Zum Inhalt springen

Spyridon Louis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. April 2026 um 22:12 Uhr durch imported>Muns (Nationalheld nach dem Sieg: doppeltes Leerzeichen korr.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Spyros Louis Vorlage:SportPicto

Datei:Albert Meyer 5 Olympia 1896 (cropped).jpg

Voller Name Spyridon Louis
Nation GriechenlandDatei:Flag of Greece.svg Griechenland
Geburtstag 12. Januar 1873
Geburtsort Maroussi
Sterbedatum 26. März 1940
Sterbeort Maroussi
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Bestleistung 2:58:50 h
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Spiele
Gold Athen 1896 Marathon
letzte Änderung: 15. August 2012

Spyridon Louis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Rufname auch Spyros; * 12. Januar 1873 in Maroussi bei Athen; † 26. März 1940 ebenda) war ein griechischer Langstreckenläufer und der Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs bei den Spielen 1896 in Athen.

Leben

Olympischer Marathon 1896

Datei:Louis gal l 03.jpg
Louis bei den Olympischen Spielen in Athen

Der Sohn eines Bauern war Wasserträger von Beruf. Er wurde von Papadiamantopoulos, seinem kommandierenden Offizier in seiner Militärzeit, aufgefordert, an einem Vorbereitungslauf teilzunehmen, der etwa zwei Wochen vor den Spielen stattfand. Dort wurde Louis in einer Zeit von 3:18:27 h Fünfter (Siegerzeit: 3:11:27 h) und zählte nun zu den dreizehn griechischen Läufern, die bei dem Lauf von Marathon nach Athen die Ehre des Gastgeberlandes hochhalten sollten, das im Verlauf der Spiele noch ohne einen Sieg bei den Leichtathletikwettbewerben geblieben war. Gegen sie traten vier ausländische Teilnehmer an, von denen nur der Ungar Gyula Kellner die lange Strecke vorher schon einmal gelaufen war. Drei der vier ausländischen Teilnehmer, erfolgreiche Mittelstreckenläufer, setzten sich nach dem Start schnell an die Spitze, gaben aber bei den Kilometerständen 23, 34 und 37 auf. Louis hatte bei Kilometer 33 den letzten verbliebenen der drei, den Australier Edwin Flack, überholt und sich an die Spitze gesetzt.<ref>Sport. In: Königlich-privilegierte Berlinische Zeitung. Abendausgabe, 11. April 1869, S. 3, abgerufen am 10. April 2021 (Situationsbeschreibung bei der Ankunft des ersten Marathonsiegers).</ref>

Bei diesem Lauf waren bereits vorbereitete eigene Getränke erlaubt, wovon die Griechen auch Gebrauch machten. Im offiziellen Bericht heißt es:

„Als Spyros Louis aus Maroussi bei einem Wirtshaus in Pikermi vorbeikommt, trinkt er ein Glas Wein, erkundigt sich nach den vordersten Läufern und versichert mit Bestimmtheit, daß er sie erreichen und überholen werde.“

Louis’ Enkel bestreitet diese Version, behauptet aber, dass Louis’ zukünftiger Schwiegervater diesem 10 km vor dem Ziel ein Glas Cognac gereicht habe.

Zwischen Kilometer 20 und 30 mussten der Franzose Albin Lermusiaux und der Amerikaner Arthur C. Blake aufgeben, weil sie sich mit dem Tempo übernommen hatten. Nur Flack lag noch bis Kilometer 33 vor Louis, erlitt dann aber ebenfalls einen Schwächeanfall und stieg aus dem Rennen aus. Der Weg war nun frei für Louis, der den Marathon mit acht Minuten Vorsprung vor seinen Landsleuten Charilaos Vasilakos und Spyridon Belokas gewann. Auf der letzten Runde im neuerbauten Olympiastadion von Athen wurde er von Kronprinz Konstantin und Prinz Georg begleitet. Der einzige verbliebene Ausländer, Gyula Kellner, erreichte zunächst als Vierter das Ziel, wurde aber nach Disqualifikation des Dritten, der ein Teilstück per Fuhrwerk zurückgelegt hatte, auf den dritten Platz gesetzt. Spyridon Louis benötigte für die ca. 40 Kilometer lange Strecke 2:58:50 h.

Nationalheld nach dem Sieg

Louis war nun ein Nationalheld. Wie viele der vorher ausgelobten Geschenke er tatsächlich erhielt, ist unklar. Von seinem Heimatdorf, in das er sich zurückzog, erhielt er ein kleines Stück Land und eine bescheidene Rente. Einen silbernen Becher, den er als Preis erhielt und welcher von dem in Deutschland geborenen Franzosen und guten Freund von Pierre de Coubertin, Michel Bréal, gestiftet wurde, ließ im April 2012 sein Enkel bei Christie’s in London versteigern; er wurde für 541.250 britische Pfund von der Stavros-Niarchos-Stiftung erworben.<ref>Spyros Louis Cup staying in Greece. In: athensnews.gr. 19. April 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Juni 2012; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Michel Breál war auch der Initiator und somit der Erfinder des Marathonlaufs als Wettkampf.

An offiziellen Wettkämpfen nahm er nach seinem Olympiasieg nie wieder teil. 1926 wurde er unter der Beschuldigung, Militärdokumente gefälscht zu haben, inhaftiert, nach über einem Jahr im Gefängnis jedoch freigesprochen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er als Ehrengast bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Knapp vier Jahre später starb er 67-jährig an einem Herzinfarkt. Einige der letzten Fotos des Olympioniken finden sich in einem Reisebericht des deutschen Journalisten und Schriftstellers Lutz Koch (1903–1965), der ihn 1940 in seinem Heimatdorf besucht hatte.<ref>Reise durch den Balkan. Deutsche Verlagsgesellschaft Berlin 1941, neben S. 112</ref>

Ehrengast in Berlin

Datei:Bundesarchiv Bild 183-2003-1103-500, Berlin, Olympiade, Besuch von Spiridon Louis.jpg
Spiridon Louis (Mitte, in Volkstracht) beim Besuch der Olympischen Spiele 1936 in Berlin (30. Juli 1936)
Datei:Bundesarchiv Bild 183-2003-1103-501, Berlin, Olympiade, Spyridon Louis, Kronprinz Paul.jpg
Paul von Griechenland als Kronprinz (rechts) mit Spyridon Louis (Mitte, in griechischer Tracht) bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936

Die letzte große öffentliche Ehrung in seiner Sportkarriere erhielt Spyridon Louis in Deutschland bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.<ref>Olympia: Portrait of Louis Spyridon by Arno Breker. In: Prometheus. 2004, abgerufen am 26. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), wiedergegeben auf meaus.com).</ref> Er war auf Anregung des Bildhauers Arno Breker als Ehrengast der deutschen Regierung in die Reichshauptstadt gekommen. Die griechische Delegation mit dem Kronprinzen und dem Spitzensportler wurde von Adolf Hitler empfangen und geehrt. Breker schuf in der Zeit der Sommerspiele ein Porträt von Spyridon Louis, der über eine Woche lang in griechischer Nationaltracht in das Bildhauer-Atelier des 36-jährigen Künstlers kam, um Modell zu sitzen.<ref>Arno-Breker-Archiv im Museum Europäischer Kunst, Nörvenich.</ref>

Sonstige Ehrungen

Posthume Ehrungen wurden seither an vielen Orten vorgenommen. Zahlreiche Sportstätten und Sportvereine in Griechenland und im Rest der Welt sind nach ihm benannt, unter anderen der Olympia-Sportkomplex Athen und der Spiridon-Louis-Ring im Münchener Olympiapark.

Griechenland hat zu seinem 75. Todestag 2015 eine 2-Euro-Gedenkmünze ausgegeben.<ref>2015: 75. Todestag von Spyridon Louis. In: zwei-euro.com. 23. Dezember 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. September 2017;.</ref>

Literatur

  • Ein Denkmal für einen Postboten. In: Ossi Brucker: Sport spektakulär, Arena-Verlag, Würzburg, 1975, S. 73–77

Weblinks

Commons: Spyridon Louis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Königreich GriechenlandDatei:State Flag of Greece (1863-1924 and 1935-1973).svg Spyridon Louis | 1900: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Michel Théato | 1904: Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Thomas Hicks | Zwischenspiele 1906: Kanada 1868Datei:Canadian Red Ensign (1868-1921).svg Billy Sherring | 1908: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg John Hayes | 1912: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Ken McArthur | 1920: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Hannes Kolehmainen | 1924: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Albin Stenroos | 1928: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Boughéra El Ouafi | 1932: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Juan Carlos Zabala | 1936: Japan 1870Japan Son Kitei | 1948: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Delfo Cabrera | 1952: TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Emil Zátopek | 1956: Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Alain Mimoun | 1960: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1964: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1968: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Mamo Wolde | 1972: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Frank Shorter | 1976: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1980: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1984: PortugalPortugal Carlos Lopes | 1988: Vorlage:ITA-1946 Gelindo Bordin | 1992: Vorlage:KOR-1984 Hwang Young-cho | 1996: SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Josia Thugwane | 2000: Athiopien 1996Datei:Flag of Ethiopia (1996-2009).svg Gezahegne Abera | 2004: Vorlage:ITA-2003 Stefano Baldini | 2008: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Samuel Kamau Wanjiru | 2012: UgandaDatei:Flag of Uganda.svg Stephen Kiprotich | 2016: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2020: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2024: AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Tamirat Tola

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein