Peter Schreyer
Peter Schreyer (* 1953 in Bad Reichenhall) ist ein mehrfach ausgezeichneter deutscher Designer in der Automobilindustrie<ref name="donaukurier">Kreativchef Peter Schreyer: "An Autos arbeiten, die in unsere Zeit passen". Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. April 2009; abgerufen am 21. Februar 2025.</ref> und ein Künstler.<ref name="reddot2013" /><ref name="autobild_tiger" /><ref name="schreyerBIO"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />peterschreyer.com: „Bio“, abgerufen am 2. Januar 2014 ( vom 5. Januar 2014 im Internet Archive)</ref><ref name="mcbw"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Munich Creative Business Week: „Peter Schreyer“, 2012 ( vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)</ref>
Von 1979 an für den Volkswagen-Konzern tätig, wechselte Schreyer 2006 in leitender Position zur Designabteilung von Kia Motors. 2013 wurde er zu einem der Firmenpräsidenten des südkoreanischen Automobilherstellers befördert, kurz darauf übernahm er auch die Leitung der Designbüros des Mutterunternehmens Hyundai Motor Company. Schreyer trägt seither Verantwortung für die gesamte Hyundai Kia Automotive Group.
Biografie
Schreyer studierte Industriedesign an der Fachhochschule München.<ref name="carbodydesign">Peter Schreyer to be honoured by Royal College of Art - Car Body Design. Abgerufen am 21. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bereits während des Studiums arbeitete er ab 1978 als Werkstudent bei Audi in Ingolstadt.<ref>Peter Schreyer is new Kia Design Director - Car Body Design. Abgerufen am 21. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese verliehen ihm 1979 aufgrund seines Talents ein Stipendium für ein Designstudium am renommierten Royal College of Art in London. Als Mitarbeiter des Audi Volkswagen Advanced Design Centre im kalifornischen Simi Valley entwarf Schreyer unter anderem 1991 zusammen mit Erwin Himmel den Audi quattro spyder sowie das Interieur des Audi 100 C4, später zeichnete Schreyer für das Design des New Beetle und des VW Golf IV verantwortlich.
Zwischen 1994 und 2002 leitete Schreyer Audi Design. Mit seinem Team entwickelte er neue Designstrategien, die es Audi ermöglichten, im Hinblick auf Design und Funktionalität zu einer der weltweit angesehensten Automobilmarken zu avancieren. So entstand unter Schreyers Leitung 1994 der Audi TT und 1999 mit dem Audi A2 das erste Großserienfahrzeug mit Alu-Karosserie,<ref>Udo Flohr: Audi A2: Zu viel Vorsprung. In: Der Spiegel. 9. April 2008, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. Februar 2025]).</ref> für das er 2002 zusammen mit seinem Kollegen Gerd Pfefferle den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland erhielt.<ref>Audi A2 erhält deutschen "Design-Oskar" / Bundespräsident JohannesRau verleiht "Designpreis der Bundesrepublik Deutschland" /Anerkennung für Audi A4 Limousine. 30. August 2002, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref> Im August 1999 nahm Schreyer im Namen des Designteams von Audi den „Radius“-Wanderpokal entgegen, der dem jeweils besten Designteam des Jahres im Rahmen des Red Dot Award: Product Design verliehen wird. In der Begründung hieß es, Audi habe mit dem Imagewandel durch designorientierte Strategien dazu beigetragen, sich weltweit zu einer gefragten Automobilmarke mit einer eigenen klar identifizierbaren Formensprache zu entwickeln.
2002 wurde Schreyer von dem zuvor für VW aktiven Gerd Pfefferle als Design-Leiter der Audi AG abgelöst und überließ daraufhin Walter Maria de’Silva seinen Platz als Chefdesigner der Markengruppe Audi. Schreyer wiederum wechselte zu Volkswagen Design und war dort bis zur Übernahme des Postens im Jahr 2006 durch den ehemaligen Mercedes-Designer Murat Günak VW-Konzerndesignchef.<ref>Tests - Erlkönige - Autokauf - Formel 1. 4. Mai 2021, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref> Unter anderem gestaltete Schreyer zu dieser Zeit auch eine kreisrunde Digitalkamera für das Unternehmen Minox.<ref>Hanno Pittner, Klaus Ahrens manager: Autodesign: Emotionen aus Chrom und Stahl. 27. März 2004, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Zum 1. September 2006 wechselte Schreyer, anfänglich von Häme und Spott begleitet,<ref name="SZ"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />sueddeutsche.de: „Peter Schreyer: Ein Bayer im Himmel“, dritter Teil der Reihe „Autoköpfe“, 13. Juni 2008 ( vom 16. Februar 2009 im Internet Archive)</ref> auf Einladung des südkoreanischen Automobilherstellers Kia Motors zu deren Designabteilung. Schreyer leitete dort anfänglich die drei regionalen Designbüros in Frankfurt am Main, Tokio und im kalifornischen Irvine und darüber hinaus das Hauptzentrum im südkoreanischen Namyang.<ref name="atz"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />aztonline.de: „Designchef Schreyer wechselt von VW zu Kia“, 1. August 2006 ( vom 21. Mai 2009 im Internet Archive)</ref> Schreyer sollte der Automobilmarke eine einheitliche und unverwechselbare Formensprache geben, der Kia-Konzern sicherte ihm hierfür große kreative Freiheit zu.<ref name="AB-56733">Neuer Chefdesigner bei Kia - Peter Schreyer für Korea - News - autobild.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. September 2010; abgerufen am 21. Februar 2025.</ref><ref>We Interview Peter Schreyer Head of Design at Kia | CarAdvice. In: CarAdvice.com. (com.au [abgerufen am 21. Februar 2025]).</ref><ref>„Zuerst wurden die Auspuffrohre versteckt“. 19. Januar 2019, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Auf der IAA 2007 wurde mit dem Sportcoupé Kia Kee die erste Kia-Fahrzeugstudie präsentiert, die die Handschrift Schreyers trägt. Es handelte sich hierbei auch um das erste Fahrzeug, das die „Tiger Nose“ (Tigernase) – ein Kühlergrill mit Doppeltrapezstruktur – als neues Erkennungszeichen der Marke führte.<ref name="reddot2013">Red Dot Online: Peter Schreyer als erster Nicht-Koreaner zum Präsidenten der Kia Motors Corporation ernannt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2016; abgerufen am 21. Februar 2025.</ref><ref name="autobild_tiger" /><ref>Interview with Peter Schreyer, Chief Design Officer. 1. August 2010, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref><ref>Phil Patton: Ex-Copycats Find Their Own Styles. In: The New York Times. 9. April 2010, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 21. Februar 2025]).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />auto.de: „Peter Schreyer verantwortet nun Hyundai- und Kia-Design“, 15. Januar 2013 ( vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)</ref> Ein Jahr später folgte unter Schreyers Leitung der Serienwagen Kia Soul<ref name="donaukurier" />, bis 2013 wurden alle bestehenden Modellreihen Kias unter Schreyers Leitung überarbeitet, zudem weitere neue Modelle wie Kia Cadenza, Kia Optima oder Kia Venga eingeführt.
Anfang 2013 wurde Schreyer als bis dahin erster Nicht-Koreaner zu einem der drei Firmenpräsidenten des Familienunternehmens Kia befördert. Mitte Januar des gleichen Jahres wurde ihm die Verantwortung für die Designbüros der kompletten Hyundai Kia Automotive Group übertragen.<ref name="ams2013.01"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Auto Motor und Sport: „Peter Schreyer wird Kia-Präsident“, 2. Januar 2013 ( vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref>
In seiner Freizeit betätigt sich Schreyer als Maler und Künstler. 2009 und 2011 nahm er an der Gwangju-Design-Biennale teil. 2012 wurde eine Auswahl seiner Werke unter dem Titel „Inside Out“ in der Gallery Hyundai im südkoreanischen Seoul ausgestellt.<ref name="schreyerBIO" /><ref name="mcbw" />
Seinen Wohnsitz hat Schreyer nach wie vor in Ingolstadt.<ref name="donaukurier" /><ref name="autobild_tiger" />
Rezeption und Bedeutung
Schreyer ist einer der anerkanntesten Designer in der Automobilbranche.<ref name="donaukurier" /><ref name="SZ" /> Die Welt schrieb 2013 über Schreyer, er sei „der beste und größte Autodesigner der Gegenwart“.<ref>Peter Schreyer: Warum der beste Autodesigner der Welt VW verließ - WELT. Abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Im Jahr 2007 bekam Schreyer die Ehrendoktorwürde des Royal College of Art verliehen. Er ist damit nach Sergio Pininfarina und Giorgetto Giugiaro der dritte Designer im Automobilbereich, dem diese Ehre zuteilwurde.<ref name="kfz.net"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />kfz.net: „Peter Schreyer wird Ehrendoktor“, 27. Juni 2007 ( vom 6. Januar 2016 im Internet Archive)</ref><ref name="carbodydesign" />
Schreyer wird ein maßgeblicher Anteil an der erfolgreichen Unternehmensentwicklung von Kia und Hyundai zugeschrieben.<ref>Achim Schaffrinna: Interview mit Peter Schreyer, Chefdesigner von Kia/Hyundai. In: Design Tagebuch. 16. September 2013, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref><ref name="autobild_tiger">Interview: Peter Schreyer über Design, Familie und Korea. 19. November 2013, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref><ref name="goldlr"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />axelspringer.de: „DAS GOLDENE EHRENLENKRAD 2013: Ehrung für Peter Schreyer“, 8. November 2013 ( vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)</ref> Seit Schreyers Amtsantritt wurden Kia-Modelle bis 2013 zehnmal mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.<ref>KIARO 02/2013: „Gold für Peter Schreyer“, S. 10</ref>
Der frühere VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch benannte Schreyers Weggang in einem Interview als Fehler: „Ihn hätten wir nicht gehen lassen sollen“.<ref name="ams2013.01" /><ref>Handelsblatt. Abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Auszeichnungen
- 1999: Red Dot Design Award: „Radius“-Wanderpokal für das beste Designteam des Jahres (stellvertretend für das Audi-Design-Team)
- 2002: Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für Audi A2 (mit Gerd Pfefferle)
- 2007: Ehrendoktor des Royal College of Art
- 2011: Top Gear Magazine: „Man of the Year“
- 2011: Automotive News: „All-Star“
- 2012: Automobile magazine: „Man of the Year“<ref>2012 Man of the Year: Peter Schreyer - Automobile Magazine. In: Automobile. 4. November 2011 (automobilemag.com [abgerufen am 21. Februar 2025]).</ref>
- 2013: Goldenes Ehrenlenkrad<ref name="goldlr" />
Weblinks
- Spiegel Online: „Kia-Designer Peter Schreyer – Der Reiz des leeren Blattes“, 4. Oktober 2006
- manager-magazin.de: „Autodesign: Emotionen aus Chrom und Stahl“, 27. März 2004
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schreyer, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autodesigner |
| GEBURTSDATUM | 1953 |
| GEBURTSORT | Bad Reichenhall, Deutschland |