Neukirchen (Altmark)
Neukirchen (Altmark) Gemeinde Altmärkische Wische
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(211)&title=Neukirchen+%28Altmark%29 52° 53′ N, 11° 53′ O
{{#coordinates:52,881388888889|11,876111111111|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Neukirchen (Altmark) | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 22 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 13,75 km² | |||||
| Einwohner: | 211 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 15 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 39615 | |||||
| Vorwahl: | 039396 | |||||
Lage von Neukirchen (Altmark) in Sachsen-Anhalt
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Neukirchen (Altmark) () ist ein Ortsteil der Gemeinde Altmärkische Wische im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Lage
Neukirchen (Altmark), ein langgestrecktes Reihendorf,<ref name="HOB-12" /> liegt am Flüsschen „Aue Neukirchen“ in der Wische nahe der Elbe im Norden des Landkreises. Die Stadt Seehausen (Altmark) ist ca. acht Kilometer entfernt. Nördlich des Dorfes beginnt das Biosphärenreservat Mittelelbe im Landschaftsschutzgebiet Aland-Elbe-Niederung.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Durch Neukirchen führt die Straße der Romanik.
Nachbarorte sind Schönberg im Westen, Lichterfelde im Süden und Wendemark im Südosten.
Ortsteilgliederung
Zum Ortsteil Neukirchen (Altmark) gehört der nördlich des Dorfes an der Elbe gelegene Wohnplatz Schwarzhof.<ref name="OT-LSA-2013" />
Klima
In Neukirchen (Altmark) herrscht gemäßigtes Klima. Dieses wird von Osten vom Kontinentalklima und vom Westen vom atlantischen Seeklima beeinflusst. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag für Neukirchen (Altmark) liegt bei 546 mm. Trockenster Monat ist der Februar mit einer Niederschlagsmenge von 31 mm, wohingegen der meiste Niederschlag im Juni mit durchschnittlich 63 mm fällt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,8 °C. Der statistisch wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen 17,9 °C. Der Monat Januar, als kältester Monat im Jahr, weist eine Durchschnittstemperatur von 0 °C auf.<ref>Climate-Data.org berechnet aus den Daten von 1982 bis 2012</ref>
| Neukirchen (Altmark) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Geschichte
Dorf
Das Dorf Neukirchen wurde im Jahr 1263 als in Nienkirken erstmals urkundlich genannt, als die von Redichsdorf und die von Plaue den von ihnen gestifteten Marien-Altar in Werben (Elbe) Einnahmen widmeten.<ref name="Riedel-6">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref> Waldemar, Markgraf der Mark Brandenburg, schenkte im Jahr 1319 Besitzungen seines Hofes in der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Aulosen an das Kloster Amelungsborn. Dazu gehörten 17 Dörfer, darunter das Dorf Nywenkerken.<ref name="Riedel B, 1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref> Weitere Nennungen waren 1344 ville nyenkirke, 1541 Nienkirchen und 1687 Neukirchen<ref name="HOB-12" /> 1804 wurden Dorf und Gut Neukirchen mit Freihof, Schmiede, Windmühle und Krug aufgeführt.<ref name="Bratring-1" />
{{#coordinates:52,884859|11,876918|
|dim=250
|globe=
|name=Windmühle Neukirchen
|region=DE-ST
|type=building
}} stand nördlich des Dorfes am heutigen Mühlenweg.<ref name="KDR-241" />
Während der Bodenreform erhielten im Jahr 1948 32 Vollsiedler jeder über fünf Hektar, acht Kleinsiedler jeder unter fünf Hektar Land.<ref name="HOB-12" /> Im Februar 1953 gründeten vier Siedler die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Williams“.<ref name="Wissen-3-Neukirchen-Rittergut" />
Zu einer Namensänderung kam es am 23. Dezember 1997, als sich die Gemeinde von Neukirchen in Neukirchen (Altmark) umbenannte.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997</ref> Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt führte den 1. Januar 1998 als Wirkungsdatum an.<ref name="Stala_LSA">Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. Gemeindegebietsveränderungen vom 01.07.1994 bis 30.06.2007. Abgerufen am 31. August 2019.</ref>
Rittergut Neukirchen
Das Rittergut war ursprünglich ein kleiner Ackerhof. Für die Zeit von 1244<ref name="VS" /> bis 1930 wurden 26 Eigentümer bekannt.<ref name="Wissen-3-Neukirchen-Rittergut" /> 1744 wurde durch Friedrich von Grävenitz das Herrenhaus gebaut. Im Jahr 1890 wurde das Rittergut an Felix Hoesch aus Düren verkauft, der sich der Züchtung des veredelten deutschen Landschweins und des rheinisch-deutschen Kaltblutpferds widmete. Es entstanden ein moderner Schweinestall, ein Fohlenstall und ein moderner Milchviehstall mit Hochsilos. Im Jahr 1930 wurde das Gut an die Siedlungsgesellschaft Sachsen-Anhalt verkauft, die einen Teil der Flächen zur Aufsiedlung an Siedler veräußerte. Das Restgut wurde 1945 enteignet.<ref name="Wissen-3-Neukirchen-Rittergut" /> Nachdem das Gut bei der Bodenreform aufgeteilt worden war, wohnten Siedler im Herrenhaus, in den Arbeiterwohnungen und im Schweinestall. Der Vorsitzende der Ortsbodenkommission teilte sich den Fohlenstall zu und baute ihn für sich als Wohnhaus aus. Ab 1954 nutzte die LPG „Williams“ das Herrenhaus als Büro. Das Herrenzimmer des Hauses diente als Gaststätte, der Saal als Kino- und Tanzsaal für die Gemeinde. Im Jahr 1989 zogen LPG und Gemeinde aus dem Herrenhaus aus, 1990 schloss die Gaststätte. Die Treuhandanstalt erreichte 1995, dass es keine Nutzung der Räume mehr gab.<ref name="Wissen-3-Neukirchen-Rittergut" /> Damit begann der Verfall des Herrenhauses. In den Folgejahren wechselten mehrfach die Eigentümer. 2018 wurde eine Scheune durch Brand zerstört und musste abgebrochen werden.<ref name="VS" />
Eingemeindungen
Bis 1807 gehörte das Dorf zum Seehausenschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Kanton Werben auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Neukirchen in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 wurde sie dem Kreis Osterburg zugeordnet. Seit dem 1. Juli 1994 gehörte sie zum Landkreis Stendal.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Bis zum 31. Dezember 2009 war Neukirchen eine selbständige Gemeinde mit dem Wohnplatz Schwarzhof und gehörte der früheren Verwaltungsgemeinschaft Seehausen (Altmark) an.
In einen Gebietsänderungsvertrag hatten die Gemeinderäte der Gemeinden Falkenberg, Lichterfelde, Neukirchen (Altmark) und Wendemark beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Altmärkische Wische vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-SDL 2009-17" />
Einwohnerentwicklung
|
|
|
|
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Neukirchen gehörte früher zur Pfarrei Neukirchen in der Altmark.<ref name="Almanach1903" /> Die Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchspiel Werben. Ursprünglich vom Pfarrbereich Werben betreut,<ref>Evangelischer Kirchenkreis Stendal: Pfarrbereich Werben. 10. April 2018 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />archiviert auf archive.org ( vom 10. April 2018 im Internet Archive) [abgerufen am 31. August 2019]).</ref> wird sie seit 2018 vom Pfarrbereich Seehausen des Kirchenkreises Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland betreut.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Neukirchen stammen aus dem Jahr 1654.<ref name="Machholz" />
Politik
Bürgermeister
Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Neukirchen war Kerstin Musche. Ihr Vorgänger war Gerhard Kayatz.<ref name="VS 2012">Andreas Puls: Sennecke: Weg hat sich längst bewährt. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 19. Oktober 2012 (volksstimme.de [abgerufen am 31. August 2019]).</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Neukirchen ist eine ursprünglich frühgotische Backsteinkirche mit eingezogenem Rechteckchor aus dem 13. Jahrhundert. Im Zuge einer Verbreiterung des Chors wurde das Bauwerk 1726 zu einer barocken Saalkirche.<ref>Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt 1. Deutscher Kunstverlag, München 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 658.</ref>
- Der Gutspark Neukirchen
{{#coordinates:52,878186|11,874214|
|dim=250
|globe=
|name=Gutspark Neukirchen
|region=DE-ST
|type=building
}} wurde durch einen Beschluss des Rates des Kreises Osterburg vom 16. Januar 1969 als „Geschützter Park“ ausgewiesen.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
- Die Elbe liegt zwei Kilometer vom Dorfkern Neukirchens entfernt. Es finden sich hier seltene Restbestände von Schwarzpappel-Auenwäldern und ein Badesee. In den temporären Gewässern hinter dem Deich sind im Frühjahr Rotbauchunken und Urzeitkrebse zu finden.
- In Neukirchen steht am östlichen Ortsausgang ein Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege, eine Granitplatte mit Namenstafeln.<ref name="Denkmalprojekt" />
- Der Ortsfriedhof liegt östlichen Teil des Dorfes unweit der Kirche.
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Verkehrsanbindung
Durch den Ort führt die Straßenverbindung von Seehausen (Altmark) (Anschluss an die Bundesstraßen 189 und 190) nach Werben (Elbe). Der nächste Bahnhof ist Seehausen (Altm) an der Bahnstrecke Wittenberge–Magdeburg, zehn Kilometer westlich von Neukirchen.
Persönlichkeiten
- Felix Hoesch (1866–1933) war Landwirt, Gutsbesitzer in Neukirchen (1890–1929) und Mitglied des Deutschen Reichstags
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Seehausen: Neukirchen auf seehausen-altmark.de.
- Neukirchen (Altmark) im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-SDL 2009-17">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zwischen den Gemeinden Falkenberg, Lichterfelde, Neukirchen (Altmark) und Wendemark. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 210 213 (landkreis-stendal.de [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 22. Mai 2022]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 314 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Neukirchen (Altmark), Gemeinde Altmärkische Wische, Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. September 2014, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-2008">Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102. Nr. 2008,02). 2009, ZDB-ID 2921509-2, S. 53 (destatis.de [PDF]).</ref>
<ref name="EW-2011-2012">Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).</ref>
<ref name="EW-2021">Ralf Franke: Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14. Januar 2022, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Seehausen lässt weiter Federn. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 26. Januar 2024, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="KEK-2025">Landkreis Stendal – Der Landrat: Kreisentwicklungskonzept Landkreis Stendal 2025. 30. Oktober 2015, S. 296, abgerufen am 3. August 2019.</ref>
<ref name="KDR-241">Karte des Deutschen Reiches Blatt 241: Havelberg. Reichsamt für Landesaufnahme, 1911, abgerufen am 31. August 2019.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 111 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Seehausen. In: ekmd.de. Abgerufen am 28. März 2024.</ref>
<ref name="VS">Walter Schaffer: Landkreis lässt Scheunenreste abreißen. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 5. November 2018 (volksstimme.de [abgerufen am 31. August 2019]).</ref>
<ref name="Wissen-3-Neukirchen-Rittergut">Gerhard Kayatz: Das Rittergut in Neukirchen. Hrsg.: Helmut Kurt Block und Kulturförderverein Östliche Altmark (= Das Wissen der Region. Band 3). 1. Auflage. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Kremkau 2008, DNB 994253249, S. 254.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
Ortsteile: Falkenberg | Lichterfelde | Neukirchen (Altmark) | Wendemark – Wohnplätze: Biesehof | Burchardshof | Butterhof | Delkerhof | Elendhof | Engelshof | Ferchlipp | Neu Goldbeck | Parishof | Roggehof | Schwarzhof | Wiesenhof | Wipperhof | Wöllmerstift