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Anne Helm

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Anne Helm, 2022

Anne Helm (* 6. Juli 1986 in Rostock) ist eine deutsche Synchronsprecherin, Schauspielerin und Politikerin (Die Linke). Sie war von Juli 2009 bis September 2014 Mitglied der Piratenpartei Deutschland. Von 2011 bis 2016 war sie Neuköllner Bezirksverordnete. Im Januar 2016 trat sie der Partei Die Linke bei.<ref name="Neues Deutschland einzige Chance">Martin Kröger: »Ich sehe als einzige Chance die Linksfraktion«. Interview. In: Neues Deutschland. 22. Januar 2016, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref> Am 18. September 2016 wurde sie in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt.<ref>spiegel.de, abgerufen am 19. September 2016</ref> Sie ist seit dem 2. Juni 2020 Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Abgeordnetenhaus von Berlin.<ref>Die Linke Berlin: Anne Helm. Abgerufen am 7. Februar 2021.</ref>

Leben

Anne Helm wurde als Tochter des Schauspielers und Synchronsprechers Gunnar Helm (* 1956) in Rostock geboren. Sie wuchs in Berlin-Neukölln auf und legte hier das Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium im Jahr 2006 ab. Als Synchronsprecherin hatte sie ihre erste Sprechrolle mit neun Jahren als Hauptfigur Babe in Ein Schweinchen namens Babe. Seitdem synchronisierte sie mehr als 300 Produktionen. 2007 war Anne Helm für den Deutschen Synchronpreis für herausragende weibliche Synchronarbeit mit ihrer Synchronisation von Yohana Cobo in Volver – Zurückkehren nominiert.<ref>Interessenverband Synchronschauspieler: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Newsletter April 2007 (Memento vom 10. August 2014 im Internet Archive).</ref> Helm ist die Feststimme von Jennette McCurdy und spricht regelmäßig Amber Heard, Anna Kendrick, Dana Davis, Margot Robbie, Elliot Page und Ludivine Sagnier. Anfang 2013 wurde sie die Stimme der Fernsehreihe Elektrischer Reporter auf ZDFinfo. Seit dem 1. September 2018 ist sie mit dem Linken-Politiker Oliver Höfinghoff verheiratet.<ref>https://twitter.com/SeeroiberJenny/status/1037941629989146624</ref>

Sie war Mitglied im InteressenVerband Synchronschauspieler e. V. (IVS) und ist es aktuell im Bundesverband Schauspiel, der 2018 mit dem IVS fusionierte. Darüber hinaus ist sie Mitglied beim LebenLernen auf Segelschiffen e. V. und beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.<ref>Anne Helm. In: Abgeordnetenhaus von Berlin. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2018; abgerufen am 18. November 2019.</ref>

Ihre Schwester Luise Helm ist ebenfalls im Synchron- und Schauspielbereich tätig.

Politikerin

Mitglied der Piratenpartei und Bezirksverordnete (ab 2009)

Datei:Vorstellung Anne Helm.webm
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2009 wurde sie Mitglied der Piratenpartei Deutschland. Drei Jahre später trat sie bei den Wahlen zu den Berliner Bezirksverordnetenversammlungen 2011 im Bezirk Neukölln erfolgreich auf Listenplatz 2 für die Piratenpartei an.<ref>Berliner Wahlen 2011: Gewählte Bezirksverordnete im Bezirk Neukölln. Die Landeswahlleiterin für Berlin, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Januar 2017; abgerufen am 22. Juli 2016.</ref> Für die Bundestagswahl 2013 wurde sie zur Direktkandidatin der Partei für den Bezirk gewählt.<ref>Persönliches Profil im Wiki der Piratenpartei</ref> Seit 2013 war sie in ihrer Partei Themenbeauftragte für Asylpolitik.<ref>Von Asylpolitik bis Urheberrecht: Piratenpartei setzt zwölf Themenbeauftragte ein. In: Süddeutsche Zeitung. 5. April 2013, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref> Auf Listenplatz 5 kandidierte sie zur Europawahl 2014.<ref>Beim Bundesparteitag 2014 festgelegte Reihenfolge der Kandidaten im Wiki der Piratenpartei</ref> Anlässlich einer Protestaktion gegen die Form des Gedenkens anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens 2014 vonseiten der Stadt gab es vielfältige Kritik an der dabei von ihr verwendeten Parole „Thanks Bomber Harris“, aber auch Hinweise auf das Schicksal Victor Klemperers und seiner Frau Eva, deren Deportation aufgrund ihrer jüdischen Herkunft kurz bevorstand, die aber letztendlich durch das Bombardement entkommen konnten.<ref>Sebastian Heiser: Piratinnen feiern Bomber Harris. In: Die Tageszeitung. 21. Februar 2014, abgerufen am 12. Juni 2024.</ref> Die SPD- und CDU-Fraktion der Neuköllner BVV distanzierten sich von der Aktion und verurteilten gleichzeitig die Gewaltaufrufe und Drohungen gegen Anne Helm.<ref>Bezirksverordnetenversammlung Neukölln: Drucksache – 0864/XIX</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Austritt aus der Piratenpartei und Übertritt zur Partei Die Linke (2014–2016)

Im September 2014 wurde öffentlich, dass Helm aus der Piratenpartei austrat.<ref>Hannes Heine: Nach Rückzug von Christopher Lauer: Anne Helm steigt bei den Piraten aus. In: Der Tagesspiegel. 20. September 2014, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref> Zusammen mit Martin Delius, Oliver Höfinghoff, Julia Schramm und anderen gehörte Helm zu den 36 Partei- beziehungsweise Ex-Parteimitgliedern, die in einem Aufruf erklärten, die Mitarbeit mit ihrer ehemaligen Partei zu beenden und sich stattdessen in „kritischer und solidarischer“ Weise für die Partei Die Linke zu engagieren.<ref>36 Ex-Piraten unterstützen Linke. In: Der Tagesspiegel. 21. Januar 2016, abgerufen am 26. Juni 2018.</ref> In einem Interview mit der Zeitung Neues Deutschland erklärte Helm, der Entschluss basiere auf Prinzipien, die sie zusammen mit anderen bei der Piratenpartei entwickelt habe. Diese wolle sie nunmehr im Sinn einer linken Gesellschaftsperspektive einbringen.<ref>»Ich sehe als einzige Chance die Linksfraktion«. In: Neues Deutschland. 22. Januar 2016, abgerufen am 10. Mai 2017.</ref> In diesem Zusammenhang wurde Helm Mitglied des Bundeskoordinationskreises der Emanzipatorischen Linken.<ref>„Ist die LINKE noch zu retten?“ In: N64.cc. 16. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Januar 2016; abgerufen am 22. Juli 2016 (Veranstaltungshinweis).</ref><ref>Vgl. auch Pressetermin Delius/Lederer: Kritische und solidarische Unterstützung. In: Plattform libertärer Opportunisten: Blog der Emanzipatorischen Linken Berlin. 21. Januar 2016, abgerufen am 3. Mai 2022: „Der halbe Bundes-Ko-Kreis der Ema.Li wird von ehemaligen Piraten besetzt.“</ref>

Trotz ihres Austritts bei den Piraten blieb sie bis zum Ende der Legislatur weiterhin Mitglied ihrer Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln.<ref>BE:Neukölln/BVV/2011. In: PiratenWiki. Abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Mitglied des Abgeordnetenhauses (ab 2016)

Datei:2024-12-05 Sitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin by Sandro Halank–050.jpg
Anne Helm im Abgeordnetenhaus von Berlin (2024)

Über die Landesliste der Linkspartei zog sie im September 2016 in das Abgeordnetenhaus von Berlin ein<ref>spiegel.de, abgerufen am 19. September 2016</ref> und wurde dort in der Linksfraktion die fachpolitische Sprecherin für die Themenfelder Medien und Strategien gegen Rechts.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abgeordnetenseite (Memento vom 9. Januar 2022 im Internet Archive), auf der Website der Linksfraktion Berlin</ref> Sie vertrat ihre Fraktion in den Ausschüssen für Inneres, Sicherheit, Ordnung, im Ausschuss Europa- und Bundesangelegenheiten und Medien, im Ausschuss für kulturelle Angelegenheiten sowie im Unterausschuss für Datenschutz und Informationsfreiheit und zur Umsetzung von Artikel 13 Abs. 6 GG sowie § 25 Abs. 10 ASOG.<ref name="AGHBio"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anne Helm (Memento vom 13. Februar 2017 im Internet Archive) auf der Website des Berliner Abgeordnetenhauses für die 18. Wahlperiode</ref> und war darüber hinaus einfaches Mitglied im Fraktionsvorstand.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Linksfraktion Berlin: Linksfraktion wählt neuen Vorstand (Memento vom 31. Mai 2019 im Internet Archive) vom 28. Mai 2019.</ref> Helm betrieb zusammen mit ihrem Linkspartei-Kollegen Niklas Schrader das gemeinsame Abgeordnetenbüro „RigoRosa“ von Mai 2017 bis Dezember 2021 in der Nähe des Neuköllner Körnerparks.<ref>RigoRosa – Offenes Abgeordnetenbüro Anne Helm und Niklas Schrader</ref>

Mit den angekündigten Rückzug von Carola Bluhm und Udo Wolf vom Fraktionsvorsitz der Abgeordnetenhausfraktion wurden Anne Helm und Carsten Schatz von ihnen als neue Vorsitzende vorgeschlagen<ref>Bluhm und Wolf stellen Fraktionsvorsitz zur Verfügung. In: Linksfraktion Berlin. 6. Mai 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Mai 2020; abgerufen am 6. Mai 2020.</ref>; beide wurden am 2. Juni 2020 als deren Nachfolge gewählt.<ref>Anne Helm und Carsten Schatz zu neuen Vorsitzenden der Linksfraktion gewählt. Linksfraktion Berlin, 2. Juni 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2022; abgerufen am 2. Juni 2020.</ref> Im Rahmen ihrer neuen Funktion als Vorsitzende gab sie ihren Sitz im Untersuchungsausschuss Gedenkstätte Hohenschönhausen sowie im Europa- und Medienausschuss und ihre medienpolitische Sprecherinfunktion auf. Helm kandidierte zur Abgeordnetenhauswahl 2021 für die Berliner Linkspartei auf Platz 5 der Landesliste und trat in Berlin-Mitte im Direktwahlkreis 3 an. Mit der neuen Legislaturperiode im Abgeordnetenhaus verzichtete sie auf ihren Platz im Innenausschuss und auf ihre Funktion als fachpolitische Sprecherin für Strategien gegen Rechts.<ref name="AGHBio" /> Bei der Wiederholungswahl 2023 konnte sie ihren Sitz im Abgeordnetenhaus verteidigen.<ref>Gewählte Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus von Berlin am Sonntag, dem 12. Februar 2023 (Hauptwahl vom 26.09.2021) in Berlin. In: wahlen-berlin.de. 12. Februar 2023, abgerufen am 3. März 2023.</ref> Das Berliner Parlament entsandte sie für den Zeitraum von 2023 bis 2027 in den Rundfunkrat des rbb, der das „öffentliche Leben und damit die Allgemeinheit der Länder Berlin und Brandenburg“ vertritt.<ref>rbb-Rundfunkrat Mitglieder. In: rbb-online.de. Abgerufen am 11. April 2023.</ref>

Im Zuge der Terrorermittlungen zum Fall Franco A. ab 2017 wurde bekannt, dass sie mit weiteren Personen und Institutionen auf einer Liste des Terrorverdächtigen stand, die Ermittler als Liste möglicher Anschlagsziele deuten.<ref>Berliner Abgeordnete steht auf Terrorliste von Franco A. In: Tagesspiegel. 30. April 2017, abgerufen am 27. April 2022.</ref> Eine weitere Feindesliste mit Helms Namen trat durch die Auswertung von Datenträgern der Hauptverdächtigen der Anschlagsserie in Neukölln zutage.<ref>„Diese Gewissheit erleichtert eher“. In: taz. 15. Januar 2020, abgerufen am 27. April 2022.</ref> Seit Juli 2020 gehört Helm zu den öffentlichen Personen, die anonym per E-Mail, mit Darstellung persönlicher, öffentlich nicht zugänglicher Daten, u. a. mit dem Tode bedroht werden. Die Schreiben waren mit NSU 2.0 unterzeichnet.<ref>Ich bin eine Reizfigur für Rechte. In: taz. 1. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.</ref> Seit seiner Konstituierung im Juni 2022 ist Helm Mitglied des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Untersuchung des Ermittlungsvorgehens im Zusammenhang mit der Aufklärung der im Zeitraum von 2009 bis 2021 erfolgten rechtsextremistischen Straftatenserie in Neukölln.<ref>1. Untersuchungsausschuss („Neukölln“). Abgerufen am 7. Juli 2022.</ref>

Bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 kandidiert Helm nicht erneut.<ref>Berliner Linken-Fraktion: Noch eine will nicht mehr. In: taz.de. 16. September 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref>

Sprechrollen (Auswahl)

Michelle Dockery

Amber Heard

Jerrika Hinton

Anna Kendrick

Jena Malone

Jennette McCurdy

Elliot Page

Margot Robbie

Ludivine Sagnier

Evan Rachel Wood

Filme

Serien

Videospiele

Hörspiele/Hörbücher

Weblinks

Commons: Anne Helm – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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Berlin: Anne Helm, Tobias Schulze | Bremen: Sofia Leonidakis, Nelson Janßen | Hamburg: Heike Sudmann, David Stoop | Mecklenburg-Vorpommern: Jeannine Rösler | Sachsen: Susanne Schaper | Sachsen-Anhalt: Eva von Angern | Thüringen: Christian Schaft

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