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Mainflingen

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Mainflingen
Gemeinde Mainhausen
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
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Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 9,3 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 4855 (30. Juni 2024)<ref>Zahlen, Daten, Fakten - Gemeinde Mainhausen. Abgerufen am 11. September 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 522 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 63533
Vorwahl: 06182
Datei:Mainflingen Main.JPG
St. Kilian am Main
Datei:Badesee Mainflingen.jpg
Badesee Mainflingen

Mainflingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Mainhausen im südhessischen Landkreis Offenbach. Er ist bekannt durch seinen Zeitzeichensender DCF77. Der Sender Mainflingen steuert fast alle Funkuhren im westlichen Europa.

Geographische Lage

Der Ort liegt etwa 10 km nordwestlich von Aschaffenburg. Direkt östlich verläuft der Main.

Geschichte

Mittelalter

Mainflingen hieß in mittelalterlichen Urkunden Manolfingen, nach dem Gründer Manolf (germanischer Vorname), die Endung auf -ingen ist Zeichen für eine Gründung in der Völkerwanderungszeit.

In den Jahren 775, 793, 796 und 799 wurde jeweils eine Schenkung von Grundbesitz an das Kloster Lorsch in der Manolfinger marca im Lorscher Codex beurkundet.<ref>Ortsliste zum Lorscher Codex, Mainflingen, Archivum Laureshamense – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg.</ref> Der Ort gehörte damals zum fränkischen Maingau.

Neuzeit

Auf der gegenüberliegenden Mainseite bei Dettingen werden 1743 die Franzosen durch ein österreichisch-englisches Heer besiegt (Schlacht bei Dettingen).

Bis zur Säkularisation 1803 gehört Mainflingen zum Kurfürstentum Mainz, danach fiel der Ort an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die ab 1806 das Großherzogtum Hessen wurde.

Territoriale Zugehörigkeit

Bis 1821 nahm das Amt Seligenstadt Verwaltung und Rechtsprechung in Mainflingen wahr. Mit der Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen in diesem Jahr wurden auch hier auf unterer Ebene Rechtsprechung und Verwaltung getrennt.<ref name="bsb01" /> Für die Verwaltung wurden Landratsbezirke geschaffen, die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichten übertragen. Der Landratsbezirk Seligenstadt erhielt die Zuständigkeit für die Verwaltung unter anderem für das gleichzeitig aufgelöste Amt Seligenstadt. Durch verschiedene Verwaltungsreformen gehörte Mainflingen dann ab

Am 1. Januar 1977 wurde Mainflingen im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit dem Nachbarort Zellhausen durch Landesgesetz zur neuen Gemeinde Mainhausen zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 316–318, § 5 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,5 MB]).</ref>

Gerichtliche Zuständigkeit

Bei der Reform 1821 übernahm das Landgericht Steinheim die erstinstanzliche Rechtsprechung in Mainflingen, die zuvor das Amt wahrgenommen hatte.<ref name="bsb01" /> Der Sitz des Gerichts wurde zum 1. Juli 1835 nach Seligenstadt verlegt und die Bezeichnung in „Landgericht Seligenstadt“ geändert.<ref>Bekanntmachung, die Verlegung des Landgerichtssitzes von Steinheim nach Seligenstadt betreffend vom 12. Mai 1835. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 29 vom 21. Mai 1835, S. 277.</ref> Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz von 1877 wurden Organisation und Bezeichnungen der Gerichte reichsweit vereinheitlicht. Zum 1. Oktober 1879 hob das Großherzogtum Hessen deshalb die Landgerichte auf. Funktional ersetzt wurden sie durch Amtsgerichte.<ref>§§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.</ref> So ersetzte das Amtsgericht Seligenstadt das Landgericht Seligenstadt.

Nachkriegszeit

1978 wurde die benachbarte Autobahnbrücke über den Main dem Verkehr übergeben. Bei Mainflingen stand einst ein großes Kieswerk. Der Betrieb wurde im Laufe der 1980er Jahre eingestellt. Übriggeblieben sind drei Seen: der Mainflinger Badesee, ein großer Naturschutzsee und ein Anglersee.

Luftbild mit Ortsteil, Main und Umgebung
Mainflingen von oben, 2021

Einwohnerentwicklung

1834 zählt Mainflingen 606 Einwohner. Bis 1939 hat sich die Zahl fast verdoppelt auf 1120. Im Jahr 1961 sind es 2040, 1970 3017 Einwohner. Am 30. Juni 2008 besaß Mainflingen 4189 Einwohner. Am 31. Dezember 2013 betrug die Einwohnerzahl 4027.

Religion

Am Mainufer liegt die Katholische Kirche St. Kilian. Der Bau im klassizistischen Stil wurde 1821 nach einem Entwurf von Georg Moller vollendet.<ref>Website der Katholischen Pfarrgemeinde St. Kilian, Mainflingen</ref><ref>Näheres über die Architektur von „St. Kilian“ auf georg-moller-landkirchen.de</ref>

Wappen und Flagge

Datei:Banner Mainflingen.svg
Wappen von Mainflingen
Wappen von Mainflingen
Blasonierung: „In rotem Schild über einem silbernen Wellenband ein silbernes, steigendes Roß.“<ref name="Wappen">Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Mainflingen im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 2. Juni 1955. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1955 Nr. 25, S. 614, Punkt 662 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,9 MB]).</ref>

Das Wappen wurde vom Heraldiker Georg Massoth gestaltet und am 2. Juni 1955 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Der Schimmel ist eine Anspielung auf den Spitznamen der Mainflinger Maoflinger Schimmel, für dessen Ursprung verschiedene Geschichten existieren. Der Wellenbalken symbolisiert den Main.<ref>Ortswappen. In: Internetauftritt, Gemeinde Mainhausen.</ref>

Die Flagge wurde am 25. Oktober 1956 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „Auf der weißen Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Gemeindewappen.“<ref>Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Mainflingen, Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 25. Oktober 1956. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1956 Nr. 45, S. 1158, Punkt 1025 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,7 MB]).</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Autoverkehr und ÖPNV

Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 185, die zur Landesstraße 2310 führt. Über die Landesstraße 2310 kann der Autobahnanschluss 48 (Mainhausen) der Bundesautobahn 45 erreicht werden.

Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wirkt die Kreis-Verkehrs-Gesellschaft Offenbach (KVG) als Lokale Nahverkehrsgesellschaft und Aufgabenträger im Rhein-Main-Verkehrsverbund.

Radfernwege

Am Mainufer verlaufen drei Radfernwege:

Öffentliche Einrichtungen

  • Verwaltungsstelle mit Ortsgericht im Rathaus Mainflingen
  • Bürgerhaus Mainflingen
  • Gemeindebücherei im Alten Schwesternhaus
  • Einer der Mainflinger Seen ist als Badesee ausgewiesen.
  • Seecamping Mainflingen unmittelbar am Badesee. Der etwa sieben Hektar große Campingplatz bietet Stellplätze für rund 300 Dauercamper und etwa 40 Plätze für Kurzcamper.

Zeitzeichensender

Datei:Sendemasten Mainflingen.jpg
Sendemasten bei Mainflingen

Hauptartikel: Sendeanlagen in Mainflingen

In Mainflingen gibt es zwei große Sendeanlagen. Sie dienen dem kommerziellen Langwellenfunk, insbesondere der Verbreitung des Zeitzeichens DCF77 und dem Mittelwellenrundfunk. Ihre Reichweite beträgt dabei über 2000 Kilometer, wodurch ganz Zentraleuropa abgedeckt wird und etwa 100 Millionen Funkuhren ein Zeitzeichen erhalten.

Persönlichkeiten

  • Karl Schneider (1934–2020), in Mainflingen geborener Jurist und Politiker, Minister in Hessen und Rheinland-Pfalz

Literatur

  • Dagmar Söder: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Kreis Offenbach. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig und Wiesbaden 1987, ISBN 3-528-06237-1, S. 210–211.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Mainflingen, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juni 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="bsb01"> Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821 Nr. 33, S. 403 ff. (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). </ref> </references>

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