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Tomorrow (deutsche Zeitschrift)

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Tomorrow

Datei:Logo TOMORROW 72dpi tdklein.jpg
Beschreibung deutsche Zeitschrift
Verlag Hubert Burda Media
Erstausgabe 1998<ref>„Tomorrow“ ab heute. In: Der Tagesspiegel. 10. September 1998, S. 39.</ref>
Einstellung 2009<ref>Aus: „Tomorrow“ und „Young“. In: Kress Report. 20. Februar 2009, S. 17.</ref>
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage 56.105 Exemplare
(IVW Q4/2008)
Verbreitete Auflage 59.885 Exemplare
(IVW Q4/2008)
Chefredakteur Jürgen Bruckmeier
ISSN (Print)

Tomorrow war eine deutsche Zeitschrift für Internet- und Technik-Themen, die bis 2009 monatlich im Verlag Hubert Burda Media erschien.<ref>Zeitschrift „Tomorrow“ wird eingestellt. In: Der Standard. 11. Februar 2009, abgerufen am 1. September 2016.</ref> Sie wurde 1998 von der Hamburger Verlagsgruppe Milchstrasse gegründet, entwickelte sich um die Jahrtausendwende zu einem der populärsten Titel in ihrem Bereich und war Namensgeber für die Tomorrow Focus AG.<ref name="DWDL, 17.05.2005" /> Tomorrow beschäftigte sich vor allem mit populärer Technologie,<ref>Manthey und die Zukunft. In: Der Spiegel. 9. Februar 1998, S. 80.</ref><ref>Ein Centerfold für Technikfreaks. In: Kress Report. 23. September 2005, S. 11.</ref> enthielt aber auch Lifestyle- und Science-Fiction-Themen.<ref name="Welt am Sonntag, 13.09.1998" />

Geschichte

In den 1990er Jahren konzipierte die Verlagsgruppe Milchstrasse unter der Leitung von Dirk Manthey mehrere neue Zeitschriften.<ref>Milchstraße feilt an neuen Zeitschriften-Konzepten. In: Horizont. 12. Februar 1998, S. 4.</ref> Dazu gehörte neben Amica, Fit for Fun und TV Spielfilm auch Tomorrow.<ref>Thomas Hoffmann: „Es ist eine gute Zeit, neue Blätter zu gründen“. In: Horizont. 5. März 1998, S. 76.</ref> Das von der NZZ als „Computerillustrierte“ beschriebene Blatt richtete sich nicht an Experten, sondern technisch interessierte Laien.<ref>Digital ganz analog. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Dezember 1998, S. 67.</ref><ref>Malte Oberschelp: Der Betatest für die Anfänger. In: Die Tageszeitung. 4. Februar 1999, S. 13.</ref> Die erste Ausgabe der Zeitschrift wurde am 10. September 1998 in einer Auflage von 500.000 Exemplaren veröffentlicht,<ref>Rendite deutlich zweistellig. In: Handelsblatt. 6. Oktober 1998, S. 18.</ref> davon verkauften sich rund 40 % innerhalb der ersten zehn Tage.<ref>Tomorrow erfolgreich gestartet. In: Horizont. 24. September 1998, S. 69.</ref> Beobachter stuften Tomorrow vor allem als Angriff auf die konkurrierenden Titel Konr@d und Online Today von Gruner + Jahr ein.<ref name="Welt am Sonntag, 13.09.1998">„Schlecht geht es uns nicht“. In: Welt am Sonntag. 13. September 1998, S. 56.</ref> Eine umfangreiche Werbekampagne begleitete die Einführung der Zeitschrift,<ref>Thomas Hoffmann: Neulinge empfängt der Markt kritisch. In: Horizont. 10. September 1998, S. 94.</ref> außerdem wurde eine Webpräsenz mit einem Nachrichtenticker eingerichtet.<ref>Lifestyle für Technophile. In: c't Magazin. Nr. 20, 1998, S. 76.</ref> Der Nachrichtensender n-tv strahlte die Sendung „Net News“ fortan unter der Marke „Tomorrow“ aus.<ref>Kerstin Rosenfeld, Ralf Wegner: Tomorrow startet durch. In: Horizont. 10. September 1998, S. 58.</ref> Für größere Aufmerksamkeit sorgte außerdem eine 1999 gemeinsam mit Mobilcom gestartete Internet-Flatrate.<ref>Guido Schneider: Online-Titel unter Druck. In: Horizont. S. 86.</ref>

Erster Chefredakteur von Tomorrow war Willy Loderhose.<ref>Neues Magazin. „Tomorrow“ gestartet. In: Rhein-Zeitung. 16. September 1998.</ref> Gemessen an der Anzeigenstatistik 1999 entwickelte sich Tomorrow zu einer der erfolgreichsten neuen Zeitschriften im deutschsprachigen Markt.<ref>Tomorrow dominiert unter den Print-Newcomern 1999. In: Horizont. 1. Juli 1999, S. 1.</ref> Aufgrund dessen stellte die Verlagsgruppe Milchstrasse den Erscheinungsrhythmus von vier auf zwei Wochen um,<ref>Milchstraße läßt Tomorrow bald 14täglich erscheinen. In: Horizont. 10. Juni 1999, S. 10.</ref> ab September 2000 wurde das Blatt für drei Deutsche Mark verkauft.<ref>Thomas Hoffmann: Die Fronten im Auflagenkampf sind geklärt. In: Horizont. 26. Oktober 2000, S. 86.</ref> Außerdem gründete man eine B2B-Variante namens Tomorrow Business.<ref>Milchstraße schickt bald neuen Titel ins Rennen. In: Horizont. 22. Juli 1999, S. 6.</ref> Die Internet-Portale von Tomorrow und einigen anderen Zeitschriften aus der Verlagsgruppe Milchstrasse wurden 1999 in die Tomorrow Internet AG eingebracht,<ref>Tomorrow bringt Zeitschriften ins Internet. In: Deutscher Drucker. 16. Dezember 1999, S. 38.</ref> das noch im selben Jahr an der Börse debütierte.<ref>Rolf-Herbert Peters: Ein schönes Zubrot. In: WirtschaftsWoche. 16. Dezember 1999, S. 99.</ref> 2000 startete mit Internet Schnell & Einfach eine Variante von Tomorrow für Einsteiger, von der vierteljährlich rund 200.000 Exemplare verkauft wurden.<ref>Tomorrow-Ableger „Internet, Schnell & Einfach“ kommt an. In: Horizont. 9. November 2000, abgerufen am 1. September 2016.</ref> Ab dem Jahr 2000 trat die Verlagsgruppe Milchstrasse als Hauptsponsor des Hamburger SV auf: Beginnend mit der Bundesliga-Saison 2001/2002 war das Logo der Zeitschrift auf den Trikots der Fußballer zu sehen.<ref>Elke Jacob, Oliver Zils: Tomorrow auf der Brust. In: Horizont. 4. Mai 2000, S. 1.</ref><ref>Marcus Scholz: „Tomorrow“ zahlt dem HSV 36 Millionen Mark für drei Jahre. In: Hamburger Abendblatt. 29. April 2000, S. 36.</ref>

Während Tomorrow im ersten Quartal 1999 noch rund 350.000 verkaufte Exemplare aufwies,<ref>Guido Schneider: Tomorrow findet schon heute statt. In: Horizont. 10. Februar 2000, S. 92.</ref> musste die Zeitschrift in den Jahren 2000 und 2001 eine rapide sinkende Auflage hinnehmen.<ref name="Handelsblatt, 10.02.2000">Burda steigt bei Zeitschrift „Tomorrow“ ein. In: Handelsblatt. 17. Juli 2001, S. 20.</ref> Im Mai 2001 fing Georg Altrogge als neuer Chefredakteur bei Tomorrow an,<ref>Georg Altrogge leitet „Tomorrow“-Redaktion. In: Berliner Zeitung. 18. April 2001, S. 17.</ref> ab Mitte 2001 erschien das Blatt wieder monatlich.<ref>Mareike Knoke: Die Milchstraße verliert Sterne. In: Berliner Morgenpost. 2. August 2001, S. 19.</ref> Aufgrund sinkender Anzeigenerlöse musste die Hälfte der Redaktion entlassen werden.<ref>Ralf Wegner: Milchstraße findet keine Ruhe. In: Horizont. 19. Juli 2001, S. 10.</ref> Noch vor der Fusion der Focus Digital AG mit der Tomorrow Internet AG kaufte Hubert Burda Media 49 % der Zeitschrift Tomorrow.<ref>Martin Ax: Verlage schließen Internet-Bündnis. In: Die Welt. 9. August 2001, S. 15.</ref><ref>Milchstrasse verkauft „Tomorrow“-Anteile. In: Berliner Zeitung. 14. Juli 2001, S. 16.</ref> Die restlichen Anteile an der Tomorrow Verlag GmbH & Co. KG blieben bei Dirk Manthey.<ref name="Handelsblatt, 10.02.2000" /> 2002 änderte Tomorrow seine Strategie: Statt Internet-Themen wurde die Zeitschrift als „multimediales Männermagazin“ positioniert.<ref>Ralf Wegner: Tomorrow wirbt um die großen Jungs. In: Horizont. 25. April 2002, S. 56.</ref> 2003 erfolgte ein weiterer Relaunch, der Testberichte wieder stärker in den Vordergrund rückte.<ref name="Horizont, 27.03.2003">Tomorrow präsentiert sich in neuem Outfit. In: Horizont. 27. März 2003, S. 10.</ref> Trotz der Veränderungen verlor Tomorrow von 2001 bis 2002 weitere 25 % der Auflage.<ref name="Horizont, 27.03.2003" /> 2005 strebte Tomorrow mit einem neuen Design und veränderten Inhalten die Rückkehr in die Gewinnzone an.<ref>Irmela Schwab: Digitaler Lifestyle für Fortgeschrittene. In: Horizont. 27. Oktober 2005, S. 52.</ref><ref>Sebastian Ludwig: "Enjoy digital life": Die neue Tomorrow im DWDL-Test. In: DWDL.de. 28. Oktober 2005, abgerufen am 19. Oktober 2022.</ref>

Zum Jahreswechsel 2004/2005 übernahm Hubert Burda Media die Verlagsgruppe Milchstrasse komplett, sodass sich auch Tomorrow fortan vollständig im Besitz des Medienhauses mit Sitz in Offenburg und München befand.<ref>Burkhard Riering: Burda will die Milchstrasse für sich alleine. In: Die Welt. 24. Dezember 2004, abgerufen am 1. September 2016.</ref> Das Blatt wurde organisatorisch in die Vogel Burda Group integriert, zu der auch das Computermagazin Chip gehörte. Das bedeutete praktisch einen Wechsel der Zentrale von Hamburg nach München.<ref>Ralf Wegner: Burda schlägt die Pflöcke ein. In: Horizont. 17. Februar 2005, S. 6.</ref> Im Frühjahr 2005 übernahm Jürgen Bruckmeier die Chefredaktion von Georg Altrogge.<ref>Neuer Morgen-Mann: Bruckmeier macht „Tomorrow“. In: Kress News. 14. März 2005, abgerufen am 1. September 2016.</ref> Unter seiner Führung wurde Tomorrow abermals neu ausgerichtet.<ref>Jürgen Bruckmeier repositioniert „Tomorrow“. In: New Business. 15. März 2005, abgerufen am 1. September 2016.</ref>

Die Redaktion wechselte im Jahr 2008 von München nach Berlin,<ref>Torben Waleczek: Trüffelsuche fürs Netz. In: Der Tagesspiegel. 13. Januar 2008, S. 31.</ref> weiterhin wurde die Zeitschrift im März des gleichen Jahres einem Relaunch unterzogen.<ref>Dwdl.de Gmbh: "Tomorrow": Ab März neue Inhalte und neuer Look. In: DWDL.de. 7. Januar 2008, abgerufen am 7. Februar 2024.</ref> Trotz aller Bemühungen attestierten Beobachter dem Blatt bereits 2005 einen beispiellosen Niedergang.<ref name="DWDL, 17.05.2005">Thomas Lückerath: Die Zukunft kennt kein Morgen mehr: Vom Niedergang der „Tomorrow“. In: DWDL. 17. Mai 2005, abgerufen am 1. September 2016.</ref>

Im Herbst 2007 betrug die Auflage knapp 61.000 Exemplare.<ref>Jochen Voß: "Tomorrow": Ab März neue Inhalte und neuer Look. In: DWDL.de. 7. Januar 2008, abgerufen am 17. März 2024.</ref> 2009 verkündete Hubert Burda Media schließlich die Einstellung von Tomorrow.<ref name="Heise Online, 11.02.2009">Herbert Braun: „Tomorrow“ soll eingestellt werden. In: Heise Online. 11. Februar 2009, abgerufen am 1. September 2016.</ref> Zuvor betrug die Auflage der Zeitschrift 56.000 verkaufte Exemplare,<ref>Burda stellt „Young“ und „Tomorrow“ ein. In: Werben & Verkaufen. 11. Februar 2009, abgerufen am 1. September 2016.</ref> davon 25.000 Bordexemplare.<ref name="Heise Online, 11.02.2009" /> Die letzte Ausgabe von Tomorrow erschien im März 2009.<ref>Tomorrow war gestern. In: Berliner Zeitung. 12. Februar 2009, S. 34.</ref>

Einzelnachweise

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