Schloss Wiesenfelden
Das Schloss Wiesenfelden liegt in Wiesenfelden (Straubinger Straße 5) im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.<ref>Lage des Schlosses im Bayern Atlas</ref> Als Hofmarkschloss war es Herrensitz der Hofmark Wiesenfelden. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-2-6941-0045 im Bayernatlas als „untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich des Schlosses Wiesenfelden, darunter Spuren von Vorgängerbauten und der Wirtschaftshof“ geführt. Ebenso ist sie unter der Aktennummer D-2-78-197-4 als Baudenkmal von Wiesenfelden verzeichnet.
Geschichte
Die erste indirekte urkundliche Erwähnung der Burg Wiesenfelden stammt aus dem Jahr 1105, damals war ein Pabo de Wisintfeld Zeuge einer Schenkung. Er war wohl Ministerialer des Regensburger Bischofs.<ref>Ursula Pfistermeister: Burgen und Schlösser im Bayerischen Wald, S. 41</ref> Die Burg war im Laufe der Zeit der Sitz mehrerer Adelsgeschlechter und bildete eine geschlossene Hofmark. Inhaber waren von 1335 bis 1488 die Bogenschen Ministerialen Haybeck von Haybach, von 1488 bis 1548 saßen dort die Herren von Paulsdorf. Anschließend waren die Schwarzenberger, die Familie Nothafft, die Brugglach und zwischen 1705 und 1865 die Freiherren von Mägerl die Besitzer des Schlosses. Im 19. Jahrhundert erwarben die Grafen von Otting-Fünfstätten das Schloss, unter ihnen wurden weitgehende bauliche Veränderungen durchgeführt. 1934 wurde Schloss Wiesenfelden von den Grafen an Dr. Josef Schmid und Martin Schmid verkauft, ab 1969 wurde es verpachtet.<ref>Günther T. Werner: Burgen, Schlösser und Ruinen im Bayerischen Wald, S. 24 f.</ref>
Vermutlich wurde die Burg im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, wohl im Jahr 1648, von den Schweden niedergebrannt. Anschließend wurde dort das heutige Schlossgebäude, zum Teil auf den älteren Grundmauern, errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde der dreigeschossige Bau dann nochmals verändert.<ref>Ursula Pfistermeister: Burgen und Schlösser im Bayerischen Wald, S. 41</ref>
Heute ist die Stelle als Baudenkmal D-2-78-197-4 „Schloss, über älterem Kern mit unregelmäßigem Grundriß nach 1648 erbaut; mit Ausstattung“, sowie als Bodendenkmal D-2-6941-0045 „Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich des Schlosses Wiesenfelden, darunter Spuren von Vorgängerbauten und der Wirtschaftshof“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.<ref>Denkmalliste für Wiesenfelden (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF; 132 kB)</ref>
Heutige Nutzung
Das Schloss bis zu seinem Tod 2025 im Besitz von Hubert Weinzierl, dem Präsidenten des Deutschen Naturschutzrings, früherem Vorsitzenden des Bund Naturschutz in Bayern e. V. und heutigem Ehrenpräsidenten des Vereins für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern e. V. Das Anwesen beherbergt ein Umweltinformationszentrum sowie ein naturkundliches Museum. Nach Auseinandersetzungen zwischen Weinzierl und seinem Nachfolger als Vorsitzender des Bund Naturschutz Hubert Weiger<ref>Konflikt um Bildungswerk Wiesenfelden 2007</ref> wird es von Weinzierl privat und nicht mehr durch das Bildungswerk des Bund Naturschutz betrieben.
Literatur
- Ursula Pfistermeister: Burgen und Schlösser im Bayerischen Wald. Friedrich Pustet Verlag, Regensburg 1997, ISBN 3-7917-1547-X, S. 41.
- Günther T. Werner: Burgen, Schlösser und Ruinen im Bayerischen Wald. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1979, ISBN 3-7917-0603-9, S. 24–26.
Weblinks
- Aktuelle Website des Umweltzentrums
- Schloss Wiesenfelden in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references/>
Schlösser: Schloss Au vorm Wald | Schloss Einhausen (abgegangen) | Schloss Eitting (abgegangen) | Schloss Geltolfing | Schloss Geiselhöring (abgegangen) | Schloss Gossersdorf | Schloss Grafentraubach | Schloss Habelsbach | Schloss Haggn | Schloss Hainsbach (abgegangen) | Schloss Haunkenzell | Schloss Herrnfehlburg | Schloss Hienhart | Schloss Irlbach | Schloss Laberweinting (abgegangen) | Schloss Loham | Schloss Moosdorf | Schloss Oberellenbach | Schloss Oberhaselbach | Schloss Obermotzing (abgegangen) | Schloss Puchhof | Neues Schloss Puchhof | Schloss Rain | Schloss Roßhaupten | Schloss Sallach | Schloss Saulburg | Schloss Schambach | Schloss Schwarzach | Schloss Steinach | Neues Schloss Steinach | Schloss Steinburg | Schloss Wiesenfelden
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Turmhügelburgen (alle abgegangen): Turmhügel Gingkofen | Turmhügel Greißing | Turmhügel Häuselberg | Turmhügel Holztraubach | Turmhügel Hutterhof | Turmhügel Mundlfing | Turmhügel Straßkirchen | Turmhügel Thalkirchen
Burgställe (abgegangene, unbekannte Burgen): Ringwall Bogenberg | Burgstall Frammelsberg | Ringwall Geiselhöring | Burgstall Häuselberg | Burgstall Kasparzell | Burgstall Neuburg | Burgstall Oberellenbach | Abschnittsbefestigung Pullach | Burgstall Rattiszell | Abschnittsbefestigung Römerschanze | Ringwall Sallach | Burgstall Schlossberg (Degernbach) | Burgstall Schlossberg (Schönstein) | Ringwall Schlossberg | Burgstall Steinhaus | Burgstall Welchenberg
Vorlage:Klappleiste/Ende Koordinaten: 49° 2′ 26,2″ N, 12° 32′ 32,9″ O
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