Zum Inhalt springen

Schönberg (Seehausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schönberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(484)&title=Sch%C3%B6nberg 52° 53′ N, 11° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(484) 52° 52′ 54″ N, 11° 49′ 15″ O
 {{#coordinates:52,881666666667|11,820833333333|primary
dim=10000 globe= name=Schönberg region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 21,47 km²<ref name="HP" />
Einwohner: 484 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 39615
Vorwahl: 039396
Lage in Sachsen-Anhalt
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Schönberg ist ein Ortsteil der Hansestadt Seehausen (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="HS" />

Geographie

Lage

Das Reihendorf<ref name="HOB-12" /> Schönberg liegt in der Wische in der Altmark nahe der Elbe. Seehausen (Altmark) ist nur 4 km entfernt. Durch das Dorf strömt der der Tegge-Lohmann-Kanal nach Westen in den Aland.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Durch Schönberg führt die Straße der Romanik.

Nachbarorte sind Neuhof, Blockhof und Herzfelde im Nordwesten, Schönberg am Deich im Norden, Neukirchen (Altmark) im Osten, sowie Falkenberg und Schallun im Süden und Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortsteilgliederung

Wohnplätze des Ortsteils sind:<ref name="OT-LSA-2013" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Die erste Erwähnung von Schönberg stammt aus dem Jahre 1208, als Sconeberg. Markgraf Albrecht II bestätigte dem Kloster Arendsee seine Besitzungen, darunter eine halbe Hufe in dem Dorf.<ref name="Krabbo Regesten" /><ref name="Riedel-17" /> Weitere Nennungen sind 1345 ville schonenberg, 1459 tho Schoeneberghe und 1687 Schöneberge.<ref name="HOB-12" />

Güter

Das Gut I (Rittergut I) liegt östlich des Dorfteiches in der Dammstraße.<ref name="MTB-1613-2" /> Es wurde 1378 erstmals erwähnt, als Ingeborg, ehemalige Markgräfin von Brandenburg und Gattin von Heinrich dem Eisernen, der Pfarrkirche in Schöneberg eine Schenkung der Brüder Rohr vereignete.<ref name="Riedel-25" />

Das Gut II (Rittergut I) liegt westlich der Kirche.<ref name="MTB-1613-2" /> Es wurde 1495 erstmals erwähnt, als von Rossow Hebungen aus seinem Hof in Schönberg verkaufte.<ref name="Riedel-25-2" /> 1948 wurde der letzte Besitzer Tegge enteignet.<ref name="HOB-12" />

Landwirtschaft

Bei der Bodenreform wurden 1945 festgestellt: zwei Besitzungen über 100 Hektar hatten zusammen 234 Hektar, 32 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 605 ha. Eine Besitzung mit 201 Hektar war von der Roten Armee besetzt und bewirtschaftet worden, offenbar das Rittergut I. Enteignet wurden ein Bauernhof, ein Rittergut und ein Gutshof mit zusammen 476,8 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1948 hatten 41 Vollsiedler jeder über 5 Hektar und 16 Kleinsiedler unter 5 Hektar erhalten aus den früheren Besitzungen der Familien Tegge, Lohmann und Bode. Im Jahre 1952 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Max Reimann“. 1974 schlossen sich die LPG „Max Reimann“ und die LPG „Wiljams“ Neukirchen zusammen zur LPG „Deutsch-Sowjetische Freundschaft“, die 1992 in eine Agrargenossenschaft umgewandelt wurde.<ref name="HOB-12" /> Im Jahre 2003 erfolgte die Löschung der Genossenschaft aus dem Handelsregister.

Eingemeindungen

Bis 1807 gehörten das Dorf und die Güter zum Seehausenschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen sie im Kanton Seehausen auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte sie zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />

Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Schönberg I und Schönberg II mit Landgemeinde Schönberg vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928" />

Am 1. April 1940 erfolgte ein Zusammenschluss der Gemeinden Herzfelde, Klein Holzhausen (ohne die Gebiete Oberkamps und Unterkamps bis einschließlich der Wässerung nebst den Rühstedter Wiesen sowie der Gebiete Groß-Wegenitz und Klein-Wegenitz) und dem südlichen Teil der Gemeinde Ostorf (die Höfe Falke, Herper und Neubauer) sowie von den Gemeinden Falkenberg und Schönberg die unmittelbar an der Elbe liegenden Enklaven zu einer Gemeinde mit dem Namen Herzfelde.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1939" />

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Herzfelde nach Schönberg eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Die Gemeinde Schönberg wurde am 25. Juli 1952 in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 kam die Gemeinde zum Kreis Osterburg. Am 1. Juli 1994 wurde sie dem heutigen Landkreis Stendal zugeordnet.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Bis zu ihrer Eingemeindung in die Hansestadt Seehausen (Altmark) per Gesetz<ref name="GemNeuglG SDL" /> am 1. September 2010<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010</ref> wurde die Gemeinde Schönberg von der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark) mitverwaltet, gehörte ihr aber nicht an.

Einwohnerentwicklung

Dorf, Gemeinde, Ortsteil

Jahr Einwohner
1734 120
1775 193
1798 160
1801 291
1818 320
1840 485
1864 417
1871 507
Jahr Einwohner
1885 332
1892 [00]435<ref name="Zahn-1928" />
1895 262
1900 [00]399<ref name="Zahn-1928" />
1905 266
1910 [00]411<ref name="Zahn-1928" />
1925 [00]314<ref name="Zahn-1928" />
1939 352
Jahr Einwohner
1946 539
1964 804
1971 798
1981 667
1993 639
2006 563
2009 [00]502<ref name="EW-LSA" />
2011 [00]517<ref name="EW-2011-2012" />
Jahr Einwohner
2012 [00]518<ref name="EW-2011-2012" />
2014 [00]505<ref name="KEK-2025" />
2020 [00]493<ref name="EW-2021" />
2021 [00]485<ref name="EW-2021" />
2022 [0]480<ref name="EW-2023" />
2023 [0]484<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />

Rittergüter / Gutsbezirke

Jahr<ref name="HOB-12" /> 1798 1864 1885 1895 1905
Rittergut I (Gutsbezirk I) 94 118 117 138 116
Rittergut II (Gutsbezirk II) 19 020 011 007

Religion

Datei:SchönbergSeehausenKircheNW.jpg
Dorfkirche Schönberg mit Friedhof

Die evangelische Kirchengemeinde Schönberg gehörte früher zur Pfarrei Schönberg bei Seehausen in der Altmark.<ref name="Almanach1903" /> Sie ist seit 2005 Teil des Kirchspiels Schönberg-Falkenberg<ref name="HOB-12, S. 2069" /> und wird betreut vom Pfarrbereich Seehausen im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:SchönbergSeehausenDammstr12.jpg
Bauernhaus in der Dammstraße
  • Die evangelische Dorfkirche Schönberg ist ein spätromanischer Backsteinbau aus der Zeit um 1150.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Auf dem Kirchhof befindet sich der Ortsfriedhof.
  • Ein Bauernhaus und ein Gasthof stehen unter Denkmalschutz.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
  • In Schönberg steht in der Nähe der Kirche ein Denkmal für die Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkriegs.<ref name="Denkmalprojekt" />
  • Im Osten des Ortes befindet sich die „obertägig sichtbare Struktur eines Bodendenkmals“, ein mittelalterlicher Burgwall
 {{#coordinates:52,877903|11,83398|
   |dim=
   |globe=
   |name=Burgwall
   |region=DE-ST
   |type=landmark
  }}, „Schlossberg“ genannt,<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> eine ebenerdige, runde Burgfläche mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern, einem breiten Graben, vor den sich teilweise ein Wall mit davorliegendem zweiten Graben legt.<ref name="HOB-12" />

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Dorf gibt es eine Kindertagesstätte.<ref name="Kita" />

Durch den Ort führt die Straßenverbindung von Seehausen (Altmark) (Anschluss an die Bundesstraßen 189 und 190) nach Werben (Elbe).

Persönlichkeiten

Sagen aus Schönberg

Der Lehrer Lehrmann überlieferte im Jahr 1908 drei Sagen. Beim Gehöft „der Schloßberg“ erhob sich ehemals ein prachtvolles Schloss. „Von diesem führte ein unterirdischer Gang zur Kirche. Unter der Erde hört man zuweilen noch zur Jetztzeit liebliche Musik.“ Auf der Anhöhe „der Galgenberg“ wurden die Verbrecher gehängt. Auf diesem Hügel fand man ein stark verrostetes Beil, um das sich eine Geschichte rankt. Die dritte Sage berichtet von einem gewalttätigen Besitzer des Rittergutes II, der den Dorfpfarrer erschoss und sich selbst im Sumpf umbrachte.<ref name="Sagenschatz" />

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="2VO-LSA-1950"> Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF). </ref> <ref name="AB-RB-Magdeburg-1928"> Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 214. </ref> <ref name="AB-RB-Magdeburg-1939"> Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1939, ZDB-ID 3766-7, S. 86. </ref> <ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref> <ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Denkmalprojekt"> Schönberg (Altmark), Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 27. August 2009, abgerufen am 1. Oktober 2022. </ref> <ref name="EW-2011-2012"> Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]). </ref> <ref name="EW-2021"> Ralf Franke: Seehausen hat mehr Zuzügler. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 14. Januar 2022, DNB 1047269554, S. 17. </ref> <ref name="EW-2023"> Karina Hoppe: Seehausen lässt weiter Federn. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 26. Januar 2024, DNB 1047269554, S. 17. </ref> <ref name="EW-LSA"> Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). ZDB-ID 2921504-3 (destatis.de). (Jahr anklicken) </ref> <ref name="GemNeuglG SDL"> Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Stendal (GemNeuglG SDL) Vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2020, GVBl. LSA 2010, 419, § 4, § 5 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 25. Dezember 2020]). </ref> <ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HOB-12, S. 2069"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HP"> Schönberg. In: seehausen-altmark.de. Abgerufen am 23. Februar 2023. </ref> <ref name="HS"> Hauptsatzung der Hansestadt Seehausen (Altmark). 17. September 2019, § 1 Name, Bezeichnung, S. 2 (seehausen-altmark.de [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 9. November 2019]). </ref> <ref name="KDR-240"> Karte des Deutschen Reiches Blatt 240: Wittenberge. Reichsamt für Landesaufnahme, 1906, abgerufen am 24. März 2024. </ref> <ref name="KEK-2025"> Landkreis Stendal – Der Landrat: Kreisentwicklungskonzept Landkreis Stendal 2025. (PDF) 30. Oktober 2015, S. 296, abgerufen am 3. August 2019. </ref> <ref name="Kita"> Seehausen – Kitas + Horte auf seehausen-altmark.de. In: seehausen-altmark.de. Abgerufen am 24. März 2024. </ref> <ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 111, Nr. 536 (uni-potsdam.de). </ref> <ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="MTB-1613-2"> Messtischblatt 1613: Seehausen in der Altmark. Reichsamt für Landesaufnahme, 1902, abgerufen am 17. Mai 2020. </ref> <ref name="OT-LSA-2008"> Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. Juli 2008 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2008). Halle (Saale) November 2008, S. 140 (destatis.de [PDF; 3,6 MB; abgerufen am 8. September 2019]). </ref> <ref name="OT-LSA-2013"> Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 117 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]). </ref> <ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Seehausen. In: ekmd.de. Abgerufen am 11. April 2020. </ref> <ref name="Riedel-17"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Riedel-25"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Riedel-25-2"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Sagenschatz"> Lehrer Lühe: Altmärkischer Sagenschatz (= Lehrerverband der Altmark [Hrsg.]: Beiträge zur Volks- und Heimatkunde der Altmark. Band 2). Klinkhardt, 1908, ZDB-ID 1198714-5, S. 70–71, 22. Sagen von Schönberg bei Seehausen (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dbub_gb_KS4WAAAAYAAJ~MDZ%3D%0A~SZ%3D85~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Gliederung Seehausen (Altmark) Vorlage:Hinweisbaustein