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Italo

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Italo S.p.A.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Italo Treno Logo.svg
Rechtsform Società per azioni
Gründung 2006
Sitz Rom, ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien
Leitung
  • Gianbattista La Rocca, CEO
Mitarbeiterzahl 1.512<ref name="AR">Italo Group Sustainability Report 2024. Italo S.p.A., abgerufen am 15. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 883 Mio. EUR (2024)<ref name="AR" />
Branche Eisenbahnverkehr
Website www.italotreno.com
Stand: 31. Dezember 2024

Italo S.p.A., ehemals Italo – Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV), ist ein italienisches Eisenbahnunternehmen. Es bietet seit April 2012 in Konkurrenz zur staatlichen Trenitalia der Ferrovie dello Stato Italiane (FS) Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen italienischen Großstädten an.

Geschichte

Datei:Italo sede centrale.jpg
Sitz der Italo in Rom

Italo wurde 2006 als Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) von vier italienischen Industriellen gegründet, darunter Luca Cordero di Montezemolo, seinerzeit Verwaltungsratsvorsitzender von Ferrari und Fiat, sowie Diego Della Valle, Inhaber der Tod’s Group.

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AGV

Datei:AGV .italo Napoli side view.JPG
Ein AGV von Italo im Bahnhof Napoli Centrale

Im März 2008 bestellte NTV bei dem französischen Hersteller Alstom 25 Exemplare des neuen elektrisch betriebenen Hochgeschwindigkeits-Triebzugs AGV.<ref>Alstom präsentiert den Hochgeschwindigkeits-Triebwagenzug AGV. Eisenbahn-Revue International 3/2008, S. 117.</ref> Im November 2008 fiel die Entscheidung, die Züge unter dem Markennamen .italo verkehren zu lassen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NTV’s train will be called .Italo (Memento vom 17. Juni 2012 im Internet Archive) NTV, Pressemitteilung vom 18. November 2008 (englisch)</ref> Eingereiht wurden die AGV-Züge unter der Baureihenbezeichnung ETR 575. 17 der 25 Fahrzeuge wurden in La Rochelle gebaut, acht weitere im italienischen Savigliano. Sie bieten auf einer Länge von 200 m in 11 Wagen 462 Sitzplätze und erreichen (unter 25 kV Wechselstrom) eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Die Antriebsleistung von 7,5 MW verteilt sich auf zehn permanenterregte Elektromotoren.<ref name="mr-764-78">Keith Fender: AGV. In: Modern Railways. Band 69, Nr. 764, 2012, ISSN 0026-8356, S. 78–79.</ref>

Die dunkelroten Züge, deren Inneneinrichtung von Giorgio Giugiaro entworfen wurde,<ref>Salzburger Nachrichten, Italien hat neuen Hochgeschwindigkeitszug</ref> verfügten ursprünglich über drei Wagenklassen: Smart, Prima und Club. Ein Wagen der Smart-Klasse wurde mit Bildschirmen an der Decke als Smart Cinema („Kinowagen“) ausgestattet.<ref>NTV zeigt den „Italo“ erstmals von innen. Eisenbahn-Revue International 2/2012.</ref> Inzwischen existiert eine weitere, eXtra Large genannte Klasse zwischen Smart und Prima, die wie Prima bestuhlt, preislich aber darunter angesiedelt ist.<ref>Seite "Ambiente eXtra Large" auf italotreno.it italotreno.it. Abgerufen am 19. April 2015.</ref> Bis März 2013 waren alle 25 Züge ausgeliefert worden. Im Wartungsvertrag sicherte Alstom zu, dass jederzeit 21 der 25 Züge betriebsbereit sein würden.<ref>Frédéric de Kemmeter: NTV-Italo ETR575 mediarai.be (französisch)</ref> Die Wartung der Züge erfolgt in einer Werkstatt bei Nola in der Nähe von Neapel durch den Fahrzeughersteller Alstom. Die Anlage auf einer Fläche von 140.000 m2 umfasst elf Gleise, sowie eine 55.000 m2 große Wartungshalle. Sie beschäftigt 180 Mitarbeiter.<ref>Angaben von Alstom: alstom.com</ref>

Italo EVO

Datei:L'ETR.675 n. 14 alla stazione di Roma Termini.jpg
Ein Italo EVO (ETR 675) im Bahnhof Roma Termini

Beim Italo EVO handelt es sich um eine Weiterentwicklung des ETR 600, ebenfalls von Alstom, aus der Pendolino-Serie. Diese Züge der NTV wurden unter der Baureihenbezeichnung ETR 675 eingereiht. Anders als der Name der Serie vermuten lässt, verfügen sie nicht über Neigetechnik. Die Züge sind 187 Meter lang und bieten in 7 Wagen 472 Fahrgästen Platz. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Die ersten 4 dieser Züge wurden im Dezember 2017 eingesetzt, bis 2018 wurden 22 Exemplare angeschafft. Im Jahr 2021 folgte eine Bestellung über vier weitere Triebzüge, dadurch steigt die Gesamtzahl auf 26 Züge.<ref>[IT / Expert] More EVO Pendolinos for NTV and Italo [edit]. In: Railcolor News. 20. Mai 2021, abgerufen am 5. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Linien

Datei:Nuovo Trasporto Viaggiatori.jpg
Liniennetz (Stand 2015)
  • Turin – Salerno: Torino Porta Nuova – Torino Porta Susa – Milano Centrale – Milano Rogoredo – Reggio Emilia Mediopadana – Bologna – Firenze – Roma Tiburtina – Roma Termini – Napoli Afragola – Napoli – Salerno
  • Venedig – Salerno: Venezia – Venezia Mestre – Padova – Rovigo – Ferrara – Bologna – Firenze – Roma Tiburtina – Roma Termini – Napoli Afragola – Napoli – Salerno
  • Bergamo – Neapel: Bergamo – Brescia – Desenzano Sirmione – Peschiera del Garda – Verona Porta Nuova – Bologna – Firenze – Roma Tiburtina – Roma Termini – Napoli Afragola – Napoli
  • Turin – Venedig: Torino Porta Nuova – Torino Porta Susa – Milano Centrale – Brescia – Desenzano Sirmione – Peschiera del Garda – Verona Porta Nuova – Vicenza – Padova – Mestre – Venedig
  • Bozen – Salerno: Bolzano/Bozen – Trento – Verona – Bologna – Firenze – Roma Tiburtina – Roma Termini – Napoli Afragola – Napoli – Salerno
  • Mailand – Rom Nonstop: Milano Centrale – Milano Rogoredo – Roma Tiburtina – Roma Termini

Die Strecke südlich von Salerno nach Reggio di Calabria wird seit Juni 2020 bedient; östlich von Venedig erreicht das Netz seit 2019 auch Treviso und Udine. Seit Mai 2021 bedient NTV neue Linien<ref>Destinations & Timetable italo (englisch), abgerufen am 14. Mai 2021</ref> von

Eigentümer und Finanzierung

Bis 2018 war das Kapital durch ein Konsortium italienischer Industrieller, die das Unternehmen 2006 gegründet hatten, sowie Finanzinstitute und der SNCF gehalten worden. Anfang 2008 trat die Großbank Intesa Sanpaolo mit seinerzeit 20 Prozent in das Kapital der Gesellschaft ein, wofür sie zwischen 49 und 62 Millionen Euro aufwendete. Zudem räumte sie NTV eine Kreditlinie über 750 Millionen Euro ein.<ref name="Trasporto 2">NTV cerca treni e finanziatori (NTV sucht Züge und Geldgeber, italienisch)</ref> Der Präsident Giuseppe Sciarrone hielt dabei noch einen Kapitalanteil von 4 %, jeweils 24 % entfielen auf Montezemolo, Della Valle und den Unternehmer Gianni Punzo.<ref name="Presseschau"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel in La Repubblica vom 12. Januar 2008 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cicerorassegnastampa.ilcannocchiale.it (italienisch)</ref> Im Oktober 2008 erwarb die französische Staatsbahn SNCF für 80 Millionen Euro einen 20-prozentigen Anteil an dem Unternehmen.<ref name="SNCF">SNCF steigt in den italienischen Schienenverkehr ein. In: Börsen-Zeitung Nr. 196 vom 10. Oktober 2008, S. 13.</ref> 2015 war die Eigentümerstruktur von NTV wie folgt

Anteil Anteilseigner
35 % MDP Holding (Diego Della Valle, Gianni Punzo, Luca di Montezemolo zu gleichen Teilen)
20 % Intesa Sanpaolo
20 % SNCF
15 % Assicurazioni Generali
5 % Alberto Bombassei
5 % Isabella Seragnoli
1,5 % Giuseppe Sciarrone
(Stand: Februar 2015)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Shareholders (Memento vom 28. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 14. März 2015.</ref>

Im Februar 2018 übernahm der amerikanische Infrastrukturfonds Global Infrastructure Partners Italo für 1,98 Milliarden Euro. Damit wurde ein für März 2018 geplanter Börsengang abgesagt, bei dem rund 40 Prozent des Aktienkapitals an die Börse gebracht werden sollten.<ref>“The train to IPO is cancelled, we apologize for the inconvenience”. In: Bocconi Students Investment Club (BSIC). 18. Februar 2018, abgerufen am 8. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass die Mediterranean Shipping Company (MSC) für etwa 4,2 Milliarden Euro etwa 50 % der Anteile übernehmen will.<ref>Dominik Straub: Italien: MSC steigt beim High-Speed-Zug Italo ein – „Ferrari auf Schienen“. 15. November 2023, abgerufen am 16. November 2023.</ref> Seither ist die Aktionärsstruktur wie folgt:

Anteil Anteilseigner
49,23 % Mediterranean Shipping Company
39,18 % Global Infrastructure Partners
10,04 % Allianz SE
1,56 % MDP Holding (Luca di Montezemolo, Isabella Seragnoli, Alberto Bombassei)
(Stand: September 2025)<ref>Shareholding structure. Italo S.p.A., abgerufen am 15. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschäftsentwicklung

Nach der ursprünglichen Planung wollte das Unternehmen bis 2015 einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen, entsprechend 30.000 Fahrgästen pro Tag bzw. 3,3 Milliarden Personenkilometern jährlich. Die Gewinnschwelle sollte 2013 (bei einem Umsatz von 396 Millionen Euro) erreicht werden.<ref name="irj-2009-12-20">David Briginshaw: North-south high-speed line opens for business. In: International Railway Journal. ISSN 0744-5326, Dezember 2009, S. 20–24.</ref> Tatsächlich erzielte man 2013 nur einen Umsatz von 240 Millionen Euro und schloss das Jahr mit einem Verlust von 106 Millionen Euro (vor Steuern) bzw. 78 Millionen Euro (nach Steuern) ab. 2014 erwartete NTV, frühestens 2016 schwarze Zahlen zu schreiben.<ref name="eri-2014-512">Berichte international. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 10, 2014, ISSN 1421-2811, S. 512.</ref>

Im September 2014 wurde gemeldet, dass NTV große wirtschaftliche Probleme habe. Angesichts hoher Verluste und einer Verschuldung von 781 Millionen Euro verhandele man mit den Banken, um Zahlungen zu strecken. Außerdem sei beabsichtigt, rund 300 der gut 1000 Mitarbeiter zu entlassen.<ref>eurailpress.de – Italien: NTV mit großen wirtschaftlichen Problemen 5. September 2014.</ref> Laut Beschluss vom 24. September 2014 sollen Schulden restrukturiert werden und die Eigentümer neue Einlagen leisten.<ref>NTV to withdraw Adriatic Services, in: International Railway Journal, 26. September 2014.</ref> Am 10. April 2015 kam es wegen der geplanten Entlassung von 246 Mitarbeitern zu einem achtstündigen Streik bei NTV.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lok Report: Große Beteiligung am Streik bei NTV (Memento vom 18. April 2015 im Internet Archive), abgerufen am 18. April 2015.</ref> Die Restrukturierung wurde im Jahr 2015 abgeschlossen.

Seit Dezember 2015 werden unter dem Namen Italobus Zubringerbusse zu den Bahnhöfen Milano Rogoredo, Reggio Emilia, Napoli Afragola und Salerno betrieben. Die Nutzung dieser Busse ist nur in Verbindung mit einem Zugticket möglich. Im Jahr 2017 erzielte Italo NTV schließlich ein Rekordergebnis mit 12,8 Millionen Passagieren, welche für 455 Millionen Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 156 Millionen Euro sorgten.<ref name="AR" />

Siehe auch

Literatur

  • Bernhard Studer: Die Privatgesellschaft NTV macht Tempo. Rasen um die Wette. In: eisenbahn magazin. Nr. 3/2013. Alba Publikation, März 2013, ISSN 0342-1902, S. 28–30.

Weblinks

Commons: Italo S.p.A. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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