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Kriegenbrunn

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Kriegenbrunn
Kreisfreie Stadt Erlangen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1155)&title=Kriegenbrunn 49° 33′ N, 10° 57′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1155) 49° 33′ 18″ N, 10° 57′ 14″ O
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Höhe: 299 (283–304) m
Fläche: 4,89 km²
Einwohner: 1155 (2021)<ref name="Einwohner">Stadt Erlangen – Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2022. (PDF; 7,0 MB) S. 36, abgerufen am 15. September 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91056
Vorwahl: 09131
Datei:Erlangen Bezirke Gemarkungen Kriegenbrunn.png
Karte
Der Statistische Bezirk 62 (Kriegenbrunn) und die Gemarkung Kriegenbrunn in Erlangen
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Kriegenbrunn (fränkisch: Grehbrunn<ref>D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 184. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „grē(i)brųn“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Der Statistische Bezirk 62 wird ebenfalls Kriegenbrunn genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Kriegenbrunn, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Kriegenbrunn.

Geographie

Gemarkung

Die Gemarkung Kriegenbrunn hat eine Fläche von 4,483 km². Sie ist in 930 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4820,85 m² haben.<ref>Gemarkung Kriegenbrunn (092811). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 15. September 2025.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 15. September 2025.</ref>

Statistischer Bezirk

Der Statistischen Bezirk 62 (Kriegenbrunn) hat eine Fläche von 4,889 km² und umfasst die Gemarkung Kriegenbrunn, den nördlichen, unbewohnten Teil der Gemarkung Hüttendorf und den südlichen Teil der Gemarkung Frauenaurach mit dem Gewerbegebiet Frauenaurach.

Lage

Das Kirchdorf liegt auf einer Hochebene zwischen Regnitz und Mittlerer Aurach. Diese Ebene wird auch Römerreuth genannt. Der Sage nach sollen hier die Römer eine Niederlage erlitten haben. Im Norden führt die Bundesautobahn 3 am Ort vorbei, im Osten liegt die Schleuse Kriegenbrunn des Main-Donau-Kanals. Die Kreisstraße ER 2 führt die A 3 unterquerend nach Frauenaurach (1 km nördlich) bzw. nach Hüttendorf (1,7 km südlich). Die Kreisstraße ER 6 führt zur Staatsstraße 2244 (1,7 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Niederndorf (2,5 km westlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 15. September 2025.</ref>

Geschichte

Datei:Erlangen Kriegenbrunn Sippengrab 002.JPG
Gedenkstein am vorgeschichtlichen Sippengrab
Datei:Kriegenbrunn Postkarte 001.JPG
Ansichtskarte von Kriegenbrunn, um 1903
Datei:Erlangen Kriegenbrunn St.-Johannis-Kirche 002.JPG
Ev. Dorfkirche St. Johannis

Frühgeschichte

Spuren erster Besiedlung, sind Klingen, Schaber und Pfeilspitzen aus der Jungsteinzeit. Diese wurden aus Feuersteinknollen gefertigt. Knollen dieser Art findet man in Kriegenbrunn an drei verschiedenen Plätzen. Diese Knollen entstanden vor ca. 80 Millionen Jahren.

Der nächste Nachweis einer Besiedelung ist ein Sippengrab aus der Hallstattzeit im Regnitzgrund (Krähenholz). In diesem Grab wurden damals sieben Personen bestattet. Dies war um ca. 600 v. Chr. Weitere Funde aus dieser Zeit sind Keramikscherben sowie Glasperlen und ein eventuell weiteres Grab. Dies muss aber noch erforscht werden. Weitere Scherbenfunde aus dem 8. Jahrhundert belegen die Anwesenheit von Menschen, dies dürfte auch die Zeit der Entstehung von Kriegenbrunn sein.

Ortsname

Der Ortsname hat sich mehrfach gewandelt. Zuerst wurde das Dorf „Chriec gen Bronnen“ genannt, später „Krieg am Bronnen“, dann „Kriegenbronn“ und schließlich seit Mitte des 17. Jahrhunderts „Kriegenbrunn“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Kriego.<ref>D. Fastnacht: Erlangen, S. 182ff.</ref>

Ortsgeschichte

Die erste Nennung erfolgte im Jahre 1132 im Zusammenhang mit der Klostergründung von Heilsbronn. Damals wurde ein „Egino von Chriegenbronnen“ als Zeuge in der Stiftungsurkunde des Klosters genannt. Die Herren von Kriegenbrunn waren damals als Ministeriale zur Verwaltung des Lehens eingesetzt. Zu diesem gehörten damals auch Frauenaurach und Hüttendorf.

Im 15. Jahrhundert bestand Kriegenbrunn aus etwa 20 Anwesen. Eines gehörte dem Egidienkloster Nürnberg, der Rest unterstand dem Kloster Frauenaurach, das ab 1549 in das brandenburg-kulmbachischen Klosteramt Frauenaurach umgewandelt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kriegenbrunn verwüstet. Es wurde in der Folgezeit von österreichischen Exulanten wieder aufgebaut, seit 1671 gab es wieder eine Dorfordnung.<ref>B. v. Haller: Kriegenbrunn, im: Erlanger Stadtlexikon, S. 439f.</ref>

Von 1797 bis 1810 unterstand Kriegenbrunn dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kriegenbrunn dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Frauenaurach zugewiesen.<ref name="OV 1818"/> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand die Ruralgemeinde Kriegenbrunn. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (seit 1919 Finanzamt Erlangen).<ref>H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 149.
Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 49 (Digitalisat).</ref> Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde an das Kreis- und Stadtgericht Erlangen abgetreten.<ref>H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 140.</ref> Ab 1862 gehörte Kriegenbrunn zum Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 4,827 km².<ref name="OV 1961" /> Am 1. Juli 1972 wurde Kriegenbrunn im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Erlangen eingemeindet.<ref></ref><ref>Erlangen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 15. September 2025.</ref>

Baudenkmäler

In Kriegenbrunn gibt es 13 Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Erlangen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>

  • Bruckweiherstraße 2: Ehemaliges Pfarrhaus
  • Bruckweiherstraße 4: Filialkirche St. Johannes der Täufer
  • Bruckweiherstraße 8: Bauernhaus
  • Eginoplatz 3: Bauernhaus
  • Kriegenbrunner Straße 1: Gasthaus Zur Linde
  • Kriegenbrunner Straße 15: Ziegelsteineinbau
  • Mansfeldstraße 1: Ehemaliges Gemeindehaus
  • Römerreuthstraße 4, 12: Bauernhäuser
  • Wallensteinstraße 4: Fachwerkstadel
  • Wallensteinstraße 5: Ehemaliges Gasthaus Goldener Fuchs
  • Wallensteinstraße 14: Bauernhaus
  • Steinkreuz bei Kriegenbrunn

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Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910
Einwohner 282 303 308 299 275 287 277 287 287 274 250 260 257 258 276
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 57 50 52 49 48 46
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 50 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 91 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 170, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1016, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 160 (Digitalisat). </ref> || <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1181–1182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1113 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1180 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref>

Jahr 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2007 2021
Einwohner 263 271 283 279 411 425 423 385 566 889 1321 1155
Häuser 53 57 68 197
Quelle <ref name="HGV" /> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1217 (Digitalisat).

</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1050 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 772 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 167 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 323 (Digitalisat).</ref> || || <ref name="Einwohner"/> || || ||

Religion

Kriegenbrunn ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Matthäus (Frauenaurach) gepfarrt. St. Johannes der Täufer ist eine Filiale von Frauenaurach. Die Katholiken sind nach St. Xystus (Büchenbach) gepfarrt.<ref>D. Fastnacht: Erlangen, S. 181.</ref>

Infrastruktur

Kriegenbrunn liegt an der mittlerweile eingestellten Bahnstrecke Erlangen-Bruck-Herzogenaurach. Es hatte einen eigenen Bahnhof und Güterbahnhof. Nach aktueller Planung (2017)[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} soll auf selber Strecke die Stadt-Umland-Bahn Erlangen verlaufen.

Das Kraftwerk Franken II, welches von 1967 bis 2001 in Betrieb war, brachte der bis 1972 selbstständigen Gemeinde erhebliche Steuereinnahmen.

Bildergalerie

Literatur

Weblinks

Fußnoten

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