Kara-Klasse
Die Kertsch im Jahr 2009 in Sewastopol.
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Projekt 1134B Berkut B ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch: Steinadler B), von der NATO als Kara-Klasse bezeichnet, war eine Kreuzerklasse der sowjetischen und später der russischen Marine. Das letzte verbliebene Schiff der Klasse, die Kertsch, wurde 2020 aus dem Flottenregister gestrichen und verschrottet.
Einsatzprofil
Diese Schiffsklasse war für die Luftverteidigung sowie die U-Bootjagd konzipiert. Da die Schiffe nur über je einen Hubschrauber verfügten, waren ihre Einsatzmöglichkeiten bei der U-Jagd begrenzt.
Beschreibung
Die Schiffe der Kara-Klasse entstanden als um etwa ein Drittel vergrößerte Versionen der Kresta-I- und Kresta-II-Klasse. Im Vergleich dazu verfügten die Schiffe der Kara-Klasse über verbesserte Fernmelde- und Führungseinrichtungen. Als Antrieb wurden Gasturbinen eingesetzt. Der Rumpf der Schiffe besteht aus verschweißtem Stahl, während die Aufbauten aus einer Aluminiumlegierung bestehen.<ref name="Schulz-Torge">Ulrich Schulz-Torge: Die sowjetische Kriegsmarine. Band 1, Bonn 1976, ISBN 3-8033-0243-9, S. 104ff.</ref> Gebaut wurden die Kriegsschiffe in einer Schiffswerft in Nikolajew in der ukrainischen SSR. Der Serienbau wurde zu Gunsten der Slawa-Klasse abgebrochen.<ref name="Breyer">Siegfried Breyer: Handbuch der Warschauer-Pakt-Flotten. Jetzt: Handbuch der osteuropäischen Marinen. Koblenz/Bonn 1983–1996, ISBN 3-7637-4901-2 (Gesamtwerk zur Fortsetzung), Zf 34.04.</ref>
Antrieb
Die Kara-Klasse verfügt – seinerzeit neuartig für große Kampfschiffe – über einen COGAG-Antrieb, eine Kombination aus Gasturbinen für Hochleistung und Gasturbinen für Marschfahrt. Vier Hauptturbinen GTU-12A zu je 20.000 PS<ref>Nach aktuellen russischen Quellen, im Westen werden immer noch höhere Zahlen genannt</ref> und zwei Marschturbinen M-5 zu je 8.000 PS ergeben eine zusammengeschaltete Maximalleistung von effektiv 96.000 PS für 32 kn Höchstfahrt. Die Seeausdauer mit den Marschturbinen beträgt 6.500–7.100 sm bei 18 kn, mit den Hauptturbinen 3.000 nm bei hoher Fahrt von über 30 kn.
Bewaffnung
Die Schiffe der Kara-Klasse verfügten über starke U-Jagd- und Luftabwehrwaffen. Am Bug befanden sich zwei zwölfrohrige RBU-6000-Wasserbombenwerfer mit 144 Geschossen. Am Heck befanden sich zwei sechsrohrige RBU-1000-Wasserbombenwerfer mit 60 Geschossen. Weiter waren zwei Vierfachstarter für das U-Jagd-Raketensystem URPK-3 „Metel“ (NATO-Codename: SS-N-14 „Silex“) verbaut. Auf dem Vorschiff sowie auf dem Achterdeck befanden sich jeweils zwei B-189-Doppelstarter für das M-11 „Schtorm“-Flugabwehrraketen-System (SA-N-3 „Goblet“) mit zwei Magazinen für jeweils 36 W611-Flugabwehrraketen. Seitlich des Aufbaus befanden sich zwei ZIF-122-Doppelstarter für 4K33 „Osa-M“-Flugabwehrraketen (SA-N-4 „Gecko“) mit einem Bestand von insgesamt 40 Raketen. Weiter befanden sich dort zwei AK-726-Zwillingsgeschütze (Kaliber 76,2 mm) mit jeweils einem Magazin für 2.400 Schuss sowie vier sechsläufigen Gatlingkanonen AK-630 (Kaliber 30 mm). Daneben verfügten die Schiffe auf jeder Seite über fünf PTA-53-1134B-Torpedorohre mit Kaliber 533 mm für zehn SET-65- oder 53-65-Torpedos. Ergänzend waren zwei PK-2-Werfer (ZIF-121) für jeweils zwei Täuschkörper installiert. Weiter konnte ein Marinehubschrauber vom Typ Ka-25 (Ka-25 „Hormone“) für die U-Jagd mitgeführt werden.<ref name="conway">Robert Gardiner, Stephen Chumbley, Przemysaw Budzbon: Conway’s All the World’s Fighting Ships, 1947–1995. 1996, S. 332.</ref>
Bauliche Unterschiede
Spätere Schiffe haben einen zusätzlichen Vorbau vor der Brücke sowie andere Plattformen und Radome am Hauptmastturm. Die Kertsch erhielt 1988/89 das neue MR-700-Hauptsuchradar (NATO-Bezeichnung: „Flat Screen“), sie ist auch die einzige 2008 noch aktive Einheit. Die Petropawlowsk hat einen höheren Hangar für den Hubschraubertyp Ka-27 Helix und zusätzliche ECM-Anlagen an dessen Seiten statt der hier fehlenden RBU-1000-Werfer. Sie verfügt auch über den UPK-5-„Rastrub“-Raketentorpedo statt des UPRK-3 „Metel“ wie in den anderen Einheiten. Die Kertsch wurde angeblich auch mit UPK-5 „Rastrub“ nachgerüstet. Die Asow weicht als Versuchsschiff für das S-300F-Flugabwehrsystem im Achterschiff erheblich ab und verfügt auch nur über Zwillings-Torpedorohrsätze, während die anderen Einheiten Fünffach-Torpedorohrsätze hatten.
Schiffe des Projekts 1134B
Nikolajew
Die Nikolajew (russisch: Николаев) wurde am 25. Juni 1968 auf Kiel gelegt und lief am 19. Dezember 1969 vom Stapel. Sie wurde 1971 in Dienst gestellt und am 29. Dezember 1992 außer Dienst gestellt, 1994 verschrottet.
Otschakow
Die Otschakow (russisch: Очаков) wurde am 19. Dezember 1969 auf Kiel gelegt und lief am 30. April 1971 vom Stapel. Sie wurde 1973 in den Dienst der Schwarzmeerflotte gestellt und am 22. August 2011 aus der Flottenliste gestrichen.<ref>FLOT.com: Противолодочный корабль "Очаков" выведен из состава ЧФ (22. August 2011). Gesichtet am 22. August 2011.</ref> Am 6. März 2014 wurde sie während der Annexion der Krim durch Russland von den russischen Streitkräften in der Einfahrt des ukrainischen Marinestützpunkts Nowooserne versenkt, um die Einfahrt zu blockieren.<ref>Russia Sinks Own Warship? The Maritime Executive, 6. März 2014, abgerufen am 22. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein Vorgänger dieses Schiffs war der Panzerkreuzer Otschakow, auf dem 1905 Leutnant Schmidt den Aufstand der Matrosen in Sewastopol anführte.
Kertsch
Als Kertsch (russisch: Керчь) wurde das dritte Schiff der Klasse am 30. April 1971 auf Kiel gelegt und lief am 21. Juli 1972 vom Stapel. Sie wurde der Schwarzmeerflotte zugeteilt. Am 3. November 2014 wurde bekannt, dass das Schiff im Hafen von Sewastopol während einer Grundüberholung, wahrscheinlich bei Schweißarbeiten, in Brand geraten war und schwer beschädigt wurde.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brand der Kertsch ( vom 10. November 2014 im Internet Archive)</ref> Am 30. Dezember 2014 fiel dann die Entscheidung, die Kertsch aufgrund der hohen Kosten nicht mehr zu reparieren und noch im Jahr 2015 zu verschrotten<ref>Fire damaged submarine chaser "Kerch" to be scrapped</ref> – dennoch verblieb sie bis zum 15. Februar 2020 im Reservestatus in der Flottenliste.<ref>https://tass.ru/armiya-i-opk/7784153</ref> Das Schiff wurde nach der Streichung nach Inkerman zum Abwracken geschleppt.<ref>https://stv92.ru/novosti/obshchestvo/bpk-kerch-otpravilsya-v-posledniy-pokhod/</ref>
Asow
Die Asow (russisch: Азов) wurde am 21. Juli 1972 auf Kiel gelegt und lief am 14. September 1973 vom Stapel. Auch sie war Teil der Schwarzmeerflotte. Ab 1977 wurde die Asow zum Versuchsschiff für das Flugabwehrraketen-System S-300F „Fort“ (SA-N-6 „Grumble“) umgebaut. Dafür wurde das auf dem Achterdeck platzierte M-11 „Schtorm“-Flugabwehrraketen-System entfernt. Anstelle wurde ein 3R41-Feuerleitradar sowie vier 3S41-Senkrechtstartanlagen für Flugkörper verbaut. Insgesamt konnten in Senkrechtstartanlagen 24 Lenkflugkörper vom Typ 5W55RM mitgeführt werden. Die Asow wurde am 28. Dezember 1998 ausgemustert und von 1999 bis 2000 in Sewastopol verschrottet.
Petropawlowsk
Mit dem Namen Petropawlowsk (russisch: Петропавловск) wurde das fünfte Schiff der Klasse am 9. September 1973 auf Kiel gelegt und lief am 22. November des folgenden Jahres vom Stapel. Sie diente in der Pazifikflotte und war, neben anderen Schiffen, 1983 an der Suche nach der Absturzstelle von Korean-Airlines-Flug 007 beteiligt, bevor sie 1996 zur Verschrottung verkauft wurde.
Taschkent
Die Taschkent (russisch: Ташкент) wurde am 22. November 1974 auf Kiel gelegt und lief am 5. November 1975 vom Stapel. Sie war Teil der Pazifikflotte, bis sie 1994 zur Verschrottung verkauft wurde.
Wladiwostok
Als Tallinn (russisch: Таллин) wurde das Schiff am 5. November 1975 auf Kiel gelegt und lief am 5. November des folgenden Jahres vom Stapel. Sie war Teil der Schwarzmeerflotte, wurde 1990 in Wladiwostok (russisch: Владивосток) umgetauft und schließlich 1994 zur Verschrottung freigegeben.
Belege und Verweise
Literatur
- A.S. Pavlov: Warships of the USSR and Russia 1945-1995 (Voenye korabli SSSR i Rossii, 1945-1995), Annapolis/London 1997, ISBN 1-86176-039-6.
- A.I. Sorokin, W. N. Krasnow: (Russische) Kriegsschiffe in der Erprobung. Berlin 1989, ISBN 3-327-00764-0.
- W.P. Sablozki: Großes U-Boot-Abwehrschiff „Nikolaew“ (Projekt 1134B). Morskaja Kolekzia Band 5/2006, Moskau 2006 (russisch).
- Norman Polmar: The Naval Institute Guide to the Soviet Navy. Annapolis 1986, 5. Aufl. 1991, ISBN 0-87021-241-9.
- Siegfried Breyer: Handbuch der Warschauer-Pakt-Flotten. Jetzt: Handbuch der osteuropäischen Marinen. Koblenz/Bonn 1983–1996, ISBN 3-7637-4901-2, Abschnitt 034.04 für Kara-Klasse (letzter Bearbeitungsstand: Mai 1990), Abschnitt 034.05 für Kara-mod-Klasse = Asow (letzter Bearbeitungsstand: Oktober 1996).
- Ulrich Schulz-Torge: Die sowjetische Kriegsmarine. Band 1/2, Bonn 1976, ISBN 3-8033-0243-9 und Band 3, Bonn 1981, ISBN 3-8033-0301-X.
- Claude Huan: La Marine Soviétique. Nantes 2002, ISBN 2-909675-86-6.
- С.С. Бережной: Советский ВМФ 1945–1995 Крейсера – большие противолодочные корабли, эсминцы. (etwa: S.S. Bereschnoi: Sowjetische Marine 1945–1995. Kreuzer, große U-Jagdschiffe, Zerstörer.) Moskau 1995.
Weblinks
- Informationen auf fas.org (englisch)
- Beschreibung auf warfare.ru (englisch)
Einzelnachweise
<references />
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Flugdeckkreuzer: Kiew-Klasse (Projekt 1143) | Moskwa-Klasse (Projekt 1123)
Kreuzer: Kirow-Klasse (Projekt 1144) | Kronstadt-Klasse (geplantes Projekt 69) | Stalingrad-Klasse (geplantes Projekt 82) | Bogatyr-Klasse | Tschapajew-Klasse (Projekt 68) | Kara-Klasse (Projekt 1134B) | Kirow-Klasse (Projekt 26) | Kresta-I-Klasse (Projekt 1134) | Kresta-II-Klasse (Projekt 1134A) | Kynda-Klasse (Projekt 58) | Slawa-Klasse (Projekt 1164) | Swerdlow-Klasse (Projekt 68bis)
Leichte Kreuzer: Swetlana-Klasse
Schulschiff: Aurora (Pallada-Klasse)
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U-Jagd-Boote: 122bis Kronstadt-Klasse | 205P Stenka-Klasse | 133 Muravey-Klasse | 11451 Mukha-Klasse
P-/T-Boote: 1400 Zhuk-Klasse | 1204 | 183 P-6-Klasse | 206 Shershen-Klasse | 206M Turya-Klasse | 10410 Swjetljak-Klasse | 22460 Rubin-Klasse | 21980 | 03160
Flugkörperschnellboote: 183R Komar-Klasse | 205 Osa-Klasse | 206MR Matka-Klasse | 1240 Sarancha-Klasse
Korvetten: 204 Poti-Klasse | 133.1M Parchim-Klasse | 1124 Grischa-Klasse | 1234 Nanuchka-Klasse | 1239 Bora-Klasse | 1241.1 Tarantul-Klasse | 1241.2 Pauk-Klasse | 20380 Stereguschtschi-Klasse | 20385 Gremjaschtschi-Klasse | 21630 Bujan-Klasse | 22160 Wassili-Bykow-Klasse | 22800 Karakurt-Klasse
Fregatten: 42 Kola-Klasse | 50 Riga-Klasse | 159 Petya-Klasse | 35 Mirka-Klasse | 1159 Koni-Klasse | 1135 Kriwak-Klasse | 1154 Neustraschimy-Klasse | 11356 Admiral Grigorowitsch-Klasse | 11661 Gepard-Klasse | 22350 Admiral Gorschkow-Klasse
Zerstörer: 30bis Skoryy-Klasse | 41 Neustraschimy-Klasse | 56 Kotlin-Klasse | 56-M Kildin-Klasse | 57A Kanin-Klasse | 61 Kaschin-Klasse | 61MP Kaschin-Mod-Klasse | 956 Sowremenny-Klasse | 1155 Udaloy-Klasse
Kreuzer: 68 Tschapajew-Klasse | 68bis Swerdlow-Klasse | 58 Kynda-Klasse | 1134 Kresta-I-Klasse | 1134A Kresta-II-Klasse | 1134B Kara-Klasse | 1164 Slawa-Klasse | 1144 Kirow-Klasse
Flugzeug- und Hubschrauberträger: 1123 Moskwa-Klasse | 1143 Kiew-Klasse | 1143.5 Admiral Kusnezow-Klasse | 1143.7 Uljanowsk-Klasse