weltbeste Hochhausprojekt. In: manager magazin. 29. Juni 2014.</ref>
- 2010: Best Architecture – Asia Pacific Property Awards (The Interlace)
- 2008: Best Building Site – Wallpaper (CCTV)
- 2008: Best New Global Design – International Architecture Awards (CCTV)
- 2000: RIBA Silver Medal (Royal Institute of British Architects)<ref name="riba-silvermedal2000">MexT project. In: Royal Institute of British Architects, abgerufen am 3. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Film
- Megacitys – Bauen für Millionen. Aus der WDR-Reihe: Quarks und Co. Gespräch mit Video-Einspielungen, Deutschland, 2013, 44 Min. (Inhaltsangabe).
- „Deutsche Architekten in China“, Deutschland, 2016, Direktor: Rainer Traube, Produktion: DW-TV (Deutsche Welle), Veröffentlichung: 31. September 2016 by DW-TV (Deutsche Welle).
- „Biennale Venezia 2012“, Deutschland, 2012, Direktor: Werner Herzog, Produktion: DW-TV (Deutsche Welle).
- „Faszination Wolkenkratzer - CCTV in Peking“, Deutschland, 2009, 30 min., Direktor: Horst Brandenburg, Produktion: ARTE Television, Launch: 5 July 2009 by ARTE Television.
Weblinks
- Büro Ole Scheeren (engl.)
- Interviews
- Architekt Ole Scheeren: „China hat mich grundlegend verändert.“. In: ZEITmagazin, Nr. 47, 23. November 2011 (Webarchiv)
- Ole Scheeren Peking – Kein El Dorado. In: art – Das Kunstmagazin. 5. Mai 2011 (Webarchiv)
- „Vieles ist eine Frage von Glück und Timing.“. In: Tagesspiegel. 31. Juli 2008
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scheeren, Ole |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 1971 |
| GEBURTSORT | Karlsruhe |