Sderot
| Sderot | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| ||||||
| Basisdaten | ||||||
| hebräisch: | {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) | |||||
| arabisch: | {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) | |||||
| Staat: | Datei:Flag of Israel.svg Israel | |||||
| Bezirk: | Süd | |||||
| Gegründet: | 1951 | |||||
| Koordinaten: | 31° 32′ N, 34° 36′ O
{{#coordinates:31,526111111111|34,593888888889|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Sderot | region=IL-D | type=city
}} |
| Höhe: | 93 m | |||||
| Fläche: | 4,472 km² | |||||
| Einwohner: | 31.108 (Stand: 2022)<ref>2022 {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). (XLSX; 119 kB) [Population and households by locality - 2022 Census estimate]. Israelisches Zentralbüro für Statistik, 2025, abgerufen am 31. Januar 2026. </ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 6.956 Einwohner je km² | |||||
| Gemeindecode: | 1031 | |||||
| Zeitzone: | UTC+2 | |||||
| Postleitzahl: | {{#property:P281}} | |||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||||
| ||||||
Sderot oder Sederot ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), arabisch سديروت, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine Stadt im südlichen Israel. Die Stadt liegt im Westteil des Negev unweit des nördlichen Gazastreifens.
Geografische Lage
Sderot liegt im Westen Israels, an den nordwestlichen Ausläufern der Wüste Negev und ca. 12 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt. Die Stadt gehört zum Südbezirk des Landes, Unterbezirk Aschkelon. Sderot grenzt fast direkt an die nordöstliche Ecke des Gazastreifens, Gaza-Stadt ist ca. 12 Kilometer Luftlinie entfernt. Nächstgrößere israelische Stadt ist das ca. 15 Kilometer nördlich gelegene Aschkelon.
Geschichte
Gründung und Entwicklung
Sderot wurde 1951 auf dem Land des palästinensischen Dorfes Nadschd (arabisch نجد, DMG Naǧd) gegründet, dessen Einwohner 1948 von der Hagana nach Gaza vertrieben und dessen Dorf selbst vollkommen zerstört worden war. Die ehemaligen Bewohner und ihre Nachkommen leben bis heute als Flüchtlinge im Gazastreifen.<ref>Robert Fisk: Wiped from Israel’s maps: The true inhabitants of Sderot. 26. November 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2012; abgerufen am 29. November 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Eine eigenständige Gemeindeverwaltung wurde Sderot 1958 und im Jahr 1996 eine Stadtverwaltung.
Nahostkonflikt seit 2001
Internationale Bekanntheit erlangte Sderot, weil es ab dem 16. April 2001<ref>Sowohl angegriffen als auch verurteilt. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Israelische Botschaft, 21. November 2006, Seite nicht mehr abrufbar, kein Archivlink auffindbar am 11. Oktober 2023</ref> im Rahmen des Nahostkonfliktes immer wieder aus dem nahen Gazastreifen angegriffen wird. Allein am Abend des ersten Tages schlugen fünf Mörsergranaten und eine Kassam-Rakete im Stadtgebiet ein.<ref>Kölner Stadt-Anzeiger, 18. April 2001, S. 3</ref> Durch die sich wiederholenden Angriffe leiden viele Einwohner an einer posttraumatischen Belastungsstörung.<ref>Raketen prägen den Alltag. Israelnetz, 16. April 2021, abgerufen am 6. Juli 2021.</ref>
Am 28. Juni 2004 starben bei einem solchen Angriff erstmals Menschen, der 49 Jahre alte Mordechai Josepov und der 4 Jahre alte Junge Afik Sahavi.<ref>mfa.gov.il Israelisches Außenministerium (englisch), abgerufen am 18. Juli 2018</ref> Einige Monate später, am 29. September 2004, wurden bei einem Angriff mit Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen zwei Kleinkinder getötet. Dieser und weitere Anschläge löste die Militäraktion „Tage der Buße“ des israelischen Militärs im Gazastreifen aus.<ref>Kölner Stadt-Anzeiger, 1. Oktober 2004, S. 5</ref>
Seit Israels Rückzug aus dem Gazastreifen im Sommer 2005 haben die Angriffe massiv zugenommen. Die Zahl der auf Israel, zumeist auf Sderot, abgefeuerten Raketen stieg im Zeitraum von 2001 bis zum Januar 2009 auf über 8600.<ref>Q&A: Gaza conflict. 18. Januar 2009 (bbc.co.uk [abgerufen am 11. Oktober 2023]).</ref>
Seit 2004 befindet sich in Sderot wegen der Angriffe die einzige im Ernsteinsatz befindliche Komponente des Tactical-High-Energy-Laser-Systems, eines von einer amerikanischen Firma entwickelten Verteidigungssystems gegen Raketenbeschuss. Es funktioniert in etwa achtzig Prozent der Fälle. Vom Ertönen des Frühwarnsystems Zeva Adom („Farbe Rot“) bis zum Einschlag der Rakete bleiben nur etwa 15 Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen.
Am 21. Januar 2005 starb Ayala-Chaya Abukasis, nachdem sie am 15. Januar 2005 bei einem Raketenangriff schwer verletzt wurde.<ref>Victims of Palestinian Violence and Terrorism since September 2000. In: Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. 27. September 2000, abgerufen am 4. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr darauf kam es Mitte November zu einer Vielzahl von Raketenangriffen, die am 16. und am 21. zwei weitere Todesopfer<ref>Sderot victim was a Muslim married to a Jew. Jerusalem Post, 16. November 2006, Seite nicht mehr abrufbar, kein Archivlink auffindbar am 11. Oktober 2023</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Man dies of wounds sustained in Qassam strike on Sderot. ( vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Ha'aretz, 22. November 2006</ref> forderten und einige Menschen schwer verletzten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Woman killed, man seriously hurt in Qassam strike on Sderot. ( vom 17. November 2006 im Internet Archive) Ha'aretz, 15. November 2006</ref><ref>Tödlicher Raketenangriff. FAZ, 15. November 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Qassams hit Negev, day after deadly Sderot strike. ( vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Ha'aretz, 16. November 2006</ref> Die Angriffe dauerten in den Folgewochen an. Eine Delegation von 70 Diplomaten, die auf Einladung von Außenministerin Tzipi Livni am 23. November die Stadt besuchte, verließ die Stadt nur 20 Minuten vor einem neuerlichen Angriff mit Kassam-Raketen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Treffen zwischen Beratern Olmerts und Abbas; Erekat: positive Atmosphäre. ( vom 22. Januar 2007 im Internet Archive) Israelische Botschaft, 23. November 2006</ref>
Im Mai 2007 gab es zwei weitere Todesopfer, Schir'el Friedman, 32 Jahre verstarb am 21. und ʿOschri ʿOz 36 Jahre am 27. Mai 2007.<ref>mfa.gov.il Israelisches Außenministerium (englisch), abgerufen am 18. Juli 2018</ref> Am 12. Dezember 2007 fielen mehr als 20 Raketen auf Sderot, worauf der Bürgermeister der Stadt, Eli Moyal, unerwartet seinen Rücktritt bekanntgab. Im Januar und Februar des Jahres 2008 wurden über 1000 Raketen auf Sderot geschossen; dabei kam Ende Februar ein Mann auf dem Campus des Sapir Colleges ums Leben.<ref>Raketenkrieg gegen Israel – Verletzte in Ashkelon und Sderot. haGalil.org, 28. Februar 2008</ref> Roni Yihye, 47 Jahre alt, wurde am 27. Februar 2008 und Schir-El Friedman, 35 Jahre alt, am 19. Mai 2008 bei Raketenangriffen getötet.<ref>mfa.gov.il Israelisches Außenministerium (englisch), abgerufen am 18. Juli 2018</ref> Auch in der darauffolgenden Zeit kam es zu weiteren Raketenangriffen, die die Militäraktion Operation Gegossenes Blei der israelischen Armee im Gazastreifen auslösten.
Im November 2010 wurden die ersten beiden Batterien des mobilen Raketenabwehrsystems Iron Dome zum Schutz von Sderot stationiert.<ref>Iron Dome system passes final tests. In: jpost.com. The Jerusalem Post, 19. Juli 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Februar 2011; abgerufen am 12. April 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))., Archivlink abgerufen am 11. Oktober 2023</ref>
Nach einem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen am 29. Juni 2014 brannte eine Farbenfabrik im Industriegebiet vollständig nieder. Zwei Arbeiter erlitten Verbrennungen. Dies war der erste direkte Treffer auf ein Ziel in Israel seit der erneuten Zunahme des Raketenbeschusses Mitte Juni. Weitere Raketen zerstörten ein Wohnhaus und ein Studentenwohnheim. Die Zunahme des Raketenbeschusses war ein Auslöser für die Operation Protective Edge der israelischen Armee ab 8. Juli 2014.<ref>Newsletter der Botschaft des Staates Israel, Berlin, vom 1. Juli 2014 und 3. Juli 2014</ref>
Im Zuge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel 2023 kam es zum Angriff auf Sderot, wobei bewaffnete Terroristen der Hamas in die Stadt eindrangen, unter anderem das Gebäude der Stadtpolizei besetzten und rund 50 Zivilisten ermordeten. Die Kämpfe zur Rückeroberung und Säuberung dauerten mehr als drei Tage, wobei rund 20 israelische Sicherheitskräfte und etwa 50 Terroristen getötet wurden. Aufgrund des Angriffs kam es zu einer freiwilligen und empfohlenen Evakuierung der Stadt, in dessen Folge die Einwohnerzahl auf mehrere Hundert bis zweitausend Menschen zurückging und Sderot in internationalen Medien den Ruf einer Geisterstadt erwarb.
Einwohner
Im Jahr 2022 hatte Sderot 31.108 Einwohner.<ref>2022 {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). (XLSX; 119 kB) [Population and households by locality - 2022 Census estimate]. Israelisches Zentralbüro für Statistik, 2025, abgerufen am 31. Januar 2026.</ref> Etwa 60 Prozent davon sind orientalische Juden, hauptsächlich aus Marokko stammend und etwa vierzig Prozent davon sind Neueinwanderer, die erst nach 1990 aus der ehemaligen Sowjetunion zugezogen sind.
Das israelische Zentralbüro für Statistik gibt bei den Volkszählungen vom 22. Mai 1961, 19. Mai 1972, 4. Juni 1983, 4. November 1995 und vom 28. Dezember 2008 für Sderot folgende Einwohnerzahlen an:<ref>Israelisches Zentralbüro für Statistik</ref>
| Jahr der Volkszählung | 1961 | 1972 | 1983 | 1995 | 2008 |
| Anzahl der Einwohner | 3.539 | 7.638 | 9.014 | 16.600 | 19.416 |
Kibbuz Migwan
Migwan ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein kleiner Kibbuz innerhalb der Stadt Sderot.
Der Kibbuz wurde 1987 gegründet. Seit seiner Gründung gehörte der Kibbuz der links-zionistischen Kibbuzvereinigung ha-Kibbuz ha-Arzi (Landeskibbuzverband) an, welcher allerdings 1999 in dem Dachverband ha-Tenuʿa ha-Kibbuzit (die Kibbuzbewegung) aufging. 2005 lebten in dem städtischen Kibbuz ca. 50 Personen. Migwan ist ein moderner Kibbuz mit traditionellen Einflüssen. Er besitzt einen kollektiven Wirtschaftszweig mit Gemeinschaftsunternehmen, gemeinsame kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen sowie wöchentliche Versammlungen. Im Gegensatz zu den traditionell-sozialistischen Kibbuzim gibt es in Migwan privaten Besitz, wie das Einkommen und private Immobilien. Heute beherbergt der Kibbuz etwa 10 Familien sowie Internet- und Dienstleistungsunternehmen.
Bürgermeister
- – 2007 Eli Moyal
- 2008 – 2013 David Buskila
- 2013 – Lfd. Alon Davidi<ref>Sderot ehrt 104-jährige Israelin. In: israelnetz.com. 21. März 2018, abgerufen am 30. März 2018.</ref>
Vorsitzender der Gemeindeverwaltung
- 1962 – 1971 Yehonaran Yifrach
- 1983 – 1988 Amir Peretz
Trivia
Das südlich der Stadt im Landkreis Schaʿar HaNegev gelegene Sapir College ging im Dezember 2005 eine akademische Partnerschaft mit der Fachhochschule Trier ein. Das vom College organisierte, seit 2002 jährlich stattfindende internationale Cinema South Festival ist eines der wichtigsten Kulturereignisse im Süden Israels. Ein besonderer Schwerpunkt ist ein Programm für lokales arabisch-palästinensisches Kino.<ref>Kifah Abdul Halim: Filmfest „Cinema South“: Ein Kulturfestival stellt den Süden Israels in den Mittelpunkt. Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office, 13. Juli 2017, abgerufen am 10. Oktober 2017.</ref><ref>Die Schule für Audio- und visuelle Kunst des Sapir Colleges. In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office. Oktober 2016, abgerufen am 10. Oktober 2017.</ref><ref>The Cinema South International Film Festival. In: Embassy of Israel, London. 2. Juli 2014, abgerufen am 10. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Städtepartnerschaften
- Deutschland Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin,<ref>Sderot auf bsz-spv.de, abgerufen am 8. März 2022</ref> seit 1975
- Frankreich Antony bei Paris,<ref>Jumelage | Ville d'Antony. Abgerufen am 11. Oktober 2023.</ref> seit 1984
Söhne und Töchter der Stadt
- Shimon Adaf (* 1972), Schriftsteller
- Miri Bohadana (* 1977), Schauspielerin, Model und Fernsehmoderatorin
Weblinks
- Two miserable towns. In Ha'aretz, 16. November 2006.
- Gaza/Sderot: das Leben trotz allem. Arte.tv, 26. Oktober bis 23. November 2008.
- Michael Borgstede: 4500 Raketenangriffe in sechs Jahren. FAZ.net, 18. Mai 2007.
- Sderot Media Center
- Kehillath Migvan (hebräisch)
Einzelnachweise
<references responsive />