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Ligue vaudoise

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Die Ligue vaudoise ist eine im Schweizer Kanton Waadt aktive konservative politische Organisation und Denkfabrik. Sie gibt die regional-nationalistische Zeitung La Nation<ref>Georges Andrey: La Suisse Romande: Une histoire à nulle autre pareille! Éditions du Belvédère, Pontarlier 2012, ISBN 978-2-88419-227-9, S. 316.</ref> heraus.

Geschichte

In den 1920er Jahren entstand zuerst die Organisation Ordre et Tradition unter der treibenden Kraft von Marcel Regamey. 1933 wurde die Ligue vaudoise gegründet, um die Weinsteuer zu bekämpfen und der Frontenbewegung beizutreten.<ref>Walter Wolf: Frontenbewegung. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> Ideologisch stand die Ligue vaudoise dem Korporatismus nahe und war vom Antisemitismus der Action française beeinflusst.<ref name=":0" />

1938 bekämpfte die Ligue vaudoise die Einführung des Strafgesetzbuches. Ab 1940 folgte die Herausgabe der Zeitschrift La Nation. Die Organisation verfügte über etwa 100 Mitarbeiter und etwa 1000 Mitglieder.

1986 und 2002 bekämpfte die Ligue vaudoise den Beitritt der Schweiz zur UNO. 1992 bekämpfte sie den Beitritt der Schweiz zum EWR. 1993 Zusammen mit anderen Organisationen reichte sie ein Fakultatives Referendum gegen die Rassismus-Strafnorm ein.<ref>Susan Boos: Was lange währt, muss gut enden – Die Schweiz verschlampte während über zwanzig Jahren den Beitritt zur Antirassismus-Konvention. In: Die Wochenzeitung. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. April 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.woz.ch (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Hauptverantwortlich für die Bekämpfung der Rassismus-Strafnorm war Olivier Delacrétaz, der dafür mit dem Holocaustleugner und rechtsextremen Aktivisten Gaston-Armand Amaudruz arbeitete, der ebenfalls Unterschriften sammelte. Die Ligue vaudoise sammelte rund 2000 der 50'000 erforderlichen Unterschriften.<ref name=":0">Matthieu Thomas: Horizon d’une loi antiraciste (= Yannick Fer, Philippe Gonzalez [Hrsg.]: Collection « Enquêtes ». Nr. 11). Éditions Labor et Fides, Genève 2025, ISBN 978-2-8309-1873-1, S. 183.</ref>

Politische Ausrichtung

Bis in die 1940er Jahre stand die Ligue vaudoise dem Nationalsozialismus nicht ablehnend gegenüber und war stark antikommunistisch. Der Kanton Waadt wird von den Mitgliedern als Nation betrachtet. Heute bekämpft die Ligue vaudoise die Zentralisierung der Schweiz, sie ist ausgeprägt föderalistisch orientiert.

Nach Ansicht von Christophe Büchi, Autor der Neuen Zürcher Zeitung, mässigte sich die Liga unter Olivier Delacrétaz. Büchi meint, dass sie nun in Migrationsfragen gemässigter sei als die Schweizerische Volkspartei (SVP).<ref>Christophe Büchi: Die Ligue vaudoise bekämpft (fast) alles, was aus Bern kommt – zum Beispiel die Bundessteuer In: Neue Zürcher Zeitung, 17. Februar 2018, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref> Der Historiker Damir Skenderovic schreibt, dass der Einfluss von Delacrétaz dazu führte, dass sich die Ligue vaudoise ab den 1980er Jahren der französischen Neuen Rechten angenähert hat.<ref name=":0" />

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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