Zum Inhalt springen

Gottfried Schatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Februar 2026 um 14:13 Uhr durch imported>TaxonKatBot (Bot: Kategorie:Alumnus der Universität Basel umbenannt in Kategorie:Absolvent der Universität Basel: laut Kategorie:Absolvent einer Hochschule in der Schweiz).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Gottfried Schatz 2001.jpg
Gottfried Schatz (2001)

Gottfried „Jeff“ Schatz (* 18. August 1936 in Strem, Österreich; † 1. Oktober 2015 in Basel<ref>Dieter Schweizer: In memoriam Gottfried Schatz (1936–2015), uni:view, 5. Oktober 2015, abgerufen am 6. Oktober 2015.</ref>) war ein schweizerisch-österreichischer Biochemiker.

Leben

Gottfried Schatz absolvierte als Schüler das Akademische Gymnasium in Graz mit der Reifeprüfung im Jahr 1954. Nach dem Studium der Chemie und Biochemie an der Universität Graz (Promotion zum Dr. phil. sub auspiciis praesidentis 1961) schlossen sich Aufenthalte an der Universität Wien und dem Public Health Research Institute der Stadt New York an. Nach einem insgesamt sechsjährigen Aufenthalt an der Cornell University in Ithaca, New York, zunächst als Associate Professor, dann als Professor, übernahm Gottfried Schatz ab 1974 eine Professur am Institut für Biochemie des Biozentrums der Universität Basel, das er von 1983 bis 1985 leitete. Von 1984 bis 1989 war er Generalsekretär der European Molecular Biology Organization (EMBO). Nach seiner Emeritierung im Jahre 2000 war er vier Jahre lang Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats (SWTR).<ref>Schweizerischer Wissenschafts- und Technologierat (SWTR): Der Bundesrat bezeichnet die neuen Mitglieder. Pressemitteilung April 2000.</ref><ref>Gottfried Schatz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Über 103 Interviews während der vierjährigen Amtszeit als Präsident des SWTR (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> Im Jahr 2000 erschien auch seine wissenschaftliche Autobiographie Interplanetary travels.<ref>Gottfried Schatz: Interplanetary travels. In: Comprehensive Biochemistry. Band 41, 2000, Chapter 9, S. 449–530.</ref>

Gottfried Schatz war verheiratet und Vater dreier Kinder, darunter die Kulturintendantin Kamilla Schatz<ref>Smilla Bühler: Von St. Moritz nach Trogen: Pestalozzi Schulcamp empfängt Herisauer Klasse. Abgerufen am 19. August 2021.</ref> und der Manager Peer Schatz.<ref>Jeder Mitarbeiter soll sich wichtig fühlen, Interview mit Peer Schatz, NZZ 2009, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref> Er lebte zuletzt in Reinach (BL).

Wirken

Gottfried Schatz war führend an der Aufklärung der Bildung von Mitochondrien beteiligt und ist Mitentdecker der mitochondrialen DNA.<ref>Ellen Haslbrunner, Hans Tuppy, Gottfried Schatz (Institut für Biochemie an der medizinischen Fakultät der Universität Wien): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Deoxyribonucleic Acid associated with Yeast Mitochondria" (1964) (Memento vom 17. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF) In: Biochemical and Biophysical Research Communications. Band 15, S. 127–132</ref> Seine Erkenntnis, dass diese DNA jedoch nur für einige wenige Proteine kodiert, war ausschlaggebend für seine weiteren Forschungen, die sich mit dem Import von Proteinen in die Mitochondrien und dem Abbau von Proteinen innerhalb der Mitochondrien beschäftigten. Schatz entdeckte ein komplexes Transportsystem, das Mitochondrienproteine, die im Zytoplasma gebildet werden, anhand spezifischer Signale erkennt und in die Mitochondrien einschleust. Dieses System beinhaltet zwei Proteinkomplexe, TOM und TIM, die jeweils in der äusseren und inneren Membran der Mitochondrien lokalisiert sind.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Proteintransport in Mitochondrien: TOM- und TIM-Komplexe (Memento vom 31. Mai 2019 im Internet Archive) biospektrum.de, abgerufen am 10. Juni 2014, (PDF-Datei; 200 kB)</ref> Mutationen in diesen Komplexen können den Proteinimport beeinträchtigen und Krankheiten wie das neurodegenerative Mohr-Tranebjaerg-Syndrom verursachen, das zu Taubheit führt. Schatz zeigte zudem, dass die Protease Lon den Proteinumsatz in den Mitochondrien steuert und so die Funktion mitochondrialer DNA aufrechterhält. Der Biochemiker ist Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Publikationen, drei Essaybänden, einer Autobiografie und einem Roman.

Auszeichnungen und Preise

Publikationen (Auswahl)

  • Jeff’s view on science and scientists. Elsevier Butterworth-Heinemann, Amsterdam 2006, ISBN 0-444-52133-X.
  • Jenseits der Gene. Essays über unser Wesen, unsere Welt und unsere Träume. NZZ Libro, Zürich 2008, ISBN 978-3-03823-780-8.
    • Taschenbuchausgabe: Die Welt in der wir leben: Ein Biologe über unser Wesen, unsere Träume und den Grund der Dinge. Herder, Freiburg im Breisgau 2010, ISBN 978-3-451-05792-2.
  • Feuersucher. Die Jagd nach dem Geheimnis der Lebensenergie. NZZ Libro, Zürich 2011, ISBN 978-3-03823-677-1.
  • Zaubergarten Biologie. Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen. NZZ Libro, Zürich 2012, ISBN 978-3-03823-753-2.
  • Postdoc. Roman. Styria, Graz 2015, ISBN 978-3-222-13486-9
  • Urknall, Sternenasche und ein Fragezeichen. Essays zu Kultur und Wissenschaft. NZZ Libro, Zürich 2016, ISBN 978-3-03810-160-4.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein