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Luis Durnwalder

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Luis Durnwalder (2012)

Alois „Luis“ Durnwalder (* 23. September 1941 in Pfalzen) ist ein ehemaliger Politiker der Südtiroler Volkspartei und war von 1989 bis 2014 Landeshauptmann Südtirols.

Leben

Durnwalder besuchte die Grundschule in Hofern (Gemeinde Kiens) und in der Folge das Gymnasium des Klosters Neustift bei Brixen. Anschließend studierte er Agrarwissenschaften an der Universität für Bodenkultur in Wien.<ref>Nach dem Erwerb des Titels Diplom-Ingenieur im Jahr 1966 folgte das Anerkennungsverfahren an der Universität Florenz, das die Gleichwertigkeit seines österreichischen Abschlusses mit der laurea in scienze e tecnologie agrarie feststellte. In Italien wurde Durnwalder dadurch zum dottore agronomo. Die in verschiedenen Biografien angeführte Promotion an der Universität Florenz geht auf die Fehlinterpretation der in Südtirol üblichen, aber vom restlichen deutschen Sprachraum abweichenden Bedeutungen von Dr. und Doktorat zurück; die Promotion wurde in Italien erst 1980 eingeführt (siehe Doktor#Italien).</ref> Zudem besuchte er rechtswissenschaftliche Lehrveranstaltungen an den Universitäten Wien und Innsbruck. Während seines Studiums begann Durnwalder, sich politisch zu engagieren, und amtierte von 1964 bis 1965 als Vorsitzender der Südtiroler Hochschülerschaft.

1967 wurde Durnwalder Direktor des Südtiroler Bauernbunds, 1969 als Kandidat der Südtiroler Volkspartei Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Pfalzen. 1973 konnte er ein Mandat für den Südtiroler Landtag und damit gleichzeitig für den Regionalrat Trentino-Südtirol erringen. Gleich in seiner ersten Legislaturperiode wurde er als stellvertretender Assessor in die Regionalregierung gewählt und amtierte von 1976 bis 1978 als Landtagsvizepräsident. Nach den Landtagswahlen 1978 wurde er Mitglied der Landesregierung und übernahm als Landesrat im Kabinett Magnago V das Ressort Landwirtschaft. Dieselbe Funktion hatte er auch im folgenden Kabinett Magnago VI inne. Von 1989 bis 2014 stand er der Landesregierung in den Kabinetten Durnwalder I, Durnwalder II, Durnwalder III, Durnwalder IV und Durnwalder V als Landeshauptmann vor. Bei den Landtagswahlen 1998 und 2003 konnte er mehr als 100.000 Vorzugsstimmen von den Südtirolern aller Sprachgruppen auf sich vereinen. Gemäß einem politisch vereinbarten Rotationsprinzip, das abwechselnd den Südtiroler und den Trentiner Landeshauptmann an der Spitze der Region Trentino-Südtirol vorsieht, übernahm er zusätzlich in den Jahren 2004–2006 und 2009–2011 als erster deutschsprachiger Politiker die Präsidentschaft der Regionalregierung (in den Jahren 2006–2009 und 2009–2014 amtierte er als Vizepräsident). Weiters war er von 1997 bis 2002 Gründungspräsident der Freien Universität Bozen, Gründungspräsident der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino sowie Mitglied der Europäischen Kammer der Regionen.

Am 16. August 2012 erklärte Luis Durnwalder auf einer Pressekonferenz, dass er bei der Landtagswahl 2013 nicht mehr als Kandidat zur Verfügung stehen werde und seine politische Karriere somit ende.<ref>„Mein Abschied ist notwendig“. Südtirol Online, 16. August 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Januar 2015; abgerufen am 9. Februar 2015.</ref> Sein Nachfolger als Landeshauptmann wurde Arno Kompatscher.

2021 wurde Durnwalder letztinstanzlich in Rom wegen angeblicher falscher Verwendung von Representation-Spesen verurteilt, nachdem er erst- und zweitinstanzlich freigesprochen worden war.<ref>Sonderfonds: Kassation verurteilt Durnwalder zu zweieinhalb Jahren, Rai News vom 9. Juni 2021, abgerufen am 8. Februar 2022.</ref>

Wegen derselben Anklage und denselben Sachverhalten in Bezug auf den letzten Zeitraum seiner Amtszeit als Landeshauptmann wurde er hingegen voll freigesprochen, da der Tatbestand nicht besteht<ref>Freispruch Durnwalder - Panorama. 20. November 2024, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>; es laufen die Vorbereitungen für ein Revisionsverfahren in Bezug auf die erste Verurteilung aufgrund von Widersprüchlichkeiten mit dem zweiten Verfahren.

Auch heute noch pflegt Durnwalder als Landeshauptmann a. D. eine rege Tätigkeit als Vortragsredner und genießt große Wertschätzung und Sympathie seitens der Bevölkerung.

Ehrungen und Auszeichnungen

Neben diesen Auszeichnung und Ehrungen ist Durnwalder Ehrenmitglied und Ehrenobmann verschiedener wirtschaftlicher, kultureller, sozialer und gesellschaftlicher Vereine, Verbände und Organisationen.

Literatur

  • Robert Asam: Der Luis: Luis Durnwalders Aufstieg zur Macht. Athesia, Bozen 2001, ISBN 978-88-82661298.
  • Pinuccia Di Gesaro: Luis Durnwalder – Il Presidente. Edizioni Praxis, Bozen 2013, ISBN 978-88-96134177.
  • Karl Mittermaier (Hrsg.): Luis Durnwalder und die anderen: 153 Stimmen zum Achtzigsten. Suedmedia Verlag, Vahrn 2021, ISBN 978-88-88720-42-5.
  • Markus Perwanger: Luis Durnwalder. Momente meines Lebens. Athesia Tappeiner Verlag, Bozen 2021, ISBN 978-88-6839-550-6.<ref>Hans Heiss: Alpen, Donau, Athesia. Salto.bz, 15. September 2021, abgerufen am 3. Februar 2022.</ref>
  • Peter Plaikner: Luis Durnwalder: Der Südtiroler und Europäer. Styria Premium, Wien 2011, ISBN 978-3-222133473.
  • Luis Durnwalder in: Internationales Biographisches Archiv 04/2014 vom 21. Januar 2014, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
  • Luis Durnwalder. Erinnerungen. Im Gespräch mit Michael Gehler. Michael Wagner Verlag, Innsbruck 2021, ISBN 978-3-710767630.

Weblinks

Commons: Luis Durnwalder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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