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Waldsteinien

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Waldsteinien
Datei:Waldsteinia.jpg

Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Tribus: Colurieae
Gattung: Waldsteinien
Wissenschaftlicher Name
Waldsteinia
Willd.

Die Waldsteinien (Waldsteinia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).<ref name="FoNA2014" /> Die Gattung Waldsteinia umfasst fünf bis sieben Arten, die sämtlich auf der Nordhalbkugel verbreitet sind;<ref name="FoNA2014" /> die einzige im deutschsprachigen Raum beheimatete Art ist Waldsteinia ternata, die im Südosten Kärntens zu finden ist.<ref name="ExFloraÖLS2008" />

Beschreibung

Datei:Waldsteinia fragarioides.png
Illustration der Golderdbeere (Waldsteinia fragarioides)
Datei:Waldsteinia geoides Prague 2012 2.jpg
Gelapptblättrige Waldsteinie (Waldsteinia geoides)
Datei:Waldsteiniaidahoensis.jpg
Waldsteinia idahoensis
Datei:Waldsteinia lobata flower.jpg
Waldsteinia lobata
Datei:Waldsteinia ternata.jpg
Blüten der Dreiblättrigen Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Vegetative Merkmale

Waldsteinia-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Es werden Rhizome gebildet.<ref name="FoNA2014" /> An den oberen Enden der festen, unbestachelten, meist kriechenden Stämmchen stehen die Laubblätter in einer Rosette. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind drei- bis fünf-, selten siebenlappig oder aus drei Blättchen zusammengesetzt. Die Nebenblätter der wurzelnahen Laubblätter sind vollständig mit dem langen Blattstiel verwachsen und sind häutig.

Generative Merkmale

Die seitenständigen Blütenstandsschäfte tragen an ihrem Ende zymöse Blütenstände, die Stängelblätter sind reduziert und nebenblattähnlich, die Tragblätter im Blütenstand sind meist klein.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch. Der Blütenbecher ist verkehrt-kegelförmig bis trompetenförmig. Der Außenkelch ist sehr klein oder fehlt. Die fünf Kelchblätter liegen aneinander, überlappen sich aber nicht. Die fünf Kronblätter sind gelb. Es sind zahlreiche Staubblätter vorhanden. Die zwei bis sechs (selten 1 bis 15) Stempel sind frei und wachsen aus dem Grund des Blütenbechers oder aus einem kurzen Ring heraus. Die hinfälligen Stylodien sind endständig und am Ansatz verjüngt und beugbar. Die Narben sind punktförmig. Je Fruchtblatt ist nur eine Samenanlage vorhanden.<ref name="FoNA2014" />

Die Früchte sind Achänen. Die Außenhaut der Samen ist häutig. Ein Endosperm fehlt.

Chromosomensätze

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7;<ref name="FoNA2014" /> es liegen unterschiedliche Ploidiegrade vor und Chromosomenzahlen betragen 14, 21, 28, 35 sowie 42.

Standorte

Die Waldsteinia-Arten gedeihen in montanen Regionen, in Heiden und Buschland, gelegentlich auch Wäldern, an sonnigen Standorten.

Systematik und Botanische Geschichte

Die Gattung Waldsteinia wurde 1799 durch Carl Ludwig von Willdenow in Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin, neue Schriften, Band 2, S. 105, Tafel 4, Figur 1 aufgestellt.<ref name="FoNA2014" /> Der Gattungsname Waldsteinia ehrt den österreichischen Botaniker und Systematiker Franz Adam von Waldstein.<ref name="FoNA2014" />

Der Umfang der Gattung Waldsteinia innerhalb der Familie der Rosaceae ist unklar, molekulargenetische Untersuchungen durch Smedmark 2006<ref name="Smedmark2006" /> verstehen sie nur mehr als Teil der Gattung Geum<ref name="Potter2007" />. In der Flora of North America North of Mexico 2014 folgt man Smedmark 2006 nicht.

Die Gattung Waldsteinia findet sich disjunkt verteilt über die Nordhalbkugel. Verbreitungsschwerpunkt ist Nordamerika mit etwa drei Arten.

Je nach Autor gibt es fünf bis sieben Arten in der Gattung Waldsteinia:<ref name="FoNA2014" />

  • Golderdbeere (Waldsteinia fragarioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Tratt., Syn.: Geum fragarioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Smedmark)
  • Gelapptblättrige Waldsteinie (Waldsteinia geoides <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Syn.: Geum geoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pall.) Smedmark)
  • Waldsteinia idahoensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Piper: Diese gefährdete Art gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1500 Metern nur in den US-Bundesstaaten Idaho und Montana.<ref name="FoNA2014"/>
  • Waldsteinia lobata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Baldwin) Torr. & A.Gray: Sie gedeiht in Höhenlagen von 100 bis 500 Metern nur in den südöstlichen US-Bundesstaaten Georgia, North Carolina sowie South Carolina.<ref name="FoNA2014" />
  • Waldsteinia parviflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Small: Sie gedeiht in Höhenlagen von 100–400 Metern nur in den US-Bundesstaaten Alabama, Georgia, Kentucky, Tennessee, Virginia, North Carolina sowie South Carolina.<ref name="FoNA2014" />
  • Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Stephan) Fritsch, Syn.: Geum ternatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Stephan) Smedmark)

Nachweise

Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

Literatur

  • Cornelis Kalkman: Rosaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Flowering Plants - Dicotyledons - Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Band 6. Springer Science & Business Media, 2004, ISBN 3-540-06512-1, S. 343–386 (Waldsteinia in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • James B. Phipps: In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico, Volume 9: Magnoliophyta: Picramniaceae to Rosaceae, 2014, Oxford University Press, Oxford und New York, ISBN 978-0-19-534029-7. Waldsteinia Willdenow. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Li Chaoluan (Li Chao-luang), Hiroshi Ikeda, Hideaki Ohba: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8. Waldsteinia Willdenow. S. 291 - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="ExFloraÖLS2008"> </ref> <ref name="Potter2007"> D. Potter, T. Eriksson, R. C. Evans, S. Oh, Jenny E. E. Smedmark, D. R. Morgan, M. Kerr, K. R. Robertson, M. Arsenault, T. A. Dickinson, C. S. Campbell: Phylogeny and classification of Rosaceae. In: Plant Systematics and Evolution, Band 266, 2007, S. 5–43, doi:10.1007/s00606-007-0539-9 </ref> <ref name="Smedmark2006"> Jenny E. E. Smedmark: Recircumscription of Geum (Colurieae: Rosaceae). In: Botanische Jahrbücher, Volume 126, Nummer 4, Oktober 2006, S. 409–417. doi:10.1127/0006-8152/2006/0126-0409 </ref> <ref name="FoNA2014"> James B. Phipps: In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico, Volume 9: Magnoliophyta: Picramniaceae to Rosaceae, 2014, Oxford University Press, Oxford und New York, ISBN 978-0-19-534029-7. Waldsteinia Willdenow. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Waldsteinien (Waldsteinia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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