Reichsluftschutzschule
| colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Reichsluftschutzschule (1939–1945) Lungenheilanstalt (1945–2007) | ||||||
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| Gebäude der ehem. Reichsluftschutzschule, 2011 Gebäude der ehem. Reichsluftschutzschule, 2011 | ||||||
| colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Daten | ||||||
| Ort | Wannsee , Heckeshorn | |||||
| Architekt | Eduard Jobst Siedler | |||||
| Bauherr | Deutsche Wehrmacht | |||||
| Baustil | Kubismus | |||||
| Baujahr | 1939 | |||||
| Koordinaten | 52° 26′ 2,2″ N, 13° 9′ 40,2″ O
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Die Reichsluftschutzschule ist ein Gebäudeensemble in Heckeshorn am Ende der Straße Am Großen Wannsee (Hausnummern 77/80) im Ortsteil Wannsee des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin. Sie wurde zum Beginn des Zweiten Weltkriegs errichtet und diente der Ausbildung von Luftschutzwarten, der Hochbunker war später auch Kommandobunker für die Luftverteidigung Berlins.<ref name="Lost">Lost Places - Die Bunkerklinik am Wannsee. August 2024, abgerufen am 1. März 2026.</ref> Nach Kriegsende richteten die Besatzer und der Senat von Berlin in den Gebäuden und in zusätzlichen Baracken die Lungenklinik Heckeshorn ein. Der zugehörige Bunker wurde zum zeitweiligen Notfallkrankenhaus und steht seit 2007 leer.
Geschichte, Beschreibung
Das Hauptgebäude wurde vom Architekten Eduard Jobst Siedler 1938/39 entworfen. Hier sollten Luftschutzwarte aus dem ganzen Deutschen Reich geschult werden. Zur Tarnung wurde die Reichsluftschutzschule nicht im Stil einer typischen Kaserne, sondern eher wie eine gediegene Wohnsiedlung gebaut.<ref>Geheimnisvolle Orte: Am Wannsee. Ein Film von Karin Reiss; Copyright: RBB, min 18:38. Quelle ADDX-Archiv: Videos & Fernsehmitschnitte (https://www.addx.de/textarchiv/archiv-index-zl.php), Dok. Nr. V046.</ref> und auch die vorhandene Waldlandschaft berücksichtigt. Nur ein kasernentypischer Großbau – ein Hochbunker – wurde errichtet. Auf dem weitläufigen Grundstück (490.000 m²) entstanden in locker gestreuter Form zweigeschossige Unterkünfte, Schul- und Hörsäle, ein Bürobau für die Verwaltung und Garagen. Hermann Göring weihte im Mai 1939 das Gelände mit einer pompösen Feier ein.<ref name="Lost" />
Für die Fassaden der Gebäude verwendete Siedler rötlich-braunen Klinker. Jedes Haus erhielt eine zurückhaltende Backsteinornamentik mit Gesimsbändern und vorkragenden Backsteinbändern. An den Eingängen bilden quer zur Quaderung erhaben eingesetzte Klinker in Form von Dreiecken (Beispiel: Haus H) dezenten Bauschmuck.
Der Hochbunker verfügt über sechs Etagen, die untereinander mit Fahrstühlen verbunden sind. Er war so ausgelegt, dass er für einen Zeitraum von 50 Tagen autark funktionieren konnte. Eine auch in heutiger Zeit noch angewendete Leuchthilfe bildeten die hier erstmals verwendeten phosphoreszierenden Farben an Treppenkanten, Decken, Fußböden. Nach 1945 dienten die Räume zunächst als Lager, zwischen 1961 (Mauerbau) und den 1970er Jahren nutzten die amerikanischen Militärs den Bau als Funkzentrale. Dann folgte eine kurze Nutzung als Leichenhalle und in der Zeit des Kalten Kriegs richtete der Senat von Berlin im Bunker ein Notfallkrankenhaus ein. Nach dem Mauerfall und der folgenden deutschen Wiedervereinigung wurde die Krankenhausfunktion aufgegeben. Danach verschenkte die Verwaltung alle brauchbaren medizintechnischen Einrichtungen an Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Alle fest eingebauten Anlagen wie Heizung, Stromgenerator, ein Notstromaggregat mit zwei Schiffsdiesel-Motoren, Trinkwasser- und Abwasseranschlüsse sind noch vorhanden und funktionsfähig.<ref name="Lost" />
Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die US-Besatzer und die neue Stadtverwaltung in den unversehrt gebliebenen Bauten der ehemaligen Luftschutzschule zunächst eine Heilanstalt für Tuberkulose-Kranke ein. Später wurde diese zur Lungenklinik Heckeshorn (jetzt Helios Klinikum Emil von Behring, Lungenklinik Heckeshorn, seit 2007 in der Walterhöferstrasse 11). Hier wirkte unter anderem der Pneumologe Karl Ludwig Radenbach, ein Pionier der Tuberkuloseforschung.
Literatur
- Ingo Krüger: Landhäuser & Villen in Berlin + Potsdam Nr. 3: Grosser Wannsee. Colonie Alsen. Villa Liebermann; Aschenbeck & Holstein Verlag, Delmenhorst und Berlin 2005; ISBN 3-932292-77-4
- Vera Seehausen & Reinhard Hein: Geschichte(n) des Geländes Heckeshorn am Wannsee. Ein Spaziergang. In: Vera Seehausen, Torsten Bauer, Dirk Kaiser und Robert Loddenkemper (Hrsg.): Von der Phthisiologie zur Pneumologie und Thoraxchirurgie. 60 Jahre Lungenklinik Heckeshorn. Thieme Verlag, Stuttgart 2007; ISBN 978-3-13-134651-3; S. 92–97
Weblinks
- Reichsluftschutzschule Heckeshorn (über Website ghwk.de – Haus der Wannsee-Konferenz)
- HELIOS Klinikum Emil von Behring Berlin-Zehlendorf
- Eintrag 09075480 in der Berliner Landesdenkmalliste
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Schulgelände
- Architektur im Nationalsozialismus
- Berlin-Wannsee
- Erbaut 1939
- Kulturdenkmal (Berlin)
- Baugruppe (Städtebau) in Berlin
- Baugruppe (Städtebau) in Europa
- Bildungseinrichtung (Nationalsozialismus)
- Backsteinarchitektur
- Umgenutztes Bauwerk in Berlin
- Bildungseinrichtung in Berlin
- Historische Bildungseinrichtung (Deutschland)
- Luftschutz
- Zivilschutz in Deutschland