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Canarina

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Canarina
Datei:Canarina canariensis BotGardBln1105b.jpg

Canarina canariensis

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Canarina
Wissenschaftlicher Name
Canarina
L.

Die Gattung Canarina (deutsch etwa: Kanarenglockenblumen) gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sie enthält drei Arten, die trotz ihres Namens nicht auf die Kanarischen Inseln beschränkt, sondern teils auch in Ostafrika verbreitet sind. Diese Verbreitung lässt vermuten, dass diese Gattung ein Relikt des warmtemperierten Tertiärs ist.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Canarina-Arten sind aufrecht, kriechend oder kletternd und teils epiphytisch wachsende ausdauernde krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind stets ungeteilt und variieren von eiförmig über herzförmig bis pfeilförmig. Der Blattrand ist gezähnt.

Generative Merkmale

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und sechszählig (dies ist eine Besonderheit innerhalb der Campanuloideae) mit doppelter Blütenhülle. Es sind sechs Kelchblätter vorhanden. Die sechs Kronblätter sind glockig verwachsen mit nur relativ kurzen Kronzipfeln. Die Krone ist gelb-orange bis rot-orange gefärbt und teils mit dunklen Nerven versehen. Es ist nur ein Kreis mit sechs Staubblättern vorhanden. Der Pollen besitzt drei, selten vier Poren („porat“), die teils langgezogen auslaufen („colporat“).

Die Frucht ist eine für Glockenblumengewächse ungewöhnliche Beere.

Die Chromosomenzahl beträgt bei allen Arten 2n = 34, tetraploide Individuen kommen auch, aber selten vor.

Ökologie

Datei:Canarina canariensis 02 ts.jpg
Blüte von Canarina canariensis
Datei:Flowering Creeper, Ethiopia (11512109923).jpg
Blüte von Canarina eminii

Canarina-Arten sind Geophyten.

Die kanarische Art Canarina canariensis wird durch Vögel bestäubt, wobei die Bestäubung auf den Kanarischen Inseln hauptsächlich durch eine dort lebende Unterart des Weidenlaubsängers (Phylloscopus collybita canariensis) erfolgt. Diese Vogelart hat das Saugen von Nektar aus Blüten zur Perfektion gebracht.<ref>Olaf Schmidt: Vogelwelt und Weiden. In: Beiträge zur Silberweide (= LWF-Wissen. Nr. 24). Hrsg. Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), 2000, Kap. 6 (PDF).</ref> Bei den afrikanischen Arten sind die Bestäuber unbekannt, jedoch vermutlich ebenfalls Vögel.

Systematik

Taxonomie

Die Gattung Canarina wurde 1771 durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum, Band 2, S. 148 aufgestellt; dort werden die beiden Schreibweisen „Canaria“ und „Canarina“ verwendet. Typusart ist Canarina campanula <templatestyles src="Person/styles.css" />L., die ein Synonym von Canarina canariensis ist.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Canarina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Pernetya <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop., Mindium <templatestyles src="Person/styles.css" />Adans.

Äußere Systematik

Die Gattung Canarina gehört zu den Campanulaceae im engeren Sinne, also zur heutigen Unterfamilie Campanuloideae und wird dort in eine Verwandtschaftsgruppe mit den Gattungen Codonopsis, Cyananthus, Leptocodon und Platycodon gestellt.<ref name="Eddie2003" />

Arten und ihre Verbreitung

  • Canarina abyssinica <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl. (Syn.: Canarina abyssinica var. umbrosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl.): Sie kommt in Afrika vom nördlichen Tansania bis Äthiopien vor.
  • Canarina canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Vatke (Syn.: Canarina campanula <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Campanula hastifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb., Mindium canariense <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Raf., Canarina laevigata <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Don, Canarina canariensis var. angustifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Kunkel): Sie kommt nur auf den Kanarische Inseln vor.
  • Canarina eminii <templatestyles src="Person/styles.css" />Asch. & Schweinf. (Syn.: Canarina elegantissima <templatestyles src="Person/styles.css" />T.C.E.Fr., Canarina eminii var. elgonensis <templatestyles src="Person/styles.css" />T.C.E.Fr.): Sie kommt in Afrika vom nördlichen Malawi bis Äthiopien vor.
  • Die „Art“ Canarina zanguebar <templatestyles src="Person/styles.css" />Lour. lässt sich laut Hedberg 1961 keinem Herbarbeleg zuordnen und kann somit nicht als existent gelten.
  • Die „Art“ Canarina moluccana <templatestyles src="Person/styles.css" />Roxb. gilt heute als Synonym von Cyclocodon lancifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roxb.) Kurz.<ref name="WCSP" />

Literatur

  • Olov Hedberg: Monograph of the genus Canarina L. (Campanulaceae). In: Svensk Botanisk Tidskrift. ISSN 0039-646X, Nr. 55, 1961, S. 1–62.

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Tropicos"> Canarina bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Eddie2003"> W. M. M. Eddie, T. V. Shulkina, J. F. Gaskin, R. C. Haberle, R. K. Jansen: Phylogeny of Campanulaceae s. str. from ITS sequences of nuclear ribosomal DNA. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. ISSN 0026-6493, Nr. 90, 2003, S. 554–575. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Canarina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien