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Moskauer Konservatorium

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Datei:Moscow 05-2017 img41 Conservatory.jpg
Moskauer Konservatorium (2017)

Das Staatliche Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorium ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) wurde 1866 gegründet und ist die bekannteste musikalische Ausbildungsstätte Russlands. Rektor ist Alexander Sokolow.<ref>Tschaikowski-Konservatorium: Rector’s Office. Abgerufen am 22. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es ist das zweitälteste Konservatorium in Russland nach dem Sankt Petersburger Konservatorium.

Geschichte

Im Jahr 1860 gründete Nikolai Rubinstein zusammen mit Wasilij Kologriwow die Moskauer Abteilung der Russischen Musikgesellschaft (Russkoe muzykal'noe obščestvo, RMO) mit dem Ziel, ein Konservatorium für die Ausbildung von Berufsmusikern zu eröffnen.<ref name=":3">Bayerischer Rundfunk: 13. September 1866: Das Moskauer Konservatorium wird gegründet. Abgerufen am 23. Mai 2020.</ref><ref name=":2">115 Jahre Moskauer Konservatorium. In: MosKultInfo. 29. April 2016, abgerufen am 20. Mai 2020.</ref> Hierzu veranstaltete er auch Konzerte und sammelte Spenden. Der Unterricht fand zunächst in Rubinsteins Privatwohnung statt. Anfangs wurde Unterricht in Musiktheorie und Chorgesang erteilt, später kamen die Fächer Klavier, Violine, Cello, Trompete, Flöte und Sologesang hinzu. Im Jahr 1864 wurden bereits 200 Schüler unterrichtet.<ref name=":2" /> Aus diesen Musikklassen wurde das Konservatorium 1866 mit Unterstützung von Fürst Nikolai Petrowitsch Trubezkoi als Moskauer Kaiserliches Konservatorium gegründet. Die Leitung hatte Nikolai Rubinstein bis zu seinem Tod im Jahr 1881 inne. Pjotr Iljitsch Tschaikowski unterrichtete dort bereits 1866 und war bis etwa 1878 Dozent für Theorie und Harmonielehre. Ihm zu Ehren erhielt das Konservatorium 1940 den Namen Tschaikowski-Konservatorium.<ref name=":3" />

1871 wurde das im 18. Jahrhundert für Fürstin Katharina Romanowna Daschkowa errichtete Gebäude in der Bolschaja-Nikitskaja-Straße angemietet und im Jahr 1878 für 185.000 Rubel erworben.<ref name=":2" />

Am Moskauer Konservatorium wurde fast die gesamte Elite der russischen Musiker ausgebildet. Berühmte Absolventen sind z. B. Sergei Rachmaninow, Alexander Skrjabin, Reinhold Glière, Andrei Gawrilow, Alfred Schnittke, Nikolai Medtner, Aram Chatschaturjan, Alexander Dawidenko, Mstislaw Rostropowitsch, Gidon Kremer, Dmitri Baschkirow und Swjatoslaw Richter.

In den Räumlichkeiten des Konservatoriums finden bedeutende internationale Musikwettbewerbe wie der Tschaikowski-Wettbewerb sowie Festivals und Konzerte statt.<ref name=":1" /><ref name=":4" />

Gebäude

Das Gebäude stammte ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert und wurde vom Architekten Wassili I. Baschenow<ref name=":0">Helmut Mauró: Die besten Konzertsäle der Welt. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 20. Mai 2020.</ref> für Fürstin Katharina Romanowna Daschkowa errichtet. 1871 wurde es vom Konservatorium gepachtet und 1878 erworben.<ref name=":2" /> Unter dem Direktorat von Wassili Safonow fanden zwischen 1893 und 1901 nach Plänen des Architekten W. P. Sagorski umfangreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen statt.<ref name=":2" /><ref>Piano InForum: Staatliches Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorium. In: Piano InForum. 22. Dezember 2012, abgerufen am 24. Mai 2020.</ref> In dem aus drei Gebäuden bestehenden Komplex befinden sich mehrere Säle, darunter der Große Saal (eröffnet 1901), der Kleine Saal (eröffnet 1898), der Konferenzsaal, der Rachmaninow-Saal und der Mjaskowski-Konzertsaal.<ref name=":1" /> Zudem ist in den Gebäuden das Nikolai-Grigorjewitsch-Rubinstein-Museum untergebracht.<ref name=":5">Theater in Moskau, Tschaikowski-Konservatorium. In: OstWest.com. Abgerufen am 24. Mai 2020.</ref>

Großer Saal

Datei:Консерватория - БЗК - panoramio.jpg
Großer Saal, Blick zur Bühne
Datei:Московская консерватория. Большой зал..JPG
Großer Saal, Blick zur Empore

Der Saal zählt zu den akustisch besten Konzertsälen weltweit<ref name=":0" /> und bietet Platz für 1.800 Zuschauer. Auf der Bühne finden 130 Orchestermusiker und 250 Sänger gleichzeitig Platz.<ref name=":2" /> Die akustische Besonderheit des Saales beruht auf keramischen Hohlkörpern, die im Deckengewölbe eingefügt sind.<ref name=":0" />

Der Saal wurde nach umfangreichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen des Gebäudes am 7. Apriljul. / 20. April 1901greg.<ref name=":5" /><ref name="19010425WAZ">Aus Moskau wird uns telegraphirt. In: Wiener Allgemeine Zeitung, 25. April 1901, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/waz</ref> unter anderem mit einer Aufführung der Oper Ruslan und Ljudmila von Michail Glinka eröffnet:<ref name=":1" />

„Samstag wurde der große Saal des hiesigen neuen Conservatoriums in überaus feier­licher Weise eingeweiht. Großfürst Constantin, der als Präsident der Akademie der Wissenschaften allen russischen Kunstanstalten sein besonderes Interesse widmet, war zur Fest­lichkeit eigens aus Petersburg eingetroffen und hielt die Er­öffnungsrede. Nach ihm sprachen der Senator Gerke, der Director des Conservatoriums, wirklicher Staatsrath Safonow, der Kammerherr Jakowiew, der einen historischen Rückblick auf das von Rubinstein gegründete Musikinstitut warf. Hierauf ge­langte die Cantate zur Aufführung, die Professor Koehnemann aus diesem Anlaß componirt hat. Zahlreiche Kunst­anstalten, Vereine und Musikgesellschaften des Auslandes hatten entweder Deputationen zu der Festlichkeit entsendet oder in Adressen und Begrüßungsdepeschen ihren Antheil bezeugt. […] Besonders wirkungs­voll gestaltete sich der Moment, als eine Abordnung von Zög­lingen des Alexander-Lyceums aus St. Petersburg unter Führung des Directors erschien und ihrem früheren Collegen Safonow die Grüße des Lyceums überbrachte. Excellenz Safonow, dem der alleinige Ruhm gebührt, den Kolossalbau zustande gebracht zu haben, erhielt vom Zaren das Großkreuz des Stanislaus-Ordens und wurde zum Ehrenmitglied sämmtlicher russischer Musikgesellschaften ernannt. Das der Eröffnungsfeier folgende Symphonie-Concert brachte Glinka's Ouvertüre zu ‚Russlan und Ludmila‘, die Festouverture von Rubinstein, Borodin's ‚Central-Asien‘, Tschaikowsky's ‚Francesca da Rimini‘ und die neunte Symphonie von Beethoven. Der künstlerische Eindruck, unterstützt durch die wunderbare Akustik des neuen Saales war gewaltig und riß das Publicum zu begeisterten Ovationen für Director Safonow hin. Die Presse nennt die Eröffnungsfeier einen ‚Jubeltag in der Musikgeschichte Rußlands‘.“

Wiener Allgemeine Zeitung vom 25. April 1901<ref name="19010425WAZ" />

In den 1920er- bis 1930er-Jahren wurde der Saal nicht nur für Konzerte, sondern auch als Kinosaal genutzt. 1936 gab das Staatliche Sinfonieorchester der UdSSR (heute Staatliches Akademisches Sinfonieorchester Russlands) in diesem Saal sein erstes Konzert. Im Jahr 1940 fanden hier die Spiele der XII. UdSSR-Schachmeisterschaft statt.

In diesem Saal finden Konzerte und Festivals sowie bedeutende internationale Musikwettbewerbe wie der Tschaikowski-Wettbewerb statt, Orchester aus aller Welt und international renommierte Künstler treten hier auf.<ref name=":1">moskau.RU, Stadtjournal: Konservatorium. In: Moskau.RU. Abgerufen am 20. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":4">Das Moskauer Konservatorium in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Moskau 2016. Abgerufen am 20. Mai 2020.</ref>

Der Saal ist mit Porträts von vierzehn Komponisten geschmückt, angefertigt von Nikolai Bodarewsky. Dargestellt sind Michail Glinka, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Alexander Borodin, Peter Tschaikowski, Ludwig van Beethoven, Georg Friedrich Händel, Franz Schubert, Robert Schumann, Christoph Willibald Gluck und Anton Rubinstein.<ref name=":2" /> 1953 wurden die Porträts von Mendelssohn, Gluck, Haydn und Händel durch Porträts von Nikolai Rimsky-Korsakow, Frédéric Chopin, Alexander Dargomyschski und Modest Mussorgsky ersetzt. Die Porträts von Mendelssohn und Haydn hängen heute im Foyer des Konservatoriums.<ref name=":2" /> Die Porträts von Gluck und Händel gingen verloren.

Am 21. Juni 2013 übergab die Wohltätigkeitsstiftung „Kunst, Wissenschaft und Sport“ des russischen Mäzens Alischer Usmanow dem Moskauer Konservatorium einen 1908 gebauten Flügel der St. Petersburger Klavierbaufirma Jakob Becker. Das Instrument, das nun im Großen Saal steht, ist von hohem musealen und künstlerischen Wert und gehörte ehemals vermutlich einer der Töchter von Nadeschda von Meck.<ref>Уникальный рояль передан в дар Московской консерватории. Abgerufen am 11. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kleiner Saal

Der kleine Saal bietet Platz für 436 Zuschauer.<ref>Малый зал Московской консерватории — афиша концертов 2020–2021. Abgerufen am 26. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er wurde am 6. November 1898 eröffnet.<ref name=":1" /> Bei der Eröffnung wurden anlässlich des fünften Todestages von Peter Tschaikowski dessen Werke aufgeführt. Über dem Bogen über der Bühne des kleinen Saals ist ein Flachreliefporträt von Nikolai Rubinstein angebracht. Die Wände des Saals sind mit Stuckbildern von Musikinstrumenten verziert.<ref>Kleiner Saal Moskauer Konservatorium. Abgerufen am 26. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Orgeln

Die beiden Orgeln des Konservatoriums zählen zu den ältesten erhaltenen Orgeln in Moskau. Mit der Mutin-Orgel besitzt das Konservatorium die bedeutendste historische Orgel Russlands.

Bekannte Lehrer

siehe: Hochschullehrer des Moskauer Konservatoriums

Bekannte Absolventen

siehe: Absolventen des Moskauer Konservatoriums

Siehe auch

Weblinks

Commons: Moskauer Konservatorium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 55° 45′ 23,2″ N, 37° 36′ 16,3″ O

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