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Alain Mimoun

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Datei:Alain Mimoun.jpg
Alain Mimoun, 2001
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Briefmarke der Dominikanischen Republik, 1957

Alain Mimoun (* 1. Januar 1921 in Maider, Département d’Oran, Französisch-Algerien, als Ali Mimoun Ould Kacha<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 22. Juni 2019 im Internet Archive)</ref>; † 27. Juni 2013 in Saint-Mandé, Île-de-France<ref>Mimoun, un champion français. In: L’Équipe. Abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war ein französischer Langstreckenläufer algerischer Herkunft und Olympiasieger im Marathonlauf mit mehreren hohen militärischen Auszeichnungen für seinen Beitrag zur Befreiung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg.

Datei:Herbert Schade, Alain Mimoun, Emil Zátopek 1952.jpg
Herbert Schade, Alain Mimoun und Emil Zátopek 1952 in Helsinki

Leben

Datei:Plaque Rue Alain Mimoun - Champigny-sur-Marne (FR94) - 2023-06-09 - 1.jpg
Straßenschild in Champigny-sur-Marne

Alain Mimoun wuchs als Hirtensohn in einem algerischen Berberdorf auf. Er wäre gerne Lehrer<ref name=":0">Paul Dietschy: Mimoun triomphe au Stade olympique de Melbourne. In: Olivier WieviorkaMichel Winock (Hrsg.): Les lieux mondiaux de l’histoire de France. Éditions Perrin, Paris 2025, ISBN 978-2-262-10860-1, S. 341–352.</ref> geworden, doch erhielt er, trotz guter schulischer Leistungen, kein Stipendium. Als er 1939 in die französische Kolonialarmee eintrat, gab er sich den Vornamen Alain. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er mit dem 6e régiment de tirailleurs algériens. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne in Bourg-en-Bresse im besetzen Frankreich kaserniert, wurde er Mitglied des lokalen Sportvereins Alouettes des Gaules<ref name=":0" /> und gewann die Laufmeisterschaft des Départements Ain über 1500 Meter. Noch bevor Nazi-Deutschland die unbesetzte Südzone besetze, ging er zurück nach Algerien, wo er sich beim Verein Gallia Club in Algier einschrieb und Nordafrika-Meister im Cross-Country wurde.

Bald darauf meldete sich Mimoun zum 19e régiment du génie d’Hussein Dey und kämpfte in Tunesien und Deutschland, wobei er in den Rang eines Corporal aufstieg. Später kämpfte er unter General de Monsabert in Italien, wo er in den Schlachten am Monte Cassino<ref name=":0" /> nach einer Verletzung am 28. Januar 1943 durch eine Granate nur knapp einer Beinamputation entging. Nach einer Operation durch den Arzt Grasset in Pozzuoli nahm er nach nur dreiwöchigem Krankenhausaufenthalt den Kampf für die Befreiung Frankreichs wieder auf.

Nach Kriegsende wurde er Kellner im Café des Racing Club de France. Er wurde achtmal französischer Meister über 5000 Meter und zwölfmal über 10.000 Meter.<ref>National Championships. arts.run, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> Bei den Europameisterschaften 1950 in Brüssel gewann er jeweils hinter Emil Zátopek die Silbermedaille über 5000 und 10.000 Meter.

Bei den Olympischen Spielen blieb ihm ein Sieg aber zunächst verwehrt. Dreimal, über 10.000 Meter bei den Spielen 1948 in London und über 5000 und 10.000 Meter bei den Spielen 1952, musste sich Mimoun mit der Silbermedaille hinter seinem schärfsten Rivalen, dem Tschechen Emil Zátopek, zufriedengeben. Trotz der sportlichen Rivalität waren Zátopek und Mimoun enge Freunde. Zum letzten Mal traten beide zum Ende ihrer sportlichen Laufbahn im Marathonwettbewerb der Olympischen Spiele 1956 in Melbourne gegeneinander an.

Das Rennen fand an einem sehr heißen Tag statt, was Zátopek, ohnehin gehandicapt durch Verletzungen, zu schaffen machte, während Mimoun, der seinen allerersten Marathon lief, sich bei einer Temperat von 36 °C wohlzufühlen schien und sich bei Kilometer 25 vom Rest des Feldes absetzte. Nach 2:25:00 h überquerte Mimoun als Erster die Ziellinie. Dort wartete er auf seinen Freund Emil Zátopek, der als Sechster ins Ziel kam, vollständig ausgelaugt durch die extreme Hitze. Mimoun fragte Zátopek: „Emil, gratulierst Du mir nicht? Ich bin der Olympiasieger.“ Daraufhin umarmten sich Mimoun und Zátopek. Später nannte Mimoun diesen Moment wertvoller als seine Goldmedaille.

Nach diesem Sieg setzte Mimoun seine Karriere fort. Mit knapp 40 Jahren war er noch einmal im französischen Team für die Olympischen Spiele 1960 in Rom. Dabei erreichte er den 34. Rang. 1963<ref name=":0" /> erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. Seit 1955 war der gebürtige Muslim ein zum römisch-katholischen<ref name=":0" /> Glauben konvertierter Christ. Nach dem Algerienkrieg und der Unabhängigkeit Algeriens 1962 nahm er kaum noch an Algerien Anteil und mied das Thema des Unabhängigkeitskrieges. Er besuchte das Land nur noch 1988 zur Beerdigung seiner Mutter. Inzwischen hatte er mit seiner Frau Germaine die Tochter Pascal Olympe.

1966 wurde Mimoun zum sechsten Mal französischer Meister im Marathon. Im selben Jahr lief er die 10.000 Meter in 30:16,8 min – bis heute die weltweit drittschnellste Zeit in der Altersklasse M 45.<ref>VR2_O10K. arrs.run, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> im April 1966 enthüllte er in einer militärischen Zeremonie ein Denkmal für Jean Bouin.<ref name=":0" />

Mimoun wurde zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt und 1999 von den Lesern der Verbandszeitschrift Athlétisme zum „französischen Leichtathleten des Jahrhunderts“<ref name=":0" /><ref>vgl. Alain Mimoun. In: Internationales Sportarchiv 39/2010 vom 28. September 2010 (aufgerufen via Munzinger Online)</ref> gewählt. 1949 und 1956 wurde er von der Sportzeitung L’Équipe zu Frankreichs Sportler des Jahres („Champion des champions“) gewählt. Es folgte eine Karriere als Trainer und Sportfunktionär am Institut national des sports (heute INSEP) und er gründete das nach ihm benannte Centre national d’entraînement<ref name=":0" /> Espace 1000 sources – Centre sportif Alain Mimoun in Bugeat in der Corrèze. Er ließ sich in Champigny nieder, wo er ein Haus besaß, dem er den Namen „Olympe“ gab und heiratete in zweiter Ehe eine Frau vom Plateau de Millevaches. Mit über 80 Jahren beendete Alain Mimoun seine Laufbahn als Marathonläufer und verstand es, bis ins hohe Alter die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Über 100 Sportstätten, Schulen und Straßen in ganz Frankreich tragen heute seinen Namen.

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Alain Mimoun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Königreich GriechenlandDatei:State Flag of Greece (1863-1924 and 1935-1973).svg Spyridon Louis | 1900: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Michel Théato | 1904: Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Thomas Hicks | Zwischenspiele 1906: Kanada 1868Datei:Canadian Red Ensign (1868-1921).svg Billy Sherring | 1908: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg John Hayes | 1912: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Ken McArthur | 1920: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Hannes Kolehmainen | 1924: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Albin Stenroos | 1928: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Boughéra El Ouafi | 1932: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Juan Carlos Zabala | 1936: Japan 1870Japan Son Kitei | 1948: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Delfo Cabrera | 1952: TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Emil Zátopek | 1956: Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Alain Mimoun | 1960: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1964: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1968: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Mamo Wolde | 1972: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Frank Shorter | 1976: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1980: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1984: PortugalPortugal Carlos Lopes | 1988: Vorlage:ITA-1946 Gelindo Bordin | 1992: Vorlage:KOR-1984 Hwang Young-cho | 1996: SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Josia Thugwane | 2000: Athiopien 1996Datei:Flag of Ethiopia (1996-2009).svg Gezahegne Abera | 2004: Vorlage:ITA-2003 Stefano Baldini | 2008: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Samuel Kamau Wanjiru | 2012: UgandaDatei:Flag of Uganda.svg Stephen Kiprotich | 2016: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2020: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2024: AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Tamirat Tola

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende

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