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Gelapptblättrige Waldsteinie

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Gelapptblättrige Waldsteinie
Datei:Waldsteinia geoides 01.jpg

Gelapptblättrige Waldsteinie (Waldsteinia geoides)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Waldsteinien (Waldsteinia)
Art: Gelapptblättrige Waldsteinie
Wissenschaftlicher Name
Waldsteinia geoides
Willd.

Die Gelapptblättrige Waldsteinie (Waldsteinia geoides), auch Nelkenwurz-Waldsteinie genannt<ref name="InfoFlora" />, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Waldsteinien (Waldsteinia) in der Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie Rosengewächse (Rosaceae).

Beschreibung

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Waldsteinia geoides Prague 2012 2.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten
Datei:Waldsteinia geoides 03.jpg
Blattspreite
Datei:Waldsteinia geoides 2016-04-22 8590b.jpg
Fünfzählige Blüte im Detail

Vegetative Merkmale

Die Gelapptblättrige Waldsteinie ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 25 Zentimetern erreicht. Sie bildet Rhizome, aber keine Ausläufer aus. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist breit herz-nierenförmig und meist fünf- oder siebenlappig.<ref name="HegiHuber1961" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Mai.<ref name="HegiHuber1961" /><ref name="Rothmaler2008" /> Der Blütenstand überragt die Grundblätter kaum.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Blütenstängel besitzen laubartige, dreilappige bis dreispaltige Hochblätter.

Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von etwa 2 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Kronblätter sind länger als die Kelchblätter.<ref name="HegiHuber1961" /> Die fünf gelben Kronblätter besitzen an ihrer Basis zwei öhrchenartige Fortsätze und sind kurz genagelt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="AtlasFloraeEuropaea2004" />

Vorkommen

Vorlage:Hinweisbaustein Es gibt Fundortangaben für die Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Rumänien und der westliche Ukraine. Außerhalb Europa kommt die Gelapptblättrige Waldsteinie nicht vor.

Sie gedeiht in Wäldern, Gebüschen und an Berghängen. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Ökologie

Die Blüten sind stark proterogyn, wobei erst die Griffel weit vorragen, während die Staubblätter noch einwärts gekrümmt und ihre Staubbeutel geschlossen sind.<ref name="HegiHuber1961" /> Blütenbesucher sind Halictus- und Anthomyia-Arten. Die Öhrchen am Grund der Kronblätter überdachen den Nektar im Blütenbecher, der vom Diskusring abgesondert wird.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Blütenbesucher können also nur durch die Spalten zwischen den Öhrchen zum Nektar gelangen.<ref name="HegiHuber1961" /> Nach der Anthese erschlaffen die Blütenstiele, die Kronblätter fallen ab und bald darauf auch die Griffelchen, während Kelchblätter und Blütenbecher weiterwachsen.<ref name="HegiHuber1961" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Waldsteinia geoides erfolgte 1799 durch Carl Ludwig von Willdenow in Neue Schriften, Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. II, S. 106.<ref name="InfoFlora" />

Nutzung

Die Gelapptblättrige Waldsteinie wird als bodendeckende Zierpflanze für Gehölzgruppen und Rabatten genutzt. Sie ist seit spätestens 1804 in Kultur.<ref name="Rothmaler2008" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Waldsteinia geoides Willd. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Rothmaler2008"> </ref> <ref name="AtlasFloraeEuropaea2004"> Arto Kurtto, Raino Lampinen, Leo Junikka (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 13.: Rosaceae (Spiraea to Fragaria, excl. Rubus). Tiedekirja & Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 2004, ISBN 951-9108-12-2, S. 150. </ref> <ref name="HegiHuber1961"> Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Rosaceae. S. 412. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, Verlag Carl Hanser, München 1961. </ref> </references>

Weblinks