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Magnesiumchlorid

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Kristallstruktur
Struktur von Magnesiumchlorid
Vorlage:Farbe Mg2+ 0 Vorlage:Farbe Cl
Allgemeines
Name Magnesiumchlorid
Andere Namen
Verhältnisformel MgCl2
Kurzbeschreibung

farblose, bitter schmeckende, zerfließliche, hexagonale Kristalle<ref name="roempp">Eintrag zu Magnesiumchlorid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 232-094-6
ECHA-InfoCard 100.029.176
PubChem 24584
ChemSpider 22987
DrugBank DB09407
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A12CC01

Eigenschaften
Molare Masse
  • 95,21 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 203,3 g·mol−1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
Schmelzpunkt
  • 712 °C (wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
  • ca. 118 °C (Hexahydrat, Zersetzung)<ref name="GESTIS" />
Siedepunkt

1412 °C (wasserfrei)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
  • leicht in Wasser (542 g·l−1 bei 20 °C, wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
  • sehr leicht in Wasser (2350 g·l−1 bei 20 °C, Hexahydrat)<ref name="Richard C. Ropp">Richard C. Ropp: Encyclopedia of the Alkaline Earth Compounds. Newnes, 2012, ISBN 0-444-59553-8, S. 44 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Magnesiumchlorid, MgCl2, ist das Magnesiumsalz der Salzsäure. Es bildet mehrere Hydrate.

Vorkommen

Datei:Bischofite - Antofagasta.JPG
Bischofit
Datei:Carnalita.jpg
Rötlich gefärbter Carnallit

Magnesiumchlorid kommt in der Natur im Mineral Bischofit (MgCl2 · 6 H2O) sowie als Doppelsalz Carnallit (KMgCl3 · 6 H2O) vor. Eine weitere natürliche Quelle ist das Meerwasser. In manchen Salzseen ist die Konzentration von Magnesium-Ionen sogar höher als die der Natrium-Ionen.

Gewinnung und Darstellung

Die technische Gewinnung von Magnesiumchlorid erfolgt durch Eindampfen der Endlaugen aus der Produktion von Kaliumchlorid. Dabei wird zuerst das Magnesiumchlorid-Hexahydrat (MgCl2 · 6 H2O) erhalten. Weiteres Eindampfen liefert ein wasserärmeres Produkt. Wasserfreies Magnesiumchlorid wird durch Umsetzung von Magnesiumoxid mit Kohlenstoff und Chlor gewonnen:

<math>\mathrm{MgO + \ Cl_2 + \ C \longrightarrow MgCl_2 + \ CO}</math>

Im Labor kann Magnesiumchlorid aus Magnesiumhydroxid und Salzsäure

<math>\mathrm{Mg(OH)_2 + 2 \ HCl \longrightarrow MgCl_2 + 2 \ H_2O}</math>

oder durch Umsetzung von Magnesium mit Salzsäure

<math>\mathrm{Mg + 2 \ HCl \longrightarrow MgCl_2 + H_2}</math>

gewonnen werden.

Eigenschaften

Datei:Magnesiumchlorid-Hexahydrat.jpg
Magnesiumchlorid-Hexahydrat, monokline Kristalle, mikroskopische Aufnahme im polarisierten Licht

Magnesiumchlorid ist stark hygroskopisch. Seine Neigung zur Hydrolyse ist weniger ausgeprägt als beim Aluminiumchlorid (AlCl3). Wasserfreies Magnesiumchlorid kristallisiert im CdCl2-Gittertyp. Die Standardbildungsenthalpie von Magnesiumchlorid beträgt −642 kJ·mol−1.

Die Verbindung bildet mit Methanol und Ethanol bei Raumtemperatur stabile Solvate. Mit Methanol wurden Solvate der Stöchiometrie 1:2, 1:3, 1:4, 1:6 und 1:8 bezogen auf Magnesiumchlorid und mit Ethanol Solvate der Stöchiometrie 1:2, 1:3, 1:4 und 1:6 bezogen auf Magnesiumchlorid hergestellt und charakterisiert.<ref name="Talas">Korhammer, K.; Mihaly, J.; Balint, S.; Trif, L.; Vass, A.; Tompos, A.; Talas, E.: Reversible formation of alcohol solvates and their potential use for heat storage in J. Therm. Anal. Calorim. 138 (2019) 11–33, doi:10.1007/s10973-019-08090-2.</ref>

Verwendung

Magnesiumchlorid wird zur Gewinnung von elementarem Magnesium mittels Schmelzflusselektrolyse genutzt:<ref name="roempp" />

<math>\mathrm{MgCl_2 \longrightarrow Mg + Cl_2}</math>

Es wird zusammen mit Magnesiumoxid in Estrichzementen verwendet.

In der Lebensmitteltechnik wird Magnesiumchlorid als Säureregulator, Festigungsmittel, Geschmacksverstärker, Trägerstoff oder Trennmittel eingesetzt. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 511 ohne eine Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für alle für Zusatzstoffe zugelassenen Lebensmittel sowie auch für Öko-Lebensmittel zugelassen. Es ist der Hauptbestandteil des Gerinnungsmittels Nigari und dient so der Herstellung von Tofu. Es wird weiterhin als Streusalzergänzung verwendet.

Des Weiteren wird Magnesiumchlorid zur Anhebung der Magnesiumkonzentration in Riffaquarien verwendet.

Es wird auch zur Staubbindung (Explosionsschutz) im Steinkohlenbergbau verwendet.

Zur Bindung von Straßenstaub wurde es versuchsweise in einer Antistaubit genannten Lauge verwendet.

Als Magnesium Oil, eine gesättigte Magnesiumchlorid-Wasser-Lösung mit öliger Konsistenz, wird es in konzentrierter Form in der Alternativmedizin zur transdermalen Magnesiumsubstitution (Aufnahme über die Haut) verwendet. Es existieren allerdings keine Beweise für die Wirksamkeit dieser Anwendung, noch für deren Sinnhaftigkeit.

Magnesiumchlorid-Hexahydrat kann als thermische Batterie Wärmeenergie speichern und wieder abgeben.<ref>Wärmespeicher aus Salz, Artikel von 2012</ref>

Zur Herstellung des aus Abwasser gewonnenen Düngers Berliner Pflanze (Düngemittel) wird unter anderem Magnesiumchlorid zu Magnesiumammoniumphosphat umgesetzt.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Magnesiumfluorid | Magnesiumchlorid | Magnesiumbromid | Magnesiumiodid Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang Berylliumchlorid | Magnesiumchlorid | Calciumchlorid | Strontiumchlorid | Bariumchlorid | Radiumchlorid Vorlage:Klappleiste/Ende