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Fritz Graff

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Datei:Fritz Graff, Oberbürgermeister von Bochum 1900-1925.jpg
Fritz Graff
Datei:Stadt Bochum 1913.jpg
Schuldverschreibung der Stadt Bochum vom 1. April 1913 mit Unterschrift von Oberbürgermeister Graff
Datei:Fritz Graff 1929.JPG
Grab

Fritz Wilhelm Georg Graff (* 2. April 1858 in Hürth; † 18. September 1929 in Bochum)<ref name=":1">Kai Rawe: Fritz Graff (1858–1929) – Die Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Westfalen und Lippe: die Spitzen der kreisfreien Städte zwischen 1831 und 1999 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. neue Folge, 50). Aschendorff Verlag, Münster 2025, ISBN 978-3-402-15134-1.</ref> war von 1900 bis 1925 (Ober-)Bürgermeister von Bochum und nationalliberaler Abgeordneter.<ref name=":1" details="S. 607" />

Fritz Graff kam als Assessor zur Stadtverwaltung von Bochum wurde am 29. Mai 1891 als besoldeter Stadtrat gewählt. Nach dem Tod des zweiten Bürgermeisters Karl Lange wurde er einstimmig 1897 als Langes Nachfolger gewählt. Am 28. Mai 1897 erfolgte die Amtseinführung. Schon zwei Jahre später wurde er als Nachfolger des verstorbenen Oberbürgermeister Karl Hahn zum Ersten Bürgermeister gewählt und trat am 3. März 1900 sein Amt an.<ref name=":1" details="S. 607" /> Der Titel des Oberbürgermeisters wurde ihm am 13. August 1904 verliehen. Als weitere Ehre erhielt er am 14. Juni 1913 das Recht, die goldene Amtskette zu tragen.<ref name=":1" details="S. 608" />

Fritz Graff vertrat den Wahlkreis Bochum – Stadt im Westfälischen Provinziallandtag von 1900 bis 1920. In das Preußischen Herrenhaus wurde Graff im Jahr 1909 berufen, wo er die bisher nicht im Herrenhaus vertretene Grafschaft Mark, und damit auch die Stadt Bochum, vertrat. Im Jahr 1910 wurde er Nachfolger des verstorbenen Karl Wilhelm Schmieding als Vorsitzender des Westfälischen Städtetages.<ref name=":1" details="S. 608" />

In seine Amtszeit fiel die Eingemeindung von 1904. Mit dieser wurde Bochum zur Großstadt. Durch das weiterhin rasante Wachstum in dem Industriegebiet wurde Bochum endgültig von einer ehemaligen ländlichen Gemeinde zu einer großen Industriestadt. Widrigkeiten zu seiner Amtszeit waren des Ersten Weltkrieges, der auch Folgen bis ins Zivilleben hatte. In dieser Zeit wurde auf dem Blumenfriedhof auch der Ehrenfriedhof für verstorbene Soldaten eingerichtet. Nach dem Krieg mussten die Auswirkungen der Not unter der Bevölkerung, revolutionäre Unruhen wie der Kapp-Putsch und dem darauffolgenden Ruhraufstand im Jahr 1920, sowie die Besetzung des Ruhrgebiets durch die französische Armee von 1923 bis 1925 gemeistert werden. Er wollte im März 1924 in den Ruhestand gehen, wurde aber gebeten, das Amt ehrenamtlich weiterzuführen, bis ein Nachfolger im Amt ist.<ref name=":0" details="S. 121 f">Marco Rudzinski, eine Veröffentlichung der Kortum-Gesellschaft Bochum e. V. (Hrsg.): Bochumer Ehrenbürger, Aspekte kommunaler Ehrung im Ruhrgebiet. Ardey-Verlag, Münster 2020, ISBN 978-3-87023-453-9.</ref>

Graff wurde für seine Verdienste für Bochum nach dem Ausscheiden aus dem Amt am 19. Januar 1925 zum Ehrenbürger von Bochum ernannt. Er war das erste Stadtoberhaupt mit dieser Ehrung.<ref name=":0" details="S. 18" /> Noch zu seinen Lebzeiten wurde im Bochumer Stadtteil Weitmar eine Straße, der Graffring, nach ihm benannt. Seine letzte Ruhe fand Graff in einem städtischen Ehrengrab auf dem Friedhof Blumenstraße<ref>Stadt Bochum, Technischer Betrieb (Hrsg.): Bochumer Erinnerungsorte - Verzeichnis der Anlagen auf städtischen Friedhöfen, Bestandserfassung und Bewertung. Eigenverlag, Bochum 2022 (Online [PDF; abgerufen am 19. September 2023]).</ref>. Das Grabmal steht unter der Nummer A 671 unter Denkmalschutz.<ref>Eintrag in der Denkmalliste der Stadt Bochum</ref>

Literatur

  • Kai Rawe: Fritz Graff (1858–1929) – Die Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Westfalen und Lippe: die Spitzen der kreisfreien Städte zwischen 1831 und 1999 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. neue Folge, 50). Aschendorff Verlag, Münster 2025, ISBN 978-3-402-15134-1, S. 607–617.

Einzelnachweise

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Bürgermeister: Johann Wilhelm Mallinckrodt (1714–1721) | Johann Karl Bordelius (1723–1761) | Gerhard Wilbrand Lennich (1762–1772) | Johann Conrad Jacobi (1772) | Georg Friedrich Jacobi (1773–1817) | Caspar Heinrich Steelmann (1817–1835) | Heinrich von Lüdemann (1835–1843) | Max Greve (1843–1873) | Richard Karl Adalbert Prüfer (1874–1876)

Oberbürgermeister: Carl Bollmann (1877–1891) | Karl Hahn (1892–1899) | Fritz Graff (1900–1925) | Otto Ruer (1925–1933) | Otto Leopold Piclum (1933–1943) | Friedrich Hesseldieck (1943–1945) | Ferdinand Bahlmann (1945, kommissarisch) | Franz Geyer (1945–1946) | Tilmann Beckers (1946) | Willi Geldmacher (1946–1952) | Fritz Heinemann (1952–1969) | Fritz Claus (1969–1975) | Heinz Eikelbeck (1975–1994) | Ernst-Otto Stüber (1994–2004) | Ottilie Scholz (2004–2015) | Thomas Eiskirch (2015–2025) | Jörg Lukat (seit 2025)

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