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Christian Streich

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Christian Streich
Datei:Christian Streich 2017.jpg
Christian Streich (2017)
Personalia
Geburtstag 11. Juni 1965
Geburtsort Weil am RheinDeutschland
Größe 181 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
SpVgg Märkt-Eimeldingen
0000–1982 FV Lörrach
1982–1983 Freiburger FC
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1983–1985 Freiburger FC 56 0(8)
1985–1987 Stuttgarter Kickers 21 0(2)
1987–1988 SC Freiburg 22 0(2)
1988–1990 FC 08 Homburg 31 0(1)
1990–1994 Freiburger FC 77 (27)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1995–2011 SC Freiburg U19
2007–2011 SC Freiburg (Co-Trainer)
2012–2024 SC Freiburg
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Christian Streich (* 11. Juni 1965 in Weil am Rhein) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Er absolvierte als Spieler u. a. 10 Spiele für den FC 08 Homburg in der Bundesliga sowie für die Homburger, die Stuttgarter Kickers und den SC Freiburg 64 Spiele in der 2. Bundesliga. Nach seinem Karriereende wurde Streich Trainer und betreute von 1995 bis 2011 die U19 des SC Freiburg, mit der er einmal deutscher A-Junioren-Meister und dreimal deutscher A-Junioren-Pokalsieger wurde. Ab 2007 war er parallel Co-Trainer der Profimannschaft, deren Cheftrainer er zur Rückrunde 2011/12 wurde. Streich führte den Sport-Club in seiner Amtszeit dreimal in die UEFA Europa League sowie zur bisher einzigen Finalteilnahme im DFB-Pokal und etablierte ihn – trotz des Abstiegs 2015 samt direktem Wiederaufstieg – insbesondere zum Ende seiner Amtszeit in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga. Nach der Saison 2023/24 verlängerte Streich seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr und verließ den Verein nach insgesamt 29 Jahren.

Spielerkarriere

Anfänge

Streich, Sohn eines Metzgers,<ref>René Kübler: Porträt Christian Streich: Erfrischend anders. In: Badische Zeitung, 22. März 2012.</ref> wuchs im südbadischen Eimeldingen auf. Beim örtlichen Verein begann er auch mit dem Fußballspielen, wechselte später in die nahegelegene Kreisstadt zum FV Lörrach und schließlich 1982 zum Freiburger FC, dessen erste Mannschaft gerade aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. Nach einem Jahr in der Jugend des FFC kam er zur Saison 1983/84 in den Kader der ersten Mannschaft in der Oberliga Baden-Württemberg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christian Streich (Memento vom 22. Juni 2020 im Internet Archive), ffc-history.de, abgerufen am 19. Juni 2020.</ref> In seiner ersten Saison wurde er mit der Mannschaft Meister, in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga scheiterte der Verein am FC 08 Homburg und dem VfR Bürstadt.

Schritt in den Profifußball (1. und 2. Bundesliga)

Nach einer weiteren Saison beim FFC wechselte der Mittelfeldspieler 1985 in die 2. Bundesliga zu den Stuttgarter Kickers. Dort kam er in zwei Spielzeiten zu 21 Einsätzen. 1987 kehrte Streich nach Freiburg zurück, er wurde vom Zweitligisten SC Freiburg unter Vertrag genommen. Hier wurde er von Jörg Berger trainiert und spielte u. a. mit Joachim Löw und Souleymane Sané zusammen.<ref>Aufstellung des SC Freiburg am 19. September 1987, www.transfermarkt.de</ref>

Nach einer Saison verließ er den Sportclub und unterschrieb beim FC 08 Homburg, der gerade aus der 1. Bundesliga in die 2. Liga abgestiegen war. Streich gelang mit seiner Mannschaft nach einer Saison im Sommer 1989 als Vizemeister der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. In der Bundesligasaison 1989/90 kam er zu zehn Einsätzen für Homburg. Zum Saisonende belegte er mit dem Verein den letzten Platz, was den Abstieg in die 2. Liga bedeutete.<ref>Abschlusstabelle der 1. Bundesliga der Saison 1989/90, www.transfermarkt.de</ref>

Streich entschied sich daraufhin zu einem erneuten Vereinswechsel: Er kehrte im Sommer 1990 nach Freiburg zurück und unterschrieb beim Freiburger FC, der zuvor in die viertklassige Verbandsliga Südbaden abgestiegen war. Damit beendete er seine Profikarriere. Dort schaffte er in seinem ersten Jahr als Meister den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg.<ref>Klubgeschichte, ffc.de, abgerufen am 14. März 2023.</ref> Er blieb bis 1994 beim Freiburger FC, bei dem er in der Saison 1991/92 mit 13 Toren bester Schütze wurde (Torschützenkönig der Oberliga Baden-Württemberg mit 19 Treffern wurde Fredi Bobic vom TSF Ditzingen).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> 1991 und 1992 gewann er mit dem FFC den Südbadischen Pokal.

Trainerkarriere

Anfänge

Nach Beendigung seiner Spielerkarriere kehrte Streich 1995 als Jugendtrainer zum SC Freiburg zurück. 2001 wurde er Sportlicher Leiter der neu gegründeten Freiburger Fußballschule, die als deutschlandweit anerkanntes Vorzeigeprojekt zahlreiche Fußballspieler entwickelte.<ref>Matthias Joers: Christian Streich: Nach Sorgs Entlassung beim SC Freiburg steht er wider Willen im Rampenlicht - Freiburger Wochenbericht. 4. Januar 2012, abgerufen am 9. Januar 2026.</ref> Zusammen mit Co-Trainer Klemens Hartenbach gewann er mit den A-Junioren 2006, 2009 und 2011 den DFB-Junioren-Vereinspokal und 2008 durch einen 2:0-Finalerfolg über den VfL Wolfsburg die deutsche A-Jugendmeisterschaft. Nachdem im Sommer 2007 Robin Dutt als Cheftrainer der Profimannschaft verpflichtet worden war, war Streich zusätzlich Trainerassistent, kümmerte sich aber weiterhin hauptsächlich um die A-Jugend. Unter seiner Leitung schafften einige Jugendspieler den Sprung zu den Profis, darunter Dennis Aogo, Jonathan Pitroipa, Daniel Schwaab, Eke Uzoma, Ömer Toprak und Oliver Baumann.

Zu Beginn der Saison 2011/12 wurde Streich Co-Trainer der 1. Mannschaft unter dem neuen Trainer Marcus Sorg, der dem bisherigen Cheftrainer Dutt, der zu Bayer Leverkusen gewechselt war, nachfolgte.<ref>René Kübler: Dutt und Sorg: zwischen den Welten. In: Badische Zeitung, 22. März 2011.</ref>

Cheftrainer SC Freiburg

Datei:Streich Christian (Freiburg im Breisgau) jm7562.jpg
Streich als Graffito an der Dreisam, in der Nähe der Schwabentorbrücke, gemalt von Andreas Herre und Julian Mielke; anlässlich des Klassenerhalts 2014

Anfang Januar 2012 übernahm Streich mit dem Beginn der Rückrundenvorbereitung die Position des Cheftrainers als Nachfolger von Marcus Sorg, der nach einer schwachen Hinrunde (nur drei Siege aus 17 Spielen) beurlaubt worden war.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SC trennt sich von Marcus Sorg. (Memento vom 11. Dezember 2018 im Internet Archive) SC Freiburg Webseite.</ref><ref>Matthias Joers: Christian Streich: Nach Sorgs Entlassung beim SC Freiburg steht er wider Willen im Rampenlicht - Freiburger Wochenbericht. 4. Januar 2012, abgerufen am 9. Januar 2026.</ref> Die Rückrunde unter Streich verlief für den SC erfolgreich; die Mannschaft verließ die Abstiegsränge und sicherte am 32. Spieltag den Klassenerhalt. Durch diesen überraschenden Erfolg<ref>Wolfgang Prosinger: Zwei auf einen Streich. In: Der Tagesspiegel, 10. April 2012.</ref> und durch seine unkonventionellen Äußerungen auf Pressekonferenzen erfuhr Streich eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Der lokale Fernsehsender TV Südbaden widmete ihm eine Videokolumne (Streich der Woche), die bald auch die Badische Zeitung aufgriff.

Aufgrund des für viele Beobachter nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalts und der insgesamt guten Leistungen des SC Freiburg in der Rückrunde 2011/12 belegte Streich bei der Wahl zum Trainer des Jahres 2012 den dritten Platz hinter Jürgen Klopp und Lucien Favre.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reus Fußballer des Jahres – Klopp bester Trainer. (Memento vom 30. Dezember 2017 im Internet Archive) In: Focus, 12. August 2012, abgerufen am 24. Januar 2014.</ref> Nachdem der SC Freiburg in der darauf folgenden Saison 2012/13 überraschend den fünften Tabellenplatz belegt und sich damit für die Europa League qualifiziert hatte, erreichte Streich bei der Wahl zum Trainer des Jahres 2013 hinter Jupp Heynckes den zweiten Platz, noch vor Klopp.<ref>Trainer des Jahres: Das Ergebnis 2013. In: kicker, 28. Juli 2013, abgerufen am 24. Januar 2014.</ref>

Am 10. Mai 2013 verlängerte er seinen bis 2014 laufenden Vertrag beim SC Freiburg langfristig.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trainerteam verlängert Verträge. (Memento vom 29. September 2020 im Internet Archive) In: scfreiburg.com, abgerufen am 28. August 2013.</ref> Sein ursprünglich im Juli 2016 auslaufender Vertrag wurde am 19. Februar 2016 ebenso wie die Verträge des gesamten Trainerteams erneut verlängert. Seine Co-Trainer waren Patrick Baier, Lars Voßler und Florian Bruns.<ref>Vertragsverlängerung mit Christian Streich und Trainerteam. In: scfreiburg.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Februar 2016.</ref>

Nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga in der Saison 2014/15 sicherte sich Streich mit seiner Mannschaft den direkten Wiederaufstieg am 32. Spieltag nach einem 2:1-Auswärtssieg gegen den SC Paderborn 07. Am 33. Spieltag wurde er mit der Mannschaft durch einen 2:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim Meister der 2. Fußball-Bundesliga 2015/16.

In der Saison 2016/17 erreichte der Verein den 7. Platz in der Abschlusstabelle, welcher zur Teilnahme an der dritten Qualifikationsrunde für die Europa League berechtigte. Für diese Leistung wurde Streich zum Mann des Jahres gewählt.

Zum Beginn der Saison 2017/18 schied der SC Freiburg in der Europa-League-Qualifikation gegen den NK Domžale aus. In der Liga befand man sich bis zum Ende im Abstiegskampf, konnte die Saison aber auf dem 15. Tabellenplatz drei Punkte vor dem Relegationsplatz beenden.

Die Saison 2018/19 beendete der SC mit 36 Punkten im gesicherten Mittelfeld, wobei der Abstand auf den Relegationsplatz 8 Punkte betrug. In der Saison 2019/20 folgte ein 8. Platz mit 48 Punkten, wobei Streichs Mannschaft den Einzug in die 2. Qualifikationsrunde der Europa League nur um einen Punkt verpasste. Für Aufsehen sorgte er Anfang November 2019 beim 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am 11. Spieltag. Kurz vor dem Abpfiff rollte der Ball ins Seitenaus an Streich vorbei, der diesen passieren ließ. Daraufhin stürmte der Frankfurter Kapitän David Abraham auf Streich zu, um den Ball zu holen und den Einwurf auszuführen. Abraham streckte den Freiburger Trainer, der auf den TV-Bildern erkennbar etwas in Abrahams Richtung „murmelte“, mit einer Art Bodycheck zu Boden und sah dafür die Rote Karte. Die Beteiligten versöhnten sich jedoch bereits nach Spielende.<ref>Streich über Abraham: "Ihm sind halt die Sicherungen durchgebrannt". In: kicker.de, 10. November 2019, abgerufen am 9. Dezember 2020.</ref> Abraham wurde bis zum Jahresende 2019 und somit für sieben Wochen gesperrt.<ref>Sportgericht bestätigt Abraham-Urteil. In: DFB.de, 19. November 2019, abgerufen am 9. Dezember 2020.</ref>

Am 11. Februar 2021 wurde Streichs Vertrag mit dem SC Freiburg erneut verlängert.<ref>„Wo gibt’s des?“ Weser Kurier, 12. Februar 2021, Seite 20.</ref> Im März 2022 verlängerte der SC Freiburg seinen Vertrag ein weiteres Mal.<ref>Seit 2011 im Amt: Streich verlängert erneut beim SC Freiburg. In: kicker.de. Abgerufen am 8. März 2022.</ref>

Die Saison 2021/22 beendeten die Freiburger auf dem zur Europa League berechtigenden sechsten Platz, nur drei Zähler hinter einem Champions-League-Rang. Mit 55 Punkten war diese Spielzeit die mit der erfolgreichsten Ausbeute unter Streich. Der Baden-Württemberger führte sein Team außerdem in das DFB-Pokal-Finale, das erste seiner Geschichte. Dieses verloren die Badener gegen RB Leipzig mit 2:4 im Elfmeterschießen.

In der Saison 2022/23 konnten die Freiburger ihr Ergebnis aus der vorausgegangenen Spielzeit übertrumpfen. Sie belegten mit 59 Punkten den fünften Tabellenplatz, wie in der Vorsaison bereits erneut mit drei Zählern Rückstand auf einen Champions-League-Rang.

Seit 2022 wirkt er auch als Vizepräsident (Vertreter der Bundesliga-Trainer) im Präsidium des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL).<ref>BDFL Hauptversammlung 2022: Benno Möhlmann folgt auf Lutz Hangartner - Bund Deutscher Fußball-Lehrer e. V. Abgerufen am 13. Januar 2024.</ref>

Am 18. März 2024 gab Streich bekannt, sein Engagement als Trainer beim SC Freiburg zum Ende der Saison 2023/24 zu beenden.<ref>Christian Streich verlässt den SC zum Saisonende, scfreiburg.com, abgerufen am 18. März 2024.</ref> Am 13. Mai 2024 wurde Streich nach dem Bundesligaspiel gegen den 1. FC Heidenheim zusammen mit seinem Co-Trainer Patrick Baier verabschiedet.<ref>944.430 Aufrufe · 15.281 Reaktionen | Bitte bewahren Sie sich Ihre realistische Erwartungshaltung an diesen Club. Das ist lebenswichtig. | SC Freiburg. Abgerufen am 17. Januar 2026.</ref> Streich war zu diesem Zeitpunkt dienstältester Trainer der Bundesliga, Baier dienstältester Trainer-Assistent.<ref>Sportredaktion RND: Perfekt: SC Freiburg verlängert mit Christian Streich – Rekord-Trainer schwärmt von "besonderer Konstellation". 14. März 2023, abgerufen am 17. Januar 2026.</ref><ref name=":3">Carsten Scheiter-Lorenz: Immer mit der Ruhe: Wie der dienstälteste Bundesliga-Assistent Freiburg prägte. In: kicker. Abgerufen am 17. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Saison schloss man auf dem 10. Platz ab.

Erfolge und Auszeichnungen

Als Spieler

Als Cheftrainer

Auszeichnungen

Trainerstatistik

Mannschaft von bis Wettbewerb Ergebnisse
Sp. S U N T GT Diff. Gew. %
SC Freiburg Januar 2012 Mai 2024 Bundesliga 391 135 112 144 522 594 -72 34,53
2. Bundesliga 34 22 6 6 75 39 +36 64,71
DFB-Pokal1 38 24 4 10 74 49 +25 63,16
Europa League2 26 12 6 8 40 30 +10 46,15
insgesamt 489 193 128 168 711 712 -1 39,47
Karriere insgesamt Liga 425 157 118 150 597 633 -36 36,94
Nationale Pokale1 38 24 4 10 74 49 +25 63,16
Internationale Pokale 26 12 6 8 40 30 +10 46,15
insgesamt 489 193 128 168 711 712 -1 39,47
Quelle: transfermarkt.de Stand: Saisonende 2023/24

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1 
ohne Elfmeterschießen, Elfmeterschießen als Unterschieden
<templatestyles src="FN/styles.css" />
2 
Inklusive der Qualifikationsspiele

Ausbildung und Beruf

Streich, der nach absolviertem Hauptschulabschluss mit 19 Jahren eine Berufsausbildung zum Industriekaufmann bei der Fritz Düsseldorf GmbH erfolgreich abschloss, holte mit 25 Jahren auf dem Zweiten Bildungsweg am Kolping-Kolleg (heute Katholisches Kolleg) in Freiburg das Abitur nach und absolvierte anschließend ein Lehramtsstudium der Fächer Germanistik, Sport und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.<ref>Uwe Marx: Freiburger Freigeist. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. März 2012</ref> Während seiner Studienzeit in den 1990er Jahren wohnte er mit Klemens Hartenbach zusammen in einer Wohngemeinschaft und spielte Fußball mit ihm in der Mannschaft des Freiburger FC. Nach seinem Studium begann er 1999 ein Lehrer-Referendariat, entschied sich aber aufgrund der Doppelbelastung für den Beruf als Fußball-Jugendtrainer. Als Ende 2001 die Freiburger Fußballschule eröffnete, wurde er dort Sportlicher Leiter und Trainer und blieb weiterhin Trainer der U-19 Jugendmannschaft des SC Freiburg, die er bereits seit 1995 trainiert hatte. Alle diese Posten übte er ab 2002 gemeinsam mit Hartenbach aus.<ref>Jochen Tittmar: SC Freiburg - Sportdirektor Klemens Hartenbach im Interview: "In Ruanda musste ich jeden Abend meine Unterhose waschen" | SPOX. In: Spox. 20. Mai 2022, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref><ref name=":0">Maximilian Beyer: „An die Universität zu kommen, war etwas ganz Außergewöhnliches für mich.“ – Universität Freiburg. In: Universität Freiburg. 23. Juni 2025, abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pressekonferenzen und politische Statements

Streichs Pressekonferenzen erfuhren regelmäßig hohe mediale Aufmerksamkeit. Oft nahm er auch Bezug auf das politische Geschehen abseits des Platzes. Im September 2015 äußerte sich Streich vor einem Spiel gegen Arminia Bielefeld zur Flüchtlingskrise: „Jetzt geht es darum, dass man sich den Menschen öffnet, dass man sie empfängt, dass man Ängste abbaut. Es geht oft um die Angst vor dem Anderen und die Angst vor dem Fremden. Das kann man bei sich selbst beobachten. Es geht darum, andere Denkweisen kennenzulernen.“<ref>Sport1.de: Eindringliche Worte von Christian Streich zum Thema Flüchtlinge. In: Sport1.de. (sport1.de [abgerufen am 13. Dezember 2016]).</ref>

Im Dezember 2016 nahm er kurz Stellung zum Mordfall einer Freiburger Studentin, den die Alternative für Deutschland (AfD) zum Anlass nahm, Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik zu üben: „Mir wurde mitgeteilt, dass ein Mensch aus der AfD den Vater von der Maria, der dieses Furchtbare erleben musste, als pathologisch bezeichnet hat, weil er vor dieser Tat Flüchtlinge unterstützt hat. Dass in diesem Land jemand einer als demokratisch eingeordneten Partei zugehören darf, und jemand noch verhöhnen darf, der so etwas erleben musste, da sehen Sie, was los ist.“<ref>Warum Christian Streichs Angst-Bekenntnis so viel Mut macht | VICE Sports. In: VICE Sports. (vice.com [abgerufen am 13. Dezember 2016]).</ref>

Als Roger Schmidt als Trainer von Bayer 04 Leverkusen wegen einer verbalen Entgleisung kritisiert wurde, nahm Streich diesen in Schutz: „Warum werden wir in den extremsten Situationen vorgeführt und die ganzen Leute hören, was uns in totaler Anspannung mal rausrutscht?“<ref>Aaron Knopp: Warum Freiburgs Trainer die besten PKs gibt: König der Streichs. In: RP Online. Abgerufen am 13. Dezember 2016.</ref>

Zwischen 2012 und 2014 veröffentlichte die Badische Zeitung regelmäßig derartige Aussagen als Zusammenschnitt mit dem Titel Streich der Woche.<ref>Badische Zeitung: Streich der Woche – Dossier – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 6. Juli 2018]).</ref>

Streich war auf Vorschlag der baden-württembergischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen 2022 Mitglied der 17. Bundesversammlung.<ref>Maximilian von Klenze: Bundesversammlung: Eine illustre Runde wählt den Bundespräsidenten. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Dezember 2021, abgerufen am 25. Dezember 2021.</ref>

Im April 2023 kritisierte er einen zerstörenden „Neokapitalismus“, der in Sport und Gesellschaft immensen Druck erzeuge. Großkonzerne seien dadurch in der Lage, Staaten zu erpressen.<ref>Ungewöhnliche Pressekonferenz: Freiburg-Coach Streich holt zur Systemkritik aus. In: Web.de. 7. April 2023, abgerufen am 8. April 2023.</ref>

Im Januar 2024 warnte Streich im Zuge der Demonstrationen gegen die AfD vor der Partei: „Es kann mir keiner kommen und sich als Protestwähler bezeichnen. Es soll mir keiner rumjammern, wenn er hinterher von einer rechtsnationalen Partei autokratisch regiert wird.“<ref>deutschlandfunk.de: Warnung vor Rechtsextremismus - Fußball-Clubs, Spieler und Fans positionieren sich. Abgerufen am 18. Januar 2024.</ref>

Streichs Aussage „Jagger, Keith Richards, Ron Wood – die sind Kult. Ich bin ein Kültle.“ wurde beim Deutschen Fußball-Kulturpreis 2024 als Fußballspruch des Jahres ausgezeichnet.<ref>Preisträger. In: fussball-kultur.org. 25. Oktober 2024, abgerufen am 26. Oktober 2024.</ref>

Weblinks

Commons: Christian Streich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="dbv2013"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Streich: „Immer den Spieler und Menschen sehen“ dfb.de vom 27. März 2013. (Memento vom 9. Mai 2013 im Internet Archive) </ref> <ref name="dbv2013-2"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trainerpreis an Streich – Bisanz für Lebenswerk geehrt (Memento vom 9. Mai 2013 im Internet Archive) dfb.de vom 27. März 2013. </ref> </references>

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

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Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 2002: Klaus Toppmöller | 2003: Felix Magath | 2004: Thomas Schaaf | 2005: Felix Magath | 2006: Jürgen Klinsmann | 2007: Armin Veh | 2008: Ottmar Hitzfeld | 2009: Felix Magath | 2010: Louis van Gaal | 2011–2012: Jürgen Klopp | 2013: Jupp Heynckes | 2014: Joachim Löw | 2015: Dieter Hecking | 2016: Dirk Schuster | 2017: Julian Nagelsmann | 2018: Jupp Heynckes | 2019: Jürgen Klopp | 2020: Hansi Flick | 2021: Thomas Tuchel | 2022: Christian Streich | 2023: Urs Fischer | 2024: Xabi Alonso | 2025: Julian Schuster Vorlage:Klappleiste/Ende

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