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Terracina

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Terracina
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltVorlage:Platzhalterbild
Staat Italien
Region Latium
Provinz Latina (LT)
Koordinaten 41° 17′ N, 13° 15′ OKoordinaten: 41° 17′ 0″ N, 13° 15′ 0″ O
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Höhe 22 m s.l.m.
Fläche 136 km²
Einwohner 44.792 (31. Dez. 2024)<ref>Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).</ref>
Fraktionen Borgo Hermada, Frasso, La Fiora, San Vito
Postleitzahl 04019
Vorwahl 0773
ISTAT-Nummer 059032
Bezeichnung der Bewohner Terracinesi
Schutzpatron San Cesareo di Terracina
Website comune.terracina.lt.it

Terracina ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 44.792 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der Provinz Latina, Region Latium.

Geographie

Datei:Map of comune of Terracina (province of Latina, region Lazio, Italy).svg
Lage von Terracina in der Provinz Latina

Die Hafenstadt am Tyrrhenischen Meer liegt 101 km südöstlich von Rom, 121 km nordwestlich von Neapel und 39 km südöstlich von Latina.

Terracina liegt an der Stelle, an der die Monti Ausoni die Küste erreichen und so die Pontinische Ebene von der Ebene von Fondi abtrennen. Diese Engstelle hat seit der Antike strategische Bedeutung. Durch sie zwängt sich zwischen dem Steilabfall des Monte Sant’Angelo und dem Meer die Via Appia.

Die Fraktionen sind Borgo Hermada, La Fiora, Badino und Frasso, das allerdings zu einem großen Teil auf dem Gemeindegebiet von Sonnino liegt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von −1 bis 864 m s.l.m.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 3 (wenig gefährdet).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Italienischer Zivilschutz (Memento vom 9. Februar 2011 im Internet Archive)</ref>

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn von West nach Ost: San Felice Circeo, Sabaudia, Pontinia, Sonnino, Monte San Biagio und Fondi.

Geschichte

In der volskischen Seestadt Anxur wurde 329 v. Chr. die römische Bürgerkolonie Tarracina angelegt, nachdem die Römer die dortigen Volsker besiegt hatten. Durch Aufnahme in den Latinischen Bund erhielten die Bewohner Tarracinas das römische Bürgerrecht. Damit bildeten die Einwohner Tarracinas „den Untertanenverband des römischen Staatsgebietes“.<ref name="KlBr">Klaus Bringmann: Römische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Spätantike. (= Beck’sche Reihe. 2012 C. H. Beck Wissen). 10., durchgesehene Auflage. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-44812-6, S. 18.</ref>

Angelegt an strategischer Schlüsselposition auf annektiertem Land, war Tarracina eine latinische Kolonie privilegierter Klasse.<ref name="KlBr" /> Bei Übersiedlung eines Bewohners Tarracinas ins etwa 100 km entfernte Rom lebte das römische Bürgerrecht voll auf. Cicero bezeichnete diese Form der latinischen Kolonie als „Bollwerke der römischen Herrschaft“ in Italien.<ref>Klaus Bringmann: Römische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Spätantike. (= Beck’sche Reihe. 2012 C. H. Beck Wissen). 10., durchgesehene Auflage. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-44812-6, S. 19.</ref>

Vom antiken Anxur/Tarracina zeugen zahlreiche Überreste und Funde, die oft in Form von Spolien in mittelalterlichen Gebäuden wie dem Dom verbaut sind. Seit 312 v. Chr. führte die Via Appia durch die Stadt. Bedeutendste Ausgrabung ist das Heiligtum oberhalb der Stadt, das auf dem steil aufragenden Felssporn Monte S. Angelo liegt und von dem vor allem die beeindruckenden Substruktionen der Tempelterrasse erhalten sind. Zu den dort verehrten Gottheiten dürfte Jupiter Anxur, eine bartlose, jugendliche Variante des Gottes Jupiter, gehört haben.<ref>Paul Scheding, Francesca Diosono, Miriam Knechtel: Der unrasierte Gott. Auf der Suche nach dem sagenumwobenen Kultplatz des Iuppiter Anxur von Terracina. In: Antike Welt. Ausgabe 5/2022, S. 62–67.</ref>

In den 1830er Jahren wurde in den Ruinen des alten Anxur eine beschädigte Marmorstatue, ein römisches Objekt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., entdeckt, die man bald dem griechischen Dramatiker Sophokles zuordnete. Sie wurde 1839 vom Grafen Antonelli dem Papst Gregor XVI. geschenkt. Dieser gründete 1844 das Lateranmuseum, in dem die Statue das Prunkstück war.<ref>Otto Benndorf, Richard Schöne: Die antiken Bildwerke des Lateranensischen Museums. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1867, S. 153–159 (Google Books in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Heute befindet sich diese Statue im vatikanischen Museo Gregoriano Profano ex Lateranense.

Für das Jahr 591 ist die Zerstörung einer Synagoge überliefert. Papst Gregor I. (Papst 590–604) kritisierte diese Zerstörung scharf und ordnete an, sie mit Verweis auf den „störenden Gesang“ („vox psallentium“) in größerer Distanz zur Kirche wieder zu errichten.<ref>Gregorii I Papae Registrum epistolarum. Weidmann, Berlin 1891–1899, II 6 in Verbindung mit I 34; Ernst Baltrusch: Gregor der Große und sein Verhältnis zum Römischen Recht am Beispiel seiner Politik gegenüber den Juden. In: Historische Zeitschrift. Band 259, 1994, S. 39–58, hier S. 42 Anm. 16; S. 50.</ref>

Politik

Bürgermeister und Gemeinderat

Nicola Procaccini (PdL) wurde im Mai 2011 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellte auch mit 14 von 24 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat. Er gewann die Stichwahl gegen Gianfranco Sciscione von einer rechten Bürgerliste, der von der Regionalpräsidentin Renata Polverini (PdL) unterstützt wurde.<ref>Information des Innenministeriums</ref> Er löste seinen Parteifreund Stefano Nardi ab, der von 2001 bis 2011 amtierte. Seit 2023 regiert Francesco Giannetti als Bürgermeister an der Spitze einer Mitte-rechts-Koalition.<ref>Bürgermeister. In: Commune Terracina. Citta di Terracina, 25. Juli 2023, abgerufen am 14. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Partnerstädte

Partnerstädte von Terracina sind<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website Terracina – Gemellaggi (Memento vom 8. August 2017 im Internet Archive), abgerufen am 21. Mai 2017.</ref>

<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />

Verkehr

Die Haupterschließung von Terracina erfolgt seit der Antike über die Staatsstraße 7 (Via Appia). Von ihr zweigen im Stadtgebiet die SR 148 Via Pontina, die parallel zur Via Appia nach Rom führt, und die Staatsstraße 213 Via Flacca, die entlang der Küste nach Formia führt, ab. Über die Staatsstraße 156 dei Monti Lepini erreicht man in 47 km die Autobahn A1 Autostrada del Sole bei der Ausfahrt Frosinone.

Der Bahnhof von Terracina ist der Endpunkt der Bahnstrecke Terracina–Priverno, einer Nebenbahn der Bahnstrecke Rom–Formia–Neapel. Die Verbindung wurde 2012 nach einem Felssturz eingestellt,<ref>www.latinatoday.it Zeitungsnachricht (italienisch)</ref> es fahren seither keine Züge mehr. Busse verkehren zum Bahnhof von Monte San Biagio. Es gibt auch eine Direktverbindung nach Rom, Busse fahren zur Metrostation Laurentina.

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Terracina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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