Eric Nussbaumer
Eric Nussbaumer (* 11. Juli 1960 in Mülhausen, Frankreich; heimatberechtigt in Lüterkofen) ist ein Schweizer Politiker (SP). Von 2007 bis 2026 war er Nationalrat. 2023/2024 war er Nationalratspräsident.
Ausbildung und Beruf
Eric Nussbaumer wuchs in Effretikon und Brütten auf; von 1988 bis 2015 lebte er in Frenkendorf und seit 2015 in Liestal. In der Jungschar der Evangelisch-methodistischen Kirche war er als Leiter tätig.<ref name=":0">Der Chef und die sieben Zwerge. In: SI. Abgerufen am 16. Februar 2024.</ref> Er absolvierte nach seinem Abschluss an der Sekundarschule eine Berufslehre als Elektromonteur. Daran schloss er das Studium am Technikum Winterthur zum Elektroingenieur HTL an, das er 1983 abschloss.
Nach einer beruflichen Tätigkeit in der Romandie weilte er 1987/88 mit der Familie für ein Jahr in den USA und studierte am Anabaptist Mennonite Biblical Seminary (AMBS) in Elkhart, Indiana, im Bereich Theologie und Ethik. 1988 wurde er Geschäftsführer der ADEV Energiegenossenschaft, eines Unternehmens, das in umweltfreundliche Energieanlagen investiert. Nach seiner Wahl in den Nationalrat im Jahr 2007 gab er sein Mandat als Geschäftsführer 2009 ab und amtete von 2010 bis 2023 als Verwaltungsratspräsident.<ref>Über mich. Website von Eric Nussbaumer.</ref>
Politischer Werdegang
Von 1992 bis 2004 gehörte Eric Nussbaumer der Gemeindekommission und von 1996 bis 2000 der Geschäftsprüfungskommission von Frenkendorf an. Von 1995 bis 1999 war er Vizepräsident der basel-landschaftlichen SP, von 1999 bis 2005 wirkte er als deren Präsident. 1998 wurde er in den Landrat gewählt. Dort war er unter anderem zeitweise Mitglied der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission, der Spezialkommission Parlament und Verwaltung und der Finanzkommission. Im Jahr 2004/05 war er Vizepräsident, 2005/06 Präsident des Landrates. 2007 kandidierte Eric Nussbaumer als zweiter Kandidat der Sozialdemokraten neben dem Bisherigen Urs Wüthrich für den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, er belegte allerdings nur den sechsten Platz, womit es knapp nicht für ein Mandat reichte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlergebnisse ( vom 2. April 2007 im Internet Archive) der Regierungsratswahlen 2007 im Kanton Basel-Landschaft.</ref>
Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2007 kandidierte Nussbaumer für den Nationalrat, das Wahlresultat reichte allerdings für keinen Sitz. Weil sein Parteigenosse Claude Janiak, der in den National- und Ständerat gewählt wurde, auf sein Nationalratsmandat verzichtete, konnte Nussbaumer nachrücken.<ref>Eric Nussbaumer wird SP-Nationalrat im Kanton Baselland. In: news.ch. 6. November 2007.</ref> Er gehört der Aussenpolitischen Kommission an (seit 2014) und gehörte der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie an (2007–2019, Präsident 2014/15) an. Er ist Mitglied der Parlamentsdelegation bei der EFTA und beim Europäischen Parlament (seit 2012, Präsident 2020/21). Er präsidiert die Arbeitsgruppe Europa der SP-Fraktion der Bundesversammlung.<ref>Über mich auf der Website von Eric Nussbaumer, abgerufen am 27. Februar 2026.</ref> Seine politischen Schwerpunkte sind die Energiepolitik und die Europapolitik.
Im Januar 2013 stellte die SP Nussbaumer vergeblich als Kandidat für die Regierungsratsersatzwahl im März 2013 für die Nachfolge des freisinnigen Finanzdirektors Adrian Ballmer auf. Im Falle seiner Wahl wäre es erstmals zu einer links-grünen Mehrheit in der Baselbieter Regierung gekommen.<ref>SP schickt Eric Nussbaumer ins Rennen. In: 20 Minuten. 6. Januar 2013.</ref>
Seit Oktober 2020 ist er Präsident der Europäische Bewegung Schweiz.<ref>Philipp Burkhardt: «Euroturbo» Nussbaumer bezüglich Rahmenabkommen optimistisch. In: SRF.ch, 4. Oktober 2020.</ref>
Im November 2022 wurde er zum Vizepräsidenten des Nationalrates und im Dezember 2023 turnusgemäss mit 180 von 192 gültigen Stimmen zum Nationalratspräsidenten gewählt.
Im Februar 2026 kündigte er seinen Rücktritt auf Ende April 2026 an; für ihn Nachrücken wird Landrätin Miriam Locher.<ref>Baselbieter Nationalrat Eric Nussbaumer tritt Ende April zurück. In: SRF, 26. Februar 2026.</ref>
Privates
Nussbaumer ist verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern und wohnt in Liestal.<ref name=":0" /> Er ist Mitglied in der Evangelisch-methodistischen Kirche und war während 10 Jahre Kapitän des FC Nationalrat.<ref name=":0" /> Zudem betreibt er Orientierungslauf und Jogging. Er ist schweizerisch-französischer Doppelbürger; sein Vater war Schweizer, seine Mutter Elsässerin.<ref>Lisa Aeschlimann, Renato Schatz: Eric Nussbaumer hört auf: Mit ihm geht nicht nur der EU-Turbo, sondern auch ein mehr als untypischer Sozialdemokrat. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. März 2026.</ref>
Weblinks
- Eric Nussbaumer – Nationalratspräsident 2023/24 (Archiv)
- Eric Nussbaumer auf der Website der Bundesversammlung
- Website von Eric Nussbaumer
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Nationalräte: Caspar Baader | Thomas de Courten | Maya Graf | Susanne Leutenegger Oberholzer | Eric Nussbaumer | Daniela Schneeberger | Elisabeth Schneider-Schneiter
Ständerat: Claude Janiak
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 49. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 49. Legislaturperiode
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Nationalräte: Thomas de Courten | Maya Graf | Susanne Leutenegger Oberholzer (bis Dez. 2018) | Samira Marti (ab Dez. 2018) | Eric Nussbaumer | Daniela Schneeberger | Elisabeth Schneider-Schneiter | Sandra Sollberger-Muff
Ständerat: Claude Janiak
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 50. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 50. Legislaturperiode
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nussbaumer, Eric |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politiker (SP) |
| GEBURTSDATUM | 11. Juli 1960 |
| GEBURTSORT | Mülhausen |